On 13.06.16 22.46, John Reimers wrote:
> Tag zusammen.
> Seit 11 Jahren läuft das Kondensat meiner Gastherme, mithin etwa 1.000
> Liter pro Heizperiode, in einen damals vom Heizungsfritzen gebauten
1m³ - kommt mir ganz schon viel vor.
> Abfluss, der an den Bodenablauf des damaligen Waschkellers angeschlossen
> wurde. Wie sich nun zufällig im Rahmen einer Endoskopie herausstellte,
> handelt es sich bei diesem Bodenablauf offenbar nur um einen
> Versickerungsablauf, denn eine Verbindung zum Abwasserkanal wurde bei
Schade aber auch.
Das ist aber in alten Häusern wohl nicht ganz so ungewöhnlich.
Ich hätte jetzt gefühlt gesagt, das ist gar nicht zulässig. Nicht wegen
der Wassermenge, sondern eher wegen Verunreinigungen im Abgas. Aber da
kenne ich mich nicht wirklich aus.
> Da muss ich mich nicht wundern, wenn ich die Feuchtigkeit nicht aus dem
> Keller bekomme und die Wände feucht sind.
Hmm, ob das wirklich die Ursache ist, wäre auch erst mal zu klären.
Gemessen an Wasser im Boden ist selbst der eine m³ noch keine so große
Menge. Würde er auf der Fläche einer 20m² Waschküche versickern,
entspräche das einem Jahresniederschlag von 50mm - das nennt man Wüste.
> Das muss also geändert werden. Der "echte" Abfluss ist auch nur 2 Meter
> weg, aber blöderweise auf der anderen Seite eines Durchganges.
Blöd.
> Ich kann also (Möglichkeit 1) die vorhandene Kondensatleitung (DN50)
> umsetzen und in 9 m Umweg in den Abfluss leiten oder (Möglichkeit 2) das
> Kondensat oben über den Durchgang leiten.
> Möglichkeit 1 passt theoretisch grad so: Ich kann 50 cm über dem Boden
> anfangen und muss auf etwa 30 cm Höhe ankommen, macht 2% Gefälle. Doof
> nur, dass ich nicht an allen Stellen gleichmäßiges Gefälle hinbekomme,
> weil das Montagerack meiner Heizungsanlage mit vielen Rohren, Pumpen,
> Mischern und Absperrhähnen im Weg ist. Dahinter stehen direkt die
> Puffer, deshalb gibt es nur eine Höhe, bei der ich zwischen den Rohren
> mit dem DN50 durchschlüpfen kann. Das bedeutet aber, dass ich auf
> reichlich vier Metern praktisch gar kein Gefälle hinbekomme. Da ich nur
> praktisch keimfreies Wasser da durchlaufen lasse, sollte das aber kein
> Problem sein, oder?
Keimfrei ist in der echten Welt gar nichts.
Frag mal einen, der sich mit Abwasserleitungen auskennt, aber ich denke
dauerhaft gefüllte Pfützen will man eher nicht. Da lagert sich halt
gerne mal Material an. Diese Wellschläuche sind da eh schon übel.
Und Du brauchst auch noch einen Siphon, sonst stinkt's - oder war der
schon inklusive?
> Möglichkeit 2 würde ich mit Flexrohr (biegsames Wasserverlegerohr,
> *nicht* Wellrohr) machen, habe aber keine Idee, welche Pumpe ich da
> nehmen soll. So richtig Durchsatz braucht sie ja nicht, dafür aber einen
> zuverlässigen Schwimmerschalter mit einstellbarer Hysterese.
Das nennt sich Hebepumpe.
Wir haben es glücklicherweise alles noch ohne hinbekommen.
> Die Therme
> macht maximal 18 kW und damit höchstens 2 Liter die Stunde, ist aber
> überdimensioniert und läuft praktisch nie Volllast. Ich hätte an einen
> Pufferbehälter mit max. 10 Litern gedacht, da geht die Pumpe
> wahrscheinlich maximal einmal am Tag an (ich habe auch im tiefsten
> Winter nie über 10 m³ am Tag an Gasverbrauch abgelesen). Welche Pumpe
> zweckentfremde ich da am besten?
Gar keine. Es gibt extra Pumpen dafür. Und die wollen natürlich auch
regelmäßig gewartet werden.
> Und dann wäre da noch Möglichkeit 3:
> Ich fräse in den (blöderweise ziemlich frisch beschichteten)
> Kellerfußboden (90 Jahre alter Boden, wahrscheinlich Betonestrich) eine
> Rinne und lege da das Flexrohr ein. An der anderen Seite das Flexrohr
> wieder hoch und in das dortige DN100 einkleben, an dem ausschließlich
> die Waschmaschine hängt. Da wäre dann das ganze Flexrohr der Siphon.
Das war auch mein erster Gedanke. Dabei hätte ich allerdings gehofft,
dass die Türschwelle etwas höher sitzt und man den Schlauch einfach
davor legen kann.
Ich würde in jedem Fall nur die allernötigste Strecke verbuddeln. Also
nur auf Türbreite. Noch besser wäre, wenn es offen bleibt. Also maximal
eine Trittleiste drüber.
> Rinne wieder zuschmieren und 9 mal streichen (ja, neun Male. Der Farbton
> ist hinsichtlich seiner Deckkraft *sehr* unglücklich gewählt.)
> Fachgerechte Installation sieht allerdings wohl anders aus.
Vor allem muss man einen Siphon sauber machen können.
> Fragen:
> 1. Geht Möglichkeit 1 trotz der 4 m ohne Gefälle?
Muss man vmtl. regelmäßig reinigen. Irgendwelches Getier oder Gammel
schafft es da immer hin.
> 2. Welche Pumpe für Möglichkeit 2?
Kondensathebepumpe bzw. Kondensathebeanlage.
> 3. Möglichkeit 3 kompletter Blödsinn?
Das sehe ich nicht so negativ.
> 4. Methode der Wahl nach Eurem Empfinden?
Ich würde sehen, irgendwie ohne so eine Sch*** Pumpe auszukommen. So
24/7 Verbraucher sind mir immer ein Dorn im Auge.
Aber das ist natürlich Geschmackssache. Es ist zweifelsfrei die
einfachste Lösung.
Marcel