Hi Nico,
>> Dann Rad reingeholt in die Werkstatt, Kurbel ab, neue (gebrauchte ausm
>> Wunderkarton) dran, Pedal drauf, - fertch.
>>
>> 25 EYPO fand ich zwar etwas stark, aber der Monteur war 's auch, drum
>> keine weitere Verhandlung.
>
> Find' ich preiswert für Arbeitszteit & Material.
Nicht zu vergessen, die Ladenmiete, die nichtproduktive Arbeitszeit, Die
Buchhaltung, die Reinigung der Bude, Lagerkosten der Ersatzteile,
Vorhaltungskosten der Ersatzteile, die nie jemand braucht...
Als einer, der eine ganze Zeit lang als Selbständiger sein Brot
verdiente, wundere ich mich oft über Stundensätze von manchen Mechanikern.
>> Was nun aber auf ewig ungelöst bleiben wird, ist, *warum* das so
>> festgefressen war.
>
> Das ist leicht zu beantworten: Stahlachse in Alugewinde plus ein
> Elektrolyt, z.B. Streusalzpampe im Winter. Zusammen ergibt das quasi
> ein elektrochemisches Element, bei dem das Alu weggammelt.
Dann wäre es aber sehr leicht heraus gegangen. Hier ist was anderes
passiert: Metalle lösen sich teilweise gegenseitig an. Bei ALU wird dies
für gewöhnlich durch eine Al2O3-Schicht verhindert. Wenn aber das
Gewinde vom Pedal NICHT gefettet wurde und dazu noch recht rau ist, dann
schabt dieses Gewinde die Oxidschicht ab und schafft die Chance für eine
kalte Metalllösung. Das ist wie bei der Amalgambildung, nur noch
langsamer. Die Materialwanderung ist auch nur ein paar Atomlagen stark,
aber sehr fest, ähnlich wie verlötet, was letztlich auch nichts anderes
ist, nur dass man durch Hitze den Lösungsprozess beschleunigt.
Ich meine mich daran erinnern zu können, dass nicht der Stahl selbst mit
dem Alu löse, sondern das aufgebrachte Zink bzw Nickel. Bei letzterem
bin ich mir aber unsicher.
Das Ganze stammt von einem Fahrradfreak, der selbst in der Metallurgie
arbeitet. Ich hatte das mit der Alukurbel nämlich auch schon. Sein Tip
damals: Egal welche Kurbel, Pedalgewinde IMMER fetten, besser noch
Keramikpaste. Bei Alukurbeln noch gründlicher. Besser noch: Auf
Alukurbeln verzichten und die 100 g Gewichtsunterschied am Fahrer sparen;-)
Marte