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Heizungsregelung - Raumfaktor: Wie einstellen?

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Andreas Bockelmann

unread,
Oct 21, 2010, 3:04:16 AM10/21/10
to
Hallo liebe Zielgruppe,

ich habe an meine Zeizungsregelung EBV (Intercal) Theta eine Raumstation
(Fernbedienung mit Temperaturfühler) angeschlossen.

Das System nimmt als Messgrößen die Außentemperatur und über die
Raumstation die Innentemperatur auf.

Einstellen kann ich eine Regelgröße "Raumfaktor". Diese geht von 0
(reine Temperaturanzeige ohne Regeleinfluss) bis 500% (Prozent von was?)
und Stellung RC, was einer strikten Thermostatfunktion entsprechen soll.
Was bedeuten die Prozentschritte 10-500%?

Die "Fachmann-"Anleitung gibt darüber nichts her. Einen "Fachmann" habe
ich auch nicht. Der Heizungsbauer hatte damals nur den Kessel
reingeschleppt und die Hydraulik angeschlossen. Den Rest habe ich selbst
gemacht, bis ich mir vor Kurzem (nach zwei Jahren Betrieb) eine
"Raumstation" dazugekauft habe.

Ich möchte gern erreichen, dass die Temperatur ausschließlich über die
Raumstation geregelt wird. Falls es (bei Besuch) in einigen Räumen mal
zu kalt werden sollte, so kann ich immer noch umstellen. Elektronische
Heizkörperthermostate sind überall vorhanden. Ich habe jedoch
festgestellt, dass der Brenner in längeren Intervallen arbeitet / ruht
und die Kesseltemperatur geringer ist, wenn die benötigten
Thermostatventile voll geöffnet sind und die Regelung über den
Raumfühler stattfindet.

--
Mit freundlichen Grüßen | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |
Andreas Bockelmann | \ / KEIN HTML IN E-MAIL |
F/V +49-3221-1143516 | X UND USENET-GRUPPEN |
| / \ www.asciiribbon.org |

R.R.Kopp

unread,
Oct 21, 2010, 4:55:01 AM10/21/10
to
Andreas Bockelmann wrote:

>ich habe an meine Zeizungsregelung EBV (Intercal) Theta eine Raumstation
>(Fernbedienung mit Temperaturfühler) angeschlossen.
>
>Das System nimmt als Messgrößen die Außentemperatur und über die
>Raumstation die Innentemperatur auf.
>
>Einstellen kann ich eine Regelgröße "Raumfaktor". Diese geht von 0
>(reine Temperaturanzeige ohne Regeleinfluss) bis 500% (Prozent von was?)
>und Stellung RC, was einer strikten Thermostatfunktion entsprechen soll.
>Was bedeuten die Prozentschritte 10-500%?
>
>Die "Fachmann-"Anleitung gibt darüber nichts her. Einen "Fachmann" habe
>ich auch nicht. Der Heizungsbauer hatte damals nur den Kessel
>reingeschleppt und die Hydraulik angeschlossen. Den Rest habe ich selbst
>gemacht, bis ich mir vor Kurzem (nach zwei Jahren Betrieb) eine
>"Raumstation" dazugekauft habe.
>
>Ich möchte gern erreichen, dass die Temperatur ausschließlich über die
>Raumstation geregelt wird. Falls es (bei Besuch) in einigen Räumen mal
>zu kalt werden sollte, so kann ich immer noch umstellen. Elektronische
>Heizkörperthermostate sind überall vorhanden. Ich habe jedoch
>festgestellt, dass der Brenner in längeren Intervallen arbeitet / ruht
>und die Kesseltemperatur geringer ist, wenn die benötigten
>Thermostatventile voll geöffnet sind und die Regelung über den
>Raumfühler stattfindet.
>

Warum "Temperatur ausschließlich über die Raumstation" (Stellung RC)?
Deine Anlage besitzt doch einen Außenfühler, kann also die Witterung
berücksichtigen. Der Raumfaktor (10 - 500) stellt eine Beziehung her
zwischen der vom Raumtemperaturfühler gemessenen Temperatur und dem
Einfluss, den diese auf die Vorlauftemperatur nehmen soll - denn die
wird ja bereits von der Außentemperatur vorgegeben. Da gibt es
bestimmt eine Zahl in der Anleitung, mit der du mal anfangen kannst zu
probieren.

Die beiden Regelsysteme "Thermostatventil" und "FB mit
Temperaturfühler" werden sich mit allergrößter Sicherheit in die Quere
kommen. Das Wissen dazu gehört zu den Grundlagen, da solltest du dir
erst mal etwas Wissen zulegen.
--
Rolf

MaWin

unread,
Oct 21, 2010, 7:23:47 AM10/21/10
to
"Andreas Bockelmann" <xot...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4cbfe6b7$0$7658$9b4e...@newsspool1.arcor-online.net...

> und Stellung RC, was einer strikten Thermostatfunktion entsprechen soll. Ich

> möchte gern erreichen, dass die Temperatur ausschließlich über die Raumstation
> geregelt wird.

Also Stellung RC.

> wenn die benötigten Thermostatventile voll geöffnet sind

Ja, das muss dann sein, sonst kommen sich 2 Regler ind ie Quere.
--
Manfred Winterhoff


Andreas Bockelmann

unread,
Oct 21, 2010, 9:37:15 AM10/21/10
to
R.R.Kopp schrieb:

> Warum "Temperatur ausschließlich über die Raumstation" (Stellung RC)?
> Deine Anlage besitzt doch einen Außenfühler, kann also die Witterung
> berücksichtigen. Der Raumfaktor (10 - 500) stellt eine Beziehung her
> zwischen der vom Raumtemperaturfühler gemessenen Temperatur und dem
> Einfluss, den diese auf die Vorlauftemperatur nehmen soll - denn die
> wird ja bereits von der Außentemperatur vorgegeben.

Soweit habe ich das Prinzip auch verstanden. Ich stelle mir ein System
vor, in dem die Raumtemperatur vorgibt, ob geheizt werden muss und die
Außentemperatur der Anlage mitteilt, wie weit der Kessel hochgefahren
werden sollte, um das Ziel zu erreichen.


> Da gibt es
> bestimmt eine Zahl in der Anleitung, mit der du mal anfangen kannst zu
> probieren.

Leider nicht. Im Auslieferungszustand hat der Fühler der Raumstation nur
informativen Charakter. Im Untergeschoss habe ich eine Einliegerwohnung.
Dort sind zwei Arbeitszimmer und ein Gästezimmer nebst Badezimmer. Wenn
mal Besuch vorhanden ist, muss ich eingreifen und dafür Sorge tragen,
dass in allen Räumen ausreichend Vorlaufwärme vorhanden ist, damit die
elektronischen Vetilbeweger^WHeizkörperthermostaten auch eine Wärme
regeln können. Wenn meine Frau und ich alleine sind, reicht es, wenn der
Hauptwohnungsteil ausreichend beheizt ist. Dieses sollte dann über die
Raumregelung stattfinden.

Somit gibt es zwei Szenarien:

1) Wenn das Untergeschoss mitbeheizt wird, gibt die Außentemperatur die
Kesseltemperatur vor und die Raumtemperaturen werden über die
Heizkörperthermostate geregelt.

2) Wenn auf die Einliegerwohnung verzichtet wird, sind die Heizkörper im
Untergeschoss geschlossen, in der Hauptwohnung voll geöffnet und die
Temperaturregelung über die Raumstation ist aktiv.


> Die beiden Regelsysteme "Thermostatventil" und "FB mit
> Temperaturfühler" werden sich mit allergrößter Sicherheit in die Quere
> kommen. Das Wissen dazu gehört zu den Grundlagen, da solltest du dir
> erst mal etwas Wissen zulegen.

Das ist mir völlig klar. Darum muss ich die beiden von mir gewünschten
Betriebsarten auch jeweils einstellen.

Das einzige, was ich wissen muss, ist die Einflussgröße "Raumfaktor",
die ich von 0 (reine Info) über 10-500% oder RC (Reine
Raumthermostatfunktion) einstellen kann.

Stelle ich sie auf 100% und die Raumtemperaturvorgabe auf 21°C, bekomme
ich heftige Überschwinger. Dann kann es sein, dass ich 23°C in der Busde
habe und die Info "DK EIN" sagt, dass immer noch weiter nachgeheizt
wird. Das wiederum halte ich für contraproduktiv.

Zur Zeit habe ich 20°C eingestellt und einen Raumfaktor von 500% (ich
teste gerade die Extreme). Der Kaminofen hat auf 21,5°C aufgeheizt, die
Info sagt "DK aus". Somit ist meine Heizung in de Erkenntnis, dass der
Direktkreis (einen Mischerkreis gibt es nicht) nicht ebheizt werden muss.

Dass der Raumfaktor mathematisch in die Vorlauftemperatur einfließt ist
mir auch klar, ich weiß bloß nicht wie. Wirkliche Unterlagen zum
Regelsystem habe ich auch nicht. Die "Fachmannanleitung" war im
Lieferumfang meines Kessels. Eine weitere habe ich von einem
Wärmepumpenhersteller heruntergeladen. Wolf verwendet anscheinend die
gleiche Steuerung unter eigenem Namen, aber auch dort habe ich keine
weitere Erklärung gefunden.

Mein Heizungsbauer kannte nur Viessmann und Buderus, dem
Schornsteinfeger musste man erst einmal beibringen, dass ein kurzer
Druck auf die Schornsteinfegertaste das System in den Modus "Manuell"
versetzt und eine Emissionsprüfung mit einem Druck > 3 Sekunden auf die
gleiche Taste eingeleitet wird.

(Steht zwar genau so auch auf der Taste, aber die schwache
Heizungskellerbeleuchtung reicht nicht wirklich für die rußverklebten
Schorniaugen :-) )

Andreas Bockelmann

unread,
Oct 21, 2010, 9:41:21 AM10/21/10
to
MaWin schrieb:

>> und Stellung RC, was einer strikten Thermostatfunktion entsprechen soll. Ich
>> möchte gern erreichen, dass die Temperatur ausschließlich über die Raumstation
>> geregelt wird.
>
> Also Stellung RC.

War auch meine Vermutung. Hat dann die Außentemperatur noch einen
Einfluss auf die Kesseltemperatur? Z.B. beim morgendlichen Hochfahren
aus der Nachtabsenkung?

In den erweiterten Parametern gab es die Möglichkeit einer automatischen
Heizkurvenadaption. Die habe ich ebenfalls aktiviert. Ich weiß ehrlich
gesagt auch nicht, was ich unter Heizkurve einstellen soll. Es handelt
sich um ein Holzständerhaus von 1975 mit Verblendmauerwerk. Bevor ich
ich die Raumstation im Betrieb hatte, bin ich mit einer
Heizkurveneinstellung zwischen 1,3 und 1,5 ganz gut ausgekommen.

MaWin

unread,
Oct 21, 2010, 10:02:10 AM10/21/10
to
"Andreas Bockelmann" <xot...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4cc04331$0$6986$9b4e...@newsspool4.arcor-online.net...

>
> Hat dann die Außentemperatur noch einen Einfluss auf die Kesseltemperatur?

Keine Ahnung, prinzipiell geht es ja um 2 Einstellungen:

Die Wärme im Raum. Ist er warm genug, stoppt der Transfer vom Wärme vom
Kessel zum Raum. Was der Kessel dannach macht, ist eigentlich egal, es
sei denn er wird auch zur Warmwasserversorgung genutzt, ansonsten könnte
man ihn ausschalten und abkühlen lassen (was ggf. mehr auf's Material
geht und den Schadstoffausstoss beim Kaltstart nach oben treibt).

Ich kann mir vorstellen, daß bei Stellung RC Room Control die Pumpe der
Heizung abgeschaltet wird und der Kessel eben den Warmwasserbedingungen
unterworfen bleibt, also sicher so geregelt wird, daß er nicht überhitzt.

> Hat dann die Außentemperatur noch einen Einfluss auf die Kesseltemperatur?

Der Einfluss der Aussentemperatzur auf die Heizung hat ja vor allem einen
Grund: Sie regelt die Heizleistung. Bei draussen -20 GradC braucht man
halt 20kW Heizleistung, bei draussen 0 GradC nur 10kW (oder so) um das Haus
auch unter ungünstigen Bedingungen (ein Fenster offen...) warm genug zu
bekommen. Das wird sehr indirekt über die Kesseltemperatur geregelt.

Die Heizleistung muß aus 2 Gründen geregelt werden:

Eine zu hohe Heizleistung führt zu einer Aufwärmung die schneller ist als
die Regelung nachkommt. Das führt zum Überschwingen der Regelung, es wird
viel heissen Wasser in die Heizung der kalten Räume gepumpt, die Heikörper
werden richtig heiss, das Thermostat geht zu, das Wasser kühlt aus, erst
dann macht der Thermostat wieder auf. Man hört es am knacken der Heizkörper
die immer heiss und wieder kalt werden. Eine Heizleistung darf also nicht
zu hoch sein, eine Heizung muss das Haus langsamer erwärmen, als die
Regelung regeln kann, weil sie sonst nicht nachkommt. Andererseits sollte die
Heizleistung ausreichen, um das Haus in endlicher Zeit an die Wünsche der
Bewohner anzupassen, also auch nicht zu wenig Heizleistung. Selbst wenn ein
Haus gut gedämmt ist und nur 2kW braucht, kann es sinnvoll sein (morgens
nach der Nachtabsenkung, nach dem Lüften) mit 10kW wiederaufzuheizen,
weil man sonst stundenlang auf warme Räume warten muß.

Und dann redet man von Energieersparnis, wenn die Heizung nicht zu hoch fährt.
Wie viel da wirklich dran ist, hängt wohl von der Heizung ab, bei Brennwert
schätze ich eher wenig, und wenn Heisswasser verlangt wird, kann man eh nicht
so viel an der Kesseltemp rumschrauben.
--
Manfred Winterhoff


Lutz Schulze

unread,
Oct 21, 2010, 11:57:23 AM10/21/10
to
Am Thu, 21 Oct 2010 16:02:10 +0200 schrieb MaWin:

> Und dann redet man von Energieersparnis, wenn die Heizung nicht zu hoch fährt.
> Wie viel da wirklich dran ist, hängt wohl von der Heizung ab, bei Brennwert
> schätze ich eher wenig,

Ich dachte gerade dort kam es auf möglichst niedrige Rücklauftemperatur an
damit der Brennwerteffekt in möglichst weiten Bereichen noch ein paar
Prozent Wirkungsgrad bringt.

Beim normalen Niedertemperaturkessel werden sich 5 Grad mehr oder weniger im
Vor/Rücklauf kaum auf die Effizienz auswirken.

Lutz

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Michael Sonnthal

unread,
Oct 21, 2010, 12:19:32 PM10/21/10
to
Andreas Bockelmann schrieb:

> Zur Zeit habe ich 20°C eingestellt und einen Raumfaktor von 500% (ich
> teste gerade die Extreme). Der Kaminofen hat auf 21,5°C aufgeheizt, die
> Info sagt "DK aus". Somit ist meine Heizung in de Erkenntnis, dass der
> Direktkreis (einen Mischerkreis gibt es nicht) nicht ebheizt werden muss.
>
> Dass der Raumfaktor mathematisch in die Vorlauftemperatur einfließt ist
> mir auch klar, ich weiß bloß nicht wie. Wirkliche Unterlagen zum
> Regelsystem habe ich auch nicht.

Dann bleibt nur ausprobieren.
Nimm dir ein par Tage Zeit dazu und gehe mit den Einstellwerten
approximativ vor.
500% hattest du schon - ohne Überschwinger.

2. Tag: 250%
- Überschwinger ja? dann 3. Tag: 300%
- - Überschwinger ja? dann 4. Tag: 350%
usw. bis gut ist.

2. Tag: 250%
- Überschwinger nein? dann 3. Tag: 200%
- - Überschwinger nein? dann 4. Tag: 150%
usw. bis es swingt, dann wieder etwas höher stellen.

R.R.Kopp

unread,
Oct 21, 2010, 1:52:18 PM10/21/10
to
Andreas Bockelmann wrote:
>
>> Warum "Temperatur ausschließlich über die Raumstation" (Stellung RC)?
>> Deine Anlage besitzt doch einen Außenfühler, kann also die Witterung
>> berücksichtigen. Der Raumfaktor (10 - 500) stellt eine Beziehung her
>> zwischen der vom Raumtemperaturfühler gemessenen Temperatur und dem
>> Einfluss, den diese auf die Vorlauftemperatur nehmen soll - denn die
>> wird ja bereits von der Außentemperatur vorgegeben.
>
>Soweit habe ich das Prinzip auch verstanden. Ich stelle mir ein System
>vor, in dem die Raumtemperatur vorgibt, ob geheizt werden muss und die
>Außentemperatur der Anlage mitteilt, wie weit der Kessel hochgefahren
>werden sollte, um das Ziel zu erreichen.
>
Aus deinen nachfolgenden Erklärungen entnehme ich, dass du sehr wohl
das erforderliche Hintergrundwissen besitzt. Dann sollte es nicht
schwierig sein, das Richtige zu tun.

>
>> Da gibt es
>> bestimmt eine Zahl in der Anleitung, mit der du mal anfangen kannst zu
>> probieren.
>
>Leider nicht. Im Auslieferungszustand hat der Fühler der Raumstation nur
>informativen Charakter. Im Untergeschoss habe ich eine Einliegerwohnung.
>Dort sind zwei Arbeitszimmer und ein Gästezimmer nebst Badezimmer. Wenn
>mal Besuch vorhanden ist, muss ich eingreifen und dafür Sorge tragen,
>dass in allen Räumen ausreichend Vorlaufwärme vorhanden ist, damit die
>elektronischen Vetilbeweger^WHeizkörperthermostaten auch eine Wärme
>regeln können. Wenn meine Frau und ich alleine sind, reicht es, wenn der
>Hauptwohnungsteil ausreichend beheizt ist. Dieses sollte dann über die
>Raumregelung stattfinden.
>
Wenn du die Raumstation "Space Station" sorgfältig einstellst, wird
sich wohl auch das gesamte Haus ordentlich (und sparsam) beheizen
lassen.

Ich habe es hier eine ähnlichen Situation, mit dem Unterschied, dass
es sich hier um eine vergleichsweise träge Fußbodenheiziung in einem
Bungalow (alles auf einer Ebene) handelt. Außer der Hauptwohnung gibt
es noch ein "Appartment" mit eigenem Eingang, kleinem Flur, Wohnraum
mit integriertem Küchenbereich und kleinem Schlafzimmer. Dass noch ein
Bürotrakt zum Haus gehört mit wandhängenden Heizkörpern, ist hier ohne
Bedeutung - mein Regelung ist ein Zweikreissystem.

Um die richtige Einstellung deiner Primärregelung (Kessel mit Außen-
und Raumtemperatur-Fühler) zu finden, musst du zunächst die
konkurrierenden Thermostatventile stillegen (nicht stil-legen!), sonst
bekommst du niemals eine brauchbare Einstellung. Heizkörperthermostate
sind autonome Systeme, die können es nicht gut mit einer
Generalregelung!
Es hat schon riesige theoretische Diskussionen hier gegeben - ich
empfehle dennoch aufgrund meiner eigenen Erfahrung, den Raum mit
Temperaturfühler als "Führungsgröße" zu betrachten, dem alle anderen
Räume mit ihren Temperaturanforderungen folgen. Der Führungsraum
sollte einigermaßen die typischen Anforderungen widerspiegeln, genauso
wie z.B. die Wärmeverluste nach außen, oben und unten. Und dies kann
nur bei voll geöffneten Heizkörperventilen geschehen. Sonst kommt es
zu unerklärlichem Verhalten - das beschriebene Überschwingen gehört
dazu.
Erst wenn du den Führungsraum richtig ins System "eingemessen" hast,
solltest dich den anderen Räumen zuwenden. Und wenn du dich
entschließen könntest, auch dort keine Thermostatventile einzusetzen,
so solltest du auch dort zu brauchbaren Ergebnissen kommen.
Wenn du dem Gedanken strikt folgst und nicht zwischendurch mal hier
oder dort "fummelst", bekommst du am Ende ein funktionierendes
*System*.

>1) Wenn das Untergeschoss mitbeheizt wird, gibt die Außentemperatur die
>Kesseltemperatur vor und die Raumtemperaturen werden über die
>Heizkörperthermostate geregelt.
>
>2) Wenn auf die Einliegerwohnung verzichtet wird, sind die Heizkörper im
>Untergeschoss geschlossen, in der Hauptwohnung voll geöffnet und die
>Temperaturregelung über die Raumstation ist aktiv.
>

Warum nicht beides miteinander verknüpfen: Die Vorlauftemperatur wird
vom Führungsraum bestimmt, alle anderen Räume folgen dieser
Einstellung. Das sollte innerhalb eines Hauses mit vergleichbaren
Anforderungen und Verlusten machbar sein - und anzustreben.

>Das einzige, was ich wissen muss, ist die Einflussgröße "Raumfaktor",
>die ich von 0 (reine Info) über 10-500% oder RC (Reine
>Raumthermostatfunktion) einstellen kann.
>

s.o.

>Stelle ich sie auf 100% und die Raumtemperaturvorgabe auf 21°C, bekomme
>ich heftige Überschwinger. Dann kann es sein, dass ich 23°C in der Busde
>habe und die Info "DK EIN" sagt, dass immer noch weiter nachgeheizt

>wird. Das wiederum halte ich für kontraproduktiv.


>
>Zur Zeit habe ich 20°C eingestellt und einen Raumfaktor von 500% (ich
>teste gerade die Extreme). Der Kaminofen hat auf 21,5°C aufgeheizt, die
>Info sagt "DK aus". Somit ist meine Heizung in de Erkenntnis, dass der
>Direktkreis (einen Mischerkreis gibt es nicht) nicht ebheizt werden muss.
>

Jetzt kommt auch noch ein Kaminofen in die Quere! Du wirst nur zu
einem brauchbaren Ergebnis kommen, wenn du beim Enpegeln alle
Einflüsse ausschaltest, die das System stören. Allerdings sehe ich
schwarz, dass ein Führungsraum, in dem noch eine separate Heizquelle
betrieben wird, Vorgaben für das System überhaupt ermittelt werden
können oder sogar maßgeblich sein können.

>Dass der Raumfaktor mathematisch in die Vorlauftemperatur einfließt ist
>mir auch klar, ich weiß bloß nicht wie.
>

Der Raumfaktor teilt der Heizungsregelung mit, inwieweit sich die
Wärmeanforderung des betroffenen Raums von den Vorgaben des
Witterungsfühlers unterscheidet. Es kann also sein, dass aufgrungd von
guter oder schlechter Gebäudeisolierung die Bedarfskurve nicht mit der
vom Witterungsfühler vorgegebenen Kurve übereinstimmt. Das ist
schließlich der Normalfall, jedes Gebäude mit beliebiger Heizung
unterscheidet sich hierin von jedem anderen Gebäude.

>Wirkliche Unterlagen zum
>Regelsystem habe ich auch nicht. Die "Fachmannanleitung" war im
>Lieferumfang meines Kessels. Eine weitere habe ich von einem
>Wärmepumpenhersteller heruntergeladen. Wolf verwendet anscheinend die
>gleiche Steuerung unter eigenem Namen, aber auch dort habe ich keine
>weitere Erklärung gefunden.
>

>Mein Heizungsbauer kannte nur Viessmann und Buderus ...
>
Naja, grundsätzlich ist wohl jedem Heizungsbauer klar, was gemeint
ist. Er müsste eben einen Weile lang drüber nachdenken. Aber das
kostet Zeit, und die hat er nicht.

>... dem

>Schornsteinfeger musste man erst einmal beibringen, dass ein kurzer
>Druck auf die Schornsteinfegertaste das System in den Modus "Manuell"
>versetzt und eine Emissionsprüfung mit einem Druck > 3 Sekunden auf die
>gleiche Taste eingeleitet wird.
>
>(Steht zwar genau so auch auf der Taste, aber die schwache
>Heizungskellerbeleuchtung reicht nicht wirklich für die rußverklebten
>Schorniaugen :-) )
>

Ich kenne meinen Schornsteinfeger! Der schickt nur noch seine
Lehrlinge zu den technisch etwas anspruchsvolleren Anlagen. Die
Jungens lernen das, was der Meister nie und niemals mehr begreifen
wird.
--
Rolf

R.R.Kopp

unread,
Oct 21, 2010, 2:05:16 PM10/21/10
to
Andreas Bockelmann wrote:

>>> und Stellung RC, was einer strikten Thermostatfunktion entsprechen soll. Ich
>>> möchte gern erreichen, dass die Temperatur ausschließlich über die Raumstation
>>> geregelt wird.
>>
>> Also Stellung RC.
>

RC heißt bei der Theta "Null Einfluss der Raumtemperatur". Ist zwar
überrachend - aber es ist so

>War auch meine Vermutung.
>
Ist aber falsch.


>
>Hat dann die Außentemperatur noch einen
>Einfluss auf die Kesseltemperatur? Z.B. beim morgendlichen Hochfahren
>aus der Nachtabsenkung?
>

Nur diese beeinflusst die Vorlauftemperatur.


>
>In den erweiterten Parametern gab es die Möglichkeit einer automatischen
>Heizkurvenadaption.
>

Deine Regelung kann "lernen", in welchem Maße die vom Raum-Th.
angeforderte Temperatur von der "gelieferten" Vorlaufthemperatur
abweicht. Grundsätzlich eine gute Funktion, weil damit der Einfluss
der Gebäudewerte, Isolierung, Verluste und sowas in der Heizkurve
automatisch berücksichtigt werden. Mitsamt einem Raumtemperaturfühler
wird dir das System nach einer gewissen Lernzeit eine zutreffende
Heizkurve einstellen. Dazu muss es allerdings auch mal richtig kalt
geworden sein.
Grundsätzlich gehören Heizkurve und Fußpunktverschiebung zusammen.
Jeder der Einzelwerte ist für sich genommen nur wenig aussagekräftig.
--
Rolf

Michael Sonnthal

unread,
Oct 21, 2010, 2:10:20 PM10/21/10
to
R.R.Kopp schrieb
> [viel zutreffendes]

1.
Ein Raum, in dem eine zusätzliche Wärmequelle (hier Kaminofen)
zum Einsatz kommt, kann kein Referenzraum für die Regelung
einer Zentralheizung sein.
Wenn der Kaminofen angeheizt wird, muss der Raumeinfluss des
Raumreglers auf NULL gesetzt werden.

2.
Wird eine Zentralheizung durch einen Raumregler geregelt
ist ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper unerlässlich.

R.R.Kopp

unread,
Oct 21, 2010, 3:53:46 PM10/21/10
to
Michael Sonnthal wrote:

>1.
>Ein Raum, in dem eine zusätzliche Wärmequelle (hier Kaminofen)
>zum Einsatz kommt, kann kein Referenzraum für die Regelung
>einer Zentralheizung sein.
>Wenn der Kaminofen angeheizt wird, muss der Raumeinfluss des
>Raumreglers auf NULL gesetzt werden.
>

Deshalb schrieb ich ja auch (hast du bestimmt übersehen):


|
| Jetzt kommt auch noch ein Kaminofen in die Quere! Du wirst nur zu
| einem brauchbaren Ergebnis kommen, wenn du beim Enpegeln alle
| Einflüsse ausschaltest, die das System stören. Allerdings sehe ich

| schwarz, dass (in einem) Führungsraum, in dem noch eine separate Heizquelle
| betrieben wird, Vorgaben für das System überhaupt ermittelt werden oder sogar
| maßgeblich sein können.
(vorsichtig redigiert)

>2.
>Wird eine Zentralheizung durch einen Raumregler geregelt
>ist ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper unerlässlich.
>

Soweit waren wir ja überhaupt noch noch nicht ;-)

Natürlich hast du recht - nach der Grundeinstellung ist ein
hydraulischer Abgleich unerlässlich. Dafür gibt es beim OP ja
(hoffentlich!) im Rücklauf jedes Heizkörpers ein Ventil - mal mit
Sechskant zu betätigen, mal mit Schlitzschraubenzieher. Auf alle Fälle
ist das viel Arbeit, die sich allerdings auch lohnt, wenn man die
Sache konsequent durchzieht. Wer selber im Haus wohnt, kann sich dazu
auch die erforderliche Zeit nehmen. Ein Abgleich - mit fliegendem
Schraubenzieher in zwei Stunden durchgeführt - wird wohl kaum
zielführend sein.
Ich selbst habe den hydraulischen Abgleich nach Raumtemperatur
durchgeführt. Gelegentliche **vorsichtige** Eingriffe sind aber auch
später noch manchmal erforderlich.

Solange der OP allerdings die Thermostatventile in Betrieb hat, wird
das nix werden - weder mit noch ohne hydraulischen Abgleich. Da hilft
dann nur eine erhöhte Vorlauftemperatur, aus der sich jeder Heizkörper
sein Quatum rausholt. Nicht gerade ein erstrebenswerter Zustand -
weder aus regelungstechnischer Sicht, noch aus ökonomoscher.

Hat der OP eigentlich eine Brennwertheizung? Das wäre dann
rausgeschmissenes Geld.
--
Rolf

Andreas Bockelmann

unread,
Oct 23, 2010, 1:23:37 PM10/23/10
to
Michael Sonnthal schrieb:

> R.R.Kopp schrieb
>> [viel zutreffendes]
>
> 1.
> Ein Raum, in dem eine zus�tzliche W�rmequelle (hier Kaminofen)
> zum Einsatz kommt, kann kein Referenzraum f�r die Regelung
> einer Zentralheizung sein.


Doch, das passt schon :-)

Der "Raum" ist die gesamte (haupts�chlich bewohnte) obere Etage.
G�stelklo, Badezimmer und Schlafzimmer d�rfen ruhig etwas k�hler
bleiben. Das Badezimmer wird morgens mit aufgeheizt, wenn geduscht wird
und der Kaminofen kalt ist.

Sollte mal �berall geheizt werden m�ssen, wird das Programm ohnehin
umgestellt.

�brigens: Raumfaktor 500% l�uft hier ganz gut.

--
Mit freundlichen Gr��en | /"\ ASCII RIBBON CAMPAIGN |

Helmut Müller

unread,
Jun 27, 2012, 6:03:23 AM6/27/12
to
Hallo,

ich habe ein ganz anderes Problem mit der Steuerung.
Ich bekomme sie erst gar nicht zum laufen.
Die Anlage ist damals von einen Heizungsbauer erstellt worden und ich wollte jetzt die Raumstation nachrüsten.
Eigentlich dachte ich das ich per Bussystem nur die Station anschließen muss, aber nach dem Einschalten der Anlage leuchtet die Station nur kurz auf und das war es.
Mache ich etwas verkehrt ?
Die Therme ist eine Intercal ecoheat und die Station eine Theta RSL.
Für eine kurze Hilfe wäre ich sehr dankbar.

Gruß,
hercules1410
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