Am 29.11.2019 um 14:11 schrieb Ulrich G. Kliegis:
> On Thu, 28 Nov 2019 19:40:57 +0100, Schorsch <
schors...@online.de>
> wrote:
>
>>
>> Was ist an "lohnenswert" problematisch? Findest du dann "preiswert" auch
>> doof?
>
> Es ist so daneben wie grammatikalisch (richtig: grammatisch) oder
> Analysten (richtig: Analytiker).
In beiden Fällen ist es nicht so einfach. Unterscheidet man eine
Reflexionsebene, dann bekommt die Unterscheidung eben doch ihren Sinn.
Analyse ist die Tätigkeit und Analyst der Täter. Die Lehre von der
Analyse ist die Analytik und Analytiker der, der über Analyse nachdenkt.
Ebenso mit grammatisch und grammatikalisch. Übrigens ebenso ontisch und
ontologisch.
Gerne vermischt wird dann psychisch und psychologisch, was eben so
funktioniert. Ein psychisches Problem kann für die Psychologie zum
Problem werden. Dann hat der Therapeut ein psychologisches Problem.
>
> Preiswert ist die zusammengefaßte Form von seinen Preis wert. Wenn
> etwas Preiswert ist, lohnt der Kauf.
Dabei wird natürlich unterstellt, es gäbe einen Unterschied des Preises
zum Wert, wie von Marx und vielen seiner Vorläufer angenommen. Zumindest
große Teile der Ökonomen bestreitet heutzutage einen solchen Unterschied.
> Der Kauf wäre dann lohnend. Aber
> der Kauf ist nicht wert zu lohnen, denn das ist doch einfach nur
> Blödfug. Genau das aber bedeutet das Wort lohnenswert, es ist wert, zu
> lohnen.
Genau das höre ich da auch. Es ist Wert, einen "Lohn" dafür zu zahlen.
"Lohnenswert" wäre dann eben nicht auf Waren bezogen, sondern auf
Dienst, die entlohnt werden. Also: es ist wert, es zu entlohnen.
Und da hat es doch dann seinen guten Sinn.
Kurz: ganz so einfach und eindeutig sehe ich das nicht.
Gruß
Schorsch