Das Schlafzimmer meiner Eigentumswohnung grenzt genau an das Bad der
Nachbarwohnung.
Die Geräusche der dortigen Dusche sind extrem zu hören (Wasser das auf die
Wand spritzt, ein- und abhängen des Brausekopfes in den Halter,
Trittgeräusche in der Duschwanne, ja selbst summen oder singen des
Nachbarn). Nun plant der Nachbar eine Komplettrenovierung des Bades. Er hat
die vorgesehene Firma auch schon auf Schallprobleme angesprochen, woraufhin
die lediglich "umwickelte, gedämmte (??) Abflußrohre" empfohlen hat.
Meine Frage nun, gibt es auch eine Möglichkeit die Wand/Boden zu dämmen? Es
werden nämlich auch alle Kacheln/Fliesen abgeschlagen. Der zusätzliche
Aufwand sollte natürlich keine "Unsummen" kosten. Da der Nachbar nichts vom
Schallproblem bemerkt (ich schnarche nicht) und auch keinen Vorteil davon
hat, habe ich finanzielle Beteiligung (nur für die zusätzlichen
Schallmaßnahmen) angeboten.
Könnte man zB unter den Fliesen eine Art dünne Schaumstoffmatte o.ä.
anbringen?
Ich denke mal diese Schallprobleme gibt es in vielen älteren
Mehrfamilienhäusern (dies hier ist Baujahr 1983) und Industrie/Handwerk
haben vielleicht einfache Lösungen dafür?
recht gut funktioniert das, wenn eine 2. Wand in das Bad eingebaut wird.
Das heißt, auf eine Lattung, die auf die alte Wand geschraubt wird (oder
auch Profilständer statt der Lattung) wird eine normale Rigipswand
geschrubt. Wichtig ist, daß die Lattung keine Lärmbrücken zur Wand haben,
das heißt, die Lattung wird mit Gummi/Schaumstoffunterbau (zwischen Wand und
Lattung) auf die Wand geschraubt.
Die Kosten dürften recht gering sein, aber:
Es geht einfach Platz verloren, die Wand ist dann 5 cm dicker. Wenn dein
Nachbar damit einverstanden ist, erkundige dich vielleicht mal bei nem
Architekt oder Bauingenieur...
Gruß
Joe
PS: Noch ne Frage: ist das Wassergeräusch sehr laut? Dann müssen die neuen
Leitungen anders verlegt werden. Aber deiner Beschreibung nach ist das
Problem die dünne Wand, durch die man das Singen des Badenden hört...
>Servus Heiko,
>die Fachbegriffe hab ich nicht so drauf, aber...
>
>recht gut funktioniert das, wenn eine 2. Wand in das Bad eingebaut wird.
>Das heißt, auf eine Lattung, die auf die alte Wand geschraubt wird (oder
>auch Profilständer statt der Lattung) wird eine normale Rigipswand
>geschrubt. Wichtig ist, daß die Lattung keine Lärmbrücken zur Wand haben,
>das heißt, die Lattung wird mit Gummi/Schaumstoffunterbau (zwischen Wand und
>Lattung) auf die Wand geschraubt.
Wenn Du Rigips auf die Wand schraubst, hast Du doch automatisch wieder
eine Schallbrücke durch die Schrauben, ausserdem schwingt die leichte
Rigips-Wand gut mit.
Wirklich Schall dämmen kann man nur durch eine separat aufgezogene
Wand aus schwerem Material (z.B. Kalksandstein), die die andere Wand
nirgends berührt. Allerdings könnte dann durch Boden und Decke weiter
(wenn auch weniger) Schall übertragen werden,
behauptet
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn
>
> recht gut funktioniert das, wenn eine 2. Wand in das Bad
> eingebaut wird. (...)Die Kosten dürften recht gering sein,
> aber: Es geht einfach Platz verloren, die Wand ist dann 5 cm
> dicker.
Kann aber doch auch recht familiär sein, also warum immer gleich
alles weg-isolieren. Ich hab' hier eine Doppelhaushälfte, vor 23
Jahren von Brüdern ohne eine doppelte Zwischenwand gebaut - in
meiner Küche hört man jedes Geräusch aus der Dusche nebenan.
Die Dusche gehörte bis vor kurzem offensichtlich zum Zimmer vom
Nachbarstöchterlein, so 17...18, süß, und blond. Hat mich doch
überhaupt nicht gestört, mit anzuhören, wie sie sich unter den
Armen einseift:-).
wenn das Problem nur im Bad besteht, ist wohl eine direkt
auf dem Rohfussboden
aufsitzende Duschtasse ohne schalltechnische Entkopplung (Hartgummi-
auflager etc.), bzw Duschtasse auf direkt auf Rohfussboden aufsitzender
Vormauerung der Übeltäter (analog Badewanne).
Oft wirkt auch der Installationsschacht für die Leitungen als Schallleiter.
Ich vermute in Deinem Fall, dass die Schallübertragung weitgehend
über die Deckenplatte unter Bad erfolgt, dann wieder in die
Wohnungstrennwand. Eine Duschtasse in einem
schalldämmenden Schaumstoffformteil müsste schon Abhilfe
schaffen.
Am besten mal einfach so eine Dusche mit Formteil probeweise
leihen und singen, stampfen :-)
Gruß
Tobias
Hallo,
leider ist das mit dem Platz sowohl im Bad des Nachbarn als auch in meinem
Schlafzimmer ein Problem und es kommt auf jeden Zentimeter an. Die
zusätzliche Wand scheidet daher aus, auch wenns nur 5 cm sind. Wobei ich
glaube, dass dann eher 10 - 15cm verloren gingen.
:-(
Hannes Birnbacher schrieb:
> Kann aber doch auch recht familiär sein, also warum immer gleich
> alles weg-isolieren. Ich hab' hier eine Doppelhaushälfte, vor 23
> Jahren von Brüdern ohne eine doppelte Zwischenwand gebaut - in
> meiner Küche hört man jedes Geräusch aus der Dusche nebenan.
>
> Die Dusche gehörte bis vor kurzem offensichtlich zum Zimmer vom
> Nachbarstöchterlein, so 17...18, süß, und blond. Hat mich doch
> überhaupt nicht gestört, mit anzuhören, wie sie sich unter den
> Armen einseift:-).
... klarer Planungsfehler, dort gehört ein Fenster hin ;-)
Tino Kunze
>
> > Die Dusche gehörte bis vor kurzem offensichtlich zum Zimmer
> > vom Nachbarstöchterlein, so 17...18, süß, und blond. Hat mich
> > doch überhaupt nicht gestört, mit anzuhören, wie sie sich
> > unter den Armen einseift:-).
>
> ... klarer Planungsfehler, dort gehört ein Fenster hin ;-)
Dann hätt' sich ja rausstellen können, dass es inzwischen der
garstige Bruder mit dem Vollbart und seinen 90 Kilo war...:-(
Ich frage mich gerade wie sich der Unterschied zwischen einem 50-jährigen
Mann und einer 18-jährigen Blondine beim einseifen unter dem Arm anhört?
Wenns eine andere Körperstelle wäre...
Keiner, sonst würd's einem ja den Tag versauen;-)
Der Bruder von ihr ist übrigens höchstens zwei Jahre älter.
Erst mal alles, was nicht unbedingt auf und in der Wohnungstrennwand
eingebaut ist, woanders montieren insbesondere Duscharmatur und
Brausestange. Möglichst schallentkoppelt montieren. Duschtasse auch auf
jeden Fall schallentkoppelt aufstellen.
>
> Meine Frage nun, gibt es auch eine Möglichkeit die Wand/Boden zu dämmen? Es
> werden nämlich auch alle Kacheln/Fliesen abgeschlagen. Der zusätzliche
> Aufwand sollte natürlich keine "Unsummen" kosten. Da der Nachbar nichts vom
> Schallproblem bemerkt (ich schnarche nicht) und auch keinen Vorteil davon
> hat, habe ich finanzielle Beteiligung (nur für die zusätzlichen
> Schallmaßnahmen) angeboten.
>
> Könnte man zB unter den Fliesen eine Art dünne Schaumstoffmatte o.ä.
> anbringen?
Für Fußböden gibt es Entkoppelungsmatten, inzwischen sogar für den
Außenbereich, sollte also auch in Badezimmmern kein Problem sein.
Eventuell kann man solche sogar für Wände benutzen (weiß ich aber nix
genaues).
Ansonsten bei der gesamten Installation auf Entkoppelung achten und
geprüfte Armaturen einbauen. Ich habe hier so einen
Billigeinhebelmischer vom Baumarkt, der macht richtig Krach, wenn Wasser
gezapft wird.
Das sind natürlich alles Einzelmaßnahmen, von denen man nicht weiß, wie
viel oder ob sie überhaut etwas bringen. Insbesondere der Luftschall
(singen oder so) wir wohl ein Problem bleiben.
Gruß Frank
Heiko Blank schrieb:
>
> Könnte man zB unter den Fliesen eine Art dünne Schaumstoffmatte o.ä.
> anbringen?
Hallo,
die Dämmwirkung einer dünnen Schaumstoffmatte dürfte sehr gering sein.
Ausserdem darf dann kein Rohr, Dübel, Mörtelbrocken etc. als
Schallbrücke wirken. Aber das nicht unbeträchtliche Gewicht der gesamten
Fliesen muß ja von irgendetwas getragen werden, aber die dünne
Schaumstoffmatte ist dazu nicht in der Lage.
Wenn dann diese Schallisolation kaum was bringt, aber nach dem Ende der
Gewährleistung die Fliesen von der Wand purzeln ist der
nachbarschaftliche Ärger gross. Das investierte Geld hat nichts
gebracht, aber noch Folgekosten verursacht.
Bye
Die Rigips Vorsatzschale muss halt am besten auf Metallprofile geschraubt
werden. Die dämpfen recht breitbandig die Körperschallübertragung auf die
dahinterliegende Wand. Es gibt noch spezielle Schaumstoffbänder, um die
Profile noch besser vom Mauerwerk zu entkoppeln. Die Schrauben sind
vernachlässigbar. Wenn man es 150%ig machen will, befestigt man die Profile
nur an Boden und Decke und lässt zusätzlich Abstand zur Wand. Wird im
Tonstudiobereich sehr viel gemacht.
Am besten ist eine Kombination aus KS Wand mit Vorsatzschale, aber nicht
jeder will Strahltriebwerke zuhause testen...
--
Harald Kuhn
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hier steht bei anderen Leuten ein kluger Spruch
Wand mit 2 cm Wedi-Platte bekleiden und darauf fliesen. Wirkt auch keine
Wunder, aber mehr geht halt nicht. Badewanne sollte in einen
Styroporträger, aber das ist heut eigentlich Standard. Duschwanne
genauso.
> ein- und abhängen des Brausekopfes in den
> Halter,
sollte auf eine andere Wand, evtl auf eine Installationswand zwischen
Wanne und Dusche.
Prüfen, ob der Estrich keine massive Verbindung zur Wand hat ( Putzreste
oder Fliesen ).
Installationen möglichst als Vorwandelemente.
> ... Er hat
> die vorgesehene Firma auch schon auf
> Schallprobleme angesprochen, woraufhin
> die lediglich "umwickelte, gedämmte (??)
> Abflußrohre" empfohlen hat.
klingt etwas armselig. Es gibt auch erhöhten Schallschutz nach DIN, die
Firma sollte (!) wissen, was man da beachten muß.
>
Auf Deiner Seite: Gipskartonvorsatzschale auf separatem Sänderwerk vor
die Wand setzen, kostet ca 10 cm Platz.
viele Grüße
Werner
--
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