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knarzender Türdrücker

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Andreas Quast

unread,
Mar 3, 2016, 2:59:56 AM3/3/16
to
Moin,

ausgerechnet der Türdrücker der Schlafzimmertür knarzt seit einiger Zeit.
Verdachtsdiagnose ist, dass das Geräusch im Zusammenhang mit einer Feder
entsteht. Die Beschläge gehören zur sicher billigen Erstausstattung des
Hauses.
Im Netz finde ich Tipps zum Ausbau des Schlosses und Anweisung, das Ding
von außen mit Schmiermittel zu fluten. Wie nachhaltig kann das wohl sein?

Wie näher ich mich sinnvoll diesem Problem?
Kann man die Billigschlösser zerstörungsfrei zerlegen und dann gezielt
schmieren?Wie trivial ist der Austausch eines Schlosses gegen ein
Qualitätsprodukt unter Beibehaltung der vorhandenen äußeren
Gestaltungselemente (Schlossblende und Drückerverkleidung getrennt)?
Gibt es da eine verlässliche Normung?

Bevor ich mich komplett dem Leidensdruck hingebe, wüsste ich gern, wohin
mich das am Ende führt. Vielen Dank für alle Hinweise.
aq

Wilhelm Noeker

unread,
Mar 3, 2016, 4:51:43 AM3/3/16
to
Am 03.03.2016 08:56, schrieb Andreas Quast:

> ausgerechnet der Türdrücker der Schlafzimmertür knarzt seit einiger Zeit.
> Verdachtsdiagnose ist, dass das Geräusch im Zusammenhang mit einer Feder
> entsteht. Die Beschläge gehören zur sicher billigen Erstausstattung des
> Hauses.
> Im Netz finde ich Tipps zum Ausbau des Schlosses und Anweisung, das Ding
> von außen mit Schmiermittel zu fluten. Wie nachhaltig kann das wohl sein?
>
> Wie näher ich mich sinnvoll diesem Problem?
> Kann man die Billigschlösser zerstörungsfrei zerlegen und dann gezielt
> schmieren?Wie trivial ist der Austausch eines Schlosses gegen ein
> Qualitätsprodukt unter Beibehaltung der vorhandenen äußeren
> Gestaltungselemente (Schlossblende und Drückerverkleidung getrennt)?
> Gibt es da eine verlässliche Normung?

Bei Buntbart-Einsteckschlössern für Zimmertüren erlebt man eigentlich
keine Überraschungen. Man muss nur wissen, ob man DIN links oder DIN
rechts braucht, und evtl. welche Farbe das Stulpblech haben soll
(vernickelt/Hammerschlag gold). Hier ist mal ein derart handelsübliches
Einsteckschloss, mit Maßzeichnung:

http://www.amazon.de/ABUS-208003-Einsteckschloss-Typ-TK10/dp/B00187SZOM

H.-P. Schulz

unread,
Mar 3, 2016, 5:21:41 AM3/3/16
to
Andreas Quast <bu3ro...@fr33n3t.de> schrieb:

>Bevor ich mich komplett dem Leidensdruck hingebe, wüsste ich gern, wohin
>mich das am Ende führt. Vielen Dank für alle Hinweise.

Einfach mal raus nehmen und gucken, ob man das Teil auf schrauben
kann, - - oder ob es ein genietetes Super-Billig-Teil ist.
Im ersten kann man es aufmachen - und erst einmal gucken. Die
Funktionsweise eines einfachen Buntbartschlosses erschließt sich rein
intuitiv.
Und ja, es ist meistens die Feder bzw. das Federlager, das knarzt. Da
kann man irgend eine Schmiere rein machen (und hoffen, dass es die
richtige Stelle war), und gut.
Alles keine Raketenwissenschaft.

Achtung! Die Feder hat Vorspannung (wenn auch nicht viel)! Ein
°sproinnng° ist also möglich, darauf mache dich gefasst!

Wenn das Gehäuse nicht zu öffnen geht, könnte man mit irgend einem
Schmier-Spray (aber nichts so doll riechendes!! Also *kein* Caramba
oder WD40!) irgend wie dran rum probieren, oder Öl rein laufen lassen
und hoffen, dass es an der richtigen Stelle landet. Dann nochmal eine
Woche zuwarten.
Wenn's nicht hilft, neues rein.

Thomas Einzel

unread,
Mar 3, 2016, 6:19:19 AM3/3/16
to
Andreas Quast schrieb am 03.03.2016 um 08:56:
> Moin,
>
> ausgerechnet der Türdrücker der Schlafzimmertür knarzt seit einiger Zeit.

Ca. wie viele Jahre ist das Schloss in Benutzung?

> Verdachtsdiagnose ist, dass das Geräusch im Zusammenhang mit einer Feder
> entsteht. Die Beschläge gehören zur sicher billigen Erstausstattung des
> Hauses.
> Im Netz finde ich Tipps zum Ausbau des Schlosses und Anweisung, das Ding
> von außen mit Schmiermittel zu fluten. Wie nachhaltig kann das wohl sein?
>
> Wie näher ich mich sinnvoll diesem Problem?

IMO:
1. Versuch es im eingebauten Zustand mit Sprühöl (harzfreies wie
"SPRÜHÖL 88"). Klinke runter drücken und in die Öffnung an der Falle mit
dem Sprühschlauch nach oben/unten/mitte jeweils ca. 1s sprühen, nicht
"fluten"! Dafür geht kein Ölkännchen.
Innenleben auf
https://de.wikipedia.org/wiki/Einsteckschloss#/media/File:Einsteckschloss_%281%29.JPG

2. Wenn es nichts bzw. nicht lange hilft, kannst du versuchen es
auszubauen und sehen ob du es überhaupt auseinander bauen kannst, manche
sind vernietet. Dabei gleich alle Maße für 3. notieren.

3. Wenn das alles nichts hilft, kauf ein neues. Vor dem Einbau minimal
ölen (mit harzfreiem Feinmechanikeröl, da geht auch Sprühöl 88)

> Kann man die Billigschlösser zerstörungsfrei zerlegen und dann gezielt
> schmieren?

mache ja

> Wie trivial ist der Austausch eines Schlosses gegen ein
> Qualitätsprodukt unter Beibehaltung der vorhandenen äußeren
> Gestaltungselemente (Schlossblende und Drückerverkleidung getrennt)?

Da du in d.r.h fragst: ziemlich einfach. Nimm nur passendes Werkzeug.

> Gibt es da eine verlässliche Normung?

https://de.wikipedia.org/wiki/Einsteckschloss

> Bevor ich mich komplett dem Leidensdruck hingebe, wüsste ich gern, wohin
> mich das am Ende führt. Vielen Dank für alle Hinweise.

Zu einem leiseren Einsteckschloss.

--
Thomas

Helmut Hullen

unread,
Mar 3, 2016, 7:42:02 AM3/3/16
to
Hallo, Thomas,

Du meintest am 03.03.16:

>> Im Netz finde ich Tipps zum Ausbau des Schlosses und Anweisung, das
>> Ding von außen mit Schmiermittel zu fluten. Wie nachhaltig kann das
>> wohl sein?
>>
>> Wie näher ich mich sinnvoll diesem Problem?

> IMO:
> 1. Versuch es im eingebauten Zustand mit Sprühöl (harzfreies wie
> "SPRÜHÖL 88"). Klinke runter drücken und in die Öffnung an der Falle
> mit dem Sprühschlauch nach oben/unten/mitte jeweils ca. 1s sprühen,
> nicht "fluten"! Dafür geht kein Ölkännchen.

Oder Graphitstaub - so pflege ich nachzuschmieren. Wichtig ist nur:
danach nicht mehr ölen.

Viele Gruesse!
Helmut

Andreas Quast

unread,
Mar 3, 2016, 8:09:37 AM3/3/16
to
Am Thu, 03 Mar 2016 11:21:27 +0100 schrieb H.-P. Schulz:

> Einfach mal raus nehmen und gucken, ob man das Teil auf schrauben kann,
> - - oder ob es ein genietetes Super-Billig-Teil ist.
> Im ersten kann man es aufmachen - und erst einmal gucken. Die
> Funktionsweise eines einfachen Buntbartschlosses erschließt sich rein
> intuitiv.
> Und ja, es ist meistens die Feder bzw. das Federlager, das knarzt. Da
> kann man irgend eine Schmiere rein machen (und hoffen, dass es die
> richtige Stelle war), und gut.
> Alles keine Raketenwissenschaft.

Also, ich hab's dann mal auseinandergedröselt und es dabei geschafft,
mich nicht im Schlafzimmer einzusperren.
Schwierig war, dass sowohl Türdrücker als auch Schlüssellochbeschläge
zunächst abzuhebeln und dann abzuschrauben (weil durchgeschraubt) waren.
Sonst war das Teil nicht weiter zu zerlegen, weil mit irgendwelchen
Blechlaschen verrammelt. Ich hab's mal mit Silikonschmierspray versucht,
das ich durch die vielen Löcher auf die beweglichen Teile aufgebracht
habe. DAS SCHLOSS knarzte dann erst mal nicht mehr.

Ich musste aber feststellen, dass die Kunststoffinnereien der
Türdrückerrosetten auf beiden Seiten eigene federbelastete
Innenvierkantscheiben enthielten, als Geräuschquelle nicht unverdächtig
waren. Bei Reinschauen, musste ich dann feststellen, dass diese Teile aus
drei Kunststoffelementen sowie einem ziemlich kräftigen Federring
zusammengesteckt sind, den man nur vorgespannt wieder hineinpfriemeln
konnte. Ein Albtraum für Wasserpumpenzange, Schraubstock,
Schraubendreher, Geduld und Fingernagel. Danach habe ich mich nur noch
getraut, diese Plastikteile im rasch wieder eingebauten Zustand mit dem
Silikonspray einzunebeln.

Nun bin ich gespannt, wie lange die Geräuschfreiheit vorhält. Wozu man
allerdings den Türdrücker über drei separate Federn wieder nach oben
zwingen muss, erschließt sich mir nicht.

H.-P. Schulz

unread,
Mar 3, 2016, 11:00:52 AM3/3/16
to
Andreas Quast <bu3ro...@fr33n3t.de> schrieb:

>Nun bin ich gespannt, wie lange die Geräuschfreiheit vorhält. Wozu man
>allerdings den Türdrücker über drei separate Federn wieder nach oben
>zwingen muss, erschließt sich mir nicht.

Wie, also sowohl Schloss als auch Türdrückerrosetten enthalten Federn?
Das ist/wäre in der Tat etwa übertrieben.
Es gibt Länder, in denen das Schloss keine Rückstellfeder hat, sondern
das Heben des Drückers zurück in die Grundstellung von externen, in
der Türdrückerrosette untergebrachten Federn besorgt wird.
Das macht das Schloss selbst simpler.
Aber sowohl-als auch finde ich auch seltsam.
Aber ich bin kein Profi-Schlosser oder so. Die mögen da tiefere
Kenntnisse haben.

Bernd Nebendahl

unread,
Mar 3, 2016, 11:56:33 AM3/3/16
to
Ich glaube, der Drückerhersteller will damit sicherstellen, dass der
Griff unabhängig vom Schloss bzw. vom Spiel des Vierkants in einer
definierten waagrechten Position steht wenn man den Griff loslässt. Ich
habe das schon öfter so gesehen.

Bernd


H.-P. Schulz

unread,
Mar 3, 2016, 2:47:01 PM3/3/16
to
Bernd Nebendahl <Bernd_N...@web.de> schrieb:
Ja, aber komisch ist, dass das dann zur "billigen Ertsausstattung",
die der OP erwähnt, gehört.
Ich kenne sowas eher aus dem Premiumbereich.

Marc Haber

unread,
Mar 4, 2016, 8:20:37 AM3/4/16
to
Wilhelm Noeker <wno...@t-online.de> wrote:
>Man muss nur wissen, ob man DIN links oder DIN
>rechts braucht, und evtl. welche Farbe das Stulpblech haben soll
>(vernickelt/Hammerschlag gold).

Es gibt die übrigens auch in weiß, was bei weißen Türen _echt_ cool
aussieht.

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " | http://www.zugschlus.de/
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834

Georg Wieser

unread,
Mar 4, 2016, 2:21:24 PM3/4/16
to
Am 03.03.2016 um 14:06 schrieb Andreas Quast:
> Am Thu, 03 Mar 2016 11:21:27 +0100 schrieb H.-P. Schulz:
>
>> Einfach mal raus nehmen und gucken, ob man das Teil auf schrauben kann,
>> - - oder ob es ein genietetes Super-Billig-Teil ist.
>> Im ersten kann man es aufmachen - und erst einmal gucken. Die
>> Funktionsweise eines einfachen Buntbartschlosses erschließt sich rein
>> intuitiv.
>> Und ja, es ist meistens die Feder bzw. das Federlager, das knarzt. Da
>> kann man irgend eine Schmiere rein machen (und hoffen, dass es die
>> richtige Stelle war), und gut.
>> Alles keine Raketenwissenschaft.
>
> Also, ich hab's dann mal auseinandergedröselt und es dabei geschafft,
> mich nicht im Schlafzimmer einzusperren.

War überflüssig :-) Einfach reinsprühen hätte fast sicher gereicht :-)

> Schwierig war, dass sowohl Türdrücker als auch Schlüssellochbeschläge
> zunächst abzuhebeln und dann abzuschrauben (weil durchgeschraubt) waren.
> Sonst war das Teil nicht weiter zu zerlegen, weil mit irgendwelchen
> Blechlaschen verrammelt. Ich hab's mal mit Silikonschmierspray versucht,
> das ich durch die vielen Löcher auf die beweglichen Teile aufgebracht
> habe. DAS SCHLOSS knarzte dann erst mal nicht mehr.
>
> Ich musste aber feststellen, dass die Kunststoffinnereien der
> Türdrückerrosetten auf beiden Seiten eigene federbelastete
> Innenvierkantscheiben enthielten, als Geräuschquelle nicht unverdächtig
> waren.

Dann wurden ziemlich hochwertige Drückergarnituren verbaut. Hewi?

Georg Wieser

unread,
Mar 4, 2016, 2:22:12 PM3/4/16
to
Am 03.03.2016 um 13:21 schrieb Helmut Hullen:

>
> Oder Graphitstaub - so pflege ich nachzuschmieren. Wichtig ist nur:
> danach nicht mehr ölen.

*IN* der Wohnung? Nee oder?


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