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Sperrholz biegen

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Jens Tönsing

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Sep 5, 2009, 4:11:46 PM9/5/09
to
Hallo,

ich bin dabei, einen Streifen Sperrholz (15cm breit, 4mm dick, Kiefer, 3
Lagen) in einen Ring zu biegen. Der Ring soll hinterher einen Durchmesser
von 28 cm haben. Ich habe jetzt das Holz immer wieder mit kochendem Wasser
�bergossen und mit einem Spanngurt immer weiter die Ringform gezogen. Jetzt
ist der Kreis ein 3/4-Kreis. Ich habe jetzt erst mal mit der Arbeit
aufgeh�rt und mach morgen weiter.

Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht, habe ich mir �berlegt,
dass das Holz ja jetzt auch in der Backofen passen w�rde. Dann w�rde es
gleichm��iger warm. Was meint ihr, soll ich mit der Wassermethode
weitermachen, oder auf den Backofen umschwenken?

Danke!
Jens

R.R.Kopp

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Sep 5, 2009, 4:45:11 PM9/5/09
to
Jens T�nsing <m...@jens-toensing.de> wrote:

>
>ich bin dabei, einen Streifen Sperrholz (15cm breit, 4mm dick, Kiefer, 3
>Lagen) in einen Ring zu biegen.
>

>Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht...
>
Es ist der Wasserdampf

Die Familie Thonet aus Andernacuh hat diese Methode bereits vor 150
Jahren (in �sterreich) patentieren lassen: Durch mehrst�ndiges
Bedampfen mit hei�em Wasserdampf Holz biegsam zu machen, um daraus
M�bel herzustellen.
--
Rolf

Frank Lassowski

unread,
Sep 5, 2009, 4:57:59 PM9/5/09
to
Jens Tönsing schrub:

> ich bin dabei, einen Streifen Sperrholz (15cm breit, 4mm dick, Kiefer, 3
> Lagen) in einen Ring zu biegen. Der Ring soll hinterher einen Durchmesser
> von 28 cm haben. Ich habe jetzt das Holz immer wieder mit kochendem Wasser

> übergossen und mit einem Spanngurt immer weiter die Ringform gezogen. Jetzt


> ist der Kreis ein 3/4-Kreis. Ich habe jetzt erst mal mit der Arbeit

> aufgehört und mach morgen weiter.
>
> Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht, habe ich mir überlegt,
> dass das Holz ja jetzt auch in der Backofen passen würde. Dann würde es
> gleichmäßiger warm. Was meint ihr, soll ich mit der Wassermethode


> weitermachen, oder auf den Backofen umschwenken?

Moin Jens!

Wie Rolf schon richtig meinte ist es der Wasserdampf, der das Holz gefügig
macht.

Wenn Du zufällig einen Dampfkochtopf mit 28cm Innendurchmesser hast, dann
benutze einfach den, so hat es bei mir auch wunderbar geklappt.

Gruß
Frank

J�rgen Exner

unread,
Sep 5, 2009, 5:47:24 PM9/5/09
to
Jens T�nsing <m...@jens-toensing.de> wrote:
>ich bin dabei, einen Streifen Sperrholz (15cm breit, 4mm dick, Kiefer, 3
>Lagen) in einen Ring zu biegen. Der Ring soll hinterher einen Durchmesser
>von 28 cm haben.

Also etwa 90cm Umfang/Laenge.

>Ich habe jetzt das Holz immer wieder mit kochendem Wasser
>�bergossen und mit einem Spanngurt immer weiter die Ringform gezogen. Jetzt
>ist der Kreis ein 3/4-Kreis.

Das ueberrascht mich jetzt etwas, Sperrholz laesst sich normalerweise
nur sehr schwer biegen. Das ist ja gerade der Grund, warum man es aus
gegeneinander versetzten Holzlagen verleimt. Aber bei 4mm mag es wohl
noch gehen.

>Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht, habe ich mir �berlegt,

Ja? Ich dachte, es sei der Wasserdampf. Zumindest habe ich noch
niemanden auf der Werft/Bootschuppen gesehen, der versucht haette, Holz
trocken erhitzt zu biegen, waehrend Dampfkaesten an allen Ecken und
Enden vor sich hinfauchen.

>dass das Holz ja jetzt auch in der Backofen passen w�rde. Dann w�rde es
>gleichm��iger warm. Was meint ihr, soll ich mit der Wassermethode
>weitermachen, oder auf den Backofen umschwenken?

Ich haette wohl aus einem 1m Abflussrohr 20cm Durchmesser einen
Dampfkasten gebastelt. Der funktioniert weit besser als mit Wasser
uebergiessen. Da drin das Holz fuer 1 Stunde pro Zoll Staerke bedampfen,
bei deinen 4mm reichen wohl 20 MInuten, und dann zuegig in die
gewuenschte Form biegen, bevor es sich abkuehlen kann.

jue

J�rgen Exner

unread,
Sep 5, 2009, 5:50:28 PM9/5/09
to

Die Methode Holz mit Wasserdampf biegsam zu machen ist Jahrtausende alt,
damit haben schon Phoenizier und Wikinger ihre Schiffe gebaut, und
Steinzeitmenschen ihre Speerschaefte begradigt.

jue

R.R.Kopp

unread,
Sep 5, 2009, 6:23:20 PM9/5/09
to
J�rgen Exner <jurg...@hotmail.com> wrote:

>>
>>Die Familie Thonet aus Andernacuh hat diese Methode bereits vor 150
>>Jahren (in �sterreich) patentieren lassen: Durch mehrst�ndiges
>>Bedampfen mit hei�em Wasserdampf Holz biegsam zu machen, um daraus
>>M�bel herzustellen.
>
>Die Methode Holz mit Wasserdampf biegsam zu machen ist Jahrtausende alt,
>damit haben schon Phoenizier und Wikinger ihre Schiffe gebaut, und
>Steinzeitmenschen ihre Speerschaefte begradigt.
>

Haben sie auch schon Thonet-St�hle hergestellt?
--
Rolf

Rolf Sonofthies

unread,
Sep 5, 2009, 6:25:55 PM9/5/09
to
Jens T�nsing schrieb:

> Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht,

Nein, es ist der Dampf (bzw. Hitze + Feuchtigkeit)

> habe ich mir �berlegt,
> dass das Holz ja jetzt auch in der Backofen passen w�rde. Dann w�rde es
> gleichm��iger warm. Was meint ihr, soll ich mit der Wassermethode
> weitermachen,

wenn Du's biegen willst: ja

> oder auf den Backofen umschwenken?

wenn Du's biegen willst: nein! Zum Trocknen w�rde der helfen ...

Aber Du h�ttest es Dir auch einfacher machen k�nnen, denn das
Biegesperrholz wurde bereits erfunden und wird industriell hergestellt:
<http://biegeholz.com/biegesperrholz.html> Na gut, die Gruppe hei�t
"heimwerken" ;-)


--
Rolf Sonofthies

Jens Tönsing

unread,
Sep 6, 2009, 2:23:18 AM9/6/09
to
Am Sat, 5 Sep 2009 22:11:46 +0200 schrieb Jens T�nsing:

Danke f�r die Vielen Antworten

> Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht,

Hier habe ja praktisch alle widersprochen. Ich habe gelesen, der Dampf wird
nur benutzt, damit die Hitze auch bis in die letzte Faser vordringt. Aber
letztlich sei es die Hitze, die f�r die Biegsamkeit sorgt. Und bei 4mm
hatte ich halt die Vorstellung, dass die trockene Erhitzung reicht. Ich
werde aber also beim Wasser bleiben.

Danke!
Jens

J�rgen Exner

unread,
Sep 6, 2009, 6:16:19 AM9/6/09
to
Jens T�nsing <m...@jens-toensing.de> wrote:
>Am Sat, 5 Sep 2009 22:11:46 +0200 schrieb Jens T�nsing:
>> Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht,
>
>Hier habe ja praktisch alle widersprochen. Ich habe gelesen, der Dampf wird
>nur benutzt, damit die Hitze auch bis in die letzte Faser vordringt. Aber
>letztlich sei es die Hitze, die f�r die Biegsamkeit sorgt.

Trockenes Holz ist sproede und bricht leicht.

Musterbeispiel s. Weidenruten. Versuch mal trockene Weidenruten zu
flechten. Und dann waesser sie fuer eine Tag und wiederhole den Versuch.

jue

R.R.Kopp

unread,
Sep 6, 2009, 8:19:21 AM9/6/09
to
Jens T�nsing <m...@jens-toensing.de> wrote:

>> Da es ja die Hitze ist, die das Holz biegsam macht,
>
>Hier habe ja praktisch alle widersprochen. Ich habe gelesen, der Dampf wird
>nur benutzt, damit die Hitze auch bis in die letzte Faser vordringt.
>

Umgekehrt!
Die Hitze wird benutzt, damit der Wasserdampf bis in die letzte Faser
vordringt. Feuchtes Holz ist biegsam und verformbar, trockenes Holz
ist spr�de und bricht.

Meistens.
--
Rolf

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