wir könnten eine Doppelhaushälfte kaufen, an der wir so ziemlich alles
optimal finden, ausser: Das Eternit-Dach. Wie ernst muss man in diesem Fall
die Asbesthaltigkeit nehmen? In der Nachbarschaft gibt es weitere Häuser mit
solchen Dächern. Manche sind sogar mit Ethernitplatten zur Dämmung
"gefliest".
Muss man sich hier ernste Sorgen machen?
Gruss
Jakob
> wir könnten eine Doppelhaushälfte kaufen, an der wir so ziemlich
> alles optimal finden, ausser: Das Eternit-Dach. Wie ernst muss man
> in diesem Fall die Asbesthaltigkeit nehmen? In der Nachbarschaft
> gibt es weitere Häuser mit solchen Dächern. Manche sind sogar mit
> Ethernitplatten zur Dämmung "gefliest".
Das ist eine übliche Vorgehensweise der früheren Jahre, um die
einschalige Fassade vor Niederschlägen zu schützen. Oft ist diese
Abdeckung später entfernt und durch eine zweite Mauer oder
Wärmedämmschichten ersetzt worden.
>
> Muss man sich hier ernste Sorgen machen?
"Eternet" ist ein Handelsname, der für die früher verwendeten
Asbestzementbaumaterialien synonym steht. Das sind mit Asbestfasern
stabilisierte dünne Betonplatten in glatter oder gewellter Form. Damit
wird ein ähnliches Prinzip verfolgt wie bei GFK (Glasfaser-verstärktem-
Kunststoff). Die Fasern machen das Material wesentlich belastbarer.
Eternit gilt als fest-gebundenes Asbest und ermöglicht damit
erleichterte Sicherheitsmaßnahmen beim Umgang (Entfernung/Sanierung)
damit.
Primär besteht erstmal keine große Gefahr. Die Gefährdung rührt daher,
das an der Oberfläche durch Materialverwitterung Asbestpartikel frei
werden. Deren Konzentration ist aber in der Regel nicht sonderlich groß,
sonst müssten alle Asbestdächer unverzüglich saniert werden.
Im Gegensatz zu leichtgebundenem Asbest, z.B. durch Aufspritzen mit
losem Bindemittel eingebrachte reine Fasern zur Wärmedämmung, ist bei
den ARbeiten mit Eternit kein Vollschutz notwendig.
Praktische Sanierung sieht folgendermaßen aus:
eine mit speziellem Know-How ausgestattete Firma mit Erlaubnis macht die
Platten nass, um lose Fasern an der Oberfläche zu binden, demontiert die
Platten vorsichtig und sammelt diese dann in a) geschlossenen Behältern
oder schlägt sie direkt in Folie ein. Von da an gehts ab auf eine
Deponie, wo sie so eingeschlagen sicherlich keinerlei Gefahr mehr
darstellen.
Eine einfache Möglichkeit für eine effektiver Verringerung der
Faseremissionen ist das Aufbringen einer normalen Fassadenversiegelung,
die die Oberfläche "verklebt" und damit erstmal das Freisetzen weiterer
Fasern unterbindet, sicher keine endgültige Lösung, aber eine erste
Verbesserung als Übergangslösung.
Eine Gefahr für euch als Hausbesitzer würde ich nicht so arg sehen. Bei
sehr heissem trockenen Wetter ist aber durchaus mit einem Anstieg der
Faserkonzentration in Windrichtung zu rechnen. Also am besten das
eigenen Haus neu eindecken und vielleicht die Nachbarn zu einer
Gemeinschaftsaktion überreden (wird billiger).
Die Kostenfür das Abdecken eines kleineren Hauses schätze ich mal grob
auf 1-2000 Euro (Hab für unser eigenes Haus meinen Kunden gefragt, die
sowas professionell machen!), inkl. Entsorgung.
Dazu kommt natürlich noch der evtl. nötige Aufwand für die
Dachstuhlsanierung und das neue Eindecken, was aber u.U. durch
Energiesparmaßnahmen und -Förderung sowieso angesagt ist und einfach zum
Kaufpreis hinzugerechnet werden sollte. Am besten jetzt in einem
Aufwasch vor dem Einzug alles erledigen. Später schiebt ihr es
sicherlich immer weiter in die Zukunft.
Wenn noch mehr Info gewünscht wird, fragt ruhig nach.
Gruß Rolf
--
Wenn windows nervt, geh hin - zum Pinguin,
das wird den Bill beschämen,
nervt linux auch, geh doch zum daemon (BSD-TEUFEL; nur der Reim zählt)
- mein Server läuft mit FreeBSD -
> Primär besteht erstmal keine große Gefahr. Die Gefährdung rührt daher,
> das an der Oberfläche durch Materialverwitterung Asbestpartikel frei
> werden. Deren Konzentration ist aber in der Regel nicht sonderlich groß,
> sonst müssten alle Asbestdächer unverzüglich saniert werden.
Jo.
> Im Gegensatz zu leichtgebundenem Asbest, z.B. durch Aufspritzen mit
> losem Bindemittel eingebrachte reine Fasern zur Wärmedämmung, ist bei
> den ARbeiten mit Eternit kein Vollschutz notwendig.
Schutzanzug (Einweg) und P2-Maske sind vorgeschrieben.
> eine mit speziellem Know-How ausgestattete Firma mit Erlaubnis macht die
> Platten nass, um lose Fasern an der Oberfläche zu binden, demontiert die
> Platten vorsichtig und sammelt diese dann in a) geschlossenen Behältern
> oder schlägt sie direkt in Folie ein. Von da an gehts ab auf eine
> Deponie, wo sie so eingeschlagen sicherlich keinerlei Gefahr mehr
> darstellen.
Naja, die mühselig verpackten Platten werden auf der Deponie von der Raupe
schön kurz und klein gerumpelt, das es nur so eine Freude ist...man fragt
sich, warum bei der Demontage so eine Mühe gemacht wird...
> Eine einfache Möglichkeit für eine effektiver Verringerung der
> Faseremissionen ist das Aufbringen einer normalen Fassadenversiegelung,
> die die Oberfläche "verklebt" und damit erstmal das Freisetzen weiterer
> Fasern unterbindet, sicher keine endgültige Lösung, aber eine erste
> Verbesserung als Übergangslösung.
Und durchaus annerkannte Methode. Wir haben damit Kindergärten 'saniert'.
Allerdings ist die richtige Versieglungsfarbe + Grundierung auch nicht eben
billig.
Jens
>
> Eine Gefahr für euch als Hausbesitzer würde ich nicht so arg sehen. Bei
> sehr heissem trockenen Wetter ist aber durchaus mit einem Anstieg der
> Faserkonzentration in Windrichtung zu rechnen.
Da das Dach i.d.R. oben angebracht ist und die Thermik im Sommer die
evtl. austretenden Fasern nach oben transportiert wuerde ich mir keine
Sorgen machen. Die Nachbarn in Windrichtung kriegen die Fasern ab nicht
Du.
Lass die Platten einfach drauf, wenn Sie noch intakt sind. Sie werden
noch 20 Jahre halten.
Entsorgung bei uns ca. 200 EUR/t. Nur nicht beschichten, das geht wie
bei den Betonpfannen nach hinten los.
Auch bei uns ist das Zeug bis zum Deponiezaun gefaehrlich. Nach dem
vorsichtigen Abladen durch den Fachbetrieb fahren dann die Bagger mit
den Stahlzaehnen bestueckten Raedern drueber.
Ciao
Thomas
Also, wenn das so lese, stelle ich mir die Demontage als so eine Art
gut organisierte Show vor, in der Marsmännchen jede einzelne Platte
liebevoll in Folie einschlagen... mit der Angst läßt sich eben gut
verdienen.
Mir ist allerdings aufgefallen, das solche Platten (zumindest bei uns
im ländl. Bereich) oft im 'zu verschenken'- Teil von Wochenblättern
auftauchen -> scheint durchaus noch Abnehmer dafür zu geben.
Grussi - Frank
> wir könnten eine Doppelhaushälfte kaufen, an der wir so ziemlich alles
> optimal finden, ausser: Das Eternit-Dach. Wie ernst muss man in diesem Fall
> die Asbesthaltigkeit nehmen?
AFAIK darf Asbest seit mehr als 20 Jahren nicht mehr verbaut
werden. Trotzdem gibt es immer noch Eternit-Platten zu kaufen.
Es ist also anzunehmen, dass es auch asbestfreie Eternit-Platten
gibt. Vielleicht versuchst du erst einmal zu klaeren, ob deine
Platten tatsaechlich asbesthaltig sind.
--
-- Josef Wolf -- j...@raven.inka.de --
> AFAIK darf Asbest seit mehr als 20 Jahren nicht mehr verbaut
> werden. Trotzdem gibt es immer noch Eternit-Platten zu kaufen.
Ich weiß nicht ob das Regional unterschiedlich ist, aber ich komme
aus dem Teil Deutschlands, der früher mal DDR hieß, und da hat man
Asbest noch bis zur Wende verwendet, nur bei der Verarbeitung wurde
da irgendwann ein Mundschutz vorgeschrieben, vor allem wenn man die
Platten mit der Flex zersägt...
Frank
Auch im West durften Asbest-Platten bis Ende der 80,Anfang der 90er
abverkauft werden.
Mein Dachdecker mein, dass man erst bei Platten ab den 90er sicher sein
kann.
--
Thomas
(: ) ... eine Frage des Preises. Sollen die Platten auf Dauer drauf bleiben?
Asbestzementplatten abtragen ist hierzulande recht teuer.
Ist hierzulande Sondermüll.
(: ) Gruezi Reinhold Bensch
Im Verhältnis zu Kaufpreis eines Hauses hält es sich noch in Grenzen.
Evtl kann man es als Argument bei der Preisverhandlung nutzen, aber nur,
wenn die Konkurrenz nicht zahlreich ist.
viele Grüße
Werner
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