Am 18.01.2015 um 18:14 schrieb Lars Wilhelm:
> Am Sonntag, 18. Januar 2015 15:38:33 UTC+1 schrieb Marcel Mueller:
>> On 18.01.15 01.17, Gundolf Birkel wrote:
>>> Flußmittel drauf und ganz dünn Lötzinn drüberziehen - ginge das?
Wenn Du das an Sockel und Kontakten machst und danach mit etwa 350°C mit
bleihaltigem Lot schön erwärmst hast Du eine wunderschöne Lötverbindung.
:-)) Vom Übergansgswiderstand her optimal. Nur der "Birnenwechsel" ist
dann etwas aufwendig.
>>
>> Nein, das schmilzt im Betrieb. Dann hast Du mächtig Spaß, wenn Du eine
>> defekte Lampe entfernen willst. Außerdem ist Zinn reichlich unedel und
>> Oxidiert noch besser als alles andere.
Nö, da schmilzt nur dann was, wenn der Übergangswiderstand nicht passt.
Runde 200°C wollen erstmal erreicht sein. Mal ganz abgesehen davon, dass
Lötzinn eine Legierung ist und ich dem Privatmann nach wie vor Bleilot
ans Herz lege, machen Lötstellen an sich nur dann Probleme, wenn mit
ungeeignetem Flußmittel gearbeitet wurde und Reste verblieben sind.
> Wie bitte?
>
> Man elektrochemische Spannungsreihe.
>
In dieser finder man Schwermetalle wie Blei, Zinn und Kupfer ziemlich
weit hinten, aber noch um Längen geschlagen von Aluminium. Die
Edelemtalle auf der anderen Seite. Das passt aber so nicht zu unseren
täglichen Erfahrungen. Reinaluminium ist recht korrosionsbeständig, man
beplankt ganze Flugzeuge damit. Milliarden an Lötpunkten aus Bleilot
funktionieren teils seit Hundert Jahren. Das Militär besteht sogar
darauf. Die Spannunbgsriehe gilt ausschließlich für reine Metalle ohne
Oxidschicht. Beim Alu beispielsweise bildet sich diese sofort. Ist
deshalb auch ziemlich doof zu schweissen. Soll diese Oxidschicht etwa
scheuerbeständiger sein, wird halt eloxiert. Zinn und Blei "laufen an".
Diese Anlaufen ist aber nichts als die genannte Oxidschicht. Einmal
angelaufen, sind diese Oberflächen dann lange Jahre sehr stabil.
HTH
Mathias