hat jemand Erfahrung mit dem Mauertrocknungssystem von VEINAL (drucklose
Silikonharzinjektionen) ?
Wir haben Probleme mit aufsteigender Nässe (Schimmel).
Lohnt sich der anschließende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
MfG
Peter Sieber
"Peter Sieber" <psi...@sieber.de> schrieb:
> hat jemand Erfahrung mit dem Mauertrocknungssystem von VEINAL (drucklose
> Silikonharzinjektionen) ?
ich habe mit dem Produkt noch keine konkreten Erfahrungen gemacht,
beschäftige mich aber (beruflich bedingt) schon lange mit den
entsprechenden Systemen auf dem Markt. Ich habe eine kleine
Link-Übersicht auf http://www.andrea-glatthor.de/links.html#entfeucht
stehen. Leider mehr unseriöse als seriöse Anbieter, aber auch ein paar
Links zu allgemeinen Infos dabei.
Zitat von http://www.veinal.de:
| Mauertrockenlegung mit VEINAL®-Silikonharzsystem
|
| VEINAL® VSS 1-90 ist eine wasserfreie Silikonharzlösung zur
| Trockenlegung von feuchten Wänden und nassen Kellern.
| [...]
| Die VEINAL®-Silikonharzlösung wird über Bohrkanäle als Injektagemittel
| in das Mauerwerk eingebracht. Schon nach ca. 2 Tagen ist die Horizontalsperre
| (Silikonharzkautschuk) gegen aufsteigende Mauerfeuchtigkeit ausgebildet,
| und das Mauerwerk trocknet aus.
Das macht mich etwas stutzig. Lösemittelhaltige Systeme sind a) veraltet
und b) sind sie für die drucklose Injektage IMHO nur sehr begrenzt zu
gebrauchen.
Hat sich denn schon jemand vom Veinal-Vertrieb Deinen Fall angesehen?
Wurden Messungen gemacht? Speziell meine ich dabei den aktuellen
Feuchtigkeitsgehalt, den Salzgehalt und die maximale
Wasseraufnahmekapazität?
> Lohnt sich der anschließende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
Die kenne ich nicht und auf der WebSite steht so gut wie nichts dazu.
List sich nicht so, als wäre das etwas spezielles.
HTH,
Andrea
Hallo, Peter,
habe vor ca. 4 Wochen unser Haus (1920) mit AIDA von Remmers behandelt.
Löcher gebohrt (240 Stück, ächz, der Bosch Bohrhammer hat`s nicht
gepackt (20er Bohrer), also Hilti ausgeliehen) und das Zeug mit der
Gartenspritze eingefüllt. Hat super geklappt und rein subjektiv auch
schon was gebracht: das Haus kühlt nachts nicht mehr so stark aus. Aber
Endgültiges mit neuer Feuchtemessung erst nach der Heizperiode.
Gruß, Michael
>Peter Sieber schrieb:
>>
>> Hallo,
>>
>> hat jemand Erfahrung mit dem Mauertrocknungssystem von VEINAL (drucklose
>> Silikonharzinjektionen) ?
>>
>> Wir haben Probleme mit aufsteigender Nässe (Schimmel).
>>
>> Lohnt sich der anschließende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
>>
>> MfG
>>
>> Peter Sieber
>
>Hallo, Peter,
>habe vor ca. 4 Wochen unser Haus (1920) mit AIDA von Remmers behandelt.
>Löcher gebohrt (240 Stück, ächz, der Bosch Bohrhammer hat`s nicht
>gepackt (20er Bohrer), also Hilti ausgeliehen) und das Zeug mit der
>Gartenspritze eingefüllt. Hat super geklappt und rein subjektiv auch
>schon was gebracht: das Haus kühlt nachts nicht mehr so stark aus.
Das halte ich nach der kurzen Zeit für sehr subjektiv. Vielleicht ists
momentan draußen nicht so kalt?
Lutz
--
Jede Menge kommentierte Links rund um Kommunikationsnetzwerke:
http://www.netzwerkseite.de
Hallo Andrea,
>> Lohnt sich der anschliessende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
> Die kenne ich nicht und auf der WebSite steht so gut wie nichts dazu.
> List sich nicht so, als waere das etwas spezielles.
Ich wette um 'ne Flasche Sekt, es ist Kalziumsilikatplatte (wie
Capeboards, Reno-San Klimaplatte, Getifix-System, Obi ASS usw.usw.).
Hat sich bei mir gegen Feuchte gelohnt; sehr gute "Schwammwirkung",
etwas Waermedaemmung, "Antischimmel"oberflaeche. Aber sehr, sehr teuer
(siehe auch "Forum Innendaemmung" als .pdf bei NRW-Energieagentur).
-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd
WAAS? Schlschlschlotterrrr.
V.
> Lohnt sich der anschließende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
ich vermute mal, das sind sogenannte Kalzium-Silikat Platten. haben den
Vorteil, das sie die Luftfeuchte bis zu einem bestimmten Saettigungsgrad
aufnehmen und wenn´s trockner istm wieder abgeben.
Werden oft in Kellerraeumen vor die Wand gesetzt. Werden vom Baustoffhandel
auch als sog, Klimaplatten vertrieben.
Von den Preisen gibt´s da erhebliche Differenzen
Gruss
Ralph
--
--
"warum vor Langeweile sterben, wenn es auch vor Uebermuedung geht !"
Ralph Heiden
private mail / posting
r_he...@gmx.de
> hat jemand Erfahrung mit dem Mauertrocknungssystem von VEINAL (drucklose
> Silikonharzinjektionen) ?
>
> Wir haben Probleme mit aufsteigender Nässe (Schimmel).
>
> Lohnt sich der anschließende Einbau von VEINAL-Klimaplatten ?
(: ) Der Reihe nach:
(: ) Es gibt wässrige Silikon-Produkte, die machen Mauerwerk wasserabweisend
gegen aufsteigende Feuchte, nicht wasserdicht gegen Fließwasser.
Es gibt Bauplatten aus Kalziumkarbonat, die man Innen vor die Wand stellt,
die stark Wasser saugen, das bei günstigen Bedingungen allmählich in die
Raumluft abdunstet.
Vielleicht trifft sowas auf die oben genannten Produkte zu.
(: Reinhold Bensch :)
Und ich sach noch: neue Messung erst n a c h dem Winter!! ;-)
Gruß, Michael
Hallo Andrea,
mit dem unseriösen stimmt leider. Aber danke für die Linksammlung.
Dein Link zu Aquapol schießt aber wirklich den Vogel ab. Modell "Weidi",
Dein Kommentar dazu ist wohl zutreffend. Ich hatte mal auf einer Messe
das Normalmodell von denen gesehen, schon das war merkwürdig genug,
getarnt als unter die Decke gehängtes Chemieklo mit Stummelantennen.
Nachdem ich den beschriebenen Effekt "Aufhebung der Kapillarwirkung" mit
einer danebengehaltenen Kapillare gezeigt haben wollte, bekam ich in
etwa zu hören, "ja wenn Sie so an die Sache rangehen und nicht dran
glauben, dann können Sie es gleich bleiben lassen"...
Kein Kommentar
Ich hatte mich mal, was die elektrischen Verfahren angeht, mit den
Grundlagen der Elektroosmoose beschäftigt, die drahtlosen Verfahren
halte ich nach wie vor für Humbug. Hast Du über Deine Linksammlung
hinaus Informationen, Links, Hinweise von unabhängiger Seite o.ä. zu
solchen mit Kontakt zum Mauerwerk arbeitenden Verfahren wie z.B. das
unter MatroW zu findende (insbesondere was die haltbarkeit der
Elektroden angeht)?
Viele Grüße
Thoralf
(: ) Klar, muß heißen: Bauplatten aus Kalziumsilikat.
(: Reinhold Bensch :)
>Wenn die
>Horizontalsperre hin ist
Kann mir mal einer erzählen/berichten, warum man heute
solche "Horizontalsperren" einbaut/einbauen muss?
Man hat doch Jahrhunderte lang Keller ohne so etwas trocken bekommen?
Und: Wenn das Mauerwerk im Wasser steht, was soll das helfen?
Wenn ein Schiff ein Loch im Kielbereich hat, dann bohrt
man doch nicht 20cm höher weitere Löcher und hofft das das
Wasser da schon nicht rüber steigen wird, resp. gar dadurch
wieder ablaufen wird,
sondern man nimmt Lenzpumpen oder dichtet das Loch ab.
Sicher ist nicht so einfach ein Haus ins Trockendock zu bringen,
aber diese "Horizontalsperre" mutet mir irgendwie seltsam an.
> Sicher ist nicht so einfach ein Haus ins Trockendock zu bringen,
> aber diese "Horizontalsperre" mutet mir irgendwie seltsam an.
Das koennen andere hier bestimmt besser erklaeren, nur soviel: die
Horizontalsperre verhindert, das durch die Kapillarwirkung im Mauerwerk die
Feuchte weiter aufsteigt.
bis die Tage
Ralph
Thoralf Winkler <Thoralf...@gmx.de> schrieb:
> Andrea Glatthor schrieb:
> > Link-Übersicht auf http://www.andrea-glatthor.de/links.html#entfeucht
> Ich hatte mich mal, was die elektrischen Verfahren angeht, mit den
> Grundlagen der Elektroosmoose beschäftigt, die drahtlosen Verfahren
> halte ich nach wie vor für Humbug.
das sind sie IMO auch. :-/
Aber wer dran glauben will, der wird nicht davon abgehalten. Jeder
Geschädigte muss einzeln klagen.
Ähnlicher Humbug ist die passive Elektroosmose. Dem Verfahren liegt ein
Trugschluß zugrunde, nämlich der, dass das Strömungpotential für den
kapillaren Wassertransport verantwortlich ist. Tatsächlich ist es aber
genau anders herum: Das Strömungspotential ist eine Folge des kapillaren
wassertransportes. Durch das Kurzschließen der Mauer verschwindet das
Strömungspotential und damit soll dann der Wassertransport wegbleiben.
Tatsächlich wird aber nicht die Ursache der aufsteigenden Feuchte,
sondern nur eine Folgeerscheinung beseitigt. Null Effekt ... und gibt es
trotzdem noch auf dem Markt.
> Hast Du über Deine Linksammlung
> hinaus Informationen, Links, Hinweise von unabhängiger Seite o.ä. zu
> solchen mit Kontakt zum Mauerwerk arbeitenden Verfahren wie z.B. das
> unter MatroW zu findende (insbesondere was die haltbarkeit der
> Elektroden angeht)?
Auf Anhieb so nicht. Was nennst Du denn unabhängig? Hast Du da hohe
Ansprüche? :-) Mal gucken, was ich speziell dazu finde. Die
verschiedensten Untersuchungen zum Wirkprinzip habe ich irgendwo.
... habe eben bei Matrow auf der Seite mal kurz nachgesehen: Es ist ein
Verfahren mit "Wechselspannung von maximal 6 Volt, deren Wirkungweise
einer Gleichspannung von ca. 2,8 Volt nahe kommt".
Tja, nur ist es eben so, dass man Messungen gemacht hat und zu dem
Ergebnis kam, dass die elektroosmotische Kraft (Saugkraft) im Baustoff
in der Größenordnung von 60 Volt liegt. Man muss nachweislich mit
Spannungen um die 80 Volt arbeiten, um überhaupt einen messbaren Effekt
im Mauerwerk zu erreichen. Vorher ist die Kapillarkraft nicht
überwunden.
Dass man kein Mauerwerk mit solchen Spannungen beaufschlagen kann, nun
ja, ... wie hoch mag wohl der Stromverbrauch sein und wie sieht es mit
der Sicherheit aus? 8-(
(Bei derartigen Spannungen sind dann auch die Elektroden ganz schnell
hinüber. Elektrolytische Zersetzung des Wassers in Sauerstoff und
Wasserstoff.)
Also, ich traue dem Matrow-Verfahren nicht über den Weg. Es gibt zu
viele "Wenn und Aber". Wenn Dich die Haltbarkeit der Elektroden
interessiert: Dazu habe ich ganz sicher keine herstellerunabhängigen
Angaben. Ich habe auch noch kein Gebäude mit deren System in Natura
gesehen.
Ich kann mir ja spasseshalber mal die Unterlagen von denen besorgen ...
gehe gleich noch mal auf die WebSite zum Download, falls angeboten.
Andrea
usenet...@zocki.toppoint.de (Rainer Zocholl) schrieb:
> Kann mir mal einer erzählen/berichten, warum man heute
> solche "Horizontalsperren" einbaut/einbauen muss?
>
> Man hat doch Jahrhunderte lang Keller ohne so etwas trocken bekommen?
Man hat Jahrhunderte ohne Keller gebaut. :-)
Und die Keller, die man gebaut hat, waren/sind ganz anders genutzt
worden als heutige Keller. Feuchte Keller waren normal und, mal ehrlich,
im Grundwasser zu bauen ... auf die Idee kommen wir doch erst in letzter
Zeit? :-))
> Und: Wenn das Mauerwerk im Wasser steht, was soll das helfen?
Horizontal- plus Vertikalsperre ... das ergibt quasi nachträglich eine
Art wasserdichte Wanne.
> Wenn ein Schiff ein Loch im Kielbereich hat, dann bohrt
> man doch nicht 20cm höher weitere Löcher und hofft das das
> Wasser da schon nicht rüber steigen wird, resp. gar dadurch
> wieder ablaufen wird,
> sondern man nimmt Lenzpumpen oder dichtet das Loch ab.
Eben: Man dichtet ab. Im Mauerwerk horizontal knapp über der Sohle und
dann vertikal aussen auf dem Mauerwerk bis knapp oberhalb der
Geländeoberkante.
> Sicher ist nicht so einfach ein Haus ins Trockendock zu bringen,
> aber diese "Horizontalsperre" mutet mir irgendwie seltsam an.
Tja, das Prinzip ist eigentlich ganz simpel, aber ohne eine
entsprechende Grafik mit der Abdichtung in der Zeichnung jetzt hier
etwas schwierig 'rüber zu bringen.
Ich habe schon einmal den Anlauf genommen um einen ganz simplen Text und
einfache Grafiken zu erstellen, anhand derer die Funktion und die
Knackpunkte der einzelnen Verfahren sich zeigen lassen. <seufz>
Andrea
"Ralph Heiden" <r_he...@gmx.de> schrieb:
> "Rainer Zocholl" <usenet...@zocki.toppoint.de> schrieb:
>> Man hat doch Jahrhunderte lang Keller ohne so etwas trocken bekommen?
> Auch kommt hinzu, das frueher die Leute nicht ueberall Haeuser gebaut haben.
Und nur wenige unterkellerte ...
> Wo der Untergrund das nicht hergab, hat man, wenn man konnte halt woanders
> gebaut.
Exakt!
>> Wenn ein Schiff ein Loch im Kielbereich hat, dann bohrt
>> man doch nicht 20cm höher weitere Löcher und hofft das das
>> Wasser da schon nicht rüber steigen wird, resp. gar dadurch
>> wieder ablaufen wird, sondern man nimmt Lenzpumpen oder dichtet das Loch ab.
> Der Unterschied zwischen Haeusern und Schiffen war nochmal ?
Schiffe schwimmen auf, wenn das Wasser aussen hoch steigt. Bei Häusern
versucht man dagegen krampfhaft, das Aufschwimmen zu verhindern. ? ;-)
> die Horizontalsperre verhindert, das durch die Kapillarwirkung im
> Mauerwerk die Feuchte weiter aufsteigt.
Genau.
Grüße,
Andrea
Hallo Andrea,
meine Frage ging vor allem in die Richtung, "irgendwo noch was
griffbereit rumliegen haben oder so", d.h. ich will Dir jetzt nicht die
Sucharbeit aufhalsen. Im Netz finet sich ja doch mal hier und da was.
Aber interessiert bin ich schon.
Daß ich von Elektroosmoose das erste mal was hörte war in der Lehre
(Ziegelei), da gibt es derartige Maschinen zur Tonabscheidung aus einer
Suspension (also zum Materialtransport, nicht direkt zum Trocknen)
Und das (ich hab's aber nicht in Aktion gesehen) soll richtig
funktionieren.
Wie ich zuerst von dem entsprechenden Verfahren zur
Mauerwerksentfeuchtung hörte weiß ich nicht mehr, hatte mir aber schon
vor über 10 jahren mal ein Buch dazu (Irgendein österreichischer
Bauchemiker, Name fällt mir nicht mehr genau ein, kann ich aber
nachsehen.) aus den 60er Jahren in der Unibibliothek geholt.
Da gings um ebenfalls wenige Volt, auch mit dem Problem der
Elektrodenkorrosion. Dann fiel mir auch mal ein Prospekt in die Hände,
wo das so ähnlich wie bei Matrow beschrieben war, mit
korrosionsbeständigen LeitKunststoff- oder Leitgummielektroden.
Und das (die Korrosion) scheint auch das Hauptproblem des Verfahrens zu
sein, eine Gleichspannungsquelle baue ich selbst zusammen...
> ... habe eben bei Matrow auf der Seite mal kurz nachgesehen: Es ist ein
> Verfahren mit "Wechselspannung von maximal 6 Volt, deren Wirkungweise
> einer Gleichspannung von ca. 2,8 Volt nahe kommt".
Leider sind die technischen Angaben so knapp, daß man nichts mit
anfangen kann bzw. es sich unsinnig anhört. Weil - es muß eine
Gleichspannung sein.
> Tja, nur ist es eben so, dass man Messungen gemacht hat und zu dem
> Ergebnis kam, dass die elektroosmotische Kraft (Saugkraft) im Baustoff
> in der Größenordnung von 60 Volt liegt. Man muss nachweislich mit
> Spannungen um die 80 Volt arbeiten, um überhaupt einen messbaren Effekt
> im Mauerwerk zu erreichen.
Wirklich so viel?
> Also, ich traue dem Matrow-Verfahren nicht über den Weg. Es gibt zu
> viele "Wenn und Aber". Wenn Dich die Haltbarkeit der Elektroden
> interessiert: Dazu habe ich ganz sicher keine herstellerunabhängigen
> Angaben. Ich habe auch noch kein Gebäude mit deren System in Natura
> gesehen.
Ich leider auch nicht, würde das Verfahren aber gern mal testen
(Probe-Mauer in Wanne mit ein paar cm Wasser mauern, Elektroden anlegen,
abwarten)
Viele Grüße
Thor"praktisch veranlagt"alf
Thoralf Winkler <Thoralf...@gmx.de> schrieb:
> Andrea Glatthor schrieb:
>> Mal gucken, was ich speziell dazu finde. Die
>> verschiedensten Untersuchungen zum Wirkprinzip habe ich irgendwo.
> meine Frage ging vor allem in die Richtung, "irgendwo noch was
> griffbereit rumliegen haben oder so", d.h. ich will Dir jetzt nicht die
> Sucharbeit aufhalsen. Im Netz finet sich ja doch mal hier und da was.
> Aber interessiert bin ich schon.
Ich mache das ja auch im eigenen Interesse. Ich verfolge die Szene schon
lange und es ist eine Art Hobby. :-/
[Elektroosmoose zur Tonabscheidung aus einer Suspension]
Die Elektroosmose ist ein elektrokinetische Erscheinung, die eben
vielfältig verwendbar ist: Entsalzen von Wasser und eben die
Entwässerung von Torf, Schlämmen, Leim, Farbpasten ... [Quelle: Römpp
Lexikon Chemie]
Nur: Bei der Übertragung auf Mauerwerk gibt es ein paar Probleme. :-)
> Wie ich zuerst von dem entsprechenden Verfahren zur
> Mauerwerksentfeuchtung hörte weiß ich nicht mehr, hatte mir aber schon
> vor über 10 jahren mal ein Buch dazu (Irgendein österreichischer
> Bauchemiker, Name fällt mir nicht mehr genau ein, kann ich aber
> nachsehen.) aus den 60er Jahren in der Unibibliothek geholt.
> Da gings um ebenfalls wenige Volt, auch mit dem Problem der
> Elektrodenkorrosion.
Schon bei wenigen Volt tritt die Zersetzung des Wassers auf und das ist
für die Elektroden "tödlich". Ob dabei auch schon eine Wanderung des
Wassers im Mauerwerk bewirkt werden kann, ist ein ganz anders Problem.
> Dann fiel mir auch mal ein Prospekt in die Hände,
> wo das so ähnlich wie bei Matrow beschrieben war, mit
> korrosionsbeständigen LeitKunststoff- oder Leitgummielektroden.
> Und das (die Korrosion) scheint auch das Hauptproblem des Verfahrens zu
> sein, eine Gleichspannungsquelle baue ich selbst zusammen...
Ich habe bei Matrow Unterlagen angefordert und werde meine Unterlagen
bei gelegenheit mal wieder sichten. Da ist viel altes Zeug bei. Ich
schicke Dir das dann per Email.
>> Tja, nur ist es eben so, dass man Messungen gemacht hat und zu dem
>> Ergebnis kam, dass die elektroosmotische Kraft (Saugkraft) im Baustoff
>> in der Größenordnung von 60 Volt liegt. Man muss nachweislich mit
>> Spannungen um die 80 Volt arbeiten, um überhaupt einen messbaren Effekt
>> im Mauerwerk zu erreichen.
> Wirklich so viel?
Wenn ich das rausgesucht habe, kommt es per Mail. Bei der Größenordnung
bin ich mir sehr sicher. Es hängt aber extrem vom Baustoff ab. In
Ziegelsteinen sieht die Sache ganz anders aus als in Mauermörtel.
> Ich ... würde das Verfahren aber gern mal testen
> (Probe-Mauer in Wanne mit ein paar cm Wasser mauern, Elektroden anlegen,
> abwarten)
Hmmm, mal schaun. An die Elektroden kommen wir aber bestimmt nicht so
einfach dran. ;-)
> Thor"praktisch veranlagt"alf
An*Theoretikerin*drea
Ich habe da ein paar sehr anschauliche Graphiken zu diesem Thema (von Röhm
Chemie)
wen das interessiert, kurze Mail an mich, ich scanne das dann mal ein und
schicke es bei Bedarf.
Ich halte nachdem was ich bisher so gesehen habe, das Injektionsverfahren
fuer die praktikabelste und kostenguenstigste Variante
Gruesse
Ralph
>"Rainer Zocholl" <usenet...@zocki.toppoint.de> schrieb im
>Newsbeitrag news:7poN6...@zocki.toppoint.de...
>> (Ralph Heiden) 11.11.00 in /de/rec/heimwerken:
>> Kann mir mal einer erzählen/berichten, warum man heute
>> solche "Horizontalsperren" einbaut/einbauen muss?
>> Und: Wenn das Mauerwerk im Wasser steht, was soll das helfen?
>Weisse Wanne, entsprechende Sperr- und Daemmmassnahmen ?
Weisse Wanne?
>> Wenn ein Schiff ein Loch im Kielbereich hat, dann bohrt
>> man doch nicht 20cm höher weitere Löcher und hofft das das
>> Wasser da schon nicht rüber steigen wird, resp. gar dadurch
>> wieder ablaufen wird,
>> sondern man nimmt Lenzpumpen oder dichtet das Loch ab.
>Der Unterschied zwischen Haeusern und Schiffen war nochmal ?
Nicht so gross wie man denkt.
Auch Häuser können m.W. "aufschwimmen".
>Hallo Rainer,
>
>usenet...@zocki.toppoint.de (Rainer Zocholl) schrieb:
>
>> Kann mir mal einer erzählen/berichten, warum man heute
>> solche "Horizontalsperren" einbaut/einbauen muss?
>>
>> Man hat doch Jahrhunderte lang Keller ohne so etwas trocken
>> bekommen?
>
>Man hat Jahrhunderte ohne Keller gebaut. :-)
>Und die Keller, die man gebaut hat, waren/sind ganz anders genutzt
>worden als heutige Keller. Feuchte Keller waren normal und, mal
>ehrlich, im Grundwasser zu bauen ... auf die Idee kommen wir doch erst
>in letzter Zeit? :-))
Uups. ja?
>> Wenn ein Schiff ein Loch im Kielbereich hat, dann bohrt
>> man doch nicht 20cm höher weitere Löcher und hofft das das
>> Wasser da schon nicht rüber steigen wird, resp. gar dadurch
>> wieder ablaufen wird,
>> sondern man nimmt Lenzpumpen oder dichtet das Loch ab.
>
>Eben: Man dichtet ab. Im Mauerwerk horizontal knapp über der Sohle und
>dann vertikal aussen auf dem Mauerwerk bis knapp oberhalb der
>Geländeoberkante.
Emm, muss man sich das so wie eine Taucherglocke vorstellen?
Gibt das nicht einen unheueren Druck auf den Boden von unten?
(Ein keller ist ja nicht luftdicht)
Ich verstehe einfach nicht, warum man das Teil nicht von Aussen
abdichtet. (Und einen stahlarmierten Boden nimmt).
Sind diese "horzontal" Sperren die Billig Variante des Kellerbaus
oder Notlösung?
Mei, ich stelle es mir doch aufwändig vor, ein paar
5mm PE Platten dauerhaft (druck)wasserdicht auf einer
Baustelle zu verschweissen.
Da nimmt man halt das was man vor Ort findet?
"Dachpappe" und Steine?
>Ich habe schon einmal den Anlauf genommen um einen ganz simplen Text
>und einfache Grafiken zu erstellen, anhand derer die Funktion und die
>Knackpunkte der einzelnen Verfahren sich zeigen lassen. <seufz>
Nicht so schnell aufgeben :-)
Hallo Thoralf,
> Wie ich zuerst von dem entsprechenden Verfahren zur
> Mauerwerksentfeuchtung hoerte weiss ich nicht mehr, hatte mir aber
schon
> vor ueber 10 jahren mal ein Buch dazu (Irgendein oesterreichischer
> Bauchemiker, Name faellt mir nicht mehr genau ein, kann ich aber
> nachsehen.) aus den 60er Jahren in der Unibibliothek geholt.
Ernst Vill mit seinem Buechlein "Mauerfeuchtigkeit" ist eigentlich
kein studierter und/oder gelernter Bauchemiker. Auch Oesterreicher ist
er nicht, obwohl man's seinem Anrufbeantworter anzuhoeren glaubt ,-)
> Da gings um ebenfalls wenige Volt, auch mit dem Problem der
> Elektrodenkorrosion.
Zitat E.Vill, Seite 35:
"Die konsequete Weiterentwicklung des Grundgedankens fuehrte dann zum
Einsatz beruehrungsloser Systeme, die mit Hilfe von schwachen
Funkimpulsen eine Fernfeldumkehrung im Mauerwerk erreichen. Im somit
positiven Feld orientieren sich die Wassermolekuele neu und wandern
zum negativ geladenen Erdreich ab. Die Abtrocknung des Mauerwerks ist
dann nur noch eine Frage der Zeit. . . "
Weitere Einzelheiten zu dieser genialistischen Idee fand ich bisher
leider nirgends ):-((
Hallo Gerd,
nein, der Name sagt mir nichts. Auch betrachte ich die drahtlosen
Varianten von vornherein als Humbug. Zumindest bis mir einer das
Gegenteil beweist. ;-)
Aber ich hab nochmal herumgekramt, und das von mir erwähnte Buch als
Notiz in den unendlichen Weiten meines PC gefunden, zusammen mit ein
paar Notizen zu darin beschriebenen (auch nachzuvollziehenden und nicht
als scharlatanerie zu betrachtenden) Versuchen, mit Elektroden am
MAuerwerk und Gleichspannung:
Bauingenieur-Praxis Heft 30
Paul Wieden: Das Entfeuchten von Mauerwerk unter besonderer
Berücksichtigung des elektro-osmotischen Verfahrens, Verlag von Wilhelm
Ernst & Sohn, Berlin und Münschen, 1965
Ich wiederhole mal, was ich hier schon mal dazu postete, zu den dort
dargestellten Versuchen:
1. Versuche mit einzelnen Ziegeln
- Ziegel hochkant in einige cm Leitungswasser gestellt:
- sind nach einigen Stunden mit Wasser vollgesogen
- negatives Potential ist oben, positives im Wasser
- Bohrungen 5mm Durchmesser mit einzementierten verzinnten
Cu-Elektroden, 2/3 der Ziegeldicke tief eingebaut, einige cm über dem
Wasser, zweite Elektrode ist im Wasserbad
- bei Anlegen von pos. Spannung (1,2 V) am Ziegel bildet sich ab 15 cm
Höhe des Ziegels eine trockene Zone aus, bleibt auch monatelang trocken.
- bei Anlegen von neg. Spannung wird der Ziegel weiter durchfeuchtet.
2. unverputzte Probemauer, 24er Mauerwerk, 1 m lang, 0,5 m hoch
- Mauer im Wasserbad
- Cu-Elektroden 2/3 der Mauertiefe einzementiert, ca. 10 cm über dem
Wasser, Abstand voneinander etwa 25 cm,
- mit neg. Polung wurde die Mauer künstlich durchfeuchtet
- Mauer pos. gepolt, mit 8 V Hilfsspannung, dabei Korrosieon der
Elektroden nach 5 Monaten (während bei den Versuchen mit 1,2 V
anscheinend keine Korrosion auftrat, jedenfalls nichts darüber
geschrieben steht, wurde jetzt die hohe Spannung genutzt, um
Korrosionsschäden gezielt zu beobachten)
3. Berichte über praktische Nutzung an Bauobjekten, leider ohne techn.
Details
In irgendeiner Internetz-Seite, die ich jetzt aber nicht mehr fand, war
Paul Wieden auch als Hinweis aufgeführt.
Viele Grüße
Thoralf