ich möchte mir gerne zum Herrichten meines Autos ein günstiges
Schutzgasschweissgerät kaufen. Da ich es aber eher selten benötigen
werde, möchte ich gerne mit Fülldraht schweissen, um mir Probleme mit
leeren Gasflaschen zu ersparen.
Kann man den Fülldraht eigentlich bei allen (auch den günstigen)
Geräten verwenden oder gibt es besondere Vorraussetzungen an das
Gerät.
Wie sind eigentlich eure Erfahrungen mit Fülldraht im Hinblick auf
Autoreparaturen (bzw. dünne Bleche).
Grüße
Rainer
Eher umgekehrt: die billigen Geraete koennen NUR mit Fuelldraht umgehen.
Ist doch klar: der Hersteller spart das gesamte Geroedel fuer das Gas ein.
Groesster Nachteil: der Fuelldraht spritzt, es stinkt und raucht
bestialisch, und die Schweissungen werden unsauberer als mit einem echten
MIG-Geraet.
jue
"Jürgen Exner" <jurg...@hotmail.com> wrote in message
news:3d651451$1...@news.microsoft.com...
> "Rainer Wiltz" <cap...@hotmail.com> wrote in message
> news:3d64f015...@news.highway.telekom.at...
> > Kann man den Fülldraht eigentlich bei allen (auch den günstigen)
> > Geräten verwenden oder gibt es besondere Vorraussetzungen an das
> > Gerät.
Das Schweisgerät muss die Möglichkeit besitzen, dass man den Plus- und
Minuspol tauschen kann. Bei meinem kleinen Schweisgerät (140A) ging das,
indem beider Kabel an der Front per Bajonetverschluss angeschlossen sind
(normalerweise nur das Massekabel). So kann man Fülldraht schweißen und
evtl. dann doch mal auf Schutzgas wechseln, wenn man möchte.
>
> Eher umgekehrt: die billigen Geraete koennen NUR mit Fuelldraht umgehen.
> Ist doch klar: der Hersteller spart das gesamte Geroedel fuer das Gas ein.
Diese Aussage ist leider falsch, denn bei meinem Gerät lag eine (zugegeben
einfache) Armatur dabei, sowie das Anschlußmaterial für eine Gasflasche
(Kette, Zuleitung, ..). Für gelegentliche Schutzgasschweisungen (Loch im
Kotflügen, Gartengrill, Gartenzaunpfosten, Dreihrad vom Junior,...) reicht
dies völlig aus!
> Groesster Nachteil: der Fuelldraht spritzt, es stinkt und raucht
> bestialisch, und die Schweissungen werden unsauberer als mit einem echten
> MIG-Geraet.
Ja, Fülldraht spritzt etwas, aber nicht zu krass.
Ja, es stinkt etwas und raucht natürlich mehr als Schutzgas, weil ja die
Füllung vergast (Schutz). Auch legt sich ein brauner Staub auf die
Schweißnaht, dafür ist aber auch eine Drahtbürste im Lieferumfang gewesen.
Aber wenn man am Auto (z.B. Unterboden) schweißt, stinkt es oft, dann aber
krass nach verbranntem Unterbodenschutz- oder Lackresten. Dagegen ist die
Füllung Veilchengeruch!
Ja, die Schweißung wird etwas unsauberer als bei Schutzgas. Wenn man aber
die Schweißnaht anschließend oberflächlich verschleift und
grundiert/lackiert ist davon ja nichts mehr zu sehen! Und zur Stabilität der
Schweißnaht gab es einmal bei Oldtimer Markt/Praxis einen Test. Demnach riß
bei dem Schutgasschweißgerät das Blech um die Schweißnaht (nicht die Naht)
und beim Fülldraht die Naht direkt. Das bedeutet zwei Dinge, zum Einen
rissen beider deutlich über der Belastung die eine solche Naht aushalte muss
(man hat im Test halt gezogen bis es geknallt hat) und zum Anderen fliegt
das Blech auch weg wenn das Blech um die Naht reißt und nicht die Naht.
Abschließend muss ich jedoch zugeben, dass ich unzwischen ein großes MIG
(gebraucht) gekauft habe und das Kleine ist 'geparkt'. Aber wenn (am
Anfang) nur kleine Dinge macht, reicht das Fülldrahtgerät vollkommen aus!!
Später besorgt man sich dann (nach steigendem Interesse) ein (meist
stärkeres) MIG Gerät. Das Kleine schenkt man einem Freund oder der Junior
ist nun alt genug für ersten 'Gehversuche' im Schweißen! :-)
Grüsse
Hanniel
Ich hab im Fernsehen einmal gesehen, wie ein nagelneues Auto gecrashed
wurde. Es wurde mit 55 km/h gegen einen Betonklotz gefahren. Bei einigen
Autos bliebt die Stabilität der Fahrgastzelle erhalten, der Fahrer und die
Mitfahrer hätten gute Überlebenschancen. Bei anderen (Neufahrzeugen)
weniger. Nun stell dir einmal vor, die hätten statt des Neuwagens eine alte
Rostlaube genommen, bei der ein Laie grössere Reparaturen an tragenden
Teilen - und dazu zählt bei einem Crash auch ein Türschweller - vorgenommen
hat. Der arme Dummy...
--
Wolfgang Horejsi
> Demnach riß bei dem Schutgasschweißgerät das Blech um die Schweißnaht
> (nicht die Naht)
Zu hoher Strom?
> und beim Fülldraht die Naht direkt.
Ähhh ... als Qualitätsmerkmal dient das aber nicht gerade. Mit Radiolot
erreicht man das billiger :-)
Und wie waren die Festigkeitswerte. Ohne die ist die Aussage reichlich
wertfrei.
BTW: Gegen Spritzer gibt's Spritzerspray.
Gruß,
Nick
--
Never use force, just go and get a bigger hammer.
> Aber wenn man am Auto (z.B. Unterboden) schweißt, stinkt es oft, dann aber
> krass nach verbranntem Unterbodenschutz- oder Lackresten. Dagegen ist die
> Füllung Veilchengeruch!
> Ja, die Schweißung wird etwas unsauberer als bei Schutzgas. Wenn man aber
> die Schweißnaht anschließend oberflächlich verschleift und
> grundiert/lackiert ist davon ja nichts mehr zu sehen! Und zur Stabilität der
> Schweißnaht gab es einmal bei Oldtimer Markt/Praxis einen Test. Demnach riß
> bei dem Schutgasschweißgerät das Blech um die Schweißnaht (nicht die Naht)
> und beim Fülldraht die Naht direkt. Das bedeutet zwei Dinge, zum Einen
> rissen beider deutlich über der Belastung die eine solche Naht aushalte muss
> (man hat im Test halt gezogen bis es geknallt hat) und zum Anderen fliegt
> das Blech auch weg wenn das Blech um die Naht reißt und nicht die Naht.
Es bedeutet noch ein drittes Ding: Nahtschweissen ist am Auto
tabu. Reparaturbleche werden in Autokarosserien immer eingepunktet.
(Der TUEV hat da ein Auge drauf. Es gibt da vom TUEV ein kleines
Taschenbuch, wo drinsteht, wies der Pruefer haben mochte.)
Zum einen wegen der Stabilitaet, zum anderen wegen der Waerme, die man
einbringt. Zuviel Waerme macht das Blech wellig bzw. fuehrt zu grossen
Spannungen im Blech.
N.