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Messing Bronze Rotguss - Unterscheidung?

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Rolf R. Kopp

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Mar 11, 2005, 7:01:56 AM3/11/05
to
In meiner Heizungsfrage bin ich jetzt zu der Erkenntnis vorgestoßen,
dass die weißen, voluminösen Ablagerungen sich ausschließlich an
Messingteilen durch "Entzinkung" finden lassen. Die Ablagerungen, so
wurde mir gesagt, bestehen aus Zinkcarbonat, die Korrosion wurde durch
die nicht diffusionsdichten PP-Rohre der Fußbodenheizung in Gang
gehalten.

Bei der Reinigung eines offenbar aus Messing bestehenden Thermometers
(ein rundes Teil, das in ein T-Stück geschraubt wird) fand ich dann
tatsächlich auch, dass nach der Entfernung der Ablagerung das Messing
kupferfarben geworden ist.

Bevor ich jetzt meine Heizungsanlage vollständig in Einzelteile
zerlege, möchte ich erst mal nur die Messingsachen reinigen. Leider
habe ich keine Ahnung, woran ich Messing von den anderen Teilen aus
Rotguss oder Bronze äußerlich unterscheiden kann. Für mich sieht das
alles gleich aus. Alle Pumpen im System z.B. sind aus Rotguss, da gibt
es keine Ablagerungen; an den Verschraubungen aber, offenbar aus
Messing, ist alles zugesetzt. Es ist also wohl ein Problem des
Messings.

Weiß jemand, wie ich von außen erkennen kann, ob ein Bauteil aus
Messing ist?

Grüße von Rolf

werner....@torex-health.de

unread,
Mar 11, 2005, 7:16:54 AM3/11/05
to

Rolf R. Kopp wrote:
> ... die Korrosion wurde durch

> die nicht diffusionsdichten PP-Rohre der Fußbodenheizung in Gang
> gehalten.
>
Du hast schon mal den guten Rat gehört, die Fußbodenheizung nicht
direkt, sondern über einen "Systemtrenner", also einen
Edelstahlwärmetauscher, an die Heizung anzuschließen ?

Sauberwischen wird Dir nicht lange helfen.

viele Grüße
Werner
--
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Rolf R. Kopp

unread,
Mar 11, 2005, 7:44:01 AM3/11/05
to
"werner....@torex-health.de" erteilte überflüssigerweise
einen "guten Rat":

>
>Rolf R. Kopp wrote:
>> ... die Korrosion wurde durch
>> die nicht diffusionsdichten PP-Rohre der Fußbodenheizung in Gang
>> gehalten.
>>
>Du hast schon mal den guten Rat gehört, die Fußbodenheizung nicht
>direkt, sondern über einen "Systemtrenner", also einen
>Edelstahlwärmetauscher, an die Heizung anzuschließen ?
>
>Sauberwischen wird Dir nicht lange helfen.
>

Unter diesen Umständen formuliere ich neu:

Weißt du, wie sich Messing, Bronze, Rotguss und was es sonst noch an
Kupfer/Zinn/Zink-Legierungen gibt, zuverlässig an äußerlichen
Merkmalen unterscheiden lassen?

Vielen Dank und freundliche Grüße,
Rolf

Harald Maedl

unread,
Mar 11, 2005, 11:08:05 AM3/11/05
to
werner....@torex-health.de wrote:
> Rolf R. Kopp wrote:
>> ... die Korrosion wurde durch
>> die nicht diffusionsdichten PP-Rohre der Fußbodenheizung in Gang
>> gehalten.
> Du hast schon mal den guten Rat gehört, die Fußbodenheizung nicht
> direkt, sondern über einen "Systemtrenner", also einen
> Edelstahlwärmetauscher, an die Heizung anzuschließen ?

Das habe ich bis jetzt lediglich auf einigen Webseiten gesehen, jedoch
bisher nirgends in der Praxis angetroffen. Was soll das bringen außer
Verlusten, weil man mit höherer Leistung in den Tauscher gehen muss
und/oder zusätzlichen Wartungsarbeiten, weil sich z.B der Wärmetauscher
zulegt?
Sauerstoffbindemittel in die Leitung rein und gut ist, oder?

Grüße
Harald

Rolf R. Kopp

unread,
Mar 11, 2005, 1:14:25 PM3/11/05
to
"Harald Maedl" <Harald...@gmx.de> schrieb:

Ich hatte heute ein sehr informatives Telefongespräch mit dem (in
Ruhestand befindlichen ehemaligen) Leiter des Materialprüfungsamtes in
Dortmund. Ein außerordentlich kompetenter Mann, er hatte sich
offenbar sein Leben lang mit Korrosion in Heizungsanlagen beschäftigt;
er konnte mir die gesamte Leidensgeschichte meiner Heizung vortragen,
ohne dass ich ihm Einzelheiten genannt hatte. Er riet mir, die
kürzlich eingebaute Systemtrennung auf alle Fälle beizubehalten.

Meine Heizungsanlage besteht aus einem Brennwertkessel und den drei
Kreisläufen Boiler, Fußbodenheizung (nicht diffusionsdicht, damals
noch keine Systemtrennung) und Bürotrakt mit drei
Aluminium-Heizkörpern.

Als erstes hatte sich vor zwei oder drei Jahren der Wärmetauscher des
Brennwertkessels aus Aluminium-Silizium-Legierung in Tausende kleiner
weißer Bröckchen verwandelt, die nun im Heizungswasser herumschwammen
und Ventile, Rückfluss-Verhinderer und Heizschlangen verstopften.
Später dann war der Kessel durchkorrodiert und eine Zeit lang in der
Betriebsart "umgekehrte Brennwert-Technik" betrieben; es trat nämlich
Heizungswasser in den Brennraum ein und wurde dort unter
Energieaufwand verdampft. Der Kesselhersteller ließ sich nach einer
kurzen aber scharfen Diskussion zum Austausch des Wärmetauschers auf
Kulanz ein, ich konnte mich nämlich auf die bei der Anschaffung
gegebene Zusicherung berufen, dass eine Systemtrennung bei
Aluminium-Kessel nicht erforderlich sei. Allerdings wurde nun eine
Systemtrennung gefordert, die dann auch in Form eines Wärmetauschers
eingebaut wurde.

Die drei Aluminium-Heizkörper waren allerdings bereits so weit
vorgeschädigt, dass sich kürzlich ein Leck bei einem der Heizkörper
einstellte. Zum Glück konnte ich mit dem Hersteller eine Vereinbarung
treffen, dass der defekte Heizkörper kostenlos, die beiden andern zu
Sonderkonditionen ausgetauscht werden.

Für die Freunde von Inhibitoren im Heizungswasser erwähne ich noch,
dass die ganze Zeit über ein Zusatzstoff im Heizungswasser verwendet
wurde, welcher angeblich Sauerstoff bindet und sämtliche korrosiven
Bauteile mit einem "Schutzfilm" überzieht. Allein das Wundermittel,
die regelmäßige Überprüfung und Einstellung der Konzentration über
eine Reihe von Jahren hat ein kleines Vermögen gekostet. Und nicht nur
das war aus dem Fenster geschmissen!

Ich bin jetzt an der Stelle angekommen, wo ich mir selber helfen muss.
Nachdem mir der oben genannte ehemalige Leiter der MPA in Dortmund vor
Augen geführt hat, dass die Aluminium-Oxide frei im Heizungswasser
schwimmen, habe ich zwar die gesamte Anlage gespült und auch eine
Menge von dem Zeugs ausgeschwemmt. Die Zinkcarbonate aus der
"Entzinkung" der Messing-Bauteile sitzen aber als feste krustige
Ablagerungen noch in den Messingteilen und sorgen für erhebliche
hydraulische Probleme.

Jetzt suche ich nur noch nach einem Erkennungsmerkmal für Messing,
weil ich offenbar nur diese ausbauen und reinigen muss.

Gibt es ein äußerliches Merkmal, an dem sich Messing von den anderen
Kupfer/Zink/Zinn-Legierungen unterscheiden lässt?

Grüße von Rolf

Wilm Erning

unread,
Mar 14, 2005, 8:10:03 AM3/14/05
to
Moin!

On Fri, 11 Mar 2005 19:14:25 +0100, Rolf R. Kopp
<Rol...@despammed.com> wrote:
>
>Ich hatte heute ein sehr informatives Telefongespräch mit dem (in
>Ruhestand befindlichen ehemaligen) Leiter des Materialprüfungsamtes in
>Dortmund. Ein außerordentlich kompetenter Mann, er hatte sich
>offenbar sein Leben lang mit Korrosion in Heizungsanlagen beschäftigt;

Das war der Leiter der Abteilung Korrosion. Nicht ganz unbekannt, aber
weit vom Leiter der gesamten Institution entfernt.

>er konnte mir die gesamte Leidensgeschichte meiner Heizung vortragen,
>ohne dass ich ihm Einzelheiten genannt hatte. Er riet mir, die
>kürzlich eingebaute Systemtrennung auf alle Fälle beizubehalten.
>
>Meine Heizungsanlage besteht aus einem Brennwertkessel und den drei
>Kreisläufen Boiler, Fußbodenheizung (nicht diffusionsdicht, damals
>noch keine Systemtrennung) und Bürotrakt mit drei
>Aluminium-Heizkörpern.

Ganz böse Falle. Deine Probleme kommen eher von ganz anderer Seite als
nur von etwas Sauerstoff.

>Als erstes hatte sich vor zwei oder drei Jahren der Wärmetauscher des
>Brennwertkessels aus Aluminium-Silizium-Legierung in Tausende kleiner
>weißer Bröckchen verwandelt, die nun im Heizungswasser herumschwammen
>und Ventile, Rückfluss-Verhinderer und Heizschlangen verstopften.
>Später dann war der Kessel durchkorrodiert und eine Zeit lang in der
>Betriebsart "umgekehrte Brennwert-Technik" betrieben; es trat nämlich
>Heizungswasser in den Brennraum ein und wurde dort unter
>Energieaufwand verdampft. Der Kesselhersteller ließ sich nach einer
>kurzen aber scharfen Diskussion zum Austausch des Wärmetauschers auf
>Kulanz ein, ich konnte mich nämlich auf die bei der Anschaffung
>gegebene Zusicherung berufen, dass eine Systemtrennung bei
>Aluminium-Kessel nicht erforderlich sei. Allerdings wurde nun eine
>Systemtrennung gefordert, die dann auch in Form eines Wärmetauschers
>eingebaut wurde.

Welche Materialien sind sonst noch verbaut? (insbesondere Stahl und
Aluminium wird Ärger verursachen)

>>Die drei Aluminium-Heizkörper waren allerdings bereits so weit
>vorgeschädigt, dass sich kürzlich ein Leck bei einem der Heizkörper
>einstellte. Zum Glück konnte ich mit dem Hersteller eine Vereinbarung
>treffen, dass der defekte Heizkörper kostenlos, die beiden andern zu
>Sonderkonditionen ausgetauscht werden.

Ich hoffe für Dich, dass Du keine neuen Alu-HK bekommen hast. Die sind
nur für den Monteur gut, weil leichter zu tragen. Ansonsten einfach
keine gute Idee. Guss oder Stahl ist vorzuziehen.

>Für die Freunde von Inhibitoren im Heizungswasser erwähne ich noch,
>dass die ganze Zeit über ein Zusatzstoff im Heizungswasser verwendet
>wurde, welcher angeblich Sauerstoff bindet und sämtliche korrosiven
>Bauteile mit einem "Schutzfilm" überzieht. Allein das Wundermittel,
>die regelmäßige Überprüfung und Einstellung der Konzentration über
>eine Reihe von Jahren hat ein kleines Vermögen gekostet. Und nicht nur
>das war aus dem Fenster geschmissen!

Taucht meist nix.

>Ich bin jetzt an der Stelle angekommen, wo ich mir selber helfen muss.
>Nachdem mir der oben genannte ehemalige Leiter der MPA in Dortmund vor
>Augen geführt hat, dass die Aluminium-Oxide frei im Heizungswasser
>schwimmen, habe ich zwar die gesamte Anlage gespült und auch eine
>Menge von dem Zeugs ausgeschwemmt. Die Zinkcarbonate aus der
>"Entzinkung" der Messing-Bauteile sitzen aber als feste krustige
>Ablagerungen noch in den Messingteilen und sorgen für erhebliche
>hydraulische Probleme.
>
>Jetzt suche ich nur noch nach einem Erkennungsmerkmal für Messing,
>weil ich offenbar nur diese ausbauen und reinigen muss.
>
>Gibt es ein äußerliches Merkmal, an dem sich Messing von den anderen
>Kupfer/Zink/Zinn-Legierungen unterscheiden lässt?

Eigentlich nicht. Auf Rotguss steht meist RG drauf. Aberr nicht immer.
Und wenn Du entzinkung hast, so nützt Dir eine Reinigung nichts. Durch
diese Korrosionsart wird der mechanische Halt nachhaltig
beeinträchtigt. Da wo entzinkt wurde, baust Du besser was neues ein.
Und dann möglicherweise aus Rotguss oder DR-Messing.

Wilm, der ohne Funkenspektrometer auch nicht einfach RG und MS
unterscheiden kann.

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