Marte Schwarz <
marte....@gmx.de> schrieb:
[Hocheffizienzpumpe]
> Nachdem mir mittlerweile klar ist, dass Auto einigermaßen zufällig und
> nicht wirklich zielführend in unserer Heizung ist, das aber dem
> Heizungsbauer als einzige Einstelloption bekannt ist, frag ich mich, was
> die anderen Optionen bringen und welche sinnvoll sein könnte.
Der Automatikmodus funktioniert manchmal (aber bei weitem nicht immer)
in hydraulisch einigermaßen abgeglichenen Anlagen oder im
Einfamilienhaus mit überschaubarem Rohrnetz. Im Mehrfamilienhaus ohne
hydraulisch abgeglichene Anlage geht "AutoAdapt", wie Grundfos es
nennt, so gut wie immer schief.
>
> Nun wollt ihr wahrscheinlich wissen, was die Pumpe bedienen soll:
>
> An sich ist das einfach, es sind im dreigeschoßigen Haus in jeder Etage
> mehrere Heizkörper mit Thermostaten montiert, es ist wohl ziemlich
> sicher ein Zweirohrsystem. Das ganze ist von 1976
Also relativ dünne Leitungen, schon auf Pumpenbetrieb ausgelegt und
nicht mehr auf "Schwerkraft"betrieb?
> und bedient große
> Rippenheizkörper unter jedem Fenster. Im Automatikmodus hatte ich schon
> einigemale, dass es morgens nicht zügig warm wurde und die Umwälzpumpe
> mit müden 6 W in der Anzeige keine Lust hatte, die offenen
> Heizkörperventile auch mit warmem Wasser zu bedienen. Noch lästiger ist
> es, wenn nachts die Ventile hörbar rauschen und ich dann sehe, wie die
> Pumpe mit über 25 W gegen die fast geschlossenen Ventile arbeitet.
Das ist allerdings ein eher ungewöhnliches Fehlerbild. Ich hatte mit
"AutoAdapt" bisher nur den Fall, dass die Förderleistung dauerhaft zu
niedrig blieb und einige Heizkörper ständig unterversorgt waren.
> Da die Anleitung nicht mehr her gibt, als ich Euch bereits schrieb,
> würde ich mich freuen, wenn jemand von Euch mir ein paar erhellende
> Links/Literaturhinweise
Du hast ja leider nicht verraten, welchen Herstellers Pumpe da bei Dir
verbaut ist. Grundfos hat für die Alphaxx-Pumpen eine ausführliche
Anleitung ins Netz gestellt, für diejenigen Anwender (wie mich), die
mit dem mit der Pumpe ausgelieferten "Piktogrammzettel" nichts anfangen
können. Vielleicht ist da auch für Dich erhellendes dabei:
http://net.grundfos.com/Appl/ccmsservices/public/literature/filedata/Grundfosliterature-5564458.pdf
> oder einfach Tipps geben könnte, was ich da
> sinnvollerweise einstellen sollte.
Automatikmodus scheidet aus, haste selbst schon gemerkt. Die drei
Stufen mit konstanter Drehzahl sind für Anwendungen gedacht, bei denen
ein konstanter Volumenstrom benötigt wird und im Heizkreis keine
volumenstrombeeinflussende Regelventile eingebaut sind. Beispielsweise
Fußbodenheizungen ohne Einzelraumregelung, Warmwasserspeicherladung oder
für Luftheizregister.
Konstantdrehzahl scheidet also auch aus.
Konstantdruckregelung ist für Heizkörper-Zweirohrheizungen gut
geeignet, wenn die Anlage hydraulisch abgeglichen ist oder die
Leitungswege nicht lang sind oder die Zuleitungen zu den Heizkörpern
für "Schwerkraft"betrieb ausgelegt sind. Kurz: Wenn der Druckverlust in
den einzelnen Leitungssträngen gleich ist oder die Unterschiede
vernachlässigbar sind.
Die Pumpe hält in dieser Betriebsart den Differenzdruck zwischen Saug-
und Druckseite unabhängig vom sich ändernden Volumenstrom konstant.
Im Gegensatz dazu wird bei Proportionaldruckregelung auch der
Differenzdruck verändert, wenn sich durch öffnende / schließende
Thermostatventile der Volumenstrom in der Anlage ändert.
Mehr offene Thermostatventile und höherer Volumenstrom sorgen dabei für
einen höheren Differenzdruck, den die Pumpe im Rahmen ihrer
Leistungsfähigkeit aufzubauen versucht, schließende Thermostatventile,
niedriger Volumenstrom sorgen für eine Reduzierung des
Differenzdruckes.
Die Beschreibung Deiner Anlage klingt für mich nach einem Fall für die
Proportionaldruckregelung.
Welche der beiden (oder waren es drei?) Proportional-Stufen Du wählen
solltest, hängt davon ab, wie die Pumpe dimensioniert wurde. Hat der
Heizungsbauer die Förderleistung der alten Pumpe genommen und die neue
danach ausgesucht, könnte sie größer dimensioniert sein als für die
Anlage nötig und man käme mit der kleineren Stufe aus. Hat er die
Austauschlisten des Herstellers bemüht, kann es sein, dass die höchste
Stufe die richtige ist.
Da hilft nur ausprobieren, es sei denn, es läge
(unwahrscheinlicherweise) eine Rohrnetzberechnung vor, aus der die
notwendige Leistung (Förderhöhe + Volumenstrom) bei Nennlast
hervorginge.
> Da ich Ingenieur bin würde ich auch
> gerne verstehen, was sich ein Entwickler gedacht hat, als er die Modi
> implementiert hatte.
HTH.
>
> Vielen Dank Euch
>
> Narri, Allaf, Helau und was auch sonst im Lande noch gerufen wird
Moin!
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/schüüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)