wenn die Heizung das Brauchwasser erwärmt, erhöht sich bekanntermaßen der
Druck im Brauchwassersystem. In der Haus-Wasserzuleitung ist ein Manometer.
Während der Aufheizphase steigt der Druck dort auf bis zu 9 bar, bevor
endlich das Überdruckventil öffnet. Ist dieser Druck nicht etwas hoch? Ich
hab da etwas Bedenken, weil ja alle Leitungen und Wasserhähne im Haus und
auch die Spül- und Waschmaschine diesem Druck standhalten müssen. Sollte man
das Überdruckventil austauschen oder ist sowas normal?
Gruß Michael
> wenn die Heizung das Brauchwasser erwärmt, erhöht sich bekanntermaßen der
> Druck im Brauchwassersystem.
Stimmt.
> In der Haus-Wasserzuleitung ist ein Manometer.
Es ist bestimmt ein Druckregler von (Syr) oder ähnlich.
> Während der Aufheizphase steigt der Druck dort auf bis zu 9 bar,
Ist denn ein Brauchwasser Ausdehnungsgefäß eingebaut?. Warscheinlich nicht,
oder es ist defekt.
> bevor endlich das Überdruckventil öffnet.
> Ist dieser Druck nicht etwas hoch? Ich
> hab da etwas Bedenken, weil ja alle Leitungen und Wasserhähne im Haus und
> auch die Spül- und Waschmaschine diesem Druck standhalten müssen.
Wenn ein Druckregler eingebaut ist, dann ist auch ein Rückflussverhinderer
(Rückschlagventil) damit drin. Ist auch Vorschrift, denn es darf kein Wasser
wieder
in die Zuleitung zurückgedrückt werden.
> Sollte man das Überdruckventil austauschen oder ist sowas normal?
Das Überdruckventil und das Manometer sitzen in Flußrichtung hinter dem
Rückschlag-
ventil, wenn also niemand Wasser zapft, ist es ein geschlossenes System und
wenn
sich da bei beim Aufheizen der Druck erhöht ist das normal.
--
mfg
Dieter Habenicht Shell-Direct
mailto:D.Hab...@web.de
gruss Tilo
"Michael Schommer" <scho...@bsi.de> schrieb im Newsbeitrag
news:985177156.5108@news...
Zudem darf ein Sicherheitsventil nicht fuer diesen Zweck "missbraucht"
werden.
Diese Membran-Sicherheitsventile sind fuer diesen Zweck nicht ausgelegt
und koennen durch
Kalkablagerungen entweder nicht mehr dicht schliessen bzw. durch
Schwergaengigkeit die Funktion
eines Sicherheitsventils nicht mehr erfuellen. Soviel mir bekannt ist
ist der Einbau eines
MAG-W (Ausgleichsgefaess fur Warmwasser) nach DVGW dringend empfohlen
(evtl. sogar vorgeschrieben, muesste man mal nachschlagen.)
Ciao
--
Thomas
>Tilo Roeder wrote:
>>
>> Hallo Michael,
>> normal ist das schon mit den 9 bar - dann springt ja auch das Überduckventil
>> an.
>> Ich würde Dir aber auf jeden Fall ein Ausgleichsbehälter empfehlen dieser
>> kann diese Druckdifferenzen verhindern und es geht auch nicht jedesmal
>> Wasser übers Überdruckventil "verloren"
>>
>
>Zudem darf ein Sicherheitsventil nicht fuer diesen Zweck "missbraucht"
>werden.
Dieses Sicherheitsventil wird nicht mißbraucht. Es ist genau dafür
vorgesehen im Aufheizbetrieb zu tropfen und so das Ausdehnungswasser
abzuleiten.
Bedenklich allerdings ist, daß die 9 bar offensichtlich in der
gesamten Trinkwasseranlage anstehen, bevor das Sicherheitsventil
öffnet. Das deutet stark darauf hin, daß der Rückflußverhinderer, der
sich im Kaltwasserzulauf des Speichers befindet, nicht mehr richtig
abdichtet. Hier wäre evtl. eine Reinigung oder Austausch fällig.
>Diese Membran-Sicherheitsventile sind fuer diesen Zweck nicht ausgelegt
Genau dafür sind sie gedacht. Nicht verwechseln mit SV für Gas-,
Heizungs- oder Dampfkesselanlagen, die wirklich nur ansprechen
sollen, wenn etwas kurz vor dem Auseinanderfliegen steht.
>und koennen durch
>Kalkablagerungen entweder nicht mehr dicht schliessen bzw. durch
>Schwergaengigkeit die Funktion
>eines Sicherheitsventils nicht mehr erfuellen.
Deswegen sollen sie ja auch mindestens einmal jährlich gewartet und
auf ihre korrekte Funktion hin überprüft werden.
>Soviel mir bekannt ist
>ist der Einbau eines
>MAG-W (Ausgleichsgefaess fur Warmwasser) nach DVGW dringend empfohlen
>(evtl. sogar vorgeschrieben, muesste man mal nachschlagen.)
Weder noch soweit ich weiß. Es gibt sogar kritische Stimmen, die den
Einsatz von Trinkwasser-MAG aus hygienischen Gründen nicht
empfehlen...
..offensichtlich streiten sich die Gelehrten da noch, zu welcher
Empfehlung man sich durchringen möchte.
--
______________
/schüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)
"Michael Schommer" <scho...@bsi.de> schrieb im Newsbeitrag
news:985177156.5108@news...
Hallo Martin, und alle anderen,
ah, verstehe, dieser Rückflußverhinderer würde also bewirken, daß sich der
Druck nur im _Warm_wasser-Bereich aufbaut, also alles was hinter dem
Speicher ist, richtig? Ich weiß garnicht, ob so'n Teil überhaupt vorhanden
ist. Sieht man was davon, oder ist das im Speicher drin?
Wenn sich der Druck (funktionierender Rückflußverhinderer vorausgesetzt) im
Warmwasserbereich aufbaut, warum ist es dann bedenklich, wenn er das (kein
funktionierender Rückflußverhinderer vorausgesetzt) im Kaltwasserbereich
auch tut?
Übrigens wurde die Anlage erst letzten September in Betrieb genommen, daher
denke ich mal, daß eine Reinigung nicht notwendig ist.
Die Druckanzeige befindet sich übrigens am Druckminderer (alles in einem) am
Zulauf direkt hinter der Wasseruhr.
Der Wasserspeicher hat einen zulässigen Betriebsdruck von 10bar. Da bin ich
mit meinen 9bar ziemlich dicht dran, das gibt mir zu denken. Kann man dieses
Überdruckventil vielleicht irgendwie einstellen, auf 5bar oder so?
Ich werde den Heizungsmonteur noch mal konsultieren. Der läßt mich in
letzter Zeit ganz schön hängen. Vielleicht sollte ich ihm mal die Füße
aufpumpen ;-).
Wäre schön, wenn mir jemand noch diese Fragen hier beantworten könnte, damit
der HM mir keinen Mist erzählen kann.
Gruß Michael
> >und koennen durch
> >Kalkablagerungen entweder nicht mehr dicht schliessen bzw. durch
> >Schwergaengigkeit die Funktion
> >eines Sicherheitsventils nicht mehr erfuellen.
>
> Deswegen sollen sie ja auch mindestens einmal jährlich gewartet und
> auf ihre korrekte Funktion hin überprüft werden.
In Gebieten mit hartem Wasser heisst warten=austauschen. Die Reinigung
ist nicht moeglich, da die SV nach dem Einstellen des Abblasdruckes im
Werk verplombt werden muessen.
> Weder noch soweit ich weiß. Es gibt sogar kritische Stimmen, die den
> Einsatz von Trinkwasser-MAG aus hygienischen Gründen nicht
> empfehlen...
> ..offensichtlich streiten sich die Gelehrten da noch, zu welcher
> Empfehlung man sich durchringen möchte.
Aus diesem Grund gibt es seit langen schon "durchstroemende" Typen
bzw. welche mit sog. "Turboventil", die verhindern, dass sich stehendes
Wasser bildet.
Ciao
Thomas
>>
>
>Zudem darf ein Sicherheitsventil nicht fuer diesen Zweck "missbraucht"
>werden.
>Diese Membran-Sicherheitsventile sind fuer diesen Zweck nicht ausgelegt
>und koennen durch
>Kalkablagerungen entweder nicht mehr dicht schliessen bzw. durch
>Schwergaengigkeit die Funktion
>eines Sicherheitsventils nicht mehr erfuellen.
Da liegst Du ganz sicher falsch, wie soll sich der Ueberdruck abbauen wenn nicht
über das Ueberdruckventil? Nach meiner Erinnerung haben wir sogar ausgerechnet
wie viel Wasser bei jedem Aufheizen abgelassen wird.
>Soviel mir bekannt ist
>ist der Einbau eines
>MAG-W (Ausgleichsgefaess fur Warmwasser) nach DVGW dringend empfohlen
>(evtl. sogar vorgeschrieben, muesste man mal nachschlagen.)
>
Ist vermutlich ein Vorurteil aber aus Bakteriellen und geschmacklichen
Gründen(wir trinken zwar das WW normalerweise nicht) behagt mir ein
Ausgleichsgefäss nicht so.
Ernst
[...]
>ah, verstehe, dieser Rückflußverhinderer würde also bewirken, daß sich der
>Druck nur im _Warm_wasser-Bereich aufbaut, also alles was hinter dem
>Speicher ist, richtig?
Genau.
>Ich weiß garnicht, ob so'n Teil überhaupt vorhanden
>ist. Sieht man was davon, oder ist das im Speicher drin?
Es muß vorgeschriebenermaßen vorhanden sein. Und zwar im
Kaltwasserzulauf, ganz in der Nähe des Anschlusses für das
Sicherheitsventil und des Absperrventils für den Kaltwasserzulauf zum
Speicher.
Häufig wird alles zusammen auch in einer Kombinationsarmatur
verpackt, so daß man die einzelnen Armaturen nicht mehr sehen kann.
>Wenn sich der Druck (funktionierender Rückflußverhinderer vorausgesetzt) im
>Warmwasserbereich aufbaut, warum ist es dann bedenklich, wenn er das (kein
>funktionierender Rückflußverhinderer vorausgesetzt) im Kaltwasserbereich
>auch tut?
Der Druck an sich wäre (im EFH) nicht bedenklich. Die Tatsache, daß
warmes Wasser prinzipiell "rückwärts" durch die Kaltwasserleitungen
fließen kann, weil der RV nicht funktioniert, dagegen schon.
Abgesehen davon, daß es zu unerwünschten hydraulischen Effekten kommen
kann (z.B. wird evtl. der WC-Spülkasten mit Warmwasser befüllt, oder
man bekommt bei Kaltwasserzapfung plötzlich einen Schwall Warmwasser
aus der Armatur), ist es auch ein hygienisches Problem.
Genau genommen ist das kalte Trinkwasser, sobald es in den
Warmwasserspeicher eingetreten ist, kein Trinkwasser(TW) mehr, sondern
eben verändertes (weil erwärmtes) Trinkwasser (TWW). Und ein
Rückfließen von Nicht-Trinkwasser in die Trinkwasseranlage muß
prinzipiell verhindert werden. Weil der "Veränderungsgrad" zwischen
TW und TWW nicht sehr groß ist und sich die "Verunreinigung" und
damit die Gefährdung des TW in Grenzen hält, reicht als
Sicherungsmaßnahme eben ein Rückflußverhinderer aus.
Der muß dann aber auch funktionieren.
Mit steigender Gefährdung des TW / Verunreinigung des
Nicht-Trinkwassers steigen auch die Anforderungen an die
Sicherungsmaßnahmen gegen Rückfließen. So ist z.B. in jedem
WC-Spülkasten (bei Druckspülern im Spülrohr) eine offene, freie
Fließstrecke im Füllventil eingebaut, um einen direkten Kontakt von
TW mit dem potentiellen Abwasser im Spülkasten bzw. mit dem
Sperrwasser im Geruchverschluß des WC's von vornherein
auszuschließen. Ähnliches gilt für die Absicherung von
Brauseschläuchen an Wannenarmaturen oder Gartenzapfstellen mit
Schlauchanschluß, Armaturen zum Befüllen von Heizungsanlagen (das
Thema hatten wir hier vor geraumer Zeit einmal) usw.
>Übrigens wurde die Anlage erst letzten September in Betrieb genommen, daher
>denke ich mal, daß eine Reinigung nicht notwendig ist.
Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß die Leitungen nicht
ordentlich gespült wurden und sich jetzt Sägespäne, Rost- oder
Sandpartikel o.ä. am Ventilsitz des RV verklemmt haben. Nachschauen
würde ich da jedenfalls einmal.
>Die Druckanzeige befindet sich übrigens am Druckminderer (alles in einem) am
>Zulauf direkt hinter der Wasseruhr.
>Der Wasserspeicher hat einen zulässigen Betriebsdruck von 10bar. Da bin ich
>mit meinen 9bar ziemlich dicht dran, das gibt mir zu denken. Kann man dieses
>Überdruckventil vielleicht irgendwie einstellen, auf 5bar oder so?
Siehe meine Antwort an Thomas. Wenn Du ein sog. Sicherheitscenter der
Firma Syr vor Deinem Speicher eingebaut hast, können die SV-Einsätze
mit einiger Wahrscheinlichkeit ausgewechselt werden. Sicher gibt es
aber auch noch andere Hersteller, die ein solches Vorgehen
ermöglichen.
Wenn Du einen Druckminderer für die gesamte TW-Anlage hast, gibt es
eigentlich keinen Grund, ein SV für 10bar vor dem Speicher
einzusetzen. Besser wäre, ein SV für 6bar zu nehmen (schont Leitungen
und Armaturen auf der TWW-Seite) und den Druckminderer entsprechend
auf 4-5bar Fließdruck einzustellen.
Dabei darauf achten, daß der Ruhedruck (der z.B. nachts im Netz des
Wasserversorgers sehr viel höher als 6bar sein kann) im Hausnetz
unter den 6bar des SV bleibt, ansonsten hast Du ein ständig tropfendes
SV.
>Ich werde den Heizungsmonteur noch mal konsultieren. Der läßt mich in
>letzter Zeit ganz schön hängen. Vielleicht sollte ich ihm mal die Füße
>aufpumpen ;-).
Mach das mal. Genügend Luft müßte ich Dir dafür jetzt geliefert
haben. :-)
>Wäre schön, wenn mir jemand noch diese Fragen hier beantworten könnte, damit
>der HM mir keinen Mist erzählen kann.
Schreib' mal, ob es geholfen hat.
[SV im Speicherzulauf]
>> Deswegen sollen sie ja auch mindestens einmal jährlich gewartet und
>> auf ihre korrekte Funktion hin überprüft werden.
>
>In Gebieten mit hartem Wasser heisst warten=austauschen.
Richtig. Das muß aber auch bei kalkhaltigem Wasser nicht jedes Jahr
passieren, nur wenn eben besagte Funktionsüberprüfung fehlschlägt
bzw. das SV gar nicht mehr schließt.
>Die Reinigung
>ist nicht moeglich, da die SV nach dem Einstellen des Abblasdruckes im
>Werk verplombt werden muessen.
Verplompt werden die schon lange nicht mehr. Es gibt z.B. von
bestimmten Herstellern sogenannte Sicherheitscenter, in denen SV mit
_austauschbaren_ SV-Einsätzen eingebaut sind. Beigelegt sind dann in
der Regel Einsätze für 6, 8, und 10 bar Betriebsdruck, die der
Fachmann mit Hilfe eines ebenfalls beigelegten Schlüssels auswechseln
kann und so das SV dem anstehenden Leitungsdruck und dem zulässigen
Betriebsdruck des nachgeschalteten Speichers anpassen kann.
Und diese Einsätze kann und darf der Fachmann auch auswechseln, wenn
sie nicht mehr ihren Dienst tun. Man muß dann also u.U. nicht das
gesamte SV sondern nur den Einsatz erneuern.
[...]
>Aus diesem Grund gibt es seit langen schon "durchstroemende" Typen
Nur von diesen habe ich geschrieben. Nicht-durchströmte MAG sind für
den Einsatz in TW-Anlagen nämlich von vornherein nicht zugelassen.
TR>Ich würde Dir aber auf jeden Fall ein Ausgleichsbehälter empfehlen
TR>dieser kann diese Druckdifferenzen verhindern und es geht auch nicht
TR>jedesmal Wasser übers Überdruckventil "verloren"
Sind die Teile nicht inzwischen bei Brauchwasser verboten?
Gruss, Roland
>[sehr viel hilfreiches]
Also Martin, ich muß Dir mal für Deine äußerst kompetenten Antworten danken.
Deine Beiträge hier haben mir (und wahrscheinlich auch vielen Anderen) sehr
geholfen, die Funktionsweisen einer Heizungsanlage durchschaubarer und
verständlicher zu machen.
Ein dickes Lob von meiner Seite.
Das mußte jetzt mal sein.
Gruß Michael
PS: Natürlich werde ich - wenn ich den Heizungsmonteur dann mal ans Rohr
kriege - berichten, was sich ergeben hat.