Wir haben z.Zt. folgende Ausgangssituation:
Wir haben neulich ein Haus erworben. Das Haus ist aus den 30er-Jahren des
letzten Jahrhunderts mit einem zweizügigen Schornstein, komplett aus
Bims-Steinen gemauert (vmtl. einwandig). Am ersten Zug ist eine Gasheizung
angeschlossen, am zweiten ein offener Kamin. Der Bezirksschornsteinfeger hat
mir nun erzählt, dass Bims für offene Feuerstätten nicht mehr zugelassen
würde und der evtl. vorhandene Bestandsschutz mit Verkauf an uns erloschen
ist. Der Betrieb der Gasheizung ist weiterhin kein Problem. Konsequenz: Für
die Erhaltung des offenen Kamins müsste der vorhandene Schornstein komplett
abgerissen werden und nach dem aktuellen Stand der Technik wieder aufgebaut
werden.
1. Frage: Hat der Bezirksschornsteinfeger recht? Kann der Bestandsschutz so
einfach erlöschen? Müsste dann nicht der Notar auf eine solche Problematik
hinweisen? (Über die evtl. Erneuerungspflicht einer Heizungsanlage gem. EnEV
muss er doch auch belehren.)
2. Frage: Kann so ein Schornstein mit Formteilen von einer handwerklich
begabten Person in Eigenregie gebaut werden?
3. Frage: Was kostet so ein zweizügiger, ca. 11,50 m langer Schornstein
(sowohl Selbstbau als auch durch Fachfirma durchgeführt)?
Fragen über Fragen - aber das ist man ja von mir gewohnt... ;-)
mfg
F. Stamm
P.S.: xpost mit fup2 de.rec.heimwerken
Du hast letztens geschrieben:
> Konsequenz:
> Für die Erhaltung des offenen Kamins müsste der vorhandene
> Schornstein komplett abgerissen werden und nach dem aktuellen Stand
> der Technik wieder aufgebaut werden.
Die Kaminhersteller haben alle ein System, mit dem man vorhandene
Kamine umrüsten kann. Dabei wird lediglich ein Metallrohr in den
vorhandenen Kamin geschoben. Es muß natürlich genug Platz vorhanden
sein, damit der vorgeschriebene Durchmesser verwendet werden kann,
plus einem Luftspalt zwischen Rohr und Kaminwand. Rede einfach mal
mit Kaminbauern.
Viele Grüße,
Alice
--
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> Die Kaminhersteller haben alle ein System, mit dem man vorhandene
> Kamine umrüsten kann. Dabei wird lediglich ein Metallrohr in den
> vorhandenen Kamin geschoben.
Für Feststoff-Heizungen (offener Kamin) wird die Metall (Edelstahl)-
Lösung recht teuer, da hier heftig hohe Temperaturen auftreten können,
und damit die Rohre besonders dickwandig sein müssen.
Für o.g. Anlagen wird häufig Keramik eingesetzt, so der Querschnitt
ausreicht.
--
Gruesse, Reiner
Henning Holzapfel schrieb:
> > 1. Frage: Hat der Bezirksschornsteinfeger recht? Kann der Bestandsschutz
> > so einfach erlöschen?
>
> meines Erachtens nach nicht. Bestandsschutz und Eigentum/Besitz haben
> nichts miteinander zu tun.
> Wenn jedoch der Voreigentümer keinen Kamin in Betrieb hatte, und ihr
> jetzt einen in Betrieb nehmen wollt, so kann der Schornsteinfeger
> wegen des unzureichenden Schornsteins die Abnahme verweigern.
Wie ich schon schrieb, ist an einem Zug ein offener Kamin angeschlossen.
Wann er das letzte Mal in Betrieb war, kann ich nicht sagen.
Ergänzungsfrage: Müsste eine Abnahme dieses in den späten 60ern oder frühen
70ern nachträglich eingebauten Kamins vorgenommen worden sein? Dann könnten
darüber ja noch Unterlagen existieren.
> > 2. Frage: Kann so ein Schornstein mit Formteilen von einer handwerklich
> > begabten Person in Eigenregie gebaut werden?
>
> So weit ich weiss darf nicht jeder einen Schornstein mauern, aber ich
> weiss nicht, für welche Art Schornsteine das gilt.
> Aber wie sieht's denn mit einem Einsatz aus? Wenn der Querschnitt
> gross genug ist, ist das sicher die einfachste Lösung, und mit
> Sicherheit auch nicht die schlechteste.
Hab mich jetzt mal schlauer gemacht ;-) Es gibt wohl
Schornsteinformteil*bausätze*, die praktisch jeder mauern darf. Kosten
liegen bei unserer Größe wohl ca. bei 3.000 EUR Material zzgl. 6 Manntage
für den Aufbau ohne Abriss des alten Schornsteins. Problematisch in unserem
Fall sind wohl die Aussenmaße, die naturgemäß größer sind als bei einer
einwandigen Ausführung aus Bimsstein...
Einsätze für den Zug der Gasheizung sind wohl unproblematisch - schwieriger
wird's bei der offenen Feuerstätte. Dies wird wohl schon am ungeeigneten
Innendurchmesser scheitern, gar nicht zu reden von den Kosten dafür.
Danke für's Mitdenken.
mfg
F. Stamm
Reiner Stenzel schrieb:
Genau das würde unser Problem bei einer Kaminsanierung mittels aus welchem
Material auch immer gefertigten Einsätzen sein - der Innendurchmesser. Afaik
muss bei einem offenen Kamin der Querschnitt min. 200mm betragen - mehr hat
der vorhandene Schornstein auch nicht.
mfg
F. Stamm