ich habe demnächst vor, mein Haus aus dem vorigen Jahrhundert mit
einer hinterlüfteten Fassade dämmen und verkleiden zu lassen. Das
einzige Problem ist, der obere Teil der Fassade besteht aus Fachwerk
und das möchte ich nicht verschwinden lassen. Also stelle ich mir das
ganze so vor, dass ich eine normale schalung auf die gesamte Fläche
aufbringe (incl. Dämmung), anschliessend ca.30mm starke Bretter auf
der Schalung anbringe die genau dem alten Fachwerk entsprechen und
die Gefache dann mit den Fassadenplatten auskleide sowie die Fugen
mit Silikon abdichte. Ich hoffe Ihr versteht mein Kauderwelsch :-)
Mich würde Eure Meinung dazu interressieren, hat jemand sowas schon
mal gemacht, gibt es andere Alternativen?
MfG
--
Steffen Meuschke --> schaut mal rein auf www.beatlesfan.de
LEBEN ist das, was passiert, während du andere Dinge im Kopf hast.
John Lennon
MfG
Werner
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
>Das Silikon würde ich weglassen. Es paßt nicht zu Fachwerk, und
>_ganz_ wasserdicht muß die Vorsatzschale ja nicht sein. Dann würde
>ich lieber eine diffusionsoffene Unterspannbahn unter der
>Vorsatzschale verlegen.
Hallo Werner,
meinst Du das Zeug was auch beim Dachdecken verwendet wird?
>wasserdicht muß die Vorsatzschale ja nicht sein. Dann würde ich lieber
>eine diffusionsoffene Unterspannbahn unter der Vorsatzschale verlegen.
(: ) Vorsicht. Vorsicht.
Unter der Dachdeckung ist immer eine Hinterlüftungsschicht.
Hinterlüftete Fassaden gibt es, die werden aber anders fabriziert.
(: ) Reinhold
> In article <89odjg$nod$1...@news.online.de>,
> ste...@beatlesfan.de (Steffen Meuschke) wrote:
> > ich habe demnaechst vor, mein Haus aus dem vorigen Jahrhundert mit
> > einer hinterluefteten Fassade daemmen und verkleiden zu lassen. Das
> > einzige Problem ist, der obere Teil der Fassade besteht aus Fachwerk
> > und das moechte ich nicht verschwinden lassen. Also stelle ich mir das
> > ganze so vor, dass ich eine normale schalung auf die gesamte Flaeche
> > aufbringe (incl. Daemmung), anschliessend ca.30mm starke Bretter auf
> > der Schalung anbringe die genau dem alten Fachwerk entsprechen und
> > die Gefache dann mit den Fassadenplatten auskleide sowie die Fugen
> > mit Silikon abdichte. Ich hoffe Ihr versteht mein Kauderwelsch :-)
> >
> Das Silikon wuerde ich weglassen. Es passt nicht zu Fachwerk
Eine Verkleidung passt ohnehin nicht zu Fachwerk. Ich wuerde darauf
verzichten.
> , und _ganz_ wasserdicht muss die Vorsatzschale ja nicht sein.
Hinter einer dichten Fassade fault und schimmelt es. Das Holz
natuerlich auch.
http://home.t-online.de/home/konrad-fischer/7lesbrif.htm#EnEV
http://home.t-online.de/home/konrad-fischer/2frag.htm
> Dann wuerde ich lieber
> eine diffusionsoffene Unterspannbahn unter der Vorsatzschale verlegen.
Selbst die wenigen Loecher, die dazu ausreichen, der Folie das
Praedikat "diffusionsoffen" zu verleihen, sind nur solange "offen"
bis die Perforation durch Staub etc. verschlossen wird.
Jan.
Da ist nicht ganz falsch, aber frieren ist auch nicht besser. Und
Innendämmung muß man können, das geht leicht schief und gibt Bauschäden.
> > , und _ganz_ wasserdicht muss die Vorsatzschale ja nicht sein.
>
> Hinter einer dichten Fassade fault und schimmelt es. Das Holz
> natuerlich auch.
Du meinst diffusionsdicht, nicht wasserdicht. Deshalb soll und will er
ja auch hinterlüften.
> > Dann wuerde ich lieber
> > eine diffusionsoffene Unterspannbahn unter der Vorsatzschale
verlegen.
>
> Selbst die wenigen Loecher, die dazu ausreichen, der Folie das
> Praedikat "diffusionsoffen" zu verleihen, sind nur solange "offen"
> bis die Perforation durch Staub etc. verschlossen wird.
>
Das gilt nur für die billige Plastikfolie. Eine "wirklich
diffusionsoffene" Unterspannbahn mit einem Sd von max 20 cm ist
filzartig oder vliesartig aufgebaut, da verstopfen die Löcher nicht.
Das sit ein Ammenmärchen von früher. Dieser Aufbau neigt dazu, Fehler
zu haben und verschenkt dazu einiges an Isolationsdicke.
Es gibt heute "narrensichere" Dachaufbauaten _ohne_
Hinterlüftungsschicht. die sind unbdingt zu bevorzugen !
Stellt sich die Frage, ob man ohne zusaetzliche Daemmung wirklich
friert bzw. ob die Daemmung tatsaechlich zu einer spuerbaren
Energieeinsparung fuehrt. Auch zum Sinn des vielzitierten K-Wertes
gibt es unterschiedliche Meinungen (Stichwort: Speicherfaehigkeit).
Mir liegen hier zwei Schriften des Deutschen Nationalkomitees fuer
Denkmalschutz vor, die sich mit dem Thema Fachwerk befassen: Manfred
Gerner, Fachwerksuenden, Schriftenreihe des DND, Band 27 und Dieter
Wieland, Bauen und Bewahren auf dem Lande, Band 7.
Gerade bei Eingriffen in historische Bausubstanz ergibt sich solch
eine Vielzahl von Fehlermoeglichkeiten mit z.T. fatalen Folgen, dass
eine intensive, ueber die Informationseinholung in einer NG
hinausgehende, Beschaeftigung mit dem Thema vor Baubeginn m.E.
unbedingt erforderlich ist.
Anfangen kann man z.B. bei
http://www.fachwerkbau.de/index.html
Zitat:"Nicht verkannt werden darf jedoch, dass der ueberwiegende Teil
der "Eigenleister" bei der Sanierung eher mehr Schaden anrichtet, als
Gutes leistet - die Denkmalpfleger sprechen hier von "kaputtsanieren".
Bevor Sie sich also, lieber User, selbst daran machen, ein altes
Fachwerkhaus zu restaurieren, sollten Sie Ihre eigene
Leistungsfaehigkeit und Beharrlichkeit kritisch einschaetzen - und die
Hinweise in dieser Website lesen, die sich mit der Sanierung alter
Fachwerksbauten befassen."
Jan.
Do,. 06.05.99, 19.30 Uhr
Waermedaemmung im Fachwerkbau - Kurzvortrag von Frau Bollmohr, Untere
Denkmalschutzbehoerde LK Helmstedt. Ort: Restaurant Friedrichshoehe,
Braunschweig/Leiferde.
Naeheres: IGB SO-Niedersachsen, G. Ruben, Tel. 0531-511266
>Eine Verkleidung passt ohnehin nicht zu Fachwerk. Ich wuerde
>darauf verzichten.
Ist schon klar, aber es soll halt wieder schön aussehen. Das Fachwerk
ist schon arg gerissen (die Balken), einige Fenster wurden wohl
früher entfernt und zugemauert. Diese wurden dann weiss gestrichen
und mit schwarzer Farbe "Balken" draufgemalt. Ausserdem hätt ich das
Holz gern nur gebeizt, schönes dunkles braun, jetzt ist es z.Z. mit
schwarzer bitumenhaltiger Farbe behandelt und die _hält_.
Der Rest der Fassade soll verkleidet werden und ich hätt es gern das
die Gefache die gleiche Oberfläche wie der Rest des Hauses haben.
>Hinter einer dichten Fassade fault und schimmelt es. Das Holz
>natuerlich auch.
Wie verhindere ich das?
> Ist schon klar, aber es soll halt wieder schoen aussehen. Das Fachwerk
> ist schon arg gerissen (die Balken),
Das muss nicht unbedingt problematisch sein - solange die Balken, hier
besonders die Koepfe/ Verbindungen noch nicht verfault/morsch sind.
Und optisch sollte es auch in den Griff zu bekommen sein.
> einige Fenster wurden wohl frueher entfernt und zugemauert.
Die Gewaende im Fachwerk sind meist auch aus Holz. Sind die noch da?
Man koennte, ja nach Umfang der spaeteren Umbauten, die Vermauerung
evtl. wieder entfernen.
> Diese wurden dann weiss gestrichen
> und mit schwarzer Farbe "Balken" draufgemalt.
Schuettel...
> Ausserdem haett ich das
> Holz gern nur gebeizt, schoenes dunkles braun, jetzt ist es z.Z. mit
> schwarzer bitumenhaltiger Farbe behandelt und die _haelt_.
Ist das Holz darunter noch fest?
> Der Rest der Fassade soll verkleidet werden und ich haett es gern das
> die Gefache die gleiche Oberflaeche wie der Rest des Hauses haben.
Wenn Du unbedingt zusaetzlich daemmen willst, ueberputzt Du nicht
alles einheitlich mit einem Kalkmoertel (ohne Zementzuschlag) und
verzichtest auf die Nachbildung mit einem vorgeblendeten
Pseudofachwerk, das ohnehin von jedem halbwegs Sachkundigen sofort als
solches erkannt wird und ausserdem aus denkmalpflegerischer Sicht zu
den Dingen gehoert, die man tunlichst vermeiden sollte
(Frittenbudenambiente)? Oder wie waer's mit einer ganz klassischen
Aussenverkleidung mit Holzschindeln?
Unbesehen ist das alles schlecht zu beurteilen. Frag doch einfach mal
unverbindlich bei der zustaendigen Unteren Denkmalpflegebehoerde nach.
Die haben i.d.R. Erfahrung mit der Problematik, Broschueren,
Literaturhinweise, Listen von Handwerkern mit entspr. Zusatzausbildung
(Restaurator im Handwerk) und helfen i.d.R. auch gerne weiter.
> >Hinter einer dichten Fassade fault und schimmelt es. Das Holz
> >natuerlich auch.
>
> Wie verhindere ich das?
U.a. mit ausreichender Luftzirkulation ;-).
Geh mal den von mir hier geposteten URLs nach. Darin sind weitere
Kontaktadressen enthalten. Und teile bitte nachher mit, welche Loesung
gewaehlt wurde.
MfG, Jan, auch im Fachwerkhaus (nur der Kern, Fassade massiv, aus
Bruchstein).
>
> Der Rest der Fassade soll verkleidet werden und ich haett es gern das
> die Gefache die gleiche Oberflaeche wie der Rest des Hauses haben.
Noch ein Tip - schau mal unter:
http://www.cbyte.de/architek/sfarbe1.html
und Folgeseiten.
MfG, Jan.
(: ) Nach dem ZDVH-Merkblatt für Unterdächer, Unterdeckungen und
Unterspannungen
gibt es
1.
die Volldämmung bis Oberkante Sparren; darauf keine Unterspannbahn,
darauf Konterlattung. Ergebnis: 1 Lüftungsebene
oder
2.
die Dämmung bis etwas unter Oberkante Sparren, darauf eine Unterspannbahn,
darauf die Konterlattung. Ergebnis: 2 Lüftungsebenen.
Abgesehen davon halte ich auch wenig von einer Fachwerk-Verkleidung.
(: ) Reinhold
[Meine Anfrage-Eure Antworten]
Hallo an alle Helfer,
tausend Dank für Eure wertvollen Tips und Hinweise. Ich konnte sehr
viele Anregungen entnehmen, vielen Dank auch für die guten Links zum
Thema (Danke Jan Selmer).
Werde Eure Tips beherzigen und mir alles nochmal genau durchdenken.
Ich werd nach Bauabschluss sicher mal über meine Erfahrungen posten
(wenn das jemanden interessiert) um vielleicht andern damit zu
helfen.
So einfach wie ich mir das dachte wird es nicht werden! Bin für jeden
Tip weiterhin dankbar.
Also nochmals Dank, bis demnächst.
Danke für die Korrektur. Die Lüftungsebene zwischen Pfannen und
Unterdach muß natürlich sein.
Unter dem Unterdach hat man die auch immer angeordnet --> Kaltdach. Das
sollte man nicht mehr tun, denn sie ist fehleranfällig - meistens steht
die Luft, obwohl sie sich bewegen sollte. Das passiert zB bei
Auswechslungen und nach Jahren , wenn sich die Lüftungsgitter unten
voll Dreck gesetzt haben.
>Trowatherm
Hallo Werner, hab im Internet nach Info's über Trowatherm gesucht,
kann nichts finden. Hast Du nähere Infos zu dem Produkt?
Lieferbar in 600 X 400 oder 1000 x 500, Dicke 50, 100, 150
Kann angeschraubt oder wie herkömmlich geklebt werden. Alle Putze
sollen passen --> nimm aber was diffusionsoffenes.
Ein Hersteller ist Hüning Elementbau in Olfen, 0 25 95 / 79 79, die
werden Dir einen anderen in Deiner Nähe nennen können.
Im Netz ist unter "Troplast" was zu finden - wenig ergiebig.
0 22 42 / 85 - 28 66
[Deine Hinweise zu Trowatherm]
Hallo Werner,
danke das Du Dir soviel Mühe machst, wie kann ich das bloss wieder
gutmachen?
Ich werde dort mal anrufen und mir Bezugsquellen geben lassen.
Danke sagt
> Durch eine hinterlueftete Fassade und eine diffusionsoffene Daemmung wie
> Steinwolle, Holzweichfaser oder -neuerdings- Trowatherm ( eine Art
> geschaeumter Ziegel ). Keinesfalls Styropor oder Kunstharzputz.
> ( Bei Trowatherm mit mue = 5 kann IMHO die Vorsatzfassade mit
> Hinterlueftung entfallen, man kann direkt darauf putzen und die Bretter
> festschrauben. )
Aus welchem Material ist denn dieses Trowatherm? Der in Deinem anderen
Posting erwaehnte Name "Troplast" hoert sich fuer mein Empfinden erst
mal nicht besonders vertrauenserweckend an ;-)
http://home.t-online.de/home/konrad-fischer/7wsvoant.htm
"Merke: Dampfdiffusion gibt es im Labor, nicht in der Baukonstruktion.
Dort sind mangels Tauchsiedereinbau 99,99% aller Feuchtetransporte in
fluessiger Form. Verdampfung findet praktisch nur auf - nicht unter -
der letzten Verdunstungsebene statt, also auf der raum- bzw.
aussenluftberuehrten Beschichtung."
und:
http://home.t-online.de/home/konrad-fischer/2baustof.htm
"Nur kapillaraktive Baustoffe - nicht die feuchtehaltenden Kunstharz-
Sperrschichtfarben und auch nicht die Daemmstoffe - koennen diese
staendig eindringende Feuchte wieder schadensfrei ableiten. Der
Begriff "atmungsfaehiger Baustoff" ist hier fehl am Platze, er
suggeriert das ausschliessliche Vorhandensein von Wasserdampf. In der
Baustoffpore liegt Wasser aber immer fluessig vor. Da helfen keine
Dampfdiffusionsoffenheiten, es geht nur um die Transportfaehigkeit des
eingedrungenen Wassers in fluessiger Form nach aussen. Holz,
Kalkmoertel und -tuenche sowie der unporosierte Vollziegel leisten das
perfekt."
MfG, Jan Selmer.
> Der in Deinem anderen
> Posting erwaehnte Name "Troplast" hoert sich fuer mein Empfinden erst
> mal nicht besonders vertrauenserweckend an ;-)
Wenn ich bei den Umbenennungen richtig mitgekommen bin, sollte Troplast
der Nachfolger von Hüls sein, was wiederum ein Nachfolger von Dynamit
Nobel ist.
Ob das auch Eigentümermäßig so gelaufen ist, weis ich nicht; aber die
Fertigungsanlagen stehen immer an der gleichen Stelle. So ganz klein ist
der Laden jedenfalls nicht.
Siegfried