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Flachdach Erfahrungen?

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Volker Müller

unread,
Jun 1, 2002, 7:47:12 AM6/1/02
to
Moin zusammen,

auf der Suche nach einem Haus haben wir nun etwas gefunden, dass alle unsere
Anforderungen erfüllt, bis auf eine:

Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte bisher
keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für die
Nachbarn in der Reihenhauszeile.

Da wir keine Erfahrung mit Flachdächern haben, und man ausserdem doch ab und
an Negatives über Flachdächer hört, wollte ich Euch mal nach einschlägigen
(positiven oder negativen) Erfahrungen mit Flachdächern fragen. Was gibt es
dabei zu beachten? kennt jemand ggf. ein paar gute Links?

TIA
Volker
--
In a world without walls and fences,
who ever will need windows and gates?

Andrea Glatthor

unread,
Jun 2, 2002, 9:29:04 AM6/2/02
to
Hallo Volker,

Volker Müller <volker...@rashaan.gnuu.de> schrieb:

> auf der Suche nach einem Haus haben wir nun etwas gefunden, dass alle unsere
> Anforderungen erfüllt, bis auf eine:
>
> Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte bisher
> keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für die
> Nachbarn in der Reihenhauszeile.

Sagt der Eigentümer das nur oder ist es auch so? ;-)

> Da wir keine Erfahrung mit Flachdächern haben, und man ausserdem doch ab und
> an Negatives über Flachdächer hört, wollte ich Euch mal nach einschlägigen
> (positiven oder negativen) Erfahrungen mit Flachdächern fragen.

Damit kann ich leider nicht dienen. Allgemein liest man immer nur so
etwas:

,---- [ http://www.immowelt.de/bauen/aussenbau/flachdach.asp ]
| Flachdächern im Wohnbereich haftet auch heute noch ein schlechter Ruf
| an. Grund: In den 60er- und 70-er Jahren wurden zahlreiche Bau-Sünden
| begangen. Die schlimmsten: schlechte Abdichtungen oder zu geringe
| beziehungsweise gar keine Dachneigung. Feuchtigkeit, die dann in die
| Dachschicht eindringt, verschlechtert nicht nur die Dämmwirkung. Es
| drohen kapitale Bauschäden und eine Wertminderung des Gebäudes.
|
| Heute sind Flachdächer bei fachgerechter Ausführung aber langfristig
| dicht.
`----

> Was gibt es dabei zu beachten?

Diese Fragen würde ich an Deiner Stelle in de.sci.architektur mal zur
Diskussion stellen. Dann solltest Du aber auch Details zur konstruktion
kennen. es gibt eine Reihe unterschiedlicher Flachdachkonstruktionen und
jede einzelne davon hat ihre eigenen Tücken und Schwachstellen.

Eine von der Dichtigkeit unabhängige Schwachstelle ist IMHO der
Energieverbrauch.
Im Sommer ist es darunter tierisch heiß und im Winter saukalt. Das ist
aber nur mein persönliches Vorurteil aus Schulzeiten. :-)

> kennt jemand ggf. ein paar gute Links?

http://www.infoline-flachdach.de/
http://www.bau.com/forum/dach/


Andrea
--
FAQ von de.rec.heimwerken http://www.d-r-h.de/faq/
FAQ von de.sci.chemie http://www.svbuc.de/dsc/faq/
Bauchemie-Datenbank http://db.baustoffchemie.de/

Jens Mander

unread,
Jun 2, 2002, 10:52:29 AM6/2/02
to

> Im Sommer ist es darunter tierisch heiß

vorallem dieses kann ich bestätigen!
Wir überlegen jetzt einen Dachgarten drauf anzulegen (Fett Erde drauf und
dann mit (Wild)-Gräsern bepflanzen.
Dies sollte doch gut isolieren?
Gibt es da was zu beachten?
BTW. unser Flachdach ist seit 10 Jahren dicht (würde damals repariert).

ciao,
jens


Reinhard Karpowitz

unread,
Jun 2, 2002, 3:46:10 PM6/2/02
to
Am 1 Jun 2002 11:47:12 GMT, Volker Müller
<volker...@rashaan.gnuu.de> hieb mit breiten Fingern in die
Tastatur:


>
>Da wir keine Erfahrung mit Flachdächern haben, und man ausserdem doch ab und
>an Negatives über Flachdächer hört, wollte ich Euch mal nach einschlägigen
>(positiven oder negativen) Erfahrungen mit Flachdächern fragen. Was gibt es
>dabei zu beachten? kennt jemand ggf. ein paar gute Links?
>

Mein Kumpel wohnt in einer Eigentumsanlage mit Flachdach. Er hat
schon mehrmals einige Tausend Mark zum Erhalt zusätzlich zum sog.
Hausgeld zuzahlen müssen.
Die Folie und die Schüttung auf dem Dach halten einfach nur so um die
zehn Jahre, dann muß erneuert werden. Irgendwie hält das auf Dauer
nicht dicht.
Ein Haus mit Flachdach würde ich nach diesen Erfahrungen wohl nicht
kaufen.
Möglicherweise ist aber ein flaches Satteldach möglich und nicht zu
teuer?
Gruß Reinhard

--
Die meisten Einfuhren der USA kommen aus dem Ausland. George.W.Bush

meine Seite: http://karpowitz.de.vu

Axel Stein

unread,
Jun 3, 2002, 4:01:34 AM6/3/02
to

"Volker Müller" <volker...@rashaan.gnuu.de> wrote in message
news:adac80$240$1...@rserv.rashaan.gnuu.de...

> Moin zusammen,
>
> auf der Suche nach einem Haus haben wir nun etwas gefunden, dass alle
unsere
> Anforderungen erfüllt, bis auf eine:
>
> Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte
bisher
> keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für die
> Nachbarn in der Reihenhauszeile.
>
> Da wir keine Erfahrung mit Flachdächern haben, und man ausserdem doch ab
und
> an Negatives über Flachdächer hört, wollte ich Euch mal nach
einschlägigen
> (positiven oder negativen) Erfahrungen mit Flachdächern fragen. Was gibt
es
> dabei zu beachten? kennt jemand ggf. ein paar gute Links?
>
> TIA
> Volker

Hi Volker,

also ich würde es mir *sehr* überlegen, diesen *"Fehler"* ein zweites Mal
zu machen... ;-)

Wir haben vor zwei Jahren ein Flachdach-EFH, Baujahr 1976 gekauft. Der
Vorbesitzer hat auch gelogen, dass alles dicht sei... Als Laie haben wir
von innen keine Stellen gesehen, wo das Wasser durchgekommen sein könnte,
die Tapeten ware in einem guten Zustand, aber nicht nagelneu gestrichen,
was mich dann doch nachdenklich gemacht hätte. Auf dem Dach lag Kies, sah
für mein Verständnis alles in Ordnung aus. Nächstes mal würde ich mir den
Luxus eine Bausachverständigen leisten und ihn gezielt auf das Dach
ansetzen, man lernt halt dazu ;-)

Nach einem Jahr kam des Wasser an einer Lichtkuppel durch, genau über dem
Esstisch und wir waren im Urlaub... Da störte es kaum, dass auch bei Wind
aus einer bestimmten Richtung zusätzlich noch Wasser am Kamin runterkam...
Bei den notwendigen Reparaturen auf dem Dach kam raus, dass der
Vorbesitzer schon mehrfach -- offensichtlich selber -- Stellen geflickt
hatte. Kostenpunkt dieses mal, ca. DM 1000,-- für die zwei zu reparienden
Stellen. Und diesen Stellen waren jetzt wirklich dicht, aber...

Wieder ein Jahr später das selbe Spiel an drei anderen Stellen, bei
starkem Regen und Wind aus einer bestimmten Windrichtung kam es durch. Ist
schon frustrierend wenn man sich vor jedem Urlaub überlegt, in welchen
Zustand die Wohnung hinterher ist, wenn man bei jedem Gewitterregen Nachts
aufwacht und hektisch durch Haus läuft um undichte Stellen zu suchen und
die Eimer zu verteilen...

Wir habe uns jetzt nach Rücksprache mit einem Architekten und mehrere
Dachdeckern, die sich auf die Sanierung von Flachdächern verstehen,
entschieden, das Dach komplett neu zu machen. Zusätzliche Isolierung,
zusätzliche Dichtungsbahnen. Der Spass kostete bei unserem Dach so knapp
EUR 20.000,--, Preis hängt natürlich von den lokalen Gegebenheiten ab,
wieviele Lichtkuppel und sonstige Öffnungen, die Quadratmeter, die Art der
Isolierung usw. Ich möchte Dir nur ein Gefühl für die Grössenordnung
geben.

Die Alternative nachträglich ein Schrägdach aufzubauen wären bei uns aus
baulichen Gründen nur schwer gegangen und hätte den Charm des Hause
negative beeinflusst. Kostenvorschlag (Pi x Daumen) für das Schrägdach
waren EUR 25.000,-- - 30.000,--, nur so als Grössenordnung für Dich.

Fazit: Wenn Du das Haus unbedingt haben willst, die Aufteilung Euch
begeistert, das Grundstück oder die Lage so genial sind usw., dann plane
die Sanierung des Daches mit der zugehörigen finanziellen Belastung sofort
vor Einzug ein (Verhandlungsargument beim Drücken des Kaufpreise!).
Bei der Gelegenheit eine zusätzlich Isolierung spendieren, die Abdichtung
mit modernen Materialien ausführen lassen, die angeblich bis zu 20-25
Jahren halten sollen. Ach ja, die 60er/70er Jahre Häuser haben oft
0-Grad-Dächer, also Null-Gefälle, das Wasser steht also 100% auf dem Dach
wenn's regnet, bei einer Renovierung sollte man versuchen zumindest mit
Schaumstoffkeilen ein 2-Grad-Gefälle hinzubekommen, damit das Wasser
abläuft (OK, laienhafte Beschreibung ;-)

Hope that helps...
Viel Glück!
Axel

PS:
-- Wie in einem anderen Posting behauptet müssen Flachdächer nicht
automatisch im Sommer schei..-heiss sein. Unsere Haus war vor und ist
erstrecht nach der Dachsanierung im Sommer nicht ungewöhnlich heiss.
-- Bei der Sanierung evtl. eine extensive (!) Dachbegrünung bedenken. Die
kostet zwar etwas mehr, tut aber dem ökologischen Gewissen gut. Frag' mal
gezielt nach, wenn's Dich interessiert, ich bin mir sicher, dass Stephan
R. gerne auf Details eingeht.
-- IMHO gibt es in manchen Gegenden bei der Verbesserung der Wärmedämmung
eines Hauses (hier Dachisolierung) Zuschüsse oder so. Also vorher (!)
informieren, soetwas muss man meistens vor der Auftragsvergabe beantragen!


Matthias Rosenkranz

unread,
Jun 3, 2002, 4:21:00 AM6/3/02
to
Jens Mander wrote:
>>Im Sommer ist es darunter tierisch heiß
>
>
> vorallem dieses kann ich bestätigen!
> Wir überlegen jetzt einen Dachgarten drauf anzulegen (Fett Erde drauf und
> dann mit (Wild)-Gräsern bepflanzen.
> Dies sollte doch gut isolieren?
> Gibt es da was zu beachten?

Ist das von der Statik her machbar?

> BTW. unser Flachdach ist seit 10 Jahren dicht (würde damals repariert).

Damit es das auch bleibt, sollte man das von einem Fachmann machen lassen.
Es gibt da schon so ein paar spezielle Probleme (z.B. Durchwurzelungsschutz),
die man berücksichtigen muss.
In de.sci.architektur liest ein Dachbegrünungsprofi mit, vielleicht solltest
du dort mal fragen.

Gruß Matthias

Martin Rabers

unread,
Jun 3, 2002, 1:37:31 PM6/3/02
to
> Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte bisher
> keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für die
> Nachbarn in der Reihenhauszeile.

Wenn er keine Probleme damit hatte, dann wird er doch sicherlich gerne
eine 5jährige Übernahmegarantie/Gewährleistung im notariellen
Kaufvertrag vermerken lassen. Wenn er sich dagegen sträubt, dann dürfte
die Sache eh klar sein.


> Was gibt es dabei zu beachten? kennt jemand ggf. ein paar gute Links?

Ich würde deine Frage nochmal unter http://www.bau.de im Dach-Forum
stellen. Der Sachverständige Stefan Ibold von
http://www.planungsgruppe-dach.de/ antwortet darauf sicherlich gerne
(kostenlos). Ich würde es vor dem Kauf aber von einem Sachverständigen
begutachten lassen.

Falls ich so ein Dach neu abdichten lassen würde, dann würde ich bei
dieser heiklen Sache nicht nur zum Handwerker gehen. Ich würde ein paar
Tausend Euro investieren und das Ganze vom Fachmann (Ingenieurbüro)
planen lassen, welche dann auch die ausführenden Handwerker überwachen.

Stephan Romahn

unread,
Jun 3, 2002, 4:20:27 PM6/3/02
to

Hallo Jens,

> > Im Sommer ist es darunter tierisch heiß
> vorallem dieses kann ich bestätigen!

Das ist keine Frage ob Flach- oder Steildach, sondern ob gut oder
schlecht/nicht gedämmt!

> Wir überlegen jetzt einen Dachgarten drauf anzulegen

Das freut mich als Dachbegrüner :-))

>(Fett Erde drauf

Mit einfach "fett Erde drauf" provoziert man Bauschäden und mag vieleicht
auch die Statik etwas überbeanspruchen.

>und dann mit (Wild)-Gräsern bepflanzen.

Für Gräser braucht man "sehr fett" Erde da die recht durstig sind.
Sedumbegrünungen sind leichter, dünnschichtiger und einfacher herzustellen.
.

> Dies sollte doch gut isolieren?

Im Sommer bietet ein Gründach guten Wärmeschutz. Wer allerdings behauptet,
im Winter isoliert ein Gründach merklich, der lügt: Im Winter ist der Aufbau
immer feucht. Wasser ist nun einmal ein schlechter Isolator.
Isolation gehört immer unter das Dach.

> Gibt es da was zu beachten?

"Nur" die Flachdachrichtlinien und die FLL Dachbegrünungsrichtlinie, sonst
nichts ;-)

> BTW. unser Flachdach ist seit 10 Jahren dicht (würde damals repariert).

Für eine Begrünung muss ein Dach erst einmal fachgerecht
(Flachdachrichtlinie!) und wurzelfest (Verfahren zur Untersuchung der
Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen)
abgedichtet sein. Also es muss ein Material als Oberlage drauf sein, daß
wurzelfest nach FLL ist.

Dann beginnt erst der Aufbau der Dachbegrünung. Nur "Fett Erde drauf" geht
nicht: Die Abdichtung muss vor mechanischen Beschüdigungen geschützt werden
und dann muss auch noch das Überschusswasser zügig abgeführt werden.
Dazu gibt es viiiiiele Möglichkeiten. Genaueres sage ich Dir, wenn Du mir
genaueres zu Deinem Dach sagst.

Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.sr-gruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung

Stephan Romahn

unread,
Jun 3, 2002, 4:21:52 PM6/3/02
to

Hallo Matthias,

>
> Ist das von der Statik her machbar?
>
> > BTW. unser Flachdach ist seit 10 Jahren dicht (würde damals repariert).

Grob gesagt, kann man jedes Dach extensiv begrünen, daß auch von der Statik
her bekiesbar ist.


>
> Damit es das auch bleibt, sollte man das von einem Fachmann machen lassen.
> Es gibt da schon so ein paar spezielle Probleme (z.B.
Durchwurzelungsschutz),
> die man berücksichtigen muss.
> In de.sci.architektur liest ein Dachbegrünungsprofi mit, vielleicht
solltest
> du dort mal fragen.

Ich bin schon da :-))

Stephan Romahn

unread,
Jun 3, 2002, 4:24:11 PM6/3/02
to

Hallo Reinhard,

> Mein Kumpel wohnt in einer Eigentumsanlage mit Flachdach. Er hat
> schon mehrmals einige Tausend Mark zum Erhalt zusätzlich zum sog.
> Hausgeld zuzahlen müssen.
> Die Folie und die Schüttung auf dem Dach halten einfach nur so um die
> zehn Jahre, dann muß erneuert werden. Irgendwie hält das auf Dauer
> nicht dicht.

Dann wird da mit Billigmaterial - Billig-PVC !! - rumgepfuscht.
Heutzutage ist bei richtiger Materialwahl und fachgerechter Ausführung ein
Flachdach genau so ein kleines "Risiko wie ein Schrägdach.

Stephan Romahn

unread,
Jun 3, 2002, 4:36:05 PM6/3/02
to

Hallo,

> > Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte
> bisher
> > keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für die
> > Nachbarn in der Reihenhauszeile.
> >
> > Da wir keine Erfahrung mit Flachdächern haben, und man ausserdem doch ab
> und
> > an Negatives über Flachdächer hört, wollte ich Euch mal nach
> einschlägigen
> > (positiven oder negativen) Erfahrungen mit Flachdächern fragen. Was gibt
> es
> > dabei zu beachten? kennt jemand ggf. ein paar gute Links?
> >
> > TIA
> > Volker
>
> Hi Volker,
>
> also ich würde es mir *sehr* überlegen, diesen *"Fehler"* ein zweites Mal
> zu machen... ;-)
>
> Wir haben vor zwei Jahren ein Flachdach-EFH, Baujahr 1976 gekauft. Der
> Vorbesitzer hat auch gelogen, dass alles dicht sei...

Bei Falchdächern aus den 70er jahren wäre ich auch skeptisch. Da wurde
vonAusführung und material noch so rumgemurkst, daß Das Flachdach einen
schlechten Ruf bekommen hat.

>Als Laie haben wir
> von innen keine Stellen gesehen, wo das Wasser durchgekommen sein könnte,
> die Tapeten ware in einem guten Zustand, aber nicht nagelneu gestrichen,
> was mich dann doch nachdenklich gemacht hätte. Auf dem Dach lag Kies, sah
> für mein Verständnis alles in Ordnung aus. Nächstes mal würde ich mir den
> Luxus eine Bausachverständigen leisten und ihn gezielt auf das Dach
> ansetzen, man lernt halt dazu ;-)

Bausachverständige würde ich nicht als Luxus, sondern als eine Investition
der Vernunft bezeichnen.


>
> Nach einem Jahr kam des Wasser an einer Lichtkuppel durch, genau über dem
> Esstisch und wir waren im Urlaub...

Tja... die Anschlussteile....

>Da störte es kaum, dass auch bei Wind
> aus einer bestimmten Richtung zusätzlich noch Wasser am Kamin runterkam...

Das liest sich nach Pfusch.

> Bei den notwendigen Reparaturen auf dem Dach kam raus, dass der
> Vorbesitzer schon mehrfach -- offensichtlich selber -- Stellen geflickt
> hatte.

Dachabdichtungsarbeiten sind Sachen für den Fachmann!!

>Kostenpunkt dieses mal, ca. DM 1000,-- für die zwei zu reparienden
> Stellen. Und diesen Stellen waren jetzt wirklich dicht, aber...
>
> Wieder ein Jahr später das selbe Spiel an drei anderen Stellen, bei
> starkem Regen und Wind aus einer bestimmten Windrichtung kam es durch. Ist
> schon frustrierend wenn man sich vor jedem Urlaub überlegt, in welchen
> Zustand die Wohnung hinterher ist, wenn man bei jedem Gewitterregen Nachts
> aufwacht und hektisch durch Haus läuft um undichte Stellen zu suchen und
> die Eimer zu verteilen...

Zumal die Dämmung feucht ja auch nicht "so toll" ist....


>
> Wir habe uns jetzt nach Rücksprache mit einem Architekten und mehrere
> Dachdeckern, die sich auf die Sanierung von Flachdächern verstehen,
> entschieden, das Dach komplett neu zu machen. Zusätzliche Isolierung,
> zusätzliche Dichtungsbahnen. Der Spass kostete bei unserem Dach so knapp
> EUR 20.000,--,

Nach 20-25 Jahren ist ein Flachdach ohne Begrünung ohnehin hinüber !

>Preis hängt natürlich von den lokalen Gegebenheiten ab,
> wieviele Lichtkuppel und sonstige Öffnungen, die Quadratmeter, die Art der
> Isolierung usw. Ich möchte Dir nur ein Gefühl für die Grössenordnung
> geben.
>
> Die Alternative nachträglich ein Schrägdach aufzubauen wären bei uns aus
> baulichen Gründen nur schwer gegangen und hätte den Charm des Hause
> negative beeinflusst. Kostenvorschlag (Pi x Daumen) für das Schrägdach
> waren EUR 25.000,-- - 30.000,--, nur so als Grössenordnung für Dich.
>
> Fazit: Wenn Du das Haus unbedingt haben willst, die Aufteilung Euch
> begeistert, das Grundstück oder die Lage so genial sind usw., dann plane
> die Sanierung des Daches mit der zugehörigen finanziellen Belastung sofort
> vor Einzug ein (Verhandlungsargument beim Drücken des Kaufpreise!).

Nach 23 Jahren ist das jetzt ohnehin fällig!

> Bei der Gelegenheit eine zusätzlich Isolierung spendieren, die Abdichtung
> mit modernen Materialien ausführen lassen, die angeblich bis zu 20-25
> Jahren halten sollen.

Tun die! Wenn eine Begrünung drauf kommt noch wesentlich länger, da die
Belastung des Daches durch UV- und Witterung wesentlcih geringer wird.

>Ach ja, die 60er/70er Jahre Häuser haben oft
> 0-Grad-Dächer, also Null-Gefälle, das Wasser steht also 100% auf dem Dach
> wenn's regnet, bei einer Renovierung sollte man versuchen zumindest mit
> Schaumstoffkeilen ein 2-Grad-Gefälle hinzubekommen, damit das Wasser
> abläuft (OK, laienhafte Beschreibung ;-)

Profimäßige Beschreibung: Null-Gefälle-Dächer sind Sonderkonstruktionen nach
den Flachdachrichtlinien ... und damit Murks ;-)
2 % Gefälle sind das allermindeste Mindestmaß des Vernünftigen.


>
> Hope that helps...
> Viel Glück!
> Axel
>
> PS:
> -- Wie in einem anderen Posting behauptet müssen Flachdächer nicht
> automatisch im Sommer schei..-heiss sein. Unsere Haus war vor und ist
> erstrecht nach der Dachsanierung im Sommer nicht ungewöhnlich heiss.

Alles eine Frage der Isolierung!

> -- Bei der Sanierung evtl. eine extensive (!) Dachbegrünung bedenken.

:-))))

>Die kostet zwar etwas mehr, tut aber dem ökologischen Gewissen gut.

Langfristig kostet die nichts: Zum einen hält das Dach länger. Die
DAchdeckerkosten verteilen sich also auf eine längere Zeit. Zum anderen
spart man mit begrünten Dächern Abwassergebühren wenn ansonsten das
Regenwasser in den öffentlichen Kanal entsorgt würde. Da wo das noch nicht
so geregelt ist, wird es aufgrung hochrichterliche Urteile so werden!

>Frag' mal
> gezielt nach, wenn's Dich interessiert, ich bin mir sicher, dass Stephan
> R. gerne auf Details eingeht.

Stimmt, das macht der nette Mensch :-))

> -- IMHO gibt es in manchen Gegenden bei der Verbesserung der Wärmedämmung
> eines Hauses (hier Dachisolierung) Zuschüsse oder so.

Vielerorten auch für Dachbegrünung/ökologische Regenwasserbewirtschaftung!

>Also vorher (!) informieren, soetwas muss man meistens vor der
Auftragsvergabe beantragen!
>

Jens Mander

unread,
Jun 3, 2002, 5:25:16 PM6/3/02
to

> > > Im Sommer ist es darunter tierisch heiß
> > vorallem dieses kann ich bestätigen!
>
> Das ist keine Frage ob Flach- oder Steildach, sondern ob gut oder
> schlecht/nicht gedämmt!´

nicht gedämmt....

>
> > Wir überlegen jetzt einen Dachgarten drauf anzulegen
>
> Das freut mich als Dachbegrüner :-))
>
> >(Fett Erde drauf
>
> Mit einfach "fett Erde drauf" provoziert man Bauschäden und mag vieleicht
> auch die Statik etwas überbeanspruchen.
>
> >und dann mit (Wild)-Gräsern bepflanzen.
>
> Für Gräser braucht man "sehr fett" Erde da die recht durstig sind.
> Sedumbegrünungen sind leichter, dünnschichtiger und einfacher
herzustellen.
> .
>
> > Dies sollte doch gut isolieren?
>
> Im Sommer bietet ein Gründach guten Wärmeschutz. Wer allerdings behauptet,
> im Winter isoliert ein Gründach merklich, der lügt: Im Winter ist der
Aufbau
> immer feucht. Wasser ist nun einmal ein schlechter Isolator.
> Isolation gehört immer unter das Dach.

ok, gut zu wissen.

>
> > Gibt es da was zu beachten?
>
> "Nur" die Flachdachrichtlinien und die FLL Dachbegrünungsrichtlinie, sonst
> nichts ;-)
>
> > BTW. unser Flachdach ist seit 10 Jahren dicht (würde damals repariert).
>
> Für eine Begrünung muss ein Dach erst einmal fachgerecht
> (Flachdachrichtlinie!) und wurzelfest (Verfahren zur Untersuchung der
> Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen)
> abgedichtet sein. Also es muss ein Material als Oberlage drauf sein, daß
> wurzelfest nach FLL ist.
>
> Dann beginnt erst der Aufbau der Dachbegrünung. Nur "Fett Erde drauf" geht
> nicht: Die Abdichtung muss vor mechanischen Beschüdigungen geschützt
werden
> und dann muss auch noch das Überschusswasser zügig abgeführt werden.
> Dazu gibt es viiiiiele Möglichkeiten. Genaueres sage ich Dir, wenn Du mir
> genaueres zu Deinem Dach sagst.
>

also erstmal isolieren, dannwurzelfest machen und dann Sedumbegrünung (viel
Erde wird statisch wohl nicht gehen).

ciao,
jens


Markus Beinert

unread,
Jun 5, 2002, 3:59:52 PM6/5/02
to

"Andrea Glatthor" <a...@andrea-glatthor.de> wrote in message
news:addcvr.3...@svbuc.de...

> Eine von der Dichtigkeit unabhängige Schwachstelle ist IMHO der
> Energieverbrauch.
> Im Sommer ist es darunter tierisch heiß und im Winter saukalt. Das ist
> aber nur mein persönliches Vorurteil aus Schulzeiten. :-)

Kann ich nicht bestätigen (Elternhaus):

Dachaufbau: Styrodur (oder ähnliches) mit einer Folie obendrauf.
Meine Eltern habe das Haus seit ca. 17 Jahren, bisher keine Probleme.
Bj. ca. 1965.

Im Sommer ist die Temperatur normal, die Heizkosten im Winter sind
bei vergleichbarer Heizung in meinem Fachwerkhaus höher (trotz besserer
Fenster).


Stephan Bieker

unread,
Jun 5, 2002, 5:14:52 PM6/5/02
to

"Martin Rabers" <Mart...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3CFBA95B...@t-online.de...

> > Das Haus (BJ 1979) hat ein Flachdach! Der Eigentümer sagt, er hätte
bisher
> > keine Probleme mit dem Dach gehabt, und das gleiche gelte auch für
die
> > Nachbarn in der Reihenhauszeile.
>
> Wenn er keine Probleme damit hatte, dann wird er doch sicherlich
gerne
> eine 5jährige Übernahmegarantie/Gewährleistung im notariellen
> Kaufvertrag vermerken lassen. Wenn er sich dagegen sträubt, dann
dürfte
> die Sache eh klar sein.
>

Wenn jemand von mir ein gebrauchtes Auto kaufen möchte und darauf dann
5 Jahre Garantie haben möchte, dann empfehle ich Ihm, mal eine ganz
spezielle Klinik aufzusuchen. Ähnlich würde ich es auch bei einem
Privatverkauf eines Hauses halten.
Eine notariell beglaubigte Versicherung für die Mängelfreiheit in der
Vergangenheit ist das eine, eine 5 jährige Gewährleitung beim
Privatverkauf einer Immobilie etwas ganz anderes.

Gruss

Stephan

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