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Zweiter Versuch, nach 3 / 4 h, da hat was geklemmt, sorry.
Hallo,
Nicht sooo praktisch, aber theoretisch und aus vielen
Erfahrungsberichten durchaus fundiert.
Zuerst das Wichtigste: Lies Dich intensiv in die Materie ein, bevor Du
irgend etwas unternimmst. Das Thema ist nicht so einfach, dass es sich
mit Gemeinplätzen, Vorurteilen und Halbwissen erschlagen lässt. Ich
selbst habe mich über die Jahre immer wieder damit befasst und würde
mich heute genau so rein knien, wie wenn ich noch nie etwas davon
gehört hätte. Bundesämter für Energie haben in der Regel Literatur zum
Einstieg und bei uns in der Schweiz gibt es staatliche Energieberater,
die billig und gut weiter helfen. Muttu suchen.
Ich will versuchen, Dir mit einigen Gedanken etwas zu helfen. Verzeih,
bitte, wenn Du Gewisses schon kennst.
- Eine Wärmepumpe erzeugt nur wenig (Verlust-) Wärme, sondern
VERSCHIEBT die Wärme von einem tieferen auf ein höheres
Temperaturniveau.
- Oh Wunder, dabei ist ein Wirkungsgrad von 250 0/0 möglich. Bevor Ihr
mich in die Klapse schickt: Der Wirkungsgrad ist hier „etwas anders“:
Verschobene Wärme / Antriebsleistung . Ein Perpetuum Mobile kann man
damit aber nicht bauen.
- Der Wirkungsgrad nimmt mit zunehmender Temperaturdifferenz zwischen
dem tieferen (draussen) und dem höheren (beheizter Raum)
Temperaturniveau ab, bis es sich nicht mehr lohnt und weiter. Die
beschriebene Abschaltung bei tiefen Temperaturen kann u.A. damit
zusammenhängen, dass Dir der Entwickler unsinnige Kosten ersparen
wollte.
- Dieser letzte Punkt ist äusserst ärgerlich für Luft-Luft-
Wärmepumpen, da sie genau dann schlechter werden, wenn es schneidend
kalt ist.
- Genügend tief ( ? 2 m ? ) vergrabene Erd-Kollektoren bleiben davon
recht wenig berührt. Du holst die Wärme in einer Tiefe, die die
extremen Temperaturschwankungen der Luft weniger und nur langfristig
mit macht. Die Deckschicht wirkt wegen ihrer grosses Dicke als
Isolation, obwohl Erde nicht so toll isoliert. Im Permafrost geht es
nicht. Hoch in den Alpen, in Alaska und in Sibirien läuft det jar
nich.
- Ein Erfahrungsbericht der Bewohner des ersten mir bekannten, in
dieser Weise beheizten Hauses ( ? in CH-8127 Forch ? ) klang sehr
begeistert. Genüsslich haben sie vielen Leuten erklärt, dass sie nicht
etwa frieren würden, Gott bewahre, sondern es recht behaglich hätten.
Aber das ist nur eine Stimme. Recherchiere noch ein wenig.
- Auch ein Erd-Speicher als Wärmereservoir (nicht Quelle) ist nicht
unerschöpflich. Man/frau kann es aber im Sommer aufladen. Je heisser
es ist, desto weniger Leistung braucht es. Ich könnte mir denken, dazu
nicht die Wärmepumpe, sondern Sonnenkollektoren und eine separate
Pumpe zu verwenden. Es wäre zu überlegen, ob dabei ein zweiter Strang
von Rohren und völlige Trennung vom Wärmepumpen-Kreislauf hilfreich
wäre. Das würde es erlauben, im Frühling mit der Wärmepumpe zu heizen
und an sonnigen Tagen gleichzeitig nach zu laden. Achtung: Die Rohre
der beiden Kreisläufe sollten genügend Abstand haben, damit Du nicht
das Kühlmittel der Wärmepumpe zum Kochen bringst. Beide Kühlmittel
sollten nicht einfrieren können.
- Der Gedanke, das warme Abwasser aus Bad und ev. auch Küche zum
Heizen des Erd-Speichers zu verwenden scheint nahe liegend. Wenn Du
auch so etwas planst: Die Verschmutzung ist dabei ein wichtiges Thema.
Die Rohre brauchen genügend Gefälle, sonst bleibt der Dreck liegen.
Sie sollten genügend dick sein. Ein spezielles, nicht kreisförmiges
Profil kann die Strömungsgeschwindigkeit auch dann etwas hoch halten,
wenn wenig Wasser fliesst. Als Mindestlösung sehe ich ein hochkant
stehendes, elliptisches Profil an, aber vielleicht gibt es noch
Besseres. Lass Dich von Kanalisationen inspirieren. Die Rohre müssen
so tief vergraben werden, dass Sie nicht einfrieren. Zugänge zum
Reinigen sind sehr wichtig.
- Bei allen Lösungen mit mehr als einem Strang ist sorgfältig darauf
zu achten, dass man nicht plötzlich unter gewissen Betriebsbedingungen
über die Nachlade-Stränge Wärme abführt. So müsste die Abwasserleitung
am Ende eine Klappe oder einen Siphon haben, der verhindert, dass es
darin zieht.
- Noch etwas Wichtiges zu den Sonnenkollektoren: Es gibt verschiedene
Typen, auch solche, die durchaus für den Eigenbau geeignet sind. Eines
ist allen gemeinsam: Die Scheibe muss aus Glas und nicht aus Plexiglas
sein! Die Energie wird grössten Teils als LICHT eingestrahlt. Eine
sogenannte selektive Beschichtung, meist schwarz, wandelt das Licht in
Wärme um. Bequemer weise ist Glas für Licht recht durchsichtig, für
Wärmestrahlung fast nicht. Das erhöht den Wirkungsgrad drastisch und
man kriegt Wärme, wenn ein Plastik-Kollektor noch tief im Winterschlaf
liegt. Auch hier gibt es Interessengruppen.
- In der Anfängen dieser Technik habe ich im Schweizerischen
Beobachter gelesen, es sehe danach aus, als ob sich Wärmepumpen nur
für Leute lohnen, die einen guten Teil der Wartung selbst übernehmen.
Wenn man für jede Kleinigkeit den Service oder den Sanitär-
Installateur in Anspruch nimmt, läuft das grauenvoll ins Geld. Die
Anlage sollte entsprechend leicht zu warten sein. In diesem
Zusammenhang müsste man sich auch überlegen, ein Kühlmittel zu
verwenden, mit dem man leicht selbst hantieren kann. Ob es das gibt,
weiss ich nicht.
- Wenn Du wirklich mitreden willst, wäre etwas Thermodynamik nicht
schlecht. Stichworte Enthalpie (etwa die herumgeschobene oder erzeugte
Wärme) und Entropie (etwa die verlorene Energie), wie das mit den
Temperaturniveaux geht, Carnot-Diagramm und Abkömmlinge Wirkungsgrad.
Das Fach ist gefürchtet. In meinem Studium an der ETH gab es aber
einen grossen Durchbruch, als unsere Gruppe als Betreuer den Ober-
Assistenten, den legendären Yussuf erhielt. Ihm machte das Fach Spass
und er vermittelte dies auch durch angstfreie Übungen. Zudem tickte er
so schnell, dass er einem i.d.R. Nach den ersten Worten der Frage mit
einer Super-Antwort unterbrach. Man müsste so etwas an der
Volkshochschule oder bei einer Interessengruppe finden.
Grüsse und gutes Gelingen