Gruß Patrik
> Hallo, die Fachwerkfächer (Lehm mit Stroh)möchte ich mit Rotband Haftputz
> verputzen. Ich dachte ich mach es so: Lehm nass machen dann erstmal
> dünnflüssig angerührten Putz dranspritzen. Wenn der hart ist richtig
> verputzen.
hi patrik,
habe 1993 lehmputz (d~3-5cm) mit rotband überspachtelt (ca.2-5mm einlagig,
ohne gewebe, etc.). hält bis heute, keine abplatzungen, risse nur dort, wo
untergrund gerissen (ansatz schornstein - fachwerkwand).
gruss hn
Na das läßt ja hoffen. Besten Dank! :-)
Gruß Patrik
Warum versaut Ihr Euch die schöne Lehmwand mit Haftputz?
Warum keinen Lehmputz drauf?
Gruß, Michael
Hallo Michael, bin Grundsätzlich deiner Meinung, nur wird es in diesem Raum
sehr Feucht (Dusche, Sauna) und ich hab Angst das der Lehm zuviel
Feuchtigkeit aufnimmt.
Gruß Patrik
Hallo Patrik,
habe anfang des Jahres auch einige Fachwerkfächer verputzt.
Ein Gipser gab mir den Tip IP18 (Maxit) zu benutzen. Bisher sind "noch"
keine Risse entstanden.
Da einige Gefache sehr locker waren, habe ich erst Gewebe mit Uniflot
(Knauf) eingespachtelt und dann bis zu 3 cm dick Putz aufgetragen.
Gruss
Bernd Westermann
Was ist das?
> Da einige Gefache sehr locker waren, habe ich erst Gewebe mit Uniflot
> (Knauf) eingespachtelt und dann bis zu 3 cm dick Putz aufgetragen.
Das hab ich mir auch überlegt, nur dachte ich macht man das dann zum Schluss
drauf?
Gruß Patrik
Na, gerade wenn es sehr feucht wird!
Lehm kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen ohne an Festigkeit zu
verlieren und gibt die Feuchtigkeit dann wieder ab.
Wenn kein Lehm da ist, muss die Feuchtigkeit ja auch irgendwo hin und
kondensiert dann meist aus und kann Schimmel verursachen.
Gruß, Michael
Hallo Patrik,
auf diesen Säcken steht sinngemäß "soll ausnahmsweise eine zweite Lage
nötig sein, dann am besten schwalbenschwanzförmig aufkratzen..."
Aber auch dann ist das eine absolute Notlösung. Dieses Zeug haftet nicht
mehr richtig. Uniflott dagegen haftet gut auf Gipsputz, ist aber teuer.
In meiner Hütte habe ich als Haftbrücke Baukleber verwendet.
MfG
hjs
> Na, gerade wenn es sehr feucht wird!
> Lehm kann sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen ohne an Festigkeit zu
> verlieren
Ja der Effekt ist mir bewusst ich habe hier im Boden z.B. selbst nassen Lehm
eingebracht, dass hat Monate gedauert bis der trocken war, deshalb denke ich
mir in einem Feuchtraum wird der dann garnicht mehr trocken. Und dann ist
das mit Lehmputz so ne Sache, dass muss man auch drauf haben, ich hätte die
Befürchtung das der Risse bekommt..
> Wenn kein Lehm da ist, muss die Feuchtigkeit ja auch irgendwo hin und
> kondensiert dann meist aus und kann Schimmel verursachen.
Wenn man alles gut abdichtet und Lüftet dürfte das glaube ich kein Problem
geben.
Gruß Patrik
> In meiner Hütte habe ich als Haftbrücke Baukleber verwendet.
Mmh.. kann man da nicht auch Haftgrund nehmen?
Gruß patrik
Hallo Patrik,
genau wegen diesem Effekt bietet sich Lehm an, Nimmt Feuchtigkeit aus der
Luft auf und gibt sie dann langsam wieder ab. D.h. besseres Raumklima und
weniger "Probleme" mit beschlagenen Scheiben und Spiegeln.
Ausserdem habe ich die unangenehme Erfahrung gemacht, dass der Haftputz zwar
keine Risse bildet aber wie bei uns als ganze Platte runterfällt und das
Holzständerwerk leidet ganz extrem in Kontakt mit Haftputz.
Nebenbei, die Rissbildung bei Lehm kannst du durch 2 Schichten
Lehmputz(Grob/Fein) und nen geeigneten Putzträger (Schilfrohrmatten)
komplett verhindern.
MFG
Björn
>
> Hallo Patrik,
> genau wegen diesem Effekt bietet sich Lehm an, Nimmt Feuchtigkeit aus der
> Luft auf und gibt sie dann langsam wieder ab. D.h. besseres Raumklima und
> weniger "Probleme" mit beschlagenen Scheiben und Spiegeln.
Also langsam fang ich wieder das Grübeln an, hast Du Lehm in einem
Feuchtraum? Fängt das Fachwerk nicht irgentwann an zu mockern wenn der Lehm
ständig feucht ist? Kennst Du ne Seite wo ich mich speziell zum Thema Lehm
in Feuchträumen informieren kann?
Gruß Patrik
>
> "Bernd Westermann" <weste...@fell-edv.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:pnf5qa...@linux.fell-edv.de...
>> habe anfang des Jahres auch einige Fachwerkfächer verputzt.
>> Ein Gipser gab mir den Tip IP18 (Maxit) zu benutzen. Bisher sind "noch"
>> keine Risse entstanden.
>
> Was ist das?
maxit ip 18 E
Kalk-Zement-Leichtputz Mörtelgruppe P IIb
E bedeutet mit Dämmung, d.h. es sind kleine Styropur-Kugeln mit drin.
>
>> Da einige Gefache sehr locker waren, habe ich erst Gewebe mit Uniflot
>> (Knauf) eingespachtelt und dann bis zu 3 cm dick Putz aufgetragen.
>
>
> Das hab ich mir auch überlegt, nur dachte ich macht man das dann zum
> Schluss drauf?
Stimmt, normalerweise wird das Gewebe in den Putz mit eingearbeitet. Ich
habe es aber zum verfestigen des losen Lehms genommen.
>
>
> Gruß Patrik
Gruss
Bernd
Wenn Du Dich etwas intensiver mit dem Lehmbau beschäftigen möchtest,
kann ich Dir das Buch: "Das neue Lehmbau-Handbuch", Gernot Minke, ISBN
3-922964-86-9, Ökobuch-Verlag. empfehlen.
Da steht z.B. drin, das Lehm selbst nach 6-monatiger Lagerung in einer
Klimakammer bei 95% Luftfeuchte nicht mehr als 5-8% Wasser aufnimmt.
Damit sollte das Fachwerk locker klarkommen.
Außerdem hat Lehm eine konservierende Wirkung.
Gruß, Michael
Hallo Patrik
Schön das es wirkt :-). Das Fachwerk wirds in jedem Fall freuen.
Wir haben viele Jahre in nem 350 Jahre alten Fachwerkhaus gewohnt. Die mit
Lehm ausgefachten und verputzen Teile waren (und sind hoffentlich noch) in
nem Superzustand egal ob Feuchtraum oder nicht. Da wo Haftputz, Zement u.ä.
eingesetzt wurde, mussten oftmals die Balken gänzlich ausgetauscht
werden...waren teilweise weggemockert!!
Lehm hält das Holz in einem gleichmäßigen Klima und nimmt eher Feuchtigkeit
auf als das Holz dadurch wird Kondenswasser, Fäulnis- und Schimmelbildung
verhindert. Das Holz wird sozusagen konserviert.
>Kennst Du ne Seite wo ich mich speziell zum Thema Lehm
>in Feuchträumen informieren kann?
>
>Gruß Patrik
>
Beim Googeln unter Lehm Badezimmer Holz hatte ich über 150 Ergebnisse.
Ansonsten schliesse ich mich Michaels Buchtipp an oder kann Dir auch nen
paar Adressen von in meinen Augen fähigen Lehmbauern und -händlern nennen
die Dich auch (fast) ganz unverbindlich beraten können.
MFG
Björn
So überzeugt das er auch beim eigenen Hausbau den gesamten Innenausbau aus
Lehm baut
Gerade _nicht_. Die Ausgleichsfeuchte von Lehm liegt 5 % (IIRC ) unter
der von Holz. Das bedeutet, daß der Lehm sozusagen das Wasser aus dem
Holz zieht.
Gegenbeispiel: trockener Zementputz auf Holz gibt Wasser ins Holz ab und
läßt es gammeln.
Nimm Lehmputz.
viele Grüße
Werner
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Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
>Nimm Lehmputz.
Jaja OK ;-) Ich schau ja schon überall und informier mich. Das mit dem
Haftputz wäre ne schnelle Sache gewesen aber ihr habt ja recht!
Gruß Patrik:-)
> Das mit dem
> Haftputz wäre ne schnelle Sache gewesen ...
tja, schnellschnellschnell und alte Häuser paßt eben fast nie zusammen
:-)
> Das mit dem
> Haftputz wäre ne schnelle Sache gewesen ...
tja, schnellschnellschnell und alte Häuser paßt eben fast nie zusammen
:-)
Also ich hab das Haus jetzt schon über 3 Jahre und ist jetzt erst zur Hälfte
fertig, von "schnell" kann also keine Rede sein aber vieleicht verstehst Du
es wenn es zwischendurchmal ein bißchen vorran geht ;-)
Gruß patrik
>Also ich hab das Haus jetzt schon über 3 Jahre und ist jetzt erst zur Hälfte
>fertig, von "schnell" kann also keine Rede sein aber vieleicht verstehst Du
>es wenn es zwischendurchmal ein bißchen vorran geht ;-)
3 Jahre? Und schon zur Hälfte fertig? Das ist superschnell.
Ich wollte.ich waere schon so weit :-(
--
Gruß
Markus
('!')
~
>tja, schnellschnellschnell und alte Häuser paßt eben fast nie zusammen
>:-)
Wie recht Du hast, Werner, glaubst Du kaum. Nach etwa zwei Jahren habe ich das
alte Haus bewohnbar gemacht, nun geht es weiter (wenn wir drin sind).
Auf Lehmwände würde ich auch Lehmputz nehmen. Ein Kalkputz geht auch. Unserer
Innenputz hat fast hundert Jahre gehalten.
Viele Grüße, Zhomas
--
* Thomas Haedrich
* SIVUS gGmbH Institut fuer Verfahrens-, Umwelt- und Sensortechnik
* an der Technischen Universitaet Chemnitz
* Schulstr. 38, 09125 Chemnitz, Tel.: (0371) 5334020
Jojo, bin ja schon kräftig dabei alles zu verlehmen. Nur schweineteuer das
Zeug 30Kg Sack für 16 -22Eurozzen :-( War das nicht früher mal ein arme
Leuts Baustoff? So kommt mich das gut 5 mal so teuer..
Gruß Patrik
Kann man auch bei der nächsten Ziegelei für umsonst bekommen und dann
kräftig rühren, mischen, mengen...
Ich hätte da noch ca. 1-2 cbm feinen Rohlehm liegen...
lehmige Grüße, Michael
Kennst Du das genaue Mischungsverhältniss? Wenn das nicht stimmt, gibts
Risse sagte der Verkäufer.
Ich kann Dir mein Mischverhältnis sagen, aber um einige Versuche wirst
Du nicht herumkommen, hängt ja auch vom Lehm ab.
Lehm:Sand:Leinenstroh = 1:3:0,5
Leinenstroh wird auch als Tiereinstreu benutzt, ist aus Flachs, gab's
bei uns im Raiffeisen-Gartenmarkt. Die Fasern sieht man natürlich
nachher im Putz, vermindert aber die Rissbildung, der Anteil kann auch
erhöht werden. Kann aber auch eine interessante Oberfläche ergeben, wenn
man den Putz mit einem nassen Schwamm nachbearbeitet, kommen die Fasern
richtig raus. Oder Überstreichen mit Kaseinfarbe. Oder noch eine Schicht
gekauften Lehm-Feinputz drauf (ca. 2mm).
Ich habe Estrichsand benutzt für den Unterputz, da sind aber zu große
Steinchen drin für Feinputz, auch wenn die Körnung eigentlich feiner
sein sollte.
Zur Probe: Lehm auf einen Ziegel aufstreichen, trocknen lassen. Wenn der
Klumpen abfällt, war das Gemisch zu mager (zu wenig Lehm), wenn es Risse
gibt, war's zu fett, also mit Sand und evtl. Leinenstroh weiter magern.
Die Risse entstehen durch das Schwinden des Lehmanteils, also je weniger
Lehm, desto weniger Risse, aber eine zu magere Mischung fällt halt
wieder von der Wand.
Guckst Du hier: http://www.enerserv.com/temp/Feinputz1.jpg
http://www.enerserv.com/temp/Feinputz2.jpg
http://www.enerserv.com/temp/Feinputz3.jpg
http://www.enerserv.com/temp/Rohlehm.jpg
Gruß, Michael
Gruß Patrik
Zu Hause liegt eine "Lehmbaufibel" aus den 50-er Jahren. Viel Wissenswertes
drin. Aber: Immer wenn es spannend wird steht "Fragen Sie Ihren
Lehmbaubeauftragten". Es scheint eine gehörige Portion Erfahrung dazu zu
gehören.
Grüße, Thomas