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Alter Kompressor - was beachten?

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Ralph Altmann

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Feb 8, 2002, 3:49:17 AM2/8/02
to
Hallo Leute,

ich habe günstig einen alten Kompressor erhalten und bitte Euch um ein paar
Ratschläge und Tipps zu Einsatz und Sicherheit.

Modell HS1-40/70-Rb:ERB
Einstufiger einzylindiger Kolbenverdichter, luftgekühlt, mit 125 l
Druckluftbehälter, DDR-Produkt (VEB Geraer Kompressorenwerk), Baujahr 1974.

Das Teil ist äußerlich in Ordnung und funktioniert (bisher nur Probelauf,
noch nicht auf vollen Nenndruck von 8 at).

Der Kompressor soll stationär im "Technikraum" eingebaut werden, mit
Druckluftleitung in die Werkstatt. Gibt es bei diesem Alter
Sicherheitsrisiken, d.h. kann mir der Behälter irgendwann um die Ohren
fliegen? Oder werden solche Druckbehälter, wenn überhaupt einmal, eher
"sanft" undicht?

Ganz dicht ist er jetzt schon nicht: Ein Druck von 5 at baut sich innerhalb
mehrerer Tage ab. Woran könnte das liegen?

Kann ich ein beliebiges billiges Motorenöl für den Verdichter verwenden?
Vorgeschrieben ist "Verdichteröl V75" oder "unlegiertes Motorenöl M70" oder
"M302", aber das sind sicher nicht mehr gebräuchliche Bezeichnungen.

Danke für alle Tipps,

Ralph

--
ne...@RalphAltmann.de

Bildbearbeitung und vieles mehr:
http://www.RalphAltmann.de

Frank Müller

unread,
Feb 8, 2002, 4:28:57 AM2/8/02
to
"Ralph Altmann" <ne...@RalphAltmann.de> schrieb

> Der Kompressor soll stationär im "Technikraum" eingebaut werden, mit
> Druckluftleitung in die Werkstatt. Gibt es bei diesem Alter
> Sicherheitsrisiken, d.h. kann mir der Behälter irgendwann um die Ohren
> fliegen? Oder werden solche Druckbehälter, wenn überhaupt einmal, eher
> "sanft" undicht?

Bei den Druck brauchst du keine Angst zu haben, da explodiert noch
nichts.

> Ganz dicht ist er jetzt schon nicht: Ein Druck von 5 at baut sich innerhalb
> mehrerer Tage ab. Woran könnte das liegen?

Entweder ist er irgendwo undicht, oder das Rückschlagventil zwischen
Druckspeicher und Verdichter schließt nicht mehr richtig.

> Kann ich ein beliebiges billiges Motorenöl für den Verdichter verwenden?
> Vorgeschrieben ist "Verdichteröl V75" oder "unlegiertes Motorenöl M70" oder
> "M302", aber das sind sicher nicht mehr gebräuchliche Bezeichnungen.

Sowas gibt's auf jeden besseren Baumarkt als Verdichteröl oder
Kompressoröl. Einfaches Motorenöl würde ich nicht nehmen, das
ist dünner.

Frank


Udo Piechottka

unread,
Feb 8, 2002, 4:50:48 PM2/8/02
to

Ralph Altmann schrieb:

> Sicherheitsrisiken, d.h. kann mir der Behälter irgendwann um die Ohren
> fliegen? Oder werden solche Druckbehälter, wenn überhaupt einmal, eher
> "sanft" undicht?

Ich würde ihn mal mit Wasser abdrücken, per Pumpe 10..12 bar. Da fliegt nichts,
spritzt höchstens.

Gruss Udo


Lutz Illigen

unread,
Feb 8, 2002, 9:20:33 PM2/8/02
to
"Ralph Altmann" <ne...@RalphAltmann.de> schrieb im Newsbeitrag
news:Xns91AF63E63D2F4n...@62.153.159.134...

> Hallo Leute,
>
> ich habe günstig einen alten Kompressor erhalten und bitte Euch um ein
> paar Ratschläge und Tipps zu Einsatz und Sicherheit.
>
> Modell HS1-40/70-Rb:ERB
> Einstufiger einzylindiger Kolbenverdichter, luftgekühlt, mit 125 l
> Druckluftbehälter, DDR-Produkt (VEB Geraer Kompressorenwerk), Baujahr
> 1974.
>
> Das Teil ist äußerlich in Ordnung und funktioniert (bisher nur Probelauf,
> noch nicht auf vollen Nenndruck von 8 at).
>
> Der Kompressor soll stationär im "Technikraum" eingebaut werden, mit
> Druckluftleitung in die Werkstatt. Gibt es bei diesem Alter
> Sicherheitsrisiken, d.h. kann mir der Behälter irgendwann um die Ohren
> fliegen? Oder werden solche Druckbehälter, wenn überhaupt einmal, eher
> "sanft" undicht?

Heimwerkerwerkstatt oder Profiwerkstatt? Wenn Profi dann dürfte das den TÜV
interessieren.

Lutz

Frank Müller

unread,
Feb 9, 2002, 4:52:57 AM2/9/02
to
"Udo Piechottka" <ifmd.messd...@t-online.de> schrieb

Wasser würde ich da nicht unbedingt reinlassen. Besser ist einfach mal
aufpumpen, und von außen mit Seifenlauge abpinseln, wenn irgendwo
was rauskommt sieht man Blasen kommen.

Frank


Herbert Boehm

unread,
Feb 9, 2002, 8:49:22 AM2/9/02
to
> Wasser würde ich da nicht unbedingt reinlassen. Besser ist einfach mal
> aufpumpen, und von außen mit Seifenlauge abpinseln, wenn irgendwo
> was rauskommt sieht man Blasen kommen.
>
> Frank

Nein, bloss nicht, dann kann es schon zu spät sein! Es geht hier nicht nur
um die Dichtigkeit, sondern vielmehr um die Festigkeit. Wasser stört
innerhalb des Kompressors nicht, da die Innenwände ohnehin immer nass sind.
Also es so machen wie ich. Alle 2 Jahre Kessel mit Wasser fast randvoll
machen und wie schon beschrieben abdrücken mit dem 1,5 fachen Arbeitsdruck.
Ich jedenfalls habe meinen Oldie, Bj. 1948 mit 250 Liter Kesselvolumen, mit
14-15bar abgedrückt und mit 8 bar betrieben.
Habe mal gehört, wenn das Produkt aus Arbeitsdruck [bar] und Kesselvolumen
[Liter] größer wie 1000 ist, soll eine TÜV-Abnahme erforderlich sein.

Gruss
Herbert


Frank Müller

unread,
Feb 9, 2002, 5:13:08 PM2/9/02
to
"Herbert Boehm" <her...@web.de> schrieb

> > Wasser würde ich da nicht unbedingt reinlassen. Besser ist einfach mal
> > aufpumpen, und von außen mit Seifenlauge abpinseln, wenn irgendwo
> > was rauskommt sieht man Blasen kommen.
> >
>

> Nein, bloss nicht, dann kann es schon zu spät sein! Es geht hier nicht nur
> um die Dichtigkeit, sondern vielmehr um die Festigkeit.

Was denkst du, passiert, wenn der Kessel undicht ist? Denkst du der
Explodiert wie eine Handgranate? Ich kann aus eigener Erfahrung sagen
das wird bei einen Metall-Kessel und den Druck nie passieren, da ist
höchstens mal ein kleines durchgerostetes Loch, wo die Luft, auch bei
15 Bar, nur rauszischt.

> Wasser stört
> innerhalb des Kompressors nicht, da die Innenwände ohnehin immer nass sind.
> Also es so machen wie ich. Alle 2 Jahre Kessel mit Wasser fast randvoll
> machen und wie schon beschrieben abdrücken mit dem 1,5 fachen Arbeitsdruck.
> Ich jedenfalls habe meinen Oldie, Bj. 1948 mit 250 Liter Kesselvolumen, mit
> 14-15bar abgedrückt und mit 8 bar betrieben.

Das kannst du machen, wenn du lange Weile hast. Stören tut das nicht,
ist aber eigentlich nicht notwendig sich so viel arbeit zu machen.

Frank


Frank Müller

unread,
Feb 10, 2002, 3:38:53 PM2/10/02
to
"Hannes Birnbacher" <noema...@hannes-birnbacher.de> schrieb

> > Was denkst du, passiert, wenn der Kessel undicht ist? Denkst
> > du der Explodiert wie eine Handgranate?
>

> Wenn er undicht ist, nicht. Wenn die Festigkeit nicht ausreicht,
> ja.

Wie stellst du dir das vor? Da müßte ja der Druckspeicher ohne
vorher undicht zu sein, in der Mitte rundum auseinanderbrechen,
selbst bei sehr minderwertigen Stahl der halb durchgerostet ist,
könnte ich mir das absolut nicht vorstellen, da wird immer erst
eine kleine Stelle undicht, vielleicht kommt sogar eine Beule
irgendwo raus, dann reist die auf, das ding wird undicht und
um so mehr Druck entweicht, um so schneller sinkt der Druck im
inneren.

> 125 ltr. Volumen, 8 bar Druck, 1000 ltr. Luft drin. Nicht grad so
> brisant, wie 125 ltr. Nitroglyzerin;-), aber ein ganz schön
> kräftiges Motörchen braucht doch ein Minütchen, bis es diese
> Energie eingespeichert hat.

Wenn man bedenkt, wie hoch der Wirkungsgrad eines Kompressors
ist, würde ich die verdichtete Luft nicht mit dem verbrauchten
Strom gleichsetzen.

Frank


Hartmut Schneider

unread,
Feb 11, 2002, 6:16:49 AM2/11/02
to
"Frank Müller" <DW...@t-online.de> wrote:
>"Hannes Birnbacher" <noema...@hannes-birnbacher.de> schrieb
>
>> > Was denkst du, passiert, wenn der Kessel undicht ist? Denkst
>> > du der Explodiert wie eine Handgranate?
>>
>> Wenn er undicht ist, nicht. Wenn die Festigkeit nicht ausreicht,
>> ja.
>
>Wie stellst du dir das vor? Da müßte ja der Druckspeicher ohne
>vorher undicht zu sein, in der Mitte rundum auseinanderbrechen,
>selbst bei sehr minderwertigen Stahl der halb durchgerostet ist,
>könnte ich mir das absolut nicht vorstellen, da wird immer erst
>eine kleine Stelle undicht, vielleicht kommt sogar eine Beule
>irgendwo raus, dann reist die auf, das ding wird undicht und
>um so mehr Druck entweicht, um so schneller sinkt der Druck im
>inneren.
Da verlass Dich man drauf - andere haben sich auch schon drauf verlassen...


Nie was von spröde gehört ?? Meist so in der Nähe von Schweißnähten ?
Stähle aus der ehemaligen ??


Und die Druckbehältervorschriften sind nur so zum Spaß entwickelt worden -
um schlaue Heimwerker und Bastler zu ärgern ..


Versichere Deine Familie und Dein Haus gut...
Hartmut

--
__________________________________________________________
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Ralph Altmann

unread,
Feb 11, 2002, 3:28:39 PM2/11/02
to
Hartmut Schneider <schneid...@t-online.de> schrieb in
<3c67a821$1...@netnews.web.de>:

(...)

Hallo Hartmut und andere,

danke erstmal für Eure Meinungen und Tipps. Hab bis jetzt gelernt, dass das
Risiko nicht so groß ist, aber Abdrücken doch besser wäre. Es handelt sich
übrigens um eine Heimwerkerwerkstatt, der TÜV hat also nichts zu sagen.

Wie drückt man den Kessel mit Wasser ab? D.H. vor allem, was für eine Pumpe
brauch ich, um auf 15 bar zu kommen? Außerdem: Das Sicherheitsventil öffnet
wohl schon bei 10 bar!
Muß ich den Verdichterteil irgendwie beim Abdrücken schützen, oder reicht
das Rückschlagventil hier aus?

Gruß,

Frank Müller

unread,
Feb 11, 2002, 4:20:32 PM2/11/02
to
"Hartmut Schneider" <schneid...@t-online.de> schrieb

> Da verlass Dich man drauf - andere haben sich auch schon drauf verlassen...
>
> Nie was von spröde gehört ?? Meist so in der Nähe von Schweißnähten ?
> Stähle aus der ehemaligen ??

Auch in der ehemaligen DDR hat man solche Behälter aus Stahl
gebaut, nicht aus Grauguß oder Porzellan, spröde wird kein Stahl
von alleine, auch nicht in der Nähe von Schweißnähten, sonst
müßten ja massenweise Öltanker beim beladen auseinanderbrechen...

> Und die Druckbehältervorschriften sind nur so zum Spaß entwickelt worden -
> um schlaue Heimwerker und Bastler zu ärgern ..

Da sich diese Spezies nicht an Vorschriften hält,
hat man sie wohl kaum dafür entwickelt...

> Versichere Deine Familie und Dein Haus gut...

Läßt du eigentlich jährlich deine Feuerlöscher überprüfen,
nicht daß da mal einer beim vorbeigehen explodiert...

Frank


Patrick Kuban

unread,
Feb 11, 2002, 7:04:58 AM2/11/02
to
Hallo Frank,

Am 10.02.02 schrieb Frank Mueller:

> sehr minderwertigen Stahl der halb durchgerostet ist, koennte ich mir


> das absolut nicht vorstellen, da wird immer erst eine kleine Stelle
> undicht, vielleicht kommt sogar eine Beule irgendwo raus, dann reist

Duerfte in vermutlich vielen Faellen auch so sein, in manchen aber eben
nicht. Der TUeV wurde aus Notwendigkeit als DUeV gegruendet, "D" von
"Dampfkessel" ...

servus,
Patrick

Patrick Kuban

unread,
Feb 11, 2002, 6:05:33 PM2/11/02
to
Hallo Frank,

Am 11.02.02 schrieb Frank Mueller:

> nicht aus Grauguss oder Porzellan, sproede wird kein Stahl von
alleine,

Noe, von allein nicht, aber vielleicht von der wechselnden
Beanspruchung, Stichwort "Dauerlast".

Die ach so guten deutschen U-Boote sind anfaenglich wohl relativ
schnell leck gegangen, weil ihre Tauchtiefe nach der statischen Last
berechnet wurde. Erst als man Tauchgaenge als dynamische Last ansah
(und die Konstruktion entsprechend aenderte) war das Problem behoben.

> Oeltanker beim beladen auseinanderbrechen...

Das machen die woanders, ist versicherungstechnisch wohl geschickter.

> Laesst du eigentlich jaehrlich deine Feuerloescher ueberpruefen,
nicht dass


> da mal einer beim vorbeigehen explodiert...

Dabei geht's eher um's Funktionieren, wenn man es mal braucht.

servus,
Patrick, dessen Feuerloescher so grob alle zwei Jahre dran
sind. Waer' eigentlich mal wieder faellig, wo Du's gerade sagst ...

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