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Hausschwamm, oder was ?!?

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Ulrich Quill

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Hallo zusammen,

eigentlich wollten wir uns ja demnaechst daran machen, ein recht altes
Haus
umzubauen und zu renovieren. Nun mussten wir zu unserem Entsetzen eine
Art
Pilzbefall im Keller feststellen, von dem wir noch nicht wissen, was es
ist,
und was man tun kann (ein Gutachten fuer das gesamte Haus wird
demnaechst
sowieso noch erstellt).

Problembeschreibung:
(ich gehe mit meinen Begriffen mal davon aus, dass es sich um einen Pilz
handelt).
Von einer (vermutlich feuchten) Aussenwand sich ausbreitend ist ein Teil
der Mauer (natuerlich tragend :-(( ) von dem Pilz befallen. Er hat ein
sehr weiches, watteartiges, weisses Myzel. Fruchtkoerper haben wir noch
nicht gefunden. Er hat sich unter dem Putz (im wesentlichen an die Wand
geschmierter
Kalk) ausgebreitet und die Putzschicht an den betroffenen Stellen
blasenartig
angehoben. Es sind wohl sowohl Fugen als auch Steine befallen.
ein kleiner Plan:

------! !=====!
! ! !
Keller ! ! ! aussen
= !
!
- |
| | |
| |Treppe

Befallen sind die Wandteile '!' und '=', was mich vermuten laesst, dass
die
Aussenwand feucht ist/war, und sich der Pilz langsam von dort um die
oben gezeichnete Ecke herum bis zum Durchgang in den eigentlichen
Kellerraum aus-
gebreitet hat. Da ist dann erstmal Schluss, da der Raum sehr warm und
trocken
ist. Groessenordnungen: Breite und Tiefe der Nische: je ca. 1m, Hoehe
1.7m

Meine Fragen:
Um was kann es da handeln? Hausschwamm, Kellerschwamm ?
Was kann man machen (haha, ich weiss: abreissen, neubauen ;-))
Was ist sozusagen das "worst case scenario", auf das wir uns einstellen
muessen?

Wie gesagt, ein Gutachter kommt sowieso noch. Ich wollte nur schon mal
ein
paar Infos sammeln, damit man sich an etwaige Unannehmlichkeiten langsam
ge-
woehnen kann.

Vielen Dank fuer Eure Hilfe,

Ulrich
------------------------------------------------------------------------------
Dipl.Phys. Ulrich Quill Dept. of Neurophysiology
Tel: +49-(0)234-700-6955 Ruhr-Universitaet Bochum
Email:qu...@neurop2.ruhr-uni-bochum.de 44780 Bochum / Germany
WWW: http://www.neurop2.ruhr-uni-bochum.de/~quill

Martin Trautmann

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Als absoluter Laie in derartigen Dingen:

Pilze gibt's viele. Ohne zu wissen, ob's hier einfach eine Art Schimmel
oder was auch immer ist: Der Pilz fuehlt sich hier einfach wohl.

Anscheinend kommt hier ausreichend Feuchtigkeit durch die Wand, damit er
dort leben kann.

Abhilfe: Feuchtigkeitsfluss unterbrechen, und zwar chemisch oder
mechanisch.

Persoenlich bin ich eher fuer die Hausmittel: Losen Putz entfernen,
nachspachteln, jaehrlich neu kalken - denn der Kalk wirkt pliztoetend.

Schoenen Gruss
Martin

Josef Zeller

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Hallo

Ulrich Quill schrieb in Nachricht
<351F5E7E...@neurop2.ruhr-uni-bochum.de>...

Koennte es sich auch um Salpeter handeln wenn nicht eindeutig
Pilzfaeden sichtbar sind.
Auf jeden fall Feuchtigkeitszufuhr unterbrechen, Haus von aussen
Trockenlegen.

MFG Josef


Dieter

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Hallo Ullrich!

Wahrscheinlich hast Du den Hausschwamm in Deinem Keller, den bekommst Du
aber nicht so leicht weg.
Kommt in schlecht gelüfteten und feuchten Räumen vor, was im Keller ja
der Fall ist.
Du musst komplett alles entfernen, soweit wie ich weiß gibt es dafür
aber desinfizierende Anstriche.
Der Gutachter kann es vor Ort entscheiden.
Nicht viel aber vielleicht hilft´s.

dieter


Wolfgang Kueter

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Am Mon, 30 Mar 1998 12:11:11 +0200 schrieb Martin Trautmann
<tr...@iht.tu-darmstadt.de>:

>Als absoluter Laie in derartigen Dingen:

>Pilze gibt's viele. Ohne zu wissen, ob's hier einfach eine Art Schimmel
>oder was auch immer ist: Der Pilz fuehlt sich hier einfach wohl.

>Anscheinend kommt hier ausreichend Feuchtigkeit durch die Wand, damit er
>dort leben kann.

>Abhilfe: Feuchtigkeitsfluss unterbrechen, und zwar chemisch oder
>mechanisch.

Trockenlegen ist grundsaetzlich richtig.

>Persoenlich bin ich eher fuer die Hausmittel: Losen Putz entfernen,
>nachspachteln, jaehrlich neu kalken - denn der Kalk wirkt pliztoetend.

Wenn es tatsaechlich Hausschwamm ist, dann nuetzen derartige
Hausmittel so gut wie gar nichts, sie schaden allerdings auch nicht
weiter, aber das brauchen sie auch nicht, schaden tut dieser Pilz
schon ganz alleine genug. Jegliche baupolizeilichen Vorschriften bei
Hausschwammbefall sind absolut berechtigt.
Ein Bekannter von mit hatte echten Hausschwamm in seinem Haus, die
Vorbesitzerin hat sich nach dem Verkauf auf die Malediven oder sonstwo
nach Suedostasien begeben. Waere sie greifbar gewesen, haette er
Sachen mit der Dame angestellt, die kein Thema fuer diese Gruppe sind.


Pilze sind generell nicht schoen, einen Hausschwammbefall wuerde ich
nach Kenntnis des Falles meines Bekannten als Katastrophe bezeichnen.

Saemtliches befallene Holz muss raus aus der Huette, saemtlicher Putz
runter, Fugen auskratzen, alles teuer entsorgen, alles trockenlegen,
Horizontalsperren in die Mauern, Chemie ohne Ende ins nicht befallene
Holz sowie ins Mauerwerk etc.
Beim Wiederaufbau sollte auf Holzfussboeden verzichtet werden, also
Fliesen auf Estrich oder sowas, Heizung moeglichst Fussbodenheizung,
alles immer schoen warm und trocken halten und jahrelang
Daumendruecken, dass der Pilz nicht wiederkommt.

Mann soll nichts dramatisieren, es koennen in diesem Fall alle
moegliche Pilze sein, "echter Hausschwamm" allerdings ist definitiv
das Schlimmste, was man haben kann.
Man kann einen Hausschwambefall ohne Abriss in den Griff kriegen, mein
Bekannter hat das hingekriegt, Spass hat das allerdings wirklich nicht
gemacht und absolute Sicherheit, dass der Pilz wirklich tot ist, gibt
es kaum.

Wenn es echter Hausschwamm ist, wuerde ich versuchen, was am
Kaufvertrrag zu aendern, das kann unter Umstaenden der einfachere Weg
sein, als sich mit einer Hausschwammsanierung abzuaergern.

Wolfgang

Wolfgang Kueter

unread,
Mar 30, 1998, 3:00:00 AM3/30/98
to

Am 30 Mar 1998 18:12:25 GMT schrieb jze...@t-online.de (Josef
Zeller):

>Hallo
>
>Ulrich Quill schrieb in Nachricht

>>Von einer (vermutlich feuchten) Aussenwand sich ausbreitend ist ein Teil


>>der Mauer (natuerlich tragend :-(( ) von dem Pilz befallen. Er hat ein
>>sehr weiches, watteartiges, weisses Myzel. Fruchtkoerper haben wir noch
>>nicht gefunden. Er hat sich unter dem Putz (im wesentlichen an die Wand
>>geschmierter
>>Kalk) ausgebreitet und die Putzschicht an den betroffenen Stellen
>>blasenartig
>>angehoben.

>Koennte es sich auch um Salpeter handeln wenn nicht eindeutig


>Pilzfaeden sichtbar sind.
>Auf jeden fall Feuchtigkeitszufuhr unterbrechen, Haus von aussen
>Trockenlegen.

Also, gelegentlich wundert man sich doch erheblich, da schreibt
derUrsprungsposter was von "watteartigem, weissem Myzel" und hat die
bei Hausschwammbefall durchaus berechtigte Angst, die Huette
abreissen zu muessen und jemand antwortet, wenn keine "Pilzfaeden
eindeutig sichtbar sind".
Ein Bekannter von mir hatte diesen Pilz, die Hausschwammorgie kenne
ich daher besser als die meisten hier, ich wuensche sie niemandem.
Was bitte ist sonst Myzel, wenn nicht Pilzfaeden???

Es muss in diesem Fall nicht der echte Hausschwamm sein, ist er es,
dann wird es verdammt hart.

Ich verweise auf mein anders Posting in diesen Thread.

Wolfgang
--
"Fuer diesen Beitrag zeige ich dem Genossen
Baasch die gelbe Schaufel"

(Joern Thiessen, Juso Landeskonferenz 1985 in Neumuenster)

Christoph Ensslin

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Wolfgang Kueter schrieb:

>
> Am 30 Mar 1998 18:12:25 GMT schrieb jze...@t-online.de (Josef
> Zeller):
>
> >Hallo
> >
> >Ulrich Quill schrieb in Nachricht
>
> >>Von einer (vermutlich feuchten) Aussenwand sich ausbreitend ist ein Teil
> >>der Mauer (natuerlich tragend :-(( ) von dem Pilz befallen. Er hat ein
> >>sehr weiches, watteartiges, weisses Myzel. Fruchtkoerper haben wir noch
> >>nicht gefunden. Er hat sich unter dem Putz (im wesentlichen an die Wand
> >>geschmierter
> >>Kalk) ausgebreitet und die Putzschicht an den betroffenen Stellen
> >>blasenartig
> >>angehoben.
>
> >Koennte es sich auch um Salpeter handeln wenn nicht eindeutig
> >Pilzfaeden sichtbar sind.
> >Auf jeden fall Feuchtigkeitszufuhr unterbrechen, Haus von aussen
> >Trockenlegen.

Dachte auch gleich an Salpeter, oder andere Salzausblühungen!
Ist das "watteartige Myzel" wasserlöslich?
Ein Pilz ernährt sich nicht von Putz oder Stein
(noch nicht mal der Steinpilz)!
Muß das Myzel auf der Suche nach nach neuer Nahrung (Holz) eine
Steinwüste
durchwandern, breitet es sich deutlich sichtbar strahlenförmig darüber
aus.


> Also, gelegentlich wundert man sich doch erheblich, da schreibt
> derUrsprungsposter was von "watteartigem, weissem Myzel" und hat die
> bei Hausschwammbefall durchaus berechtigte Angst, die Huette

> abreissen zu muessen...

Gähn!

> ...und jemand antwortet, wenn keine "Pilzfaeden


> eindeutig sichtbar sind".
> Ein Bekannter von mir hatte diesen Pilz, die Hausschwammorgie kenne
> ich daher besser als die meisten hier, ich wuensche sie niemandem.

Bevor Du hier die Gäule scheu machst, erzähl doch mal ganz genau,
welche Schäden im einzelnen der Pilz Deines Bekannten angerichtet hat.

Wurde die Orgie vom Hausschwamm oder von seinen Bekämpfern aufgeführt?

Pilze im Holzbau sind sensible Wesen, unter idealen Bedingungen wuchern
sie und zerstören ihren Wirt gnadenlos. Aber sobald die Holzfeuchte
unter
20 Prozent sinkt, geht es ihnen so dreckig, daß sie keine rechte Lust
mehr zum Fressen haben. Wenn sie auch nicht gleich absterben, richten
sie
zumindest keine großen Schäden mehr an.
Daß der Hausschwamm da ne Ausnahme bildet kann ich mir nicht vorstellen.
Erklär doch mal!

Im trockengelegten, zentralbeheizten Haus kommt man auf ne Holzfeuchte
ca.
zwischen 7 und 12 Prozent. Lufttrockenes Holz, unter Dach oder im
Schuppen
(zB. Brennholz) hat ca. 14-17 Prozent. 20Prozent Holzfeuchte werden am
Bau eigentlich erst dann erreicht, wenn irgendein Schaden vorliegt:
Schwellen auf nasser Mauer, fehlende Dachziegel etc...

Gruß
Christoph (Zweifelnd)


Wolfgang Kueter

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Am Tue, 31 Mar 1998 01:30:54 +0200 schrieb Christoph Ensslin
<c...@ensslin.sha.eunet.de>:

>Wolfgang Kueter schrieb:

>Bevor Du hier die Gäule scheu machst, erzähl doch mal ganz genau,
>welche Schäden im einzelnen der Pilz Deines Bekannten angerichtet hat.

Bevor Du noch nie einen Befall mit echtem Hausschwamm gesehen hast,
schreib einfach nichts dazu.
Ich mache die Gäule nicht scheu, aber mit echtem Hausschwamm ist
definitiv nicht zu spassen, lies das in jedem Fachbuch nach, da ist
nichts uebertrieben.

>Wurde die Orgie vom Hausschwamm oder von seinen Bekämpfern aufgeführt?

In der Hütte gab im EG bis zu einer Höhe von knapp 2 Metern ueber
Fussboden kein intaktes Stueck Holz mehr, das Myzel sass in vielen
Waenden etc. Myzelfaeden breiten sich beim echtem Hauschwamm ueber
viele Meter aus, der Pilz leitet Wasser von nassen Stellen ueber viele
Meter. Wenn Du willst, dass Dir die Deckenbalken ueber dem Kopf
zusammenkrachen, unternimmst Du vielleicht nur etwas Kosmetik und
legst die Mauer etwas trocken, wenn Du nicht moechtest, dass Dir die
Decke auf den Kopf faellt, musst Du an echtem Hausschwamm allerdings
sehr viel gruendlicher rangehen. Das hat nichts mit Panikmache zu tun,
es ist einfach so.

>Pilze im Holzbau sind sensible Wesen, unter idealen Bedingungen wuchern
>sie und zerstören ihren Wirt gnadenlos. Aber sobald die Holzfeuchte
>unter
>20 Prozent sinkt, geht es ihnen so dreckig, daß sie keine rechte Lust
>mehr zum Fressen haben. Wenn sie auch nicht gleich absterben, richten
>sie
>zumindest keine großen Schäden mehr an.
>Daß der Hausschwamm da ne Ausnahme bildet kann ich mir nicht vorstellen.
>Erklär doch mal!

Lies es in einem Fachbuch ueber _diesen_ Pilz nach, echter Hausschwamm
ist kein Spass, definitiv nicht.

>Christoph (Zweifelnd)

Ich wuensche neimandem gezwungen zu sein, die Zweifel an der
Gerfaehrlichkeit des echtem Hauschwamms durch eigene Erfahrung
ausräumen zu müssen..

Wolfgang (bei Hausschwamm ohne jeden Zweifel)


Carlos Urban

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Als selbst Betroffener möchte ich hier mal versuchen, etwas neutraler und
beruhigend zu wirken. Der hier geschilderte Pilz, wenn es einer ist, ist mit
Sicherheit - so weit ich das aus der Beschreibung beurteilen kann, kein
Hausschwamm. Hausschwamm ernährt sich von Holz und nicht von Steinen,
richtig ist lediglich, daß er dünne Fäden über mehrere Meter Mauerwerk bis
zum nächsten verwertbaren Holz ziehen kann.

Hausschwamm ist sicher sehr ernst zu nehmen, aber für falsche Dramatik ist
da auch kein Platz. Genau so grundfalsch ist nach meiner Ansicht auch der
Tip eines Diskussionsteilnehmers, keinen neuen Holzboden aufzubringen,
sondern Estrich und Fliesen und möglichst eine Fußbodenheizung. Mit etwas
Glück schaffst Du überlebenden Sporen genau die richtige Umgebung: stauende
Feuchtigkeit und mollige Wärme.

Unser Schwamm ist gerade deshalb entstanden, weil in einer Balkenumgebung
ein Estrich eingezogen, aber der Feuchtigkeitsschutz im immer schön warmen
Bad nicht einwandfrei war. Als wir bei einer Renovierung die großen
dunkelbraunen Fruchtkörper gesehen haben, war der Schreck sehr groß. Wir
haben eine Fachfirma beauftragt, die den Schaden begutachtet und behoben
hat. Zunächst mußten wir alle aufgeweichten Holzbestandteile entfernen. Dann
wurden von den noch stabilen, aber befallenen Balken Teile abgeschabt. Zum
Schluß wurden in die Balken viele, viele Kanülen eingebohrt und das Holz
unter Druck mit einem Fungizid verpreßt. Das hat einige Tage sehr gestunken
(wir sind für ein paar Tage ausgezogen :-)

In den Nachbarbereichen des Bades haben wir auf Anraten der Firma keine
Behandlung durchfühen lassen. Lediglich etwa einen Meter vom Bad entfernt
(so weit man durch die offene Zwischendecke greifen konnte), hat man die
Behandlung fortgesetzt. Man hat uns geraten, an gut zugänglichen Stellen die
Zwischendecke (ging bei uns prima auf dem Flur des Untergeschosses) zu
öffnen und zu belüften sowie peinlich darauf zu achten, daß alles trocken
bleibt. Dies konnten wir beruhigt so machen, weil für die Folgejahre ohnehin
umfangreiche Renovierungen der Fußböden anstanden und anstehen. Bei den
jeweiligen Arbeiten haben wir bisher keinen neuene Befall festgestellt.

Die Firma sagte, es gebe keinen Anlaß, in Panik zu verfallen. Die Pilzsporen
sind überall in der Luft, können aber nur aufgrund der richtigen Bedingungen
(warm, feucht und durch Feuchtigkeit leicht vorgeschädigtes Holz)
eindringen. Deshalb sei es unsinnig und gefährlich, vorsorglich alles
mögliche zu behandeln. Selbst der ansonsten ökologische angehauchte
Zimmermann riet uns übrigens von irgendwelchen Salzbehandlungen ab und
empfahl widerwillig die chemische Keule.

Die Behandlung durch die Fachfirma in einem kleinen Bad (ca. 12 qm) hat uns
ca. 1.300,- DM gekostet. Das Neueinziehen einer Balkendecke durch den
Zimmermann etwa das Gleiche. Natürlich war einige Eigenleistung dabei und
die restliche Renovierung war sowieso geplant. Dem neuen Holz kann nichts
passieren: die Balken sind gut belüftet und trocken, die Spanplatten sind
vorbehandelt.

--
Beste Grüße,
Carlos Urban

Werbung für kleine Budgets: http://www.concepte.enet.de


Wolfgang Kueter

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Am 31 Mar 1998 06:06:17 GMT schrieb c.u...@t-online.de (Carlos
Urban):

>Als selbst Betroffener möchte ich hier mal versuchen, etwas neutraler und
>beruhigend zu wirken. Der hier geschilderte Pilz, wenn es einer ist, ist mit
>Sicherheit - so weit ich das aus der Beschreibung beurteilen kann, kein
>Hausschwamm. Hausschwamm ernährt sich von Holz und nicht von Steinen,
>richtig ist lediglich, daß er dünne Fäden über mehrere Meter Mauerwerk bis
>zum nächsten verwertbaren Holz ziehen kann.

Das kann er nicht nur, das tut er sogar :-(
Ich wuerde die Ferndiagnosen anderen ueberlassen, wenn trockene,
dickere Myzelfaeden mit dem typischen "Knack" zerbrechen, sieht es
nicht mehr so gut aus.
Die Feststellung, ob es im Einzelfall tatsaechlich Hausschwamm ist,
wuerde ich den jeweiligen Fachmenschen vor Ort ueberlassen, die den
Einzelfall in Augenschein nehmen (Gutachter, Fachfirma, Uni-Institut)

>Hausschwamm ist sicher sehr ernst zu nehmen, aber für falsche Dramatik ist
>da auch kein Platz.

Es kann so oder so ausgehen, Panikmache ist nicht mein Ding, dieser
Pilz kann fuercherliche Schaeden verursachen (wie im Fall meines
Bekannten), er kann auch vergleichsweise geringe Schaeden verursachen
(wie in Deinem Fall). Es wird eben bei diesem Pilz im Gegensatz zu
anderen Pilzen durch das Wasserleitungsvermoegen des Pilzes auch
relativ trockenes Holz in groesserer Entfernung von der feuchten
Stelle befallen. Deshalb heisst dieser Pilz umgangssprachlich auch
"Trockenfaeule" und auf Englisch gemeinhin "Dry rot".

Entscheidend ist, wie die Umgebung aussieht, wie lange der Pilz
unentdeckt geblieben ist und welches Ausmass der Befall bereits
angenommen hat.
Je nach Situation sind die zu treffenden Massnahmen abzuwaegen.
Mit Kleinkram und einigen kosmetischen Massnahmen kommt man allerdings
bei echtem Hausschwamm kaum aus. Es soll inzwischen auch Verfahren
ohne Chemie geben, ob sie funktionieren, sei dahingestellt, die
chemische Keule ist nach meiner Kenntnis immer noch Standart, und
selbst Dein Oeko Zimmerlmann riet noch dazu, wie Du ja selbst
geschrieben hast.

Wenn bei Euch nur das Bad betroffen war, Glueck gehabt, im Fall meines
Bekannten war das erheblich anders.
Die zu treffenden Massnahmen reichen je nach Ausmass des Befalls von
kleineren Massnahmen wie in Deinem Fall bis hin zum vorsorglichen
Abriss wegen Einsturzgefahr.

Mein Bekannter hat den Pilz mit dem Haus gekauft, als er ihn dann
entdeckte, wurde es wirklich sehr laestig.

Im Uebrigen hat der Ursprungsposter ausdruecklich nach dem "worst case
scenario" gefragt, also habe ich es geschildert.

Wolfgang

Carlos Urban

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

>Im Uebrigen hat der Ursprungsposter ausdruecklich nach dem "worst case
>scenario" gefragt, also habe ich es geschildert.

Der von ihm geschilderte Pilz ist aber ganz, ganz anders als unser
Hausschwamm. Aber überlassen wir doch die Beurteilung dem sowieso
anrollenden Gutachter.

Gernot Zander

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Hi,

in de.rec.heimwerken Christoph Ensslin <c...@ensslin.sha.eunet.de> wrote:

> Bevor Du hier die Gäule scheu machst, erzähl doch mal ganz genau,
> welche Schäden im einzelnen der Pilz Deines Bekannten angerichtet hat.

> Wurde die Orgie vom Hausschwamm oder von seinen Bekämpfern aufgeführt?

a) Ich kenne Häuser (bzw. kannte welche), die deswegen abgerissen
und komplett in die Verbrennungsanlage mußten,
b) ich kenne einen, der mit Raumfahrer-ähnlichem Anzug ein
Berliner Mietshaus Hausschwamm-saniert hat. Seine Firma
war 1 Jahr damit beschäftigt. Hätte das Haus nicht unter
Denkmalschutz gestanden, wäre es abgerissen worden. Das
ist aufwendiger als eine Asbest-Sanierung.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander)
Um Rekursion zu verstehen, muß man entweder einen kennen, der
sie versteht, oder sie schon verstanden haben. (M. Freericks)

Carsten Grammes

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Wolfgang Kueter <wolf...@zaphod.allcon.com> wrote:

: Saemtliches befallene Holz muss raus aus der Huette, saemtlicher Putz


: runter, Fugen auskratzen, alles teuer entsorgen, alles trockenlegen,
: Horizontalsperren in die Mauern, Chemie ohne Ende ins nicht befallene
: Holz sowie ins Mauerwerk etc.

Geht Hausschwamm auch ans Mauerwerk? Kann er ueberhaupt entstehen, wenn kein
Holz in der Naehe ist?

Carsten.

--
*********************************************************************
Carsten Grammes, Physicist Internet: c...@dialogika.de
phone: ++49 6897 9350 FAX: ++49 6897 935100
private: Saarbrueckerstr. 47, D-66292 Riegelsberg

Carsten Grammes

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Ulrich Quill <qu...@neurop2.ruhr-uni-bochum.de> wrote:
: Hallo zusammen,

: eigentlich wollten wir uns ja demnaechst daran machen, ein recht altes
: Haus
: umzubauen und zu renovieren. Nun mussten wir zu unserem Entsetzen eine
: Art
: Pilzbefall im Keller feststellen, von dem wir noch nicht wissen, was es
: ist,
: und was man tun kann (ein Gutachten fuer das gesamte Haus wird
: demnaechst
: sowieso noch erstellt).

: Problembeschreibung:
: (ich gehe mit meinen Begriffen mal davon aus, dass es sich um einen Pilz
: handelt).

: Von einer (vermutlich feuchten) Aussenwand sich ausbreitend ist ein Teil


: der Mauer (natuerlich tragend :-(( ) von dem Pilz befallen. Er hat ein
: sehr weiches, watteartiges, weisses Myzel. Fruchtkoerper haben wir noch
: nicht gefunden. Er hat sich unter dem Putz (im wesentlichen an die Wand
: geschmierter
: Kalk) ausgebreitet und die Putzschicht an den betroffenen Stellen
: blasenartig

: angehoben. Es sind wohl sowohl Fugen als auch Steine befallen.

Mmmmh. Koennte auch "Salpeter" sein. Eine mineralische Ausbluehung, die man
oft in alten Kellern findet. Weiss nicht genau was es chemisch ist, ist aber
wohl Stickstoff irgendwie drin.

: Meine Fragen:


: Um was kann es da handeln? Hausschwamm, Kellerschwamm ?

Hausschwamm setzt sich m.W. auf Holz, nicht auf Mauerwerk.
Wenn Du denn hast - uebel!

: Was kann man machen (haha, ich weiss: abreissen, neubauen ;-))


: Was ist sozusagen das "worst case scenario", auf das wir uns einstellen
: muessen?

: Wie gesagt, ein Gutachter kommt sowieso noch. Ich wollte nur schon mal
: ein
: paar Infos sammeln, damit man sich an etwaige Unannehmlichkeiten langsam
: ge-
: woehnen kann.

Der duerfte die richtige Antwort wissen.

Wolfgang Kueter

unread,
Mar 31, 1998, 3:00:00 AM3/31/98
to

Am 31 Mar 1998 17:18:56 GMT schrieb Carsten Grammes
<ph12...@rz.uni-sb.de>:

>Wolfgang Kueter <wolf...@zaphod.allcon.com> wrote:

>Geht Hausschwamm auch ans Mauerwerk? Kann er ueberhaupt entstehen, wenn kein
>Holz in der Naehe ist?

Ganz ohne Holz geht nichts, der Pilz ernaehrt sich von Holz.
Auf der Suche danach kann er aber bis zu 20 Meter lange Myzelfaeden
durch Putz, Mauerwerk und unter Umstaenden sogar durch Beton
ausbilden.

Wenn irgendwo Hausschwamm in der Huette drin ist, koennen (muessen
nicht!) relativ weit entfernte Bereiche auch befallen sein, das Myzel
kann hinter den Tapeten oder dem Putz weit verbreitet sein. Das sieht
man auf den ersten Blick nicht.

So, ich habe jetzt etliches zu diesem Thema gepostet, mehr schreibe
ich nicht, es gibt Fachliteratur.
Gluecklicherweise ist Hausschwammbefall heutzutage eher selten.

Gruesse
Wolfgang

Joerg Linder

unread,
Apr 1, 1998, 3:00:00 AM4/1/98
to

Hallo, kann mir jemand erklaeren wie Salpeter entsteht und aus welchen
Elementen es besteht?
Wie erkennt man, dasz solche Ausbluehungen aus Salpter sind?

Joerg.

Wolfgang Kueter

unread,
Apr 1, 1998, 3:00:00 AM4/1/98
to

Am Wed, 01 Apr 1998 12:41:07 +0200 schrieb Joerg Linder
<Joerg....@bk.sel.de>:

>Hallo, kann mir jemand erklaeren wie Salpeter entsteht und aus welchen
>Elementen es besteht?

Salpeterausbluehungen an Waenden, die umgangssprachlich als Salpeter
bezeichnet werden, sollten ein Gemisch verschiedener Nitrate sein.
Salpeter ist die fuer Chemiker die Bezeichnung fuer Kaliumnitrat,
Natriumnitrat heisst bei Chemikern auch Chilesalpeter, weil es als
natuerliches Salz frueher in Chile gewonnen wurde.

Diese umgangssprachlich als "Salpeter" bezeichneten Ausbluehungen
entstehen insbesondere an Stallgebaueden und in der Naehe alter
Mistlagerplaetze aus dem Ammoniak in den Endprodukten des tierischen
Soffwechsels (vulgo: Mist, Jauche, Schei**e) etwa nach folgenden
Gleichungen.

Gehen wir mal von Ammoniak in der Schei**e aus, der von Luftsauerstoff
langsam zu Sapletersaeure (bzw. Nitrat) und Wasser oxidiert wird:

NH3 + 2 O2 -> HNO3 + H2O

Die entstehende Salpetersaeure reagiert dann in der basischen Umgebung
einer Wand (jede Menge Kalk, jede Menhe Alumiumsilicate aus dem
Zement, alles ziemlich basisch) zu irgendwelchen Salzen ab, die dann
als Ausbluehungen sichtbar werden..

Beispielhaft lassen wir mal aus dem Kalk in der Wand Calciumnitrat
entstehen.

CaCO3 + 2 HNO3 -> Ca(NO3)2 + CO2 + H2O

>Wie erkennt man, das solche Ausbluehungen aus Salpter sind?

Das Zeug vorsichtig abkratzen, in Wasser loesen, Nitrat analysieren
und den Metallanteil des Salzes auch analysieren. Alle Nitrate sind
eigentlich gut wasserlöslich.
Wenn Du sauber arbeitest, wirst Du wahrscheinlich mehrere Metalle in
den Ausbluehungen finden, weil irgendwelche Mauersteine und Zemente
nun aus allem moeglichen bestehen. Der Hauptbestandteil duerfte aber
Calcium sein, Magnesium und Aluminium wird man wahrscheinlich auch
finden. Anion sollte wie gesagt Nitrat sein. Was sonst, das Zeugs
findet sich vor allem an Stallwaenden, im Mist ist Ammoniak drin,
Ammoniak kann zu Nitrat oxidiert werden, so wird das schon sein.

Das Zeug waere mal ein Fall fuer einen Chemiestudenten im
Grundstudium, (1. Literaturarbeit oder so) anorganische Analytik,
qualitativer Teil, bei Interesse auch quantitative Bestimmung.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Ausbluehungen vor
Jahrhunderten den Salpeter fuers Schiesspulver lieferten, weil das die
einzige Quelle fuer Nitrate war. Deshalb war Schiesspulver extrem
wertvoll, die chilenischen Vorkommen waren noch nicht erschlossen, und
an die grosstechnische Synthese von Salpetersaeure war sowieso noch
nicht zu denken. Vor 400 - 500 Jahren sind die Kanonenkugeln also mit
Schei**e geflogen.

Gruesse
Wolfgang

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Roland Kipp

unread,
Apr 2, 1998, 3:00:00 AM4/2/98
to

In <352305...@uni-essen.de> schrieb Markus Paster:

> Ich (Mieter) habe genau die von Dir
> beschriebenen Merkmale an meiner Kellerwand.

Sollte es sich um Pilz handeln, dann wende Dich an den Vermieter.
Der ist, da man im keller ja nicht von Mieterfehler sprechen kann,
für die Beseitigung haftbar zu machen. So jedenfalls mein
Kenntnisstand.

Roland


--
Public Key on request ICQ: 4078589
Anfaenger sollten sich die Gruppen de.newusers.infos und
de.newusers.questions ansehen.
Antwortsätze stehen _nach_ dem (gekürzten) Zitat.

Josef Zeller

unread,
Apr 2, 1998, 3:00:00 AM4/2/98
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Hallo

Wolfgang Kueter schrieb in Nachricht <351ff844...@news.allcon.net>...


>Am 30 Mar 1998 18:12:25 GMT schrieb jze...@t-online.de (Josef
>Zeller):
>
>>Hallo
>>
>>Ulrich Quill schrieb in Nachricht
>

>>>Von einer (vermutlich feuchten) Aussenwand sich ausbreitend ist ein Teil
>>>der Mauer (natuerlich tragend :-(( ) von dem Pilz befallen. Er hat ein
>>>sehr weiches, watteartiges, weisses Myzel. Fruchtkoerper haben wir noch
>>>nicht gefunden. Er hat sich unter dem Putz (im wesentlichen an die Wand
>>>geschmierter
>>>Kalk) ausgebreitet und die Putzschicht an den betroffenen Stellen
>>>blasenartig
>>>angehoben.
>

>>Koennte es sich auch um Salpeter handeln wenn nicht eindeutig
>>Pilzfaeden sichtbar sind.
>>Auf jeden fall Feuchtigkeitszufuhr unterbrechen, Haus von aussen
>>Trockenlegen.
>

>Also, gelegentlich wundert man sich doch erheblich, da schreibt
>derUrsprungsposter was von "watteartigem, weissem Myzel" und hat die
>bei Hausschwammbefall durchaus berechtigte Angst, die Huette

>abreissen zu muessen und jemand antwortet, wenn keine "Pilzfaeden
>eindeutig sichtbar sind".

Tja meine Ferndiagnose war wohl doch nicht soooo schlecht?:-)))
Vielleicht sollte ich nach de. alt.paranormal?:-))))

Hofentlich hat sich´s damit fuer Uli nicht dass doch noch
son Pilz unterwegs ist!


MFG Josef

Christoph Ensslin

unread,
Apr 3, 1998, 3:00:00 AM4/3/98
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...
> beschriebenen Merkmale an meiner Kellerwand. Bisher habe ich mittels
> eines Lüfters versucht, die Feuchtigkeit aus dem Raum und somit auch aus
> der Wand zu ziehen. Leider mit mäßigem Erfolg.

Ein Keller kann auch von Innen naß werden, dazu mußt Du nur kräftig
lüften
wenns drausen wärmer ist als drinnen und alle Luken abdichten wenn der
kalte Wind pfeift!

Christoph

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