leider habe ich noch nicht viel Erfahrung mit dem Rohre löten. Ich
versuche ein 3/4 Zoll Messingfitting mit einem dazu passenden 18mm
halbharten Kupferrohr (Stangenware)zu verlöten. Das Zinn will nicht so
recht in den Spalt einsaugen. Superblank gemacht habe ich beide
Kontaktflächen mit einem feinen Schmirgelleinen. Dann weiße
(frische)Baumarkt-Flußmittelpaste auf beiden Flächen (nicht zu dick)
aufgetragen und das Ganze zusammengesteckt. Ohne lange zu warten habe
ich mit der Lötlampe zuerst bevorzugt das Messing erwärmt, dann das Rohr
abwechselnd mit dem Messing, rundherum, gut 30 Sekunden. Die Metalle
verfärben sich dabei. Dann Flamme weggetan und das Zinn rund um den
Spalt schmelzen lassen. Der Rand sah ganz gut aus. Als ich die Teile
noch warm auseinandergezogen habe war innen aber nur ein kleiner
Längs-Streifen verlötet (kein Ring).
Was habe ich falsch gemacht. Wie sind eure Erfahrungen mit
Messingteilen, wie sie z.B. an Verschraubungen verwendet werden? Sind
die Teile wirklich so zäh zu Löten. Hat jemand schon erlebt, daß sich
eine schwache Lötverbindung die zuerst dicht war nach längerer Zeit
unter Druck gelöst hat?
Ich freue mich auf eure Antworten.
Grüße
K.H.
>Hallo zusammen,
>
>leider habe ich noch nicht viel Erfahrung mit dem Rohre löten. Ich
>versuche ein 3/4 Zoll Messingfitting mit einem dazu passenden 18mm
>halbharten Kupferrohr (Stangenware)zu verlöten. Das Zinn will nicht so
>recht in den Spalt einsaugen. Superblank gemacht habe ich beide
>Kontaktflächen mit einem feinen Schmirgelleinen. Dann weiße
>(frische)Baumarkt-Flußmittelpaste auf beiden Flächen (nicht zu dick)
>aufgetragen und das Ganze zusammengesteckt. Ohne lange zu warten habe
>ich mit der Lötlampe zuerst bevorzugt das Messing erwärmt, dann das Rohr
>abwechselnd mit dem Messing, rundherum, gut 30 Sekunden. Die Metalle
>verfärben sich dabei. Dann Flamme weggetan und das Zinn rund um den
>Spalt schmelzen lassen. Der Rand sah ganz gut aus. Als ich die Teile
>noch warm auseinandergezogen habe war innen aber nur ein kleiner
>Längs-Streifen verlötet (kein Ring).
>
>Was habe ich falsch gemacht?
Schmirgelleinen ist keine gute Idee. Dafür gibt es spezielles
Reinigungsvlies das keinen Metallabrieb verusacht. Ich verwende Vlies
und Lötpaste von Degussa. Sollte auch im Baumarkt erhältlich sein
Flussmittel nur in den Fitting. Du solltest die Flamme solange auf das
Messingteil halten bis sich das Flussmittel rundherum erwärmt hat. Das
dauert aber bestimmt länger als 30 Sekunden. Dann das Zinn ansetzen
und laufen lassen. Jetzt abkühlen lassen. Mit nassem Lappen die
Flussmittelreste abwischen.
> Wie sind eure Erfahrungen mit Messingteilen, wie sie z.B. an
> Verschraubungen verwendet werden? Sind die Teile wirklich so
> zäh zu Löten?
Nein nicht anders als bei Kupfer/Rotgussfittings.
> Hat jemand schon erlebt, daß sich eine schwache
> Lötverbindung die zuerst dicht war nach längerer Zeit
> unter Druck gelöst hat?
Ja das kenne ich. Bei mir mit allen Fittings schon passiert. Je nach
Einbaulage sieht man ja nicht ob es wirklich rund gelaufen ist.
Lutz
[Lötvorbereitungen]
>Ohne lange zu warten habe
>ich mit der Lötlampe zuerst bevorzugt das Messing erwärmt, dann das Rohr
>abwechselnd mit dem Messing, rundherum, gut 30 Sekunden. Die Metalle
>verfärben sich dabei.
Wenn das Kupferrohr blau anläuft, ist es bereits (punktuell) zu heiß.
Du solltest noch gleichmäßiger erwärmen und Dich dabei noch mehr auf
den Messingfitting konzentrieren.
BTW: Messingfittings sind eigentlich "out", besser wäre, Du würdest
welche aus Rotguß verwenden.
>Dann Flamme weggetan und das Zinn rund um den Spalt schmelzen lassen.
Warum nimmst Du die Flamme weg?
>Der Rand sah ganz gut aus. Als ich die Teile
>noch warm auseinandergezogen habe war innen aber nur ein kleiner
>Längs-Streifen verlötet (kein Ring).
>
>Was habe ich falsch gemacht.
Ich (wenn ich denn noch mal in die Verlegenheit komme, Kupferrohr
weichzulöten), erwärme den Fitting auch beim Abschmelzen des Lotes
kontinuierlich und gleichmäßig weiter. Das Lot fließt nämlich immer
in Richtung der wärmsten Stelle. Natürlich muß man darauf achten,
nicht so stark zu erwärmen, daß das Flußmittel verbrennt. Eine Frage
der Übung.
>Wie sind eure Erfahrungen mit
>Messingteilen, wie sie z.B. an Verschraubungen verwendet werden? Sind
>die Teile wirklich so zäh zu Löten.
Eigentlich nicht, wenn sie denn mal warm genug sind. Aber 30s
Erwärmungszeit reicht mit Sicherheit nicht aus, den Fitting mit der
Flamme gleichmäßig durchzuwärmen. Etwas mehr Geduld beim Erwärmen des
Fittings, dann klappt das auch.
>Hat jemand schon erlebt, daß sich
>eine schwache Lötverbindung die zuerst dicht war nach längerer Zeit
>unter Druck gelöst hat?
Ja.
Für weniger Geübte in Sachen Weichlöten gibt es auch sogenannte
Widerstands-Weichlötgeräte. Die Erwärmen die Lötstelle mit Hilfe
elektrischen Stroms über eine Art Zange, genau an der Stelle, wo's
zum Löten nötig ist.
Kann man sich evtl. in dem einen oder anderen Baumarkt (oder beim
Klempner um die Ecke) ausleihen.
--
______________
/schüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)
> Flussmittel nur in den Fitting.
Flußmittel nur auf's Rohrende. Ist Flußmittel im Fitting, dann schiebt es
das Rohr beim zusammenstecken nach hinten, wo man es nicht braucht.
> Du solltest die Flamme solange auf das
> Messingteil halten bis sich das Flussmittel rundherum erwärmt hat.
Man sollte die Flamme mehr auf's Rohr halten statt auf den Fitting.
Auch das Stück Rohr was in dem Fitting steckt will warm genug sein für eine
ordentliche Lötstelle.
> Das dauert aber bestimmt länger als 30 Sekunden.
Lieber mit weniger Flamme , dafür gleichmäßig und nicht zu heiß erwärmen.
Verfärbt sich das Kupfer infolge der Erwärmung, kannst Du sicher sein das
das Flußmittel verbrannt ist und nicht mehr wirkt
> Dann das Zinn ansetzen und laufen lassen.
Wenn Du den Zinn bei einer Waagerechten Lötnaht gegenüber der Flamme ein
Stück vom obersten Punkt ansetzt, und der Zinn kommt unten an, kannst Du
sicher sein, das die der Flamme entgegengesetzt Stelle auch warm genug
geworden ist.Dann Flamme weg und Zinn auch vorne rum laufen lassen.
> Jetzt abkühlen lassen. Mit nassem Lappen die
> Flussmittelreste abwischen.
ACK
Bis zum erstarren des Zinn's nicht wackeln :-)
>> Hat jemand schon erlebt, daß sich eine schwache
>> Lötverbindung die zuerst dicht war nach längerer Zeit
>> unter Druck gelöst hat?
>
> Ja das kenne ich. Bei mir mit allen Fittings schon passiert. Je nach
> Einbaulage sieht man ja nicht ob es wirklich rund gelaufen ist.
Ja, kenne ich auch, in allen mir bekannten Fällen ist fehlerhaftes Löten
die Ursache gewesen( zu heiß , gewackelt , nicht sauber genug, in den Staub
gefallen , Lötnaht nich richtig erwärmt, zu wenig Zinn in Verbindung mit
anderen Fehlern), ohne jetzt noch auf falsche Lötmitteln einzugehen.
Gruß
Thorsten
--
http://www.thorsten-kern.de
Lieber ein Pinguin der laeuft, als ein Fenster , das haengt
> Wenn das Kupferrohr blau anläuft, ist es bereits (punktuell) zu heiß.
> Du solltest noch gleichmäßiger erwärmen und Dich dabei noch mehr auf
> den Messingfitting konzentrieren.
Bitte nicht. Immer den besseren Wärmeleiter (hier Kupfer) erwärmen.
1. Sauberkeit
2. Richtiges Flußmittel und Lot
3. Richtiges Erwärmen, sowohl örtlich als auch von der Temperatur her.
Keinesfalls zu warm löten.
4. Lötstelle nicht bewegen, nicht zu früh belasten.
5. Keinesfalls abkühlen sondern auskühlen lassen. Verschiedene
Materialien dehnen sich bei Temperaturänderungen verschieden aus,
Haarrisse können die Folge sein.
Ansonsten ist dem von Thorsten Kern schon geschriebenen nichts
hinzuzufügen.
Richard
> 5. Keinesfalls abkuehlen sondern auskuehlen lassen. Verschiedene
> Materialien dehnen sich bei Temperaturaenderungen verschieden aus,
> Haarrisse koennen die Folge sein.
Dem widerspricht aber das hier auch genannte "mit feuchtem Lappen Reste
abwischen"!?!
ciao, Dirk
--
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> r...@stefek.at (Richard Stefek) schrieb am 04.12.01:
>
>
>> 5. Keinesfalls abkuehlen sondern auskuehlen lassen. Verschiedene
>> Materialien dehnen sich bei Temperaturaenderungen verschieden aus,
>> Haarrisse koennen die Folge sein.
>
> Dem widerspricht aber das hier auch genannte "mit feuchtem Lappen Reste
> abwischen"!?!
Wo steht den mit feuchtem Lappen abkühlen?
Man kann auch ausgekühlte Lötnähte mit feuchtem Lappen die Reste des
Flußmittels abwischen.
Wenn ich ehrlich bin, warte ich auch nicht immer bis es wirklich kalt ist,
sondern wenn der Zinn erhärtet ist kühle ich ab.
Hab deswegen noch kein Prob gehabt.
> Wenn ich ehrlich bin, warte ich auch nicht immer bis es wirklich kalt ist,
> sondern wenn der Zinn erhärtet ist kühle ich ab.
> Hab deswegen noch kein Prob gehabt.
Sei froh;-)
Ich persönlich beim Weichlöten mit Zinn, bei Cu/Cu-Verbindungen oder
Ms/Cu-Verbindungen ja auch nicht. Aber bei (in unserer Branche
geforderten) Hartlötstellen mit Silberlot sollte man sich zu rasches
Abkühlen wirklich gut überlegen.
Und ja, das Wegwischen des Flußmittels war bei halbwegs abgekühlter
Lötstelle gemeint.
Richard
Hallo, K.H.,
im Betreff steht "Heizung", dann löte doch lieber hart, kein
Flußmittelgedöns, etc.
Gruß, Michael