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Schimmel im Keller, die 42.000...

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Sebastian Suchanek

unread,
May 12, 2012, 6:47:46 AM5/12/12
to
Hallo NG!

Derzeit mach uns ein fensterloser(!) Kellerraum etwas Sorgen, da
wir darin Schimmel gefunden haben. Der Raum ist ca. 2,30m *
3,80m * 2,30m groß und wird als Lagerraum genutzt. Aufgetreten
ist aber nicht der typische Schwarzschimmel an Wänden, sondern
weißer Schimmel an dort gelagertem Material (z.B. Holz und
Leder).
Im Raum befindet sich ein Bodenablauf. Der ist zwar
normalerweise verschlossen[1], aber hermetisch dicht ist
das natürlich auch nicht.

Meine Überlegungen, den Schimmel in den Griff zu bekommen -
abgesehen natürlich davon, die vom Schimmel befallenen Dinge zu
entsorgen oder zumindest sehr gründlich zu reinigen - gehen
momentan in folgende Richtungen:

1. Einen kleinen Lüfter einbauen, der für etwas Luftbewegung im
Raum sorgt und
a) in den benachbarten Raum (mit Kellerfenster) bläst oder
b) den durch einen entsprechenden Lüftungskanal durch den
Nachbarraum hindurch gleich bis draußen bläst

2. Einen (elektrischen?) Luftentfeuchter im Raum aufstellen und
dort zumindest mittelfristig hygrostatgesteuert zu betreiben.
(Regelmäßiges Ausleeren des Wassersammelbehälters nicht
vergessen. ;-))

Welche der Methoden würdet Ihr bevorzugen bzw. empfehlen und
warum?


Tschüs,

Sebastian

_____
[1] Der Verschluß sieht so aus:
http://www.suchanek.de/temp/ablauf-verschluss_1.jpg (98kB)
http://www.suchanek.de/temp/ablauf-verschluss_2.jpg (140kB)
Die Messingscheibe im ersten Bild links unten hat
konische Flanken und wird durch die Spindel auf einen
entsprechenden Sitz im Verschlußgehäuse gedrückt.

--
http://www.baumaschinen-modelle.net
http://www.schwerlast-rhein-main.de

Heinz Schmitz

unread,
May 12, 2012, 7:04:08 AM5/12/12
to
Sebastian Suchanek wrote:

>Welche der Methoden würdet Ihr bevorzugen bzw. empfehlen und
>warum?

Erstmal Thermometer und Hygrometer reinlegen und sehen,
was für Werte erscheinen?

Als was wurde der Raum früher genutzt? Gibt es Erfahrungen
vom Vorbesitzer?

Grüße,
H.


Bernhard Wohlgemuth

unread,
May 12, 2012, 8:01:17 AM5/12/12
to
Sebastian Suchanek schrieb:

> Meine Überlegungen, den Schimmel in den Griff zu bekommen -

Zuallererst mal in dem fraglichen Kellerraum die Feuchte messen!

In meinem Lagerkeller halte ich die rel. Feuchte unter 65%, damit konnte
ich Schimmelprobleme bisher erfolgreich vermeiden.

> 1. Einen kleinen Lüfter einbauen, der für etwas Luftbewegung im
> Raum sorgt und
> a) in den benachbarten Raum (mit Kellerfenster) bläst oder
> b) den durch einen entsprechenden Lüftungskanal durch den
> Nachbarraum hindurch gleich bis draußen bläst

Das wird im Sommer nicht funktionieren, im Gegenteil: Die nach draußen
geblasene Luft muss ja ersetzt werden - also strömt feuchtwarme Luft von
draußen in den Keller ein und kühlt dort ab. Die relative Feuchte nimmt
beim Abkühlen zu - bis zur Kondensation. Genau darum sollte man im
Sommer den Luftaustausch im Keller eher unterbinden, wenn man keine
Probleme möchte.

> 2. Einen (elektrischen?) Luftentfeuchter im Raum aufstellen und
> dort zumindest mittelfristig hygrostatgesteuert zu betreiben.
> (Regelmäßiges Ausleeren des Wassersammelbehälters nicht
> vergessen. ;-))

Das würde ich Dir empfehlen, denn mit reinen Lüftungsmaßnahmen wird es
Dir wahrscheinlich nicht gelingen, die Feuchte zuverlässig unter dem
kritischen Wert (Lagerräume sollten nicht mehr als 70% haben) zu halten.

Ich habe in meinem Keller einen solchen elektrischen Entfeuchter laufen.
Der Apparat holt trotz geschlossener Fenster im Sommer bei feuchtwarmem
Wetter locker 3-4 Liter Wasser pro 24 Stunden aus der Luft, um die 65%
zu halten - ein chemischer Entfeuchter wäre damit überfordert. Die
Elektrischen haben fast alle auch die Möglichkeit, einen Ablaufschlauch
anzuschließen, dann kann man sich das regelmäßige (im Sommer tägliche!)
Ausleeren ersparen.

Gruß B.

Harald Klotz

unread,
May 12, 2012, 10:33:19 AM5/12/12
to
Sebastian Suchanek schrieb:

> 1. Einen kleinen Lüfter einbauen, der für etwas
> Luftbewegung im Raum sorgt und
> a) in den benachbarten Raum (mit Kellerfenster) bläst
> oder b) den durch einen entsprechenden Lüftungskanal
> durch den Nachbarraum hindurch gleich bis draußen
> bläst

Das ist nicht unproblematisch.
Im Sommer wird warme feuchte Luft von aussen angesaugt, der
Kellerraum ist kühl, die Feuchtigkeit kondensiert im Raum
aus.

> 2. Einen (elektrischen?) Luftentfeuchter im Raum
> aufstellen und dort zumindest mittelfristig
> hygrostatgesteuert zu betreiben. (Regelmäßiges
> Ausleeren des Wassersammelbehälters nicht vergessen.
> ;-))

Das wäre eine Möglichkeit, aber eine teure.

> Welche der Methoden würdet Ihr bevorzugen bzw. empfehlen
> und warum?

Wo kommt die Feuchtigkeit her?
Du musst die Quelle der Feuchtigkeit erkennen und
beseitigen.

Lüften kann genau das Gegenteil bewirken, insbesondere wenn
der die Luft im Raum kälter ist als die angesaugte, was im
Sommer regelmässig der Fall ist.

Stosslüften, bzw. ein zeitgesteuerter Lüfter, der die Luft
in kurzer Zeit vollständig tauscht, könnte helfen.
Es müsste aber gewährleistet sein, dass die Wassermenge in
der Kellerluft geringer ist als die in der angesaugten.
Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen,
daher relative Luftfeuchtigkeit.

Grüße Harald

Jochen Kriegerowski

unread,
May 12, 2012, 1:45:56 PM5/12/12
to
Am 12.05.2012 16:33, schrieb Harald Klotz:

> Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen, daher relative
> Luftfeuchtigkeit.

Wie kann es eigentlich angehen, dass man in einer Zeit mit immer dichter
abgeschotteten Häusern und elektronischen Messgeräten immer noch ein
Mollier-Diagramm neben des Thermo-/Hygrometer hängen muss um auf den
fürs "Trockenlüften" einzig entscheidenden Wert "Gramm Wasser pro Kubik-
meter Luft" zu kommen.

Leben die Hersteller noch in der Steinzeit?

Gruß
Jochen

Raimund Nisius

unread,
May 12, 2012, 2:29:28 PM5/12/12
to
Nein, aber Du hast falsche Vorstellungen vom Trockenlüften.

Entscheidend ist, ob die Temperatur der Luft bzw. der Festkörper
weiteres Wasser verdunsten läßt (H < 100%) oder ob Wasser kondensiert.
(H >= 100%).

Die 100% sind bezogen auf den Druck des Wasssersdampfes bei der
Temperatur in einem geschlossenem Gefäß mit flüssigem Wasser. Dieser
Druck andert sich enorm mit der Temperatur. Für die Kenntnis des
absoluten Wassergehalts kenne ich bisher nur eine Anwendung.

--
Gruß, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de>
Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage
findet sich immer eine länger gültige Adresse.

Jochen Kriegerowski

unread,
May 12, 2012, 2:58:58 PM5/12/12
to
Am 12.05.2012 20:29, schrieb Raimund Nisius:

> Entscheidend ist, ob die Temperatur der Luft bzw. der Festkörper
> weiteres Wasser verdunsten läßt (H< 100%) oder ob Wasser kondensiert.
> (H>= 100%).

Das ist schon richtig. Nur:
Wenn ich das Fenster aufmache möchte ich wissen, ob ich durch die
einströmende Luft mehr Wasser in den Keller bekomme als jetzt schon
drin ist.

Da mir meine handelsüblichen Geräte aber nur die relative Feuchte
anzeigen, muss ich die Wassermenge aus Temperatur und relativer
Feuchte selbst ermitteln. Das ließe sich mit der in den Geräten
verbauten Elektronik vermutlich ohne großen Aufwand direkt anzeigen.

Dass die Leute reihenweise ihre Keller nasslüften hängt doch
gerade mit diesem Missverständnis zusammen: Die sehen, im Keller
sind 70 % Feuchte, und draußen ist es ja soooo trocken: Nur 40 %.
Dass es im Keller 16 Grad hat und draußen 40 interessiert sie
nicht. Sie sehen nur die Feuchteanzeige auf dem Hygrometer.

Gruß
Jochen

Horst Scholz

unread,
May 12, 2012, 3:07:52 PM5/12/12
to

"Raimund Nisius" <usene...@raimund.in-berlin.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1kk00j6.164pi7s15n602cN%usene...@raimund.in-berlin.de...

> Entscheidend ist, ob die Temperatur der Luft bzw. der Festkörper
> weiteres Wasser verdunsten läßt (H < 100%) oder ob Wasser kondensiert.
> (H >= 100%).
>
> Die 100% sind bezogen auf den Druck des Wasssersdampfes bei der
> Temperatur in einem geschlossenem Gefäß mit flüssigem Wasser. Dieser
> Druck andert sich enorm mit der Temperatur. Für die Kenntnis des
> absoluten Wassergehalts kenne ich bisher nur eine Anwendung.


Woher weißt du, dass er einen heißen Wasserkessel im Keller hat?

1

Martin Schoenbeck

unread,
May 12, 2012, 3:14:33 PM5/12/12
to
Hallo Jochen,

Jochen Kriegerowski schrieb:

> Da mir meine handelsüblichen Geräte aber nur die relative Feuchte
> anzeigen, muss ich die Wassermenge aus Temperatur und relativer
> Feuchte selbst ermitteln. Das ließe sich mit der in den Geräten
> verbauten Elektronik vermutlich ohne großen Aufwand direkt anzeigen.

In der Tat. Deshalb gibt es auch viele Geräte, die den Taupunkt anzeigen.
Was die benötigte Information ebenfalls direkt liefert.

Gruß Martin
--
Bitte nicht an der E-Mail-Adresse fummeln, die paßt so.

Norbert Hahn

unread,
May 12, 2012, 5:58:51 PM5/12/12
to
Sebastian Suchanek <sebastian...@gmx.de> wrote:

>Hallo NG!
>
>Derzeit mach uns ein fensterloser(!) Kellerraum etwas Sorgen, da
>wir darin Schimmel gefunden haben. Der Raum ist ca. 2,30m *
>3,80m * 2,30m groß und wird als Lagerraum genutzt. Aufgetreten
>ist aber nicht der typische Schwarzschimmel an Wänden, sondern
>weißer Schimmel an dort gelagertem Material (z.B. Holz und
>Leder).

Schimmel bildet sich dort, wo Wasser aus der Luft kondensieren kann. Das
ist bei einer rel. Luftfeuchte von ca. 50% und mehr der Fall. Also musst
Du den Raum trocknen und trocken halten. Beides kann man mit einem Luft-
entfeuchter auf der Basis von Kalziumchlorid recht preiswert erreichen.
Zum Beispiel mit http://www.uhu.com/de/produkte/luftentfeuchter.html
Wenn Du häufiger als alle paar Wochen eine Nachfüllpackung brauchst, muss
Du nach der Ursache der erhöhten Feuchtigkeit suchen.

Norbert

S.Jedath

unread,
May 12, 2012, 6:01:39 PM5/12/12
to
Am 12.05.2012 12:47, schrieb Sebastian Suchanek:
> Hallo NG!

Ich habe es mit einem kleinen, zeitgesteuerten Ventilator geschafft.
Im Sommer läuft ein Luftentfeuchter.

In meinem Keller sind aber alle Türen "offen".(??)

Durchzug, leicht und beständig, tötet den Pilz. ;-)

Siggi

--
Der Maler - Garant für Schutz und Schönheit

Wolfgang Martens

unread,
May 12, 2012, 7:01:35 PM5/12/12
to
> Wie kann es eigentlich angehen, dass man in einer Zeit mit immer
> dichter abgeschotteten Häusern und elektronischen Messgeräten immer
> noch ein Mollier-Diagramm neben des Thermo-/Hygrometer hängen muss
> um auf den fürs "Trockenlüften" einzig entscheidenden Wert "Gramm
> Wasser pro Kubik- meter Luft" zu kommen.
>
> Leben die Hersteller noch in der Steinzeit?

Wird an der mangelnden Nachfrage liegen. Die meisten Leute kennen die
Bedeutung von absoluter Feuchte oder Taupunkt nicht.

Preiswerte Geräte mit DAUERHAFTER Taupunktanzeige sind selten.

Ich kenne Conrad 100841 für 29,- aber ist nur für innen.

Ich habe ein Innen/Aussen Thermo/Hygrometer von ELV das man mit viel
tastendrücken auf Taupunktanzeige umstellen kann, das mich aber ärgert
weil es nach 10 Sekunden wieder zurückstellt.
Mit meiner Taupunkttabelle bin ich schneller.

Kennt jemand was preiswertes das dauerhaft auf Aussentaupunktanzeige
einstellbar ist?


Es gibt allerdings elv 68-102662 TFA BEL-AIR 35Euro
www.elv.de/output/controller.aspx?cid=74&detail=10&detail2=37482&flv=1
Das zeigt zwar keine Taupunkte an, scheint aber intern damit zu
rechnen, denn es zeigt an wann es mit Lüften innen trockner wird.
www.elv-downloads.de/Assets/Produkte/10/1026/102662/Downloads/102662_thermohygrometer_um.pdf
Fehlt nur noch ein Schaltausgang, dann könnte es teure Profisysteme
wie www.feuchtigkeitsregelsysteme.de ersetzten.

Hat schon mal jemand eine Reflexlichtschranke auf einem LCD ausprobiert?


mfG
Wolfgang Martens

Guido Hoffmann

unread,
May 13, 2012, 12:25:31 AM5/13/12
to
Am 13.05.2012 01:01, schrieb Wolfgang Martens:
> Kennt jemand was preiswertes das dauerhaft auf Aussentaupunktanzeige
> einstellbar ist?

Folgendes Setup hat sich hier bewährt und ist sogar DAU-tauglich: 2x
"TFA Comfort Control" (ca. 20 € pro Stück), eines steht innen, eines
draußen. Ist die Taupunkttemperatur draußen höher als drinnen, sollte
man nicht lüften.
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Sebastian Suchanek

unread,
May 14, 2012, 2:32:20 PM5/14/12
to
Thus spoke Heinz Schmitz:
> Sebastian Suchanek wrote:
>
>> Welche der Methoden würdet Ihr bevorzugen bzw. empfehlen und
>> warum?
>
> Erstmal Thermometer und Hygrometer reinlegen und sehen,
> was für Werte erscheinen?

So, gerade habe ich mal nachgemessen:
- Temperatur: 18,5°C
- rel. Luftfeuchte: 46%
- abs. Luftfeuchte: 7,3g/m³

> Als was wurde der Raum früher genutzt? Gibt es Erfahrungen
> vom Vorbesitzer?

Der Vorbesitzer sind wir selbst. :-)
Das Haus ist Baujahr 1977, der Raum bekam beim Bau erstmal einen
Estrichboden und nackten Putz an Wänden und Decken und wurde
seither als Rumpelkammer genutzt.
Ende 2008 habe ich den Raum etwas "aufgemöbelt": Weitere
Estrichschicht 'rein (um einen Höhenunterschied zum Flur-
Fußboden auszugleichen), nach 6(?) Wochen Fliesen gelegt und die
Wände gestrichen. Danach habe ich den Raum einige Male als Foto-
Dunkelkammer genutzt, das aber schon seit einigen Jahren
(leider) nicht mehr.


Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek

unread,
May 14, 2012, 2:54:03 PM5/14/12
to
Thus spoke Emil Naepflein:

> On Sat, 12 May 2012 12:47:46 +0200, Sebastian Suchanek
> <sebastian...@gmx.de> wrote:
>
>> Welche der Methoden würdet Ihr bevorzugen bzw. empfehlen
>> und warum?
>
> Erst Mal würde ich nach der Quelle der Feuchtigkeit suchen
> und sie beseitigen.

Hmm, ausgemachte Feuchtigkeitsquellen konnte ich im fraglichen
Raum (fast) keine finden.

- Es gibt, wie gesagt, einen Bodenablauf, der ist aber
normalerweise "dicht" verschlossen (vgl. mein erstes Posting)
- Im Keller lagern ein paar Kunststoff-Behältnisse mit
Photochemikalien und destilliertem Wasser (vgl. meine Antwort
an Heinz), die sind auch alle "dicht".
- Es gehen Kaltwasserleitungen und gedämmte Heizungsrohe durch
den Keller. An einer Kaltwasserleitungen habe ich zwar eine
minimal tropfende Stelle gefunden, aber da liegt die Leckrate
grob geschätzt bei 1-2 Tropfen pro Stunde.
(Da muß halt demnächst mal der Klempner 'ran...)
- Im Keller lagern auch Bierzeltgarnituren, wenn die nach
Gebrauch wieder weggeräumt werden, könnte da noch Restfeuchte
dar(a|i)n sein. Das wäre aber erstens minimal (tropfnaß kommen
die natürlich nicht in den Keller) und zweitens ein, höchstens
zwei Mal im Jahr der Fall.

Ansonsten fällt mir beim besten Willen nix mehr ein, woher da
noch Feuchtigkeit kommen könnte.

> Sollte dies aus irgendwelchen Gründen
> nicht gehen, würde ich in die Tür unten und oben
> Kiemenbleche/Lüftungungsgitter einbauen, damit ein
> Luftaustauch mit dem Nachbarraum stattfindet.

Der "Nachbarraum" ist der Kellerflur. Aber u.a. da der fragliche
Raum am Ende des Flurs liegt, habe ich so meine Bedenken, ob
reine Lüftungsgitter - also ohne aktiven Lüfter o.ä. - wirklich
für ausreichend Zirkulation sorgen.

> [...]
> Wenn die Heizung im Kellerraum steht, und diese die Luft
> aus dem Raum holt, darf man auch nicht die
> Belüftungsöffnung verschließen, sonst bekommt man
> Schwierigkeiten mit dem Schornsteinfeger.

Nein, die Heizung steht in einem anderen Raum.


Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek

unread,
May 14, 2012, 2:40:07 PM5/14/12
to
Thus spoke Bernhard Wohlgemuth:
> Sebastian Suchanek schrieb:
>
>> Meine Überlegungen, den Schimmel in den Griff zu bekommen
>> -
>
> Zuallererst mal in dem fraglichen Kellerraum die Feuchte
> messen!

Siehe auch meine Antwort an Heinz: 18,5°C / 46% / 7,3 g/m³

> In meinem Lagerkeller halte ich die rel. Feuchte unter 65%,
> damit konnte ich Schimmelprobleme bisher erfolgreich
> vermeiden.

Das wäre ja locker gegeben. *hmmm*...

>> 1. Einen kleinen Lüfter einbauen, der für etwas
>> Luftbewegung im
>> Raum sorgt und
>> a) in den benachbarten Raum (mit Kellerfenster) bläst
>> oder b) den durch einen entsprechenden Lüftungskanal
>> durch den
>> Nachbarraum hindurch gleich bis draußen bläst
>
> Das wird im Sommer nicht funktionieren, im Gegenteil: Die
> nach draußen geblasene Luft muss ja ersetzt werden - also
> strömt feuchtwarme Luft von draußen in den Keller ein und
> kühlt dort ab. Die relative Feuchte nimmt beim Abkühlen zu
> - bis zur Kondensation. Genau darum sollte man im Sommer
> den Luftaustausch im Keller eher unterbinden, wenn man
> keine Probleme möchte.

OK, guter Einwand.

>> 2. Einen (elektrischen?) Luftentfeuchter im Raum
>> aufstellen und
>> dort zumindest mittelfristig hygrostatgesteuert zu
>> betreiben. (Regelmäßiges Ausleeren des
>> Wassersammelbehälters nicht vergessen. ;-))
>
> Das würde ich Dir empfehlen,
> [...]

Danke, ist notiert. :-)


Tschüs,

Sebastian

Jochen Kriegerowski

unread,
May 14, 2012, 3:32:06 PM5/14/12
to
Am 14.05.2012 20:40, schrieb Sebastian Suchanek:

> Siehe auch meine Antwort an Heinz: 18,5°C / 46% / 7,3 g/m³
> ....
>
> Das wäre ja locker gegeben. *hmmm*...

Eben, das sind ja keine dramatischen Werte - raumklimatechnisch
wirst du da wenig ausrichten.
Ein erhöhtes Risiko von Neubefall sehe ich eigentlich nicht.

Zur Zeit ist es ja auch draußen ziemlich kühl (zumindes hier),
aber ich würde das Raumklima im Auge behalten wenn die
Temperaturen wieder etwas sommerlicher werden.

Gruß
Jochen

Heinz Schmitz

unread,
May 15, 2012, 4:54:01 AM5/15/12
to
Sebastian Suchanek wrote:

>Hmm, ausgemachte Feuchtigkeitsquellen konnte ich im fraglichen
>Raum (fast) keine finden.

Deine Raumklimawerte sind imho absolut unkritisch
- Temperatur: 18,5°C
- rel. Luftfeuchte: 46%
wenn sie *dauernd* so sind.
Hygrometer sind aber so eine Sache für sich. Das würde ich zur
Kontrolle auch mal in andere Räume legen und sehen, ob es sich
insgesamt plausibel verhält. Siehe z.B. auch
http://www.humidorbau.de/shop/info/db77.html

>- Es gibt, wie gesagt, einen Bodenablauf, der ist aber
> normalerweise "dicht" verschlossen (vgl. mein erstes Posting)

Mach ihn mal auf und schau nach, ob Wasser drin steht. Sehen alle
Wände trocken aus? Wie hoch steht bei Euch das Grundwasser?

>- Es gehen Kaltwasserleitungen und gedämmte Heizungsrohe durch
> den Keller. An einer Kaltwasserleitungen habe ich zwar eine
> minimal tropfende Stelle gefunden, aber da liegt die Leckrate
> grob geschätzt bei 1-2 Tropfen pro Stunde.
> (Da muß halt demnächst mal der Klempner 'ran...)

Sowas ist immer kritisch, da das Leitungswasser meist kalt reinkommt
und wie ein Kondensator für die Raumfeuchte wirkt. Ich weiß auch keine
Methode, wie man erfolgreich dagegen etwas tun könnte, außer die
Leitung in einen gut gelüfteten Raum zu verlegen.

>- Im Keller lagern auch Bierzeltgarnituren, wenn die nach
> Gebrauch wieder weggeräumt werden, könnte da noch Restfeuchte
> dar(a|i)n sein. Das wäre aber erstens minimal (tropfnaß kommen
> die natürlich nicht in den Keller) und zweitens ein, höchstens
> zwei Mal im Jahr der Fall.

Wenn in einen schlecht gelüfteten Raum Feuchte reingebracht wird,
bleibt sie lange da drin :-(.

>Der "Nachbarraum" ist der Kellerflur. Aber u.a. da der fragliche
>Raum am Ende des Flurs liegt, habe ich so meine Bedenken, ob
>reine Lüftungsgitter - also ohne aktiven Lüfter o.ä. - wirklich
>für ausreichend Zirkulation sorgen.

Kann man kein Kellerfenster nachrüsten?

Grüße,
H.



Sebastian Suchanek

unread,
May 15, 2012, 5:06:18 AM5/15/12
to
Am 15.05.2012 10:54, schrieb Heinz Schmitz:
> Sebastian Suchanek wrote:
>
>>Hmm, ausgemachte Feuchtigkeitsquellen konnte ich im fraglichen
>>Raum (fast) keine finden.
>
> Deine Raumklimawerte sind imho absolut unkritisch
> - Temperatur: 18,5°C
> - rel. Luftfeuchte: 46%
> wenn sie *dauernd* so sind.

Gefühlt ja. (Aber ich kann bei höheren Außentemperaturen und/oder
höheren Luftfeuchten im Freien auch noch mal nachmessen.)

> Hygrometer sind aber so eine Sache für sich. Das würde ich zur
> Kontrolle auch mal in andere Räume legen und sehen, ob es sich
> insgesamt plausibel verhält.

Das Meßgerät war ein Testo 645, DKD-kalibriert. Wenn das Blödsinn
anzeigt, habe ich ganz andere Sorgen. ;-)

>>- Es gibt, wie gesagt, einen Bodenablauf, der ist aber
>> normalerweise "dicht" verschlossen (vgl. mein erstes Posting)
>
> Mach ihn mal auf und schau nach, ob Wasser drin steht.

Hab' ich neulich schon gemacht - knochentrocken.

> Sehen alle Wände trocken aus?

Jupp.

> Wie hoch steht bei Euch das Grundwasser?

Tief - feinster Rhein-Main-Sandboden. Genau kann ich's nicht sagen, aber
definitiv deutlich unter Fundamenthöhe.

> [...]
>>Der "Nachbarraum" ist der Kellerflur. Aber u.a. da der fragliche
>>Raum am Ende des Flurs liegt, habe ich so meine Bedenken, ob
>>reine Lüftungsgitter - also ohne aktiven Lüfter o.ä. - wirklich
>>für ausreichend Zirkulation sorgen.
>
> Kann man kein Kellerfenster nachrüsten?

Nein. (Stichwort "Nachbarbebauung".)


Tschüs,

Sebastian

Heinz Tauer

unread,
May 15, 2012, 5:42:28 AM5/15/12
to
Am 15.05.2012 11:06, schrieb Sebastian Suchanek:

Du schriebst etwas von Bierzapfanlagen; sind die gründlich gereinigt?
die sind ein idealer Nährboden für Hefepilze. Wenn die dann austrocknen,
können sich die Sporen wunderbar weiterverbreiten.

--
H.T.

Bernhard Wohlgemuth

unread,
May 15, 2012, 6:09:54 AM5/15/12
to
Sebastian Suchanek schrieb:

> Siehe auch meine Antwort an Heinz: 18,5°C / 46% / 7,3 g/m³

Zum Messen: Ich habe im Lagerkeller einen Außensensor meiner
PC-Wetterstation (ELV) deponiert, damit kann ich die Feuchte
kontinuierlich monitoren und ins Verhältnis zu den Außenbedingungen
setzen.

>> In meinem Lagerkeller halte ich die rel. Feuchte unter 65%,
>> damit konnte ich Schimmelprobleme bisher erfolgreich
>> vermeiden.
>
> Das wäre ja locker gegeben. *hmmm*...

Stimmt! Bei mir im Keller lagert bei < 65 % alles Mögliche - unter
anderem auch Papier, das sich weder wellt noch irgendwie muffig riecht.
Auch alte Schultasche aus Rindleder übersteht das jetzt schon seit über
4 Jahren unbeschadet.

Wenn Du also auf Deinem Lagergut dennoch Schimmel findest, kommt
eigentlich nur in Betracht, dass der Raum zwischendurch mal erheblich
feuchter war.

Gruß B.

Sebastian Suchanek

unread,
May 15, 2012, 6:38:06 AM5/15/12
to
Am 15.05.2012 12:09, schrieb Bernhard Wohlgemuth:
> Sebastian Suchanek schrieb:
>
>> Siehe auch meine Antwort an Heinz: 18,5°C / 46% / 7,3 g/m³
>
> Zum Messen: Ich habe im Lagerkeller einen Außensensor meiner
> PC-Wetterstation (ELV) deponiert, damit kann ich die Feuchte
> kontinuierlich monitoren und ins Verhältnis zu den Außenbedingungen
> setzen.

Auch wenn's jetzt OT wird: Welche ist denn das? Ich bin schon länger auf
der Suche nach einer PC-Wetterstation, die sich mit Linux (ohne eine
graphische Oberfläche zu benötigen!) auslesen läßt...

>>> In meinem Lagerkeller halte ich die rel. Feuchte unter 65%,
>>> damit konnte ich Schimmelprobleme bisher erfolgreich
>>> vermeiden.
>>
>> Das wäre ja locker gegeben. *hmmm*...
>
> Stimmt! Bei mir im Keller lagert bei< 65 % alles Mögliche - unter
> anderem auch Papier, das sich weder wellt noch irgendwie muffig riecht.
> Auch alte Schultasche aus Rindleder übersteht das jetzt schon seit über
> 4 Jahren unbeschadet.
>
> Wenn Du also auf Deinem Lagergut dennoch Schimmel findest, kommt
> eigentlich nur in Betracht, dass der Raum zwischendurch mal erheblich
> feuchter war.

Zum Thema "früher feucht" fallen mir folgende Dinge ein:
1. Die schon genannte Estrich- und Fliesenlege-Aktion 2008
2. Ein Wasserohrbruch in einer der Wände, da müsste aber zeitlich vor
1. gewesen sein.
3. Einmal unwetterbedingtes Wasser im Keller (flächendeckend ca. 5cm
hoch), das war aber definitiv zeitlich vor 1.

Das, woran ich zuletzt Schimmel gefunden habe (eine
(Kunst?)ledertasche), ist aber definitiv erst letztes Jahr da 'rein
gekommen. Ich tendiere momentan zu der Vermutung, daß die Tasche schon
vorher Schimmelsporen trug (stammt aus einer Erbschaft) und das
"Aufblühen" des Schimmels bei uns jetzt eher unter "Pech gehabt" fällt.


Tschüs,

Sebastian

Sebastian Suchanek

unread,
May 15, 2012, 6:38:46 AM5/15/12
to
Am 15.05.2012 11:42, schrieb Heinz Tauer:

> Du schriebst etwas von Bierzapfanlagen;
> [...]

Nein, tat ich nicht. :-)


Tschüs,

Sebastian

Bernhard Wohlgemuth

unread,
May 15, 2012, 7:23:06 AM5/15/12
to
Sebastian Suchanek schrieb:


> Auch wenn's jetzt OT wird: Welche ist denn das? Ich bin schon länger auf
> der Suche nach einer PC-Wetterstation, die sich mit Linux (ohne eine
> graphische Oberfläche zu benötigen!) auslesen läßt...

1. Es ist die WS-300 PC II vom ELV-Versand
2. Leider nein: Es braucht eine Software namens Weather-Professional

Allerdings läuft die zugehörige Datenbank unter PostgreSQL (wird mit
installiert) - wenn das Auslesen gelöst werden kann, könntest Du die
Daten dann evtl. unter Linux weiterverarbeiten...

> ...und das
> "Aufblühen" des Schimmels bei uns jetzt eher unter "Pech gehabt" fällt.

Wenn der Keller dauerhaft bei rd. 50 % rel.Feuchte bleibt: Ja!

Gruß B.
Message has been deleted

Bernhard Wohlgemuth

unread,
May 15, 2012, 12:39:19 PM5/15/12
to
Martin Τrautmann schrieb:

> Schlecht gelüftete Räume sind gut.
> Gut gelüftete Räume sind schlecht.

Stümmt!

> Wenn im Sommer lüften, dann nachts, wenn die Luft kühler und trockener
> ist.

Das habe ich jetzt über vier Jahre mit einer Wetterstation mit
Funk-Fühlern und PC-Anschluss beobachtet, indem ich Temperatur und rel.
Feuchte von Keller und Außenluft verglichen habe, meine Beobachtung hat
gezeigt:

Mein Haus ist 100 Jahre alt, der Keller ist nur von außen zugänglich und
hat rd. 50 cm dicke Naturstein- und Massivziegel-Wände. Darum bleibt es
dort auch im Sommer relativ kühl und daher kommt es nur äußerst selten
vor, dass Außentemperatur und -feuchte nachts gegenüber dem Keller
soweit absinken, dass ich meinen Keller wirklich trockenlüften könnte.

Ich versuche daher, den Außenlufteintrag möglichst zu begrenzen, was
natürlich nur eingeschränkt funktioniert, weil der Keller ja auch
begangen und genutzt wird. Darum hält im Sommer ein elektrischer
Lutfentfeuchter (Baumarkt, rd. 80,-€) die rel. Feuchte auf max. 65 % -
dabei fallen an "guten" Tagen rd. 3 Liter Wasser in 24 Stunden an (ca.
50 m² entfeuchtete Fläche.

Gruß B.
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Martin Schoenbeck

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May 16, 2012, 3:29:44 AM5/16/12
to
Hallo Martin,

Martin Gerdes schrieb:

> Für diese Leute bräuchte man ein Gerät mit einer roten und einer grünen
> LED "Lüften sinnvoll" und "Lüften unzweckmäßig". Und dann müßte die
> Hausfrau dieser (für sie möglicherweise kontraintuitiven) Anzeige auch
> noch glauben und entsprechend handeln.

Solche Geräte kenne ich nicht. Allerdings kenne ich eines, das rot, grün
und gelb anzeigt. Gelb dann, wenn es egal ist, ob man lüftet.
http://www.mahr-heizung.de/lueftungsampel.html

Martin Schoenbeck

unread,
May 16, 2012, 3:30:29 AM5/16/12
to
Hallo Martin,

Martin Gerdes schrieb:

> Für diese Leute bräuchte man ein Gerät mit einer roten und einer grünen
> LED "Lüften sinnvoll" und "Lüften unzweckmäßig". Und dann müßte die
> Hausfrau dieser (für sie möglicherweise kontraintuitiven) Anzeige auch
> noch glauben und entsprechend handeln.

Solche Geräte kenne ich nicht. Allerdings kenne ich eines, das rot, grün
und gelb anzeigt. Gelb dann, wenn es egal ist, ob man lüftet.
http://www.mahr-heizung.de/lueftungsampel.html
Ist allerdings nicht ganz billig, da lohnt es sich dann schon, stattdessen
den eigenen Verstand zu bemühen.

Bernd Nebendahl

unread,
May 16, 2012, 6:32:12 AM5/16/12
to
Am 2012-05-16 09:30, schrieb Martin Schoenbeck:
> Hallo Martin,
>
> Martin Gerdes schrieb:
>
>> Für diese Leute bräuchte man ein Gerät mit einer roten und einer grünen
>> LED "Lüften sinnvoll" und "Lüften unzweckmäßig". Und dann müßte die
>> Hausfrau dieser (für sie möglicherweise kontraintuitiven) Anzeige auch
>> noch glauben und entsprechend handeln.
> Solche Geräte kenne ich nicht. Allerdings kenne ich eines, das rot, grün
> und gelb anzeigt. Gelb dann, wenn es egal ist, ob man lüftet.
> http://www.mahr-heizung.de/lueftungsampel.html
> Ist allerdings nicht ganz billig, da lohnt es sich dann schon, stattdessen
> den eigenen Verstand zu bemühen.
>
Zwar nicht mit grün und gelb, aber das FS 20 LES von ELV zeigt "Lüften
sinnvoll" mit einem "gekipptes Fenster" Symbol an. Man kann, wenn man
will, auch einen Funkschaltaktor koppeln, der dann das Fenster kippt,
oder die Lüftung einschaltet, muss man aber nicht (obwohl es durchaus
sinnvoll sein kann, da die Wahrscheinlichkeit, dass nachts das Lüften am
meisten bringt hoch ist und wer will schon die ganze Nacht auf das
Display schauen)

Bernd
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