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Alte Rest-Lackschicht mit Dickenhobel entfernen?

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Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 2, 2017, 12:18:44 PM1/2/17
to
Moin,
hier liegen ein paar laufende Meter Mahagoni-Leisten, die in ihrem
ersten Leben die Sitzfläche (Duchten) auf einem Segelboot waren. Aus
der Zeit haben sie an der Oberseite eine recht stark verwitterte, auf
der Unterseite noch recht unbeschädigte Lackschicht. Der Lack war
ausschließlich sog. Lacköl, also eine Mischung aus farblosem Bootslack
und Leinölen, letztere von den Herstellern individuell
zusammengeköchelt. Die letzte Oberflächenbehandlung war da vor
etlichen Jahren, die letzten drei Jahre lagen die Leisten in einem
sehr trockenen Keller. Mit anderen Worten, die Beschichtung ist sowas
von ausgehärtet...

Die Leisten sind ca. 600 bis 800mm lang, 60mm breit, ca. 9.5mm dick,
und das sehr gleichmäßig.

Die Oberflächen sind frei von Metall- oder sonstigen Frendkörpern,
allensfalls ein paar Spuren gehärtetes Epoxidharz.

Spricht etwas dagegen, Lack- und oberflächlich verwitterte Holzschicht
mit einem Makita-Dickenhobel 2012NB zu bearbeiten?

Insbesondere geht die Frage in Richtung thermischer Effekte, es wäre
unschön, wenn die Rest-Lackschichten nach Erwärmung die Maschine
versauen würden. Die Klingen dürften dem Material gewachsen sein.

Erfahrungsunterfütterte Kommentare sind das Ziel der Frage - im
Theoretisieren sind wir schon gut bestückt... :) Und ja, andere
Methoden der Oberflächenbehandlung sind durchaus geläufig.

Gruß, gutes neues Jahr, Dank vorab!

Ulli

Thomas Prufer

unread,
Jan 2, 2017, 1:47:57 PM1/2/17
to
On Mon, 02 Jan 2017 18:18:42 +0100, Ulrich G. Kliegis
<diesemailadressevonUlliistzwaret...@kliegis.de>
wrote:

>Die Oberflächen sind frei von Metall- oder sonstigen Frendkörpern,
>allensfalls ein paar Spuren gehärtetes Epoxidharz.
>
>Spricht etwas dagegen, Lack- und oberflächlich verwitterte Holzschicht
>mit einem Makita-Dickenhobel 2012NB zu bearbeiten?
>
>Insbesondere geht die Frage in Richtung thermischer Effekte, es wäre
>unschön, wenn die Rest-Lackschichten nach Erwärmung die Maschine
>versauen würden. Die Klingen dürften dem Material gewachsen sein.

Ohne jetzt mit Epoxidharz speziell Erfahrungen zu haben, so doch mit
Dickenhobeln... einmal eine gußeiserne alte Comag und eine Felder
Abricht/Dickten.

Harz macht in der Maschine nix, Epoxidharz werd auch nix machen.

Gehobelt hab ich einen undefinierten Lack, wohl PU, und an thermoempfindlichem
Material noch Polyäthylen -- da passiert nix. (Bei PE sind die "Späne"
ungewöhnlich...)

Stress gibt's nur bei "Metall- und sonstigen Fremdkörpern", gibt idR eine
Scharte in den Messern: ärgerlich aber nicht viel mehr.



Thomas Prufer

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 2, 2017, 2:11:00 PM1/2/17
to
Thomas Prufer <prufer...@mnet-online.de.invalid> wrote:

>
>
>Stress gibt's nur bei "Metall- und sonstigen Fremdkörpern", gibt idR eine
>Scharte in den Messern: ärgerlich aber nicht viel mehr.

Moin, Thomas,

danke für die schnelle Antwort. Wie gesagt, Metall ist auszuschließen,
und die Bedienperson schaut sich die Teile vorher auch noch genau an.
Dann werden wir mal die Späne fliegen lassen...

Gruß,
U.

Schorsch

unread,
Jan 2, 2017, 4:58:48 PM1/2/17
to
Ich habe schon alter Fußleisten aus Eiche abgehobelt. Da war einiges an
Parketlack dran. Die Maschine war ein Bosch-Hobel.

Das gab übrhaupt keine Probleme.

Gruß
Schorsch

Ina Koys

unread,
Jan 3, 2017, 4:44:05 AM1/3/17
to
Am 02.01.2017 um 18:18 schrieb Ulrich G. Kliegis:
> Moin,
> hier liegen ein paar laufende Meter Mahagoni-Leisten, die in ihrem
> ersten Leben die Sitzfläche (Duchten) auf einem Segelboot waren.

Leider muss ich dir mitteilen, dass das mindestens schon ihr zweites
Leben war.

> ausschließlich sog. Lacköl, also eine Mischung aus farblosem Bootslack
> und Leinölen, letztere von den Herstellern individuell
> zusammengeköchelt. Die letzte Oberflächenbehandlung war da vor
> etlichen Jahren, die letzten drei Jahre lagen die Leisten in einem
> sehr trockenen Keller. Mit anderen Worten, die Beschichtung ist sowas
> von ausgehärtet...

Wenn das irgendwie gut gemacht war, war das auch vorher schon _sehr_ hart.

> Die Klingen dürften dem Material gewachsen sein.

Wenn ich mich nicht täusche habe ich Mahagoniäste gesehen, die nach 25
Jahren Überflutung im Stausee noch immer kräftig aus dem Wasser ragten.
Ein wirklich beeindruckendes Material.

Ina
--
Es gibt wieder frisches Gemüse!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
In Wärme und Geschichte:
http://www.VonLuxorNachAbuSimbel.de

Uwe St?ckel

unread,
Jan 3, 2017, 5:05:50 AM1/3/17
to
Am 02.01.2017 um 19:47 schrieb Thomas Prufer:
> Stress gibt's nur bei "Metall- und sonstigen Fremdkörpern", gibt idR eine
> Scharte in den Messern: ärgerlich aber nicht viel mehr.

bei einem HM - Messer sehr ärgerlich....

--
Sachkunde kann eine lebhafte Diskussion nur behindern

Uwe St?ckel

unread,
Jan 3, 2017, 5:09:52 AM1/3/17
to
Am 02.01.2017 um 18:18 schrieb Ulrich G. Kliegis:
> Spricht etwas dagegen, Lack- und oberflächlich verwitterte Holzschicht
> mit einem Makita-Dickenhobel 2012NB zu bearbeite

Meiner Erfahrung nach nicht, wenn Du bis in das gute Holz hobelst. Das
bedeutet, das Du schon einen mm im Arbeitsgang von der Leiste abnehmen
mußt.
Hatte mal was Ähnliches probiert und dann versucht, wirklich nur die
Lackschicht abzutrennen. Da baute sich der Kunststoff auf der Schneide
auf. Bei mehr Span war das aber kein Thema mehr.

Viel Erfolg,
Uwe

Ina Koys

unread,
Jan 3, 2017, 8:57:40 AM1/3/17
to
Am 03.01.2017 um 11:09 schrieb Uwe St?ckel:

> Hatte mal was Ähnliches probiert und dann versucht, wirklich nur die
> Lackschicht abzutrennen.

Bei der beschriebenen Schicht wird das nahezu unmöglich sein. Ich kenne
diese Anstriche aus eigener Anbringung. Bei uns wurden sie
20-25-schichtig ausgeführt, jeweils mit anderem Verdünnungsgrad, immer
neu angeschliffen, auf dass sich eine steinharte unlösbare Verbindung
bildet. Ob das so auf dem Mahagoni auch gemacht wurde weiß ich nicht,
aber das wäre state of the art für "Otto Normalschiffsholz".

Uwe St?ckel

unread,
Jan 3, 2017, 10:02:20 AM1/3/17
to
Am 03.01.2017 um 14:57 schrieb Ina Koys:
> Am 03.01.2017 um 11:09 schrieb Uwe St?ckel:
>
>> Hatte mal was Ähnliches probiert und dann versucht, wirklich nur die
>> Lackschicht abzutrennen.
>
> Bei der beschriebenen Schicht wird das nahezu unmöglich sein. Ich kenne
> diese Anstriche aus eigener Anbringung. Bei uns wurden sie
> 20-25-schichtig ausgeführt, jeweils mit anderem Verdünnungsgrad, immer
> neu angeschliffen, auf dass sich eine steinharte unlösbare Verbindung
> bildet. Ob das so auf dem Mahagoni auch gemacht wurde weiß ich nicht,
> aber das wäre state of the art für "Otto Normalschiffsholz".

So schrieb ich ja bereits, schau Dir noch mal meinen Beitrag an.

Thomas Prufer

unread,
Jan 3, 2017, 10:11:08 AM1/3/17
to
On Tue, 3 Jan 2017 11:05:49 +0100, Uwe St?ckel <ne...@zollstocks.de> wrote:

>Am 02.01.2017 um 19:47 schrieb Thomas Prufer:
>> Stress gibt's nur bei "Metall- und sonstigen Fremdkörpern", gibt idR eine
>> Scharte in den Messern: ärgerlich aber nicht viel mehr.
>
>bei einem HM - Messer sehr ärgerlich....

Schon. Aber es fliegt dir nix entgegen, die Messer bleiben wo sie sind, nix
fängt an zu brennen, usw.

Thomas Prufer

Ina Koys

unread,
Jan 3, 2017, 11:55:20 AM1/3/17
to
Am 03.01.2017 um 16:02 schrieb Uwe St?ckel:

> So schrieb ich ja bereits, schau Dir noch mal meinen Beitrag an.
>
Es war auch nur eine breitere Ausführung, kein Widerspruch.

Uwe St?ckel

unread,
Jan 4, 2017, 1:49:23 AM1/4/17
to
in der Tat...

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 4, 2017, 7:25:29 AM1/4/17
to
Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:

>
>Wenn ich mich nicht täusche habe ich Mahagoniäste gesehen, die nach 25
>Jahren Überflutung im Stausee noch immer kräftig aus dem Wasser ragten.
>Ein wirklich beeindruckendes Material.

Moin Ina,
die Substanz des Holzes rechtfertigt ja auch seine Weiterverwendung.
Daraus wird im Lauf der Zeit noch so dütt un datt entstehen.

Salzwasser und UV wirken eben anders als Stauseewasser.

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 4, 2017, 7:28:01 AM1/4/17
to
Uwe St?ckel <ne...@zollstocks.de> wrote:

>
>Hatte mal was Ähnliches probiert und dann versucht, wirklich nur die
>Lackschicht abzutrennen. Da baute sich der Kunststoff auf der Schneide
>auf. Bei mehr Span war das aber kein Thema mehr.

Das war ohnehin der Plan.

Es gibt ja von Metabo auch einen dedizierten Lackhobel, letzten Endes
nichts anderes als eine Hobelmaschine. Der macht sein Leben lang
nichts anderes als Lack weg.

Danke für die munteren Ratschläge!

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 4, 2017, 7:31:30 AM1/4/17
to
Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:

>
>Bei der beschriebenen Schicht wird das nahezu unmöglich sein. Ich kenne
>diese Anstriche aus eigener Anbringung. Bei uns wurden sie
>20-25-schichtig ausgeführt, jeweils mit anderem Verdünnungsgrad, immer
>neu angeschliffen, auf dass sich eine steinharte unlösbare Verbindung
>bildet. Ob das so auf dem Mahagoni auch gemacht wurde weiß ich nicht,
>aber das wäre state of the art für "Otto Normalschiffsholz".

Genau so. Im ersten Gang damals 15 bis 16 Schichten, danach etliche
Male immer noch mal rüber.

Der Grund für den Austausch waren u.a. übermäßige Verwitterungen an
Schraubendurchlässen etc., die leider auch mal stehendem Wasser mit
anschließendem strengen Frost ausgesetzt waren. Und da die Schicht
zwar insgesamt hart, aber nicht unverletzlich ist, ist eben auch mal
Wasser eingedrungen und hat den Lack dann flächig unterwandert. Egal,
es ist, wie es ist.

Gruß,
U.

Ina Koys

unread,
Jan 4, 2017, 7:31:44 AM1/4/17
to
Ja. Aber mir ist inzwischen auch eingefallen, dass es Teakbäume waren.

Uwe St?ckel

unread,
Jan 4, 2017, 7:34:06 AM1/4/17
to
Am 04.01.2017 um 13:31 schrieb Ina Koys:
> Am 04.01.2017 um 13:25 schrieb Ulrich G. Kliegis:
>> Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:
>>
>>>
>>> Wenn ich mich nicht täusche habe ich Mahagoniäste gesehen, die nach 25
>>> Jahren Überflutung im Stausee noch immer kräftig aus dem Wasser ragten.
>>> Ein wirklich beeindruckendes Material.
>>
>> Moin Ina,
>> die Substanz des Holzes rechtfertigt ja auch seine Weiterverwendung.
>> Daraus wird im Lauf der Zeit noch so dütt un datt entstehen.
>>
>> Salzwasser und UV wirken eben anders als Stauseewasser.
>
> Ja. Aber mir ist inzwischen auch eingefallen, dass es Teakbäume waren.

ist nicht schlimm.
Die eigene Taucherfahrung in Talsperren und Steinbrüchen sagt, das
selbst die heimische Hainbuche unter Wasser lange durchhält.

frank paulsen

unread,
Jan 4, 2017, 8:06:49 AM1/4/17
to
Uwe St?ckel <ne...@zollstocks.de> writes:

> Die eigene Taucherfahrung in Talsperren und Steinbrüchen sagt, das
> selbst die heimische Hainbuche unter Wasser lange durchhält.

selbst kiefer und fichte halten da (jahrhunderte) durch.

--
frobnicate foo

Ina Koys

unread,
Jan 4, 2017, 8:35:32 AM1/4/17
to
Aber nicht dauerfeucht mit Luftkontakt.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 5, 2017, 6:45:13 PM1/5/17
to
Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:

>
>Ja. Aber mir ist inzwischen auch eingefallen, dass es Teakbäume waren.

Der Stausee war also vermutlich nicht im Bereich des deutschen
Postleitzahlenkatalogs.

Wenn man bedenkt, daß die Japaner Teak und Mahagoni als Schalholz
benutz(t)en, zumindest vor noch nicht allzulanger Zeit ...

Gruß,
U.

Ulrich G. Kliegis

unread,
Jan 5, 2017, 6:51:37 PM1/5/17
to
frank paulsen <frank....@gmx.net> wrote:

>
>selbst kiefer und fichte halten da (jahrhunderte) durch.

Das wiederum auch in Salzwasser, wie die Funde von sehr alten Booten
unter Wasser immer wieder zeigen. Aber der Anwendungszweck hier ist
doch ein anderer als Unterwasserinstallationen.

Übrigens hat das Abhobeln heute mit allerbestem Resultat geklappt. Wir
haben von Ober- und Unterseite jeweils in einem Zug 0.5mm
runtergenommen. Die erste Seite war dabei immer etwas ungewohnt, die
alten verwitterten Lackschichten mochten auf der Führungsplatte der
Maschine nicht so leicht gleiten. War das Holz erstmal nativ, ging es
wie gewohnt bestens.

Gruß, nochmal Dank an alle Ratschläger/innen.

U.

Ina Koys

unread,
Jan 6, 2017, 6:08:03 AM1/6/17
to
Am 06.01.2017 um 00:45 schrieb Ulrich G. Kliegis:
> Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:
>
>> Ja. Aber mir ist inzwischen auch eingefallen, dass es Teakbäume waren.
>
> Der Stausee war also vermutlich nicht im Bereich des deutschen
> Postleitzahlenkatalogs.

Hat auch niemand behauptet. Khao Sok.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Khao_Sok
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