Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Kondensatablauf Gastherme

771 views
Skip to first unread message

John Reimers

unread,
Jun 13, 2016, 4:46:06 PM6/13/16
to
Tag zusammen.
Seit 11 Jahren läuft das Kondensat meiner Gastherme, mithin etwa 1.000
Liter pro Heizperiode, in einen damals vom Heizungsfritzen gebauten
Abfluss, der an den Bodenablauf des damaligen Waschkellers angeschlossen
wurde. Wie sich nun zufällig im Rahmen einer Endoskopie herausstellte,
handelt es sich bei diesem Bodenablauf offenbar nur um einen
Versickerungsablauf, denn eine Verbindung zum Abwasserkanal wurde bei
den Abgrabungsarbeiten nicht freigelegt und die Kamera blieb im Dreck
stecken und ließ sich nicht weiter schieben. Nachschauen kann ich nicht,
über dem Ablauf liegt seit 11 Jahren Estrich.

Da muss ich mich nicht wundern, wenn ich die Feuchtigkeit nicht aus dem
Keller bekomme und die Wände feucht sind.

Das muss also geändert werden. Der "echte" Abfluss ist auch nur 2 Meter
weg, aber blöderweise auf der anderen Seite eines Durchganges.

Ich kann also (Möglichkeit 1) die vorhandene Kondensatleitung (DN50)
umsetzen und in 9 m Umweg in den Abfluss leiten oder (Möglichkeit 2) das
Kondensat oben über den Durchgang leiten.

Möglichkeit 1 passt theoretisch grad so: Ich kann 50 cm über dem Boden
anfangen und muss auf etwa 30 cm Höhe ankommen, macht 2% Gefälle. Doof
nur, dass ich nicht an allen Stellen gleichmäßiges Gefälle hinbekomme,
weil das Montagerack meiner Heizungsanlage mit vielen Rohren, Pumpen,
Mischern und Absperrhähnen im Weg ist. Dahinter stehen direkt die
Puffer, deshalb gibt es nur eine Höhe, bei der ich zwischen den Rohren
mit dem DN50 durchschlüpfen kann. Das bedeutet aber, dass ich auf
reichlich vier Metern praktisch gar kein Gefälle hinbekomme. Da ich nur
praktisch keimfreies Wasser da durchlaufen lasse, sollte das aber kein
Problem sein, oder?

Möglichkeit 2 würde ich mit Flexrohr (biegsames Wasserverlegerohr,
*nicht* Wellrohr) machen, habe aber keine Idee, welche Pumpe ich da
nehmen soll. So richtig Durchsatz braucht sie ja nicht, dafür aber einen
zuverlässigen Schwimmerschalter mit einstellbarer Hysterese. Die Therme
macht maximal 18 kW und damit höchstens 2 Liter die Stunde, ist aber
überdimensioniert und läuft praktisch nie Volllast. Ich hätte an einen
Pufferbehälter mit max. 10 Litern gedacht, da geht die Pumpe
wahrscheinlich maximal einmal am Tag an (ich habe auch im tiefsten
Winter nie über 10 m³ am Tag an Gasverbrauch abgelesen). Welche Pumpe
zweckentfremde ich da am besten?

Und dann wäre da noch Möglichkeit 3:
Ich fräse in den (blöderweise ziemlich frisch beschichteten)
Kellerfußboden (90 Jahre alter Boden, wahrscheinlich Betonestrich) eine
Rinne und lege da das Flexrohr ein. An der anderen Seite das Flexrohr
wieder hoch und in das dortige DN100 einkleben, an dem ausschließlich
die Waschmaschine hängt. Da wäre dann das ganze Flexrohr der Siphon.
Rinne wieder zuschmieren und 9 mal streichen (ja, neun Male. Der Farbton
ist hinsichtlich seiner Deckkraft *sehr* unglücklich gewählt.)
Fachgerechte Installation sieht allerdings wohl anders aus.

Fragen:
1. Geht Möglichkeit 1 trotz der 4 m ohne Gefälle?
2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?
3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?
4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?

Danke und Gruß
John.

Marcel Mueller

unread,
Jun 13, 2016, 6:19:13 PM6/13/16
to
On 13.06.16 22.46, John Reimers wrote:
> Tag zusammen.
> Seit 11 Jahren läuft das Kondensat meiner Gastherme, mithin etwa 1.000
> Liter pro Heizperiode, in einen damals vom Heizungsfritzen gebauten

1m³ - kommt mir ganz schon viel vor.

> Abfluss, der an den Bodenablauf des damaligen Waschkellers angeschlossen
> wurde. Wie sich nun zufällig im Rahmen einer Endoskopie herausstellte,
> handelt es sich bei diesem Bodenablauf offenbar nur um einen
> Versickerungsablauf, denn eine Verbindung zum Abwasserkanal wurde bei

Schade aber auch.
Das ist aber in alten Häusern wohl nicht ganz so ungewöhnlich.

Ich hätte jetzt gefühlt gesagt, das ist gar nicht zulässig. Nicht wegen
der Wassermenge, sondern eher wegen Verunreinigungen im Abgas. Aber da
kenne ich mich nicht wirklich aus.

> Da muss ich mich nicht wundern, wenn ich die Feuchtigkeit nicht aus dem
> Keller bekomme und die Wände feucht sind.

Hmm, ob das wirklich die Ursache ist, wäre auch erst mal zu klären.
Gemessen an Wasser im Boden ist selbst der eine m³ noch keine so große
Menge. Würde er auf der Fläche einer 20m² Waschküche versickern,
entspräche das einem Jahresniederschlag von 50mm - das nennt man Wüste.

> Das muss also geändert werden. Der "echte" Abfluss ist auch nur 2 Meter
> weg, aber blöderweise auf der anderen Seite eines Durchganges.

Blöd.

> Ich kann also (Möglichkeit 1) die vorhandene Kondensatleitung (DN50)
> umsetzen und in 9 m Umweg in den Abfluss leiten oder (Möglichkeit 2) das
> Kondensat oben über den Durchgang leiten.

> Möglichkeit 1 passt theoretisch grad so: Ich kann 50 cm über dem Boden
> anfangen und muss auf etwa 30 cm Höhe ankommen, macht 2% Gefälle. Doof
> nur, dass ich nicht an allen Stellen gleichmäßiges Gefälle hinbekomme,
> weil das Montagerack meiner Heizungsanlage mit vielen Rohren, Pumpen,
> Mischern und Absperrhähnen im Weg ist. Dahinter stehen direkt die
> Puffer, deshalb gibt es nur eine Höhe, bei der ich zwischen den Rohren
> mit dem DN50 durchschlüpfen kann. Das bedeutet aber, dass ich auf
> reichlich vier Metern praktisch gar kein Gefälle hinbekomme. Da ich nur
> praktisch keimfreies Wasser da durchlaufen lasse, sollte das aber kein
> Problem sein, oder?

Keimfrei ist in der echten Welt gar nichts.
Frag mal einen, der sich mit Abwasserleitungen auskennt, aber ich denke
dauerhaft gefüllte Pfützen will man eher nicht. Da lagert sich halt
gerne mal Material an. Diese Wellschläuche sind da eh schon übel.
Und Du brauchst auch noch einen Siphon, sonst stinkt's - oder war der
schon inklusive?


> Möglichkeit 2 würde ich mit Flexrohr (biegsames Wasserverlegerohr,
> *nicht* Wellrohr) machen, habe aber keine Idee, welche Pumpe ich da
> nehmen soll. So richtig Durchsatz braucht sie ja nicht, dafür aber einen
> zuverlässigen Schwimmerschalter mit einstellbarer Hysterese.

Das nennt sich Hebepumpe.
Wir haben es glücklicherweise alles noch ohne hinbekommen.

> Die Therme
> macht maximal 18 kW und damit höchstens 2 Liter die Stunde, ist aber
> überdimensioniert und läuft praktisch nie Volllast. Ich hätte an einen
> Pufferbehälter mit max. 10 Litern gedacht, da geht die Pumpe
> wahrscheinlich maximal einmal am Tag an (ich habe auch im tiefsten
> Winter nie über 10 m³ am Tag an Gasverbrauch abgelesen). Welche Pumpe
> zweckentfremde ich da am besten?

Gar keine. Es gibt extra Pumpen dafür. Und die wollen natürlich auch
regelmäßig gewartet werden.

> Und dann wäre da noch Möglichkeit 3:
> Ich fräse in den (blöderweise ziemlich frisch beschichteten)
> Kellerfußboden (90 Jahre alter Boden, wahrscheinlich Betonestrich) eine
> Rinne und lege da das Flexrohr ein. An der anderen Seite das Flexrohr
> wieder hoch und in das dortige DN100 einkleben, an dem ausschließlich
> die Waschmaschine hängt. Da wäre dann das ganze Flexrohr der Siphon.

Das war auch mein erster Gedanke. Dabei hätte ich allerdings gehofft,
dass die Türschwelle etwas höher sitzt und man den Schlauch einfach
davor legen kann.
Ich würde in jedem Fall nur die allernötigste Strecke verbuddeln. Also
nur auf Türbreite. Noch besser wäre, wenn es offen bleibt. Also maximal
eine Trittleiste drüber.

> Rinne wieder zuschmieren und 9 mal streichen (ja, neun Male. Der Farbton
> ist hinsichtlich seiner Deckkraft *sehr* unglücklich gewählt.)
> Fachgerechte Installation sieht allerdings wohl anders aus.

Vor allem muss man einen Siphon sauber machen können.

> Fragen:
> 1. Geht Möglichkeit 1 trotz der 4 m ohne Gefälle?

Muss man vmtl. regelmäßig reinigen. Irgendwelches Getier oder Gammel
schafft es da immer hin.

> 2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?

Kondensathebepumpe bzw. Kondensathebeanlage.

> 3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?

Das sehe ich nicht so negativ.

> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?

Ich würde sehen, irgendwie ohne so eine Sch*** Pumpe auszukommen. So
24/7 Verbraucher sind mir immer ein Dorn im Auge.
Aber das ist natürlich Geschmackssache. Es ist zweifelsfrei die
einfachste Lösung.


Marcel

John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 1:22:09 AM6/14/16
to
Am 14.06.2016 um 00:17 schrieb Marcel Mueller:

> 1m³ - kommt mir ganz schon viel vor.

Das ist eher wenig: Pro kWh Erdgas entstehen 0,14 Liter Wasser. Man
rechnet je nach Kessel mit 0,06 bis maximal 0,1 l, der tatsächlich
kondensiert. Mein Verbrauch ist rund 12.000 kWh p.a.

> Hmm, ob das wirklich die Ursache ist, wäre auch erst mal zu klären.
> Gemessen an Wasser im Boden ist selbst der eine m³ noch keine so große
> Menge. Würde er auf der Fläche einer 20m² Waschküche versickern,
> entspräche das einem Jahresniederschlag von 50mm - das nennt man Wüste.

Ich habe hier aber keinen Wüstensand als Untergrund, sondern Lehm. Und
die 50 mm kommen halt dazu und können schlecht weg von da. Und der
Estrich ist Anhydridestrich, der nicht gerade wegen seiner
Wasserverträglichkeit bekannt ist. Natürlich ist darunter Dämmung und
eine Folie und darunter der Betonboden, aber ich finde es trotzdem nicht
prickelnd. Daneben stehen nämlich die Grundmauern dieser tiefer gelegten
Waschküche, und die Horizontalsperre kommt erst zwei Steine oberhalb des
jetzigen Fußbodens.

> Keimfrei ist in der echten Welt gar nichts.
> Frag mal einen, der sich mit Abwasserleitungen auskennt, aber ich denke
> dauerhaft gefüllte Pfützen will man eher nicht. Da lagert sich halt
> gerne mal Material an.

Was kann sich bei Kondenswasser ablagern?

> Diese Wellschläuche sind da eh schon übel.

Kein Wellschlauch, M1 ist mit DN50 geplant. Graues KG-Rohr.

> Und Du brauchst auch noch einen Siphon, sonst stinkt's - oder war der
> schon inklusive?

Ja, Siphon ist geplant. Da verliere ich keine Höhe.


>> Möglichkeit 2 würde ich mit Flexrohr (biegsames Wasserverlegerohr,
>> *nicht* Wellrohr) machen, habe aber keine Idee, welche Pumpe ich da
>> nehmen soll. So richtig Durchsatz braucht sie ja nicht, dafür aber einen
>> zuverlässigen Schwimmerschalter mit einstellbarer Hysterese.
>
> Das nennt sich Hebepumpe.
> Wir haben es glücklicherweise alles noch ohne hinbekommen.

>> Welche Pumpe zweckentfremde ich da am besten?

> Gar keine. Es gibt extra Pumpen dafür. Und die wollen natürlich auch
> regelmäßig gewartet werden.

Kondensathebepumpe muss ich mal googlen.

>> Und dann wäre da noch Möglichkeit 3:
>> Ich fräse in den (blöderweise ziemlich frisch beschichteten)
>> Kellerfußboden (90 Jahre alter Boden, wahrscheinlich Betonestrich) eine
>> Rinne und lege da das Flexrohr ein. An der anderen Seite das Flexrohr
>> wieder hoch und in das dortige DN100 einkleben, an dem ausschließlich
>> die Waschmaschine hängt. Da wäre dann das ganze Flexrohr der Siphon.
>
> Das war auch mein erster Gedanke. Dabei hätte ich allerdings gehofft,
> dass die Türschwelle etwas höher sitzt und man den Schlauch einfach
> davor legen kann.
> Ich würde in jedem Fall nur die allernötigste Strecke verbuddeln. Also
> nur auf Türbreite. Noch besser wäre, wenn es offen bleibt. Also maximal
> eine Trittleiste drüber.
>
>> Rinne wieder zuschmieren und 9 mal streichen (ja, neun Male. Der Farbton
>> ist hinsichtlich seiner Deckkraft *sehr* unglücklich gewählt.)
>> Fachgerechte Installation sieht allerdings wohl anders aus.
>
> Vor allem muss man einen Siphon sauber machen können.

Glaube ich eher nicht, dass das nötig ist. Aber das könnte man vorsehen
mit schmaler Flaschenbürste an langem Dreaht.

> Ich würde sehen, irgendwie ohne so eine Sch*** Pumpe auszukommen. So
> 24/7 Verbraucher sind mir immer ein Dorn im Auge.

Mir wäre ohne Pumpe auch viel lieber. Ausfall = Überschwemmung.
Danke für die Einschätzung.

Gruß, John.

Ned Kelly

unread,
Jun 14, 2016, 2:58:30 AM6/14/16
to
Am 13.06.2016 um 22:46 schrieb John Reimers:
> Fragen:
> 1. Geht Möglichkeit 1 trotz der 4 m ohne Gefälle?
> 2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?
> 3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?
> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?

Zu 1: Ja. Entscheidend ist die Höhe des
Anfangspunktes und des Endpunktes der
Leitung. Bei dir 50 auf 30, paßt.
Beim Kondensatablauf für dein Thermchen
reichen DN 20-25 aus Kunststoff dicke.
Da das Kondensat sauer ist, kommen
metallische Rohre nicht in Frage.

--
Ciao, Ned.

Martin Kienass

unread,
Jun 14, 2016, 3:50:03 AM6/14/16
to
John Reimers <nutzne...@gmx.de> schrieb:

[...]
> Fragen:
> 1. Geht Möglichkeit 1 trotz der 4 m ohne Gefälle?

Eine Abflussleitung ohne Gefälle zu verlegen ist im Prinzip nie eine
gute Idee. Selbst wenn dort "eigentlich" nur klares Kondensatwasser
durchfließt (oder drinstehen bleibt), wundert man sich doch immer
wieder, welche und wieviel Feststoff doch im Kondensat mitschwimmt.
Insekten, die sich verflogen hatten, Korrosionsprodukte aus dem
Brennraum, Staub. Mit der Zeit gibt das sehr schöne Ablagerungen, die
schonmal den einen oder anderen Siphon oder Wellrohrschlauch verstopft
haben.

_Wenn_ Du das so löst, dann achte darauf, dass man die Abflussleitung,
und ganz besonders den waagerechten Teil, bequem reinigen kann. Also an
geeigneter Stelle Revisionsöffnungen vorsehen (gibts fertig als
HT-Rohr-Formstück), in die man notfalls mal den Gartenschlauch
hineinschieben und die Leitung ordentlich durchspülen kann.

> 2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?

Kondensathebepumpen sind das übliche Mittel der Wahl. Es reicht eine
kleine Pumpe mit kleinem Tank und PVC-Ablaufschlauch, der z.B. in einem
Leerrohr zur nächstgelegenen Abflussleitung verlegt werden kann und
dort über einen Siphon angeschlossen wird.
Z.B. diese hier:
http://www.xylemwatersolutions.com/scs/germany/de-de/News-and-Events/broschueren-kataloge/Broschren/Kondensatpumpe%20TP1.pdf


> 3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?
> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?

Eindeutig: 2
Einziger Nachteil ist, dass die Pumpe ein wenig Wartung benötigt. Man
muss halt den Sammelbehälter und die Schwimmer ab und zu reinigen. Das
kann / sollte dann im Zusammenhang mit der bei Brennwertgeräten sowieso
obligatorischen jährlichen Heizungswartung geschehen.


--
______________
/schüüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)

Tobias Schuster

unread,
Jun 14, 2016, 3:53:56 AM6/14/16
to

> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?

a) Mit einer Stethoskopkamera erfernt man keine mögliche Verstopfung.
b) Es gibt Kondensatpumpen.

2


Jo Warner

unread,
Jun 14, 2016, 4:00:05 AM6/14/16
to
Am 13.06.2016 um 22:46 schrieb John Reimers:

> Möglichkeit 2 würde ich mit Flexrohr (biegsames Wasserverlegerohr,
> *nicht* Wellrohr) machen, habe aber keine Idee, welche Pumpe ich da
> nehmen soll. So richtig Durchsatz braucht sie ja nicht, dafür aber einen
> zuverlässigen Schwimmerschalter mit einstellbarer Hysterese.

Exakt sowas haben wir auch. Nach gut 10 Jahren störungsfreiem Betrieb
kürzlich getauscht. Fahr mal zum Sanitärfachhandel. Das Kondensat der
Heiztherme drippelt in einen ca. 1 Liter fassenden Behälter mit
Pumpmotor und Schwimmerschalter, bei uns wird es 1,5 m nach oben und 3 m
nach der Seite gefördert (Kunststoffschlauch ca. 12 mm Innendurchmesser)
und geht dann in ein Abwasserrohr. Im Winter läuft die Pumpe ca. alle 30
Minuten für ca. 10 Sekunden an.

Die neue Pumpeneinheit kostete irgendwas bei 100 Euro.

Horst Scholz

unread,
Jun 14, 2016, 4:04:30 AM6/14/16
to
Das verstehst du nicht, ließ das noch einmal.
Mit der Stethoskopkamera sollte nur das Rohr überprüft werden, es sollte
damit kein Loch gebort werden.

Horst

Tobias Schuster

unread,
Jun 14, 2016, 6:57:40 AM6/14/16
to
Da fehlt es offenbar, ein bisschen weiter zu denken. Wenn die Kamera
nicht vorankommt, warum probiert man es nicht mit anderen geeigneten
Geräten? Ok, war schwer ... ;-)

2


John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 12:09:23 PM6/14/16
to
Am 14.06.2016 um 09:41 schrieb Martin Kienass:
> John Reimers <nutzne...@gmx.de> schrieb:

> Eine Abflussleitung ohne Gefälle zu verlegen ist im Prinzip nie eine
> gute Idee. Selbst wenn dort "eigentlich" nur klares Kondensatwasser
> durchfließt (oder drinstehen bleibt), wundert man sich doch immer
> wieder, welche und wieviel Feststoff doch im Kondensat mitschwimmt.
> Insekten, die sich verflogen hatten, Korrosionsprodukte aus dem
> Brennraum, Staub. Mit der Zeit gibt das sehr schöne Ablagerungen, die
> schonmal den einen oder anderen Siphon oder Wellrohrschlauch verstopft
> haben.
> _Wenn_ Du das so löst, dann achte darauf, dass man die Abflussleitung,
> und ganz besonders den waagerechten Teil, bequem reinigen kann. Also an
> geeigneter Stelle Revisionsöffnungen vorsehen (gibts fertig als
> HT-Rohr-Formstück), in die man notfalls mal den Gartenschlauch
> hineinschieben und die Leitung ordentlich durchspülen kann.

HT-Rohr DN50 liegt da schon, wenn ich die Variante mache, dann weiterhin
mit HT-Rohr. Das ist oben offen, wo die Kondensatschläuche der Therme
reingehen, da kann man auch was zum Durchspülen reinstecken.

>> 2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?
>
> Kondensathebepumpen sind das übliche Mittel der Wahl. Es reicht eine
> kleine Pumpe mit kleinem Tank und PVC-Ablaufschlauch, der z.B. in einem
> Leerrohr zur nächstgelegenen Abflussleitung verlegt werden kann und
> dort über einen Siphon angeschlossen wird.
> Z.B. diese hier:
> http://www.xylemwatersolutions.com/scs/germany/de-de/News-and-Events/broschueren-kataloge/Broschren/Kondensatpumpe%20TP1.pdf

Ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass es Geräte für genau
diesen Anwendungszweck gibt. Hätte mein Heizungsmensch mir ja auch mal
sagen können. Der kennt mein Problem ja, denn er hatte den Bodenabfluss
als Versickerungablauf identifiziert.

>> 3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?
>> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?
>
> Eindeutig: 2
> Einziger Nachteil ist, dass die Pumpe ein wenig Wartung benötigt. Man
> muss halt den Sammelbehälter und die Schwimmer ab und zu reinigen. Das
> kann / sollte dann im Zusammenhang mit der bei Brennwertgeräten sowieso
> obligatorischen jährlichen Heizungswartung geschehen.

Prima, dann muss ich den Boden nicht aufstemmen. Danke.

Gruß, John.


John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 3:24:13 PM6/14/16
to
Am 14.06.2016 um 09:53 schrieb Tobias Schuster:
>
>> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?
>
> a) Mit einer Stethoskopkamera erfernt man keine mögliche Verstopfung.

Das ist mir bekannt. Allerdings blieb die Kamera im Sand stecken, nicht
in einer Verstopfung. Und wenn da im Laufe der Jahre ca. 10 m³ klares
Wasser durchgelaufen sind, dann ist da kein Sand, außer es gibt keinen
Ablauf.

> b) Es gibt Kondensatpumpen.

Das war mir nicht bekannt. Sonst hätte ich schon eine.

Gruß, John.

John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 3:27:18 PM6/14/16
to
Nee, war leicht: Es war gerade keine kleine Spirale verfügbar, nur so
ein Monster, das für das dünne Röhrchen ungeeignet gewesen wäre.
Außerdem war sowieso ziemlich klar, dass der Sand, in dem die Kamera
stecken blieb, nur Untergrund sein konnte. Sand wäre längst weggespült
gewesen. Und, wie bereits im OP geschrieben: Es wurde kein Abwasserrohr
bei den Abgrabungen (von außen) freigelegt.

Gruß, John.

John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 3:32:05 PM6/14/16
to
Zusammen mit den anderen Antworten ergibt sich eine klare Mehrheit für
die Kondensatpumpe. Wird angeschafft. Die beiden Überläufe, die
ebenfalls in diesen Ablauf münden, bleiben dran: Das eine ist das
Überdruckventil des Solarkreislaufs, das andere der
Heizungswasserüberlauf. Für die beiden lohnt die Umlegung nicht.

Danke allen Helfern, es wird also eine Kondensatpumpe.

Gruß, John.

Tobias Schuster

unread,
Jun 14, 2016, 3:59:34 PM6/14/16
to

> Nee, war leicht: Es war gerade keine kleine Spirale verfügbar, nur so
> ein Monster, das für das dünne Röhrchen ungeeignet gewesen wäre.
> Außerdem war sowieso ziemlich klar, dass der Sand, in dem die Kamera
> stecken blieb, nur Untergrund sein konnte. Sand wäre längst weggespült
> gewesen. Und, wie bereits im OP geschrieben: Es wurde kein Abwasserrohr
> bei den Abgrabungen (von außen) freigelegt.

Aber keiner verlegt so ein Rohr ins Nichts. Wenn schon keine Zisterne
könnte es eine Kiesschüttung sein. Was 11 Jahre funktioniert hat, ist
nicht komplett falsch.

Dass die Wände dadurch feucht werden, kann sein, muss aber nicht.

Ich würde mit geeignetem Werkzeug mal schauen (reinigen), wie es in dem
alten Rohr weitergeht.

Die Kondensatpumpe wäre meine letzte Möglichkeit. Das Ganze bedarf einer
gewissen Aufmerksamkeit und Wartung. Zur Vermeidung dessen habe ich
meine Heizung extra auf einen Sockel plaziert, dass die Höhe eines
Abflußrohrs noch erreicht wurde und ich nicht auf eine Pumpe angewiesen bin.

2


John Reimers

unread,
Jun 14, 2016, 4:28:04 PM6/14/16
to
Am 14.06.2016 um 21:59 schrieb Tobias Schuster:

> Aber keiner verlegt so ein Rohr ins Nichts.

Nö. Der Raum neben dem Heizraum war früher Waschküche und lag drei
Stufen tiefer als der Rest des Kellers. In der Mitte war ein
Metallgitter, so ein klassischer Bodenablauf. Ich habe nie geprüft, ob
der einen Siphon, einen Rohranschluss oder was auch immer hat. Da endet
die Kondensatleitung, jetzt unter Dämmung, Estrich, Folie und
Klick-Kork-Belag verborgen.

> Wenn schon keine Zisterne

definitiv nicht.

> könnte es eine Kiesschüttung sein.

...oder was immer unter dem Betonboden liegt. Bekommen wir nicht mehr raus.

> Was 11 Jahre funktioniert hat, ist
> nicht komplett falsch.

Nicht zwingend, aber die Indizien sprechen klar für "das Wasser sickert
ins Erdreich" und nicht für "geht in den Kanal".

> Dass die Wände dadurch feucht werden, kann sein, muss aber nicht.

Klar, aber kann ich's prüfen? Nein. Kann ich den Wasserzufluss
abstellen? Ja. Also mache ich Letzteres.

> Ich würde mit geeignetem Werkzeug mal schauen (reinigen), wie es in dem
> alten Rohr weitergeht.

Also Spirale und parallel endoskopieren? Für das Geld bekomme ich schon
die Hebepumpe.

> Die Kondensatpumpe wäre meine letzte Möglichkeit. Das Ganze bedarf einer
> gewissen Aufmerksamkeit und Wartung. Zur Vermeidung dessen habe ich
> meine Heizung extra auf einen Sockel plaziert, dass die Höhe eines
> Abflußrohrs noch erreicht wurde und ich nicht auf eine Pumpe angewiesen
> bin.

Von der Höhe wäre es problemlos. Ich will aber keine Stolperfalle im
Keller haben. Durch besagten Durchgang geht man von der Waschmaschine
zur Wäscheleine...

Gruß, John.

Thomas Einzel

unread,
Jun 15, 2016, 4:54:01 AM6/15/16
to
Am 14.06.2016 um 21:24 schrieb John Reimers:
> Am 14.06.2016 um 09:53 schrieb Tobias Schuster:
>>
>>> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?
>>
>> a) Mit einer Stethoskopkamera erfernt man keine mögliche Verstopfung.
>
> Das ist mir bekannt. Allerdings blieb die Kamera im Sand stecken, nicht
> in einer Verstopfung. Und wenn da im Laufe der Jahre ca. 10 m³ klares
> Wasser durchgelaufen sind, dann ist da kein Sand, außer es gibt keinen
> Ablauf.

Wenn der Abwasserrohrverlauf nicht bekannt ist, wird es schwierig.
(Bei den meisten Grundstücken ist die Anzahl der vom Grundstück
abgehenden Abwasserleitungen aber überschaubar - da könnte man sich mit
der Dokumentation langsam voran arbeiten.)

Ansonsten:
vom das Rohr Ablaufende her spülen und wenn man eine Rohrkamera hat
untersuchen wenn es nicht weitergeht.

Zur Spülung habe ich schon selbst mit Heimwerkermitteln erfolgreich mit
Hochdruckreiniger und Rohrreinigungsschlauch Rohre gespült. Wichtig ist
dass man das vom freien Ablaufende aus macht, damit Spülwasser und Dreck
ablaufen können (Wartungsöffnung, Abwasserschacht o.ä.)

--
Thomas

Jo Warner

unread,
Jun 15, 2016, 10:04:41 AM6/15/16
to
Am 14.06.2016 um 21:59 schrieb Tobias Schuster:

> Die Kondensatpumpe wäre meine letzte Möglichkeit. Das Ganze bedarf einer
> gewissen Aufmerksamkeit und Wartung.

Aus eigener Erfahrung: Wartung nahezu Null. Die vorige habe ich nach 5
Jahren mal aufgeschraubt und bisschen weißen Oxidgriesel ausgekippt. Das
hätte ich dieses Jahr wieder gemacht, aber der Mikroschalter war nach 10
Jahren hinüber, also Neukauf.

Georg Wieser

unread,
Jun 17, 2016, 2:49:41 AM6/17/16
to
Am 13.06.2016 um 22:46 schrieb John Reimers:
> Tag zusammen.
> Seit 11 Jahren läuft das Kondensat meiner Gastherme......Rohren
> mit dem DN50

Such Dir ein 15mm PVC Rohr Ein Kondesatablauf in 50mm ist absolut ovesized.
Das dünne Rohr kannst Du viel leichter verlegen.

Ned Kelly

unread,
Jun 18, 2016, 6:05:32 AM6/18/16
to
Ja genau, die Teile aus der Elektroinstallation.
Es gibt auch Passteile und Halteclips, sowie
einen Kleber dafür.

Was ich noch vergaß wäre ein Trichter unter
der Therme in den das Kondensat sichtbar
reintropft, und man hat einen Wartungszugang,
wenn man mit der Zugspirale eine Verstopfung
beseitigen will.
Dann sieht man auch, ob eventuell eine
Verstopfung in der Therme vorliegt.
--
Ciao, Ned.
Message has been deleted

pnvi...@gmail.com

unread,
Jan 28, 2017, 3:09:00 PM1/28/17
to
Am Samstag, 28. Januar 2017 21:05:43 UTC+1 schrieb pnvi...@gmail.com:

niemand und keiner hats gelesen

unread,
Jan 30, 2017, 9:33:34 AM1/30/17
to
Ich habe hier im Haus 4 Vaillant-Gasthermen, einen Kondensatablauf hat keine.
So viel ich weiss verdampfen die das wieder?

Jochen Kriegerowski

unread,
Jan 30, 2017, 10:25:20 AM1/30/17
to
Am 30.01.2017 um 15:33 schrieb niemand und keiner hats gelesen:

> Ich habe hier im Haus 4 Vaillant-Gasthermen, einen Kondensatablauf hat keine.

Das hast du keine Brennwerttherme. Bei denen fällt Kondensat an.

Gruß
Jochen

0 new messages