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Edelstahl erkennen

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Bernd Lammer

unread,
Dec 11, 2017, 1:41:49 PM12/11/17
to
Hallo,

kann man zerstörungsfrei und mit wenig Aufwand sicher erkennen, ob eine
Schraube oder ein anderer Gegenstand aus nichtrostendem Stahl besteht?

Mit einem Magneten (alleine) kann man es afaik nicht zweifelsfrei
feststellen, da es auch rostfreien Stahl gibt, der magnetisch ist.

--
Bernd

Uwe St?ckel

unread,
Dec 11, 2017, 3:32:32 PM12/11/17
to
die üblichen nichtrostenden Stähle sind auffällig unmagnetisch.
Silber und wenig magnetisch wäre dann noch Alu, Titan, Zink, Platin,
Silber, ...
Da könnte die Dichte ein wenig helfen.

Dazu aber:
Edelstahl ist nicht gleichbedeutend mit nicht rostend.

--
Sachkunde kann eine lebhafte Diskussion nur behindern

Olaf Schultz

unread,
Dec 11, 2017, 3:34:28 PM12/11/17
to
Wenn manN nicht ganz farbenblind ist geht das recht gut am Glanz/der
Farbe. Nichtrostenden Stählen sieht man den Chromgehalt recht gut an im
Vergleich zu rostenden Stählen... schau mal genau hin.

Bei Schrauben steht ansonsten A2, A4.. A70... drauf (gut, wenn die
Markenfälscher da zugeschlagen haben, dann *rschkarte gezogen).

Viele Grüße,

Olaf

HC Ahlmann

unread,
Dec 11, 2017, 4:26:29 PM12/11/17
to
Halt das Stahlstück oder die Schraubenfuß kurz an eine Schleifscheibe.
Das Funkenbild gibt Aufschluss über die Legierung: je mehr
Verästelungen, desto mehr Kohlenstoff; je gerader und dunkler, desto
höher vergütet ist der Stahl.

Eine Schraube aus einem Nirosta-Stahl sollte wenig bis keine verästelte
Funken zeigen.

Wenn der Stahl rostfrei ist, sollte die angeschliffene Fläche ähnlich
wie der Rest aussehen - rostfrei und blank. (Es gibt WT-Stähle, die sind
wetterbeständig, weil sie sich mit einer erst braunen, dann violetten
Rostschicht überziehen, aber im Anschliff blank sind.)
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Peter Heitzer

unread,
Dec 12, 2017, 2:53:36 AM12/12/17
to
Wenn eine gleichgrosse Schraube aus Stahl zum Vergleich zur Hand ist,
sollte es dennoch gelingen. Die magnetischen Edelstähle, die mir
bisher untergekommen sind, waren ggü. normalem Stahl deutlich weniger
magnetisch anziehbar.
Eine weitere minimal invasive Methode wäre wohl ein Test mit Essigessenz.
Edelstahl sollte darauf nicht mit Verfärbung reagieren.



--
Dipl.-Inform(FH) Peter Heitzer, peter....@rz.uni-regensburg.de

Johann Mayerwieser

unread,
Dec 12, 2017, 5:42:28 AM12/12/17
to
Am Tue, 12 Dec 2017 07:53:34 +0000 schrieb Peter Heitzer:

> Wenn eine gleichgrosse Schraube aus Stahl zum Vergleich zur Hand ist,
> sollte es dennoch gelingen. Die magnetischen Edelstähle, die mir bisher
> untergekommen sind, waren ggü. normalem Stahl deutlich weniger
> magnetisch anziehbar.

Andererseits habe ich ein leichtes und dünnes Edelstahlreinl, das auf der
Induktion höllisch ist. In keinem anderen kocht Wasser so schnell.

> Eine weitere minimal invasive Methode wäre wohl ein Test mit
> Essigessenz.
> Edelstahl sollte darauf nicht mit Verfärbung reagieren.

Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure ist aus dem
Lebensmittelhandel verschwunden. 25 - 30 % ist das höchste der Gefühle.

Dieter Wiedmann

unread,
Dec 12, 2017, 5:57:15 AM12/12/17
to
Am 12.12.2017 um 11:42 schrieb Johann Mayerwieser:

> Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure

Das nennt man Eisessig!


> ist aus dem
> Lebensmittelhandel verschwunden. 25 - 30 % ist das höchste der Gefühle.

Und das ist Essigessenz!


xylo...@gmail.com

unread,
Dec 12, 2017, 6:44:46 AM12/12/17
to
Am Montag, 11. Dezember 2017 22:26:29 UTC+1 schrieb HC Ahlmann:

> Wenn der Stahl rostfrei ist, sollte die angeschliffene Fläche ähnlich
> wie der Rest aussehen - rostfrei und blank. (Es gibt WT-Stähle, die sind
> wetterbeständig, weil sie sich mit einer erst braunen, dann violetten
> Rostschicht überziehen, aber im Anschliff blank sind.)

Aus so einem WT-Stahl bestehen wohl die Fassadenelemente eines
Gebäudes der FU Berlin in Dahlem, von violett kann aber keine
Rede sein, der Kasten ist kackbraun und Volkes Mund nennt
ihn Rostlaube - FR

Dieter Wiedmann

unread,
Dec 12, 2017, 6:48:12 AM12/12/17
to

HC Ahlmann

unread,
Dec 12, 2017, 7:40:46 AM12/12/17
to
Du musst es schon durch einen Filter betrachten, um die Nuancen von
Braun zu unterscheiden.

xylo...@gmail.com

unread,
Dec 12, 2017, 7:45:23 AM12/12/17
to
Am Dienstag, 12. Dezember 2017 12:48:12 UTC+1 schrieb Dieter Wiedmann:

>>> Wenn der Stahl rostfrei ist, sollte die angeschliffene Fläche ähnlich
>>> wie der Rest aussehen - rostfrei und blank. (Es gibt WT-Stähle, die sind
>>> wetterbeständig, weil sie sich mit einer erst braunen, dann violetten
>>> Rostschicht überziehen, aber im Anschliff blank sind.)

>> Aus so einem WT-Stahl bestehen wohl die Fassadenelemente eines
>> Gebäudes der FU Berlin in Dahlem, von violett kann aber keine
>> Rede sein, der Kasten ist kackbraun und Volkes Mund nennt
>> ihn Rostlaube.

> https://de.wikipedia.org/wiki/COR-TEN-Stahl

Aha, bei der Berliner Rostlaube haben sich aber die Erwartungen
an die Fassadenelemente aus COR-TEN nicht erfüllt, die Dinger
sind fast völlig weggerostet - FR

Kluger, Gerd

unread,
Dec 12, 2017, 7:58:34 AM12/12/17
to
Dann ist es kein Corten Stahl. Wie unglaublich schön und haltbar
Corten ist, kann man zum Beispiel am Besucherzentrum am Rheinfall
von Schaffhausen sehen:
https://www.world-architects.com/lv/projects/view/rheinfall-besucherzentrum

Grüße
Gerd

noebbes

unread,
Dec 12, 2017, 8:01:30 AM12/12/17
to
Hol Dir halt in der Apotheke Eisessig, kostet nicht die Welle und ist
dasselbe.

MaWin

unread,
Dec 12, 2017, 9:25:41 AM12/12/17
to
"Bernd Lammer" <bernd....@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
news:p0mjhc$ho$1...@dont-email.me...

> kann man zerstörungsfrei und mit wenig Aufwand sicher erkennen, ob eine
> Schraube oder ein anderer Gegenstand aus nichtrostendem Stahl besteht?

Jein.

Du verwechselst bereits Edelstahl und nichtrostenden Stahl,
wie soll da eine Erkennung stattfinden was du willst und was du meinst ?

Normalblinde Leute sehen das sofort an der Farbe ob es eine normale
Schraube ist (Stahl, Stahl verzinkt, Stahl vernickelt) oder eine aus
A2/V2A/A4/V4A Edelstahl, wenn es keine anderen Optionen gibt (ausser
schwarzbrüniert, chromatiert, Messing oder Alu eloxiert, die noch
deutlicher sind).

Wenn natürlich alle theoretisch möglichen (Edel-)stahlsorten möglich
sind, wäre erst mal zu klären, welche aus deiner Sicht nichtrostend
sind, das ist ja schon bei Seeluft anders als im Binnenland.

Wenn man wirklich Wert drauf legt, kann man *nahezu* zerstörungsfrei
geringe Mengen verdampfen und im Massenspektrometer auf die Bestandteile
analysieren

Zum Nachweis benötigt man Röntgenfluoreszenzspektrometer
https://www.911metallurgist.com/blog/portable-xrf-analyzer-price
oder LIBS Laser induced breakdown spectroscopy analyser
https://hha.hitachi-hightech.com/en/product-range/product-type?product-type=hand

--
MaWin, Manfred Winterhoff, mawin at gmx dot net

Dieter Wiedmann

unread,
Dec 12, 2017, 11:10:42 AM12/12/17
to
Am 12.12.2017 um 15:25 schrieb MaWin:

> Zum Nachweis benötigt man Röntgenfluoreszenzspektrometer
> https://www.911metallurgist.com/blog/portable-xrf-analyzer-price
> oder LIBS Laser induced breakdown spectroscopy analyser
> https://hha.hitachi-hightech.com/en/product-range/product-type?product-type=hand

Oh weh, man kanns auch übertreiben. OES ist da völlig ausreichend und
auch Standard.

https://de.wikipedia.org/wiki/Funkenspektrometer


Gruß Dieter


xylo...@gmail.com

unread,
Dec 12, 2017, 11:19:17 AM12/12/17
to
Am Dienstag, 12. Dezember 2017 13:58:34 UTC+1 schrieb Kluger, Gerd:

>>>> Aus so einem WT-Stahl bestehen wohl die Fassadenelemente eines
>>>> Gebäudes der FU Berlin in Dahlem, von violett kann aber keine
>>>> Rede sein, der Kasten ist kackbraun und Volkes Mund nennt
>>>> ihn Rostlaube.

>>> https://de.wikipedia.org/wiki/COR-TEN-Stahl

>> Aha, bei der Berliner Rostlaube haben sich aber die Erwartungen
>> an die Fassadenelemente aus COR-TEN nicht erfüllt, die Dinger
>> sind fast völlig weggerostet.

> Dann ist es kein Corten Stahl.

Doch, es wurde COR-TEN (COR von corrosion, TEN von tensile)
eingesetzt, wie diesbezüglichen Verlautbarungen der Bauabt.
der FU zu entnehmen ist - FR

Gregor Szaktilla

unread,
Dec 12, 2017, 12:06:14 PM12/12/17
to
Am 12.12.2017 um 13:40 schrieb HC Ahlmann:
> <xylo...@gmail.com> wrote:
> ... der Kasten ist kackbraun und Volkes Mund nennt
>> ihn Rostlaube - FR
> Du musst es schon durch einen Filter betrachten, um die Nuancen von
> Braun zu unterscheiden.

-> Kackfilter?

SCNR

Gregor


--
X-ggl-piss-off: yes

Johann Mayerwieser

unread,
Dec 12, 2017, 2:20:00 PM12/12/17
to
Am Tue, 12 Dec 2017 11:57:16 +0100 schrieb Dieter Wiedmann:

> Am 12.12.2017 um 11:42 schrieb Johann Mayerwieser:
>
>> Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure
>
> Das nennt man Eisessig!


Eisessig ist die 100%ige Essigsäure, die bei ca. 16° kristallisiert
(deshalb der Name)
Konzentrierte Essigsäure liegt bei 96%, was auch die von mir
angesprochene Essigessenz war.

Allerdings war die von mir angesprochene Essigessenz, wenn ich mich
richtig erinnere, bei 80 oder 90%

Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.

>
>
>> ist aus dem Lebensmittelhandel verschwunden. 25 - 30 % ist das höchste
>> der Gefühle.
>
> Und das ist Essigessenz!

ja, auch.

Mit kommt allerdings Essigessenz auch verdünnt nicht in die Speisen.

Bodo Mysliwietz

unread,
Dec 12, 2017, 3:02:52 PM12/12/17
to
Am 12.12.2017 um 20:19 schrieb Johann Mayerwieser:
> Am Tue, 12 Dec 2017 11:57:16 +0100 schrieb Dieter Wiedmann:
>
>> Am 12.12.2017 um 11:42 schrieb Johann Mayerwieser:
>>
>>> Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure
>>
>> Das nennt man Eisessig!
>
>
> Eisessig ist die 100%ige Essigsäure, die bei ca. 16° kristallisiert
> (deshalb der Name)
> Konzentrierte Essigsäure liegt bei 96%, was auch die von mir
> angesprochene Essigessenz war.
>
> Allerdings war die von mir angesprochene Essigessenz, wenn ich mich
> richtig erinnere, bei 80 oder 90%
> Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.

Damit würde ich Landstriche Entvölkern.

>>> ist aus dem Lebensmittelhandel verschwunden. 25 - 30 % ist das höchste
>>> der Gefühle.
>>
>> Und das ist Essigessenz!
>
> ja, auch.

>25% gilt nicht mehr als Essenz.

> Mit kommt allerdings Essigessenz auch verdünnt nicht in die Speisen.

Och, wenn man mit Gasmaske und Pipette arbeitet geht das schon.



--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Jürgen Exner

unread,
Dec 12, 2017, 3:25:47 PM12/12/17
to
Johann Mayerwieser <johann.ma...@gmail.com> wrote:
>Am Tue, 12 Dec 2017 11:57:16 +0100 schrieb Dieter Wiedmann:
>
>> Am 12.12.2017 um 11:42 schrieb Johann Mayerwieser:
>>
>>> Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure
>>
>> Das nennt man Eisessig!
>
>Eisessig ist die 100%ige Essigsäure, die bei ca. 16° kristallisiert
>(deshalb der Name)

OK

>Konzentrierte Essigsäure liegt bei 96%,

ACK

>was auch die von mir
>angesprochene Essigessenz war.

Bloedsinn.

>Allerdings war die von mir angesprochene Essigessenz, wenn ich mich
>richtig erinnere, bei 80 oder 90%

Nein. Essig Essenz vom z.B. Kuehne war immer so um die 20-30%.

jue

Thomas Prufer

unread,
Dec 13, 2017, 2:46:40 AM12/13/17
to
On Tue, 12 Dec 2017 23:41:51 +0100, Ludger Averborg <ludger_...@web.de>
wrote:
>Nein, Essigessenz hatte früher 80 % Esssigsäure. Da das in
>der Handhabung ziemlich gefährlich ist, wurde das verboten.
>Heute enthält Essigessenz 25 % Essigsäure.

Oder auch nicht... Essigessenz mag jetzt 25% haben, als Essigsäure ist sie noch
erhältlich, als Lebensmittelzusatz, und in "hell" und "dunkel".

"Reinste Genuss-Essig-Säure mit vielen Vorteilen:
sehr sparsam
geschmacksneutral
trübungslos mischbar
gleichbleibend hohe Spitzenqualität
zum Einlegen von Obst, Gemüse, Gurken bestens geeignet"

oder

https://www.amazon.de/Surig-Essigs%C3%A4ure-Lebensmittelquailit%C3%A4t-E260-Flasche/dp/B00L0A3K92

"Surig Essigsäure 80% Lebensmittelquailität E260 (1kg Flasche)"


Thomas Prufer

Bernd Lammer

unread,
Dec 13, 2017, 7:25:24 AM12/13/17
to
Olaf Schultz schrieb am 11.12.2017 um 21:34:
> On 12/11/2017 07:41 PM, Bernd Lammer wrote:

>> kann man zerstörungsfrei und mit wenig Aufwand sicher erkennen, ob
>> eine Schraube oder ein anderer Gegenstand aus nichtrostendem Stahl
>> besteht?
>>
>> Mit einem Magneten (alleine) kann man es afaik nicht zweifelsfrei
>> feststellen, da es auch rostfreien Stahl gibt, der magnetisch ist.
>>
>
> Wenn manN nicht ganz farbenblind ist geht das recht gut am Glanz/der
> Farbe. Nichtrostenden Stählen sieht man den Chromgehalt recht gut an
> im Vergleich zu rostenden Stählen... schau mal genau hin.

Das Aussehen hat mich bisher meist in die richtige Richtung geleitet,
aber auch nicht immer. "Rostfreier Stahl" glänzt meist nicht so stark
und ist im Vergleich zu verzinktem Stahl eher grau/schwarz-silbrig statt
leicht bläulich.

> Bei Schrauben steht ansonsten A2, A4.. A70... drauf (gut, wenn die
> Markenfälscher da zugeschlagen haben, dann *rschkarte gezogen).

So ein Fall ist der Anlass für meine Frage. Abgesehen davon, dass mich
eine praktikable Lösung allgemein interessiert, habe ich gerade einen
Antennenstab für eine Dachantenne gekauft. Der Verkäufer behauptet, dass
das Anschlussgewinde aus rostfreiem Stahl bestünde. Das Teil sieht aber
aus, als wäre es verzinkt. Wenn ich zum Vergleich eine verzinkte und
eine A2-Schraube daneben lege, dann ist das ganz offensichtlich.
Die Probe mit einem Magneten unterstreicht den Verdacht weiter. Die
Antenne verhält sich wie die verzinkte Schraube und nicht, so schwach
magnetisch wie die A2-Schraube.
Dann habe ich die beiden Testschrauben noch in heiße konz. Natronlauge
und anschließend in Essigessenz mit 25% gelegt. Bei A2 passiert nichts
Sichtbares, während die verz. Schraube leicht gast und nach ein paar
Minuten dunkler wird. Das Antennengewinde habe ich ebenfalls kurz in die
Lösungen gehalten und es hat ebenfalls gegast.

Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass die Antenne nicht aus rostfreiem
Stahl besteht, aber so richtig handfest ist das nicht und auch nicht
ganz zerstörungsfrei.
Wenn ich die anderen Beiträge hier im Thread mitbetrachte, dann geht es
wohl auch nicht zerstörungsfrei.

--
Bernd

xylo...@gmail.com

unread,
Dec 13, 2017, 7:59:06 AM12/13/17
to
Am Dienstag, 12. Dezember 2017 20:20:00 UTC+1 schrieb Johann Mayerwieser:

>>> Essigessenz, also nahezu 100 %ige Essigsäure

>> Das nennt man Eisessig!


> Eisessig ist die 100%ige Essigsäure, die bei ca. 16° kristallisiert
> (deshalb der Name)
> Konzentrierte Essigsäure liegt bei 96%, was auch die von mir
> angesprochene Essigessenz war.
>
> Allerdings war die von mir angesprochene Essigessenz, wenn ich mich
> richtig erinnere, bei 80 oder 90%
>
> Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.

Dafür eignet sich bestens Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
ein Komplexbildner der auch in den meisten Waschmitteln
enthalten ist - FR

Ina Koys

unread,
Dec 13, 2017, 8:00:40 AM12/13/17
to
Welchen Vorteil hat ein Komplexbildner gegenüber der Säure?

Ina
--
Es gibt wieder frisches Gemüse!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/
In Wärme und Geschichte:
http://www.VonLuxorNachAbuSimbel.de

xylo...@gmail.com

unread,
Dec 13, 2017, 8:20:26 AM12/13/17
to
Am Mittwoch, 13. Dezember 2017 14:00:40 UTC+1 schrieb Ina Koys:

>>> Allerdings war die von mir angesprochene Essigessenz, wenn ich mich
>>> richtig erinnere, bei 80 oder 90%
>>>
>>> Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.

>> Dafür eignet sich bestens Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
>> ein Komplexbildner der auch in den meisten Waschmitteln
>> enthalten ist

> Welchen Vorteil hat ein Komplexbildner gegenüber der Säure?

Es komplexiert nur die kalkichten Ablagerungen ohne das Substrat
von Reindln oder Pötten anzugreifen - FR

Johann Mayerwieser

unread,
Dec 13, 2017, 10:48:35 AM12/13/17
to
Am Wed, 13 Dec 2017 04:59:04 -0800 schrieb xylolo150:

>> Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.
>
> Dafür eignet sich bestens Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),
> ein Komplexbildner der auch in den meisten Waschmitteln enthalten ist -
> FR

Richtig, das geb ich vor dem Kochen ins Wasser, dann wird der Kalk
komplexiert und ich trink das mit.
Wenn ich das EDTA ein bisschen überdosiere könnte das zusätzlich gegen
das Verkalken meiner Arterien wirken.

Nein, da verwende ich lieber Essig oder nehme das Wasser für den Tee aus
Wien mit.

Dieter Wiedmann

unread,
Dec 13, 2017, 11:17:43 AM12/13/17
to
Am 13.12.2017 um 13:59 schrieb xylo...@gmail.com:

>> Ich habe sie aber nur zum Entkalken (Wasserreindl) verwendet.
>
> Dafür eignet sich bestens Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA),

Viel zu teuer.


> ein Komplexbildner der auch in den meisten Waschmitteln
> enthalten ist

Nö.


Bodo Mysliwietz

unread,
Dec 13, 2017, 12:27:54 PM12/13/17
to
Am 13.12.2017 um 08:46 schrieb Thomas Prufer:
> On Tue, 12 Dec 2017 23:41:51 +0100, Ludger Averborg <ludger_...@web.de>
>> Nein, Essigessenz hatte früher 80 % Esssigsäure. Da das in
>> der Handhabung ziemlich gefährlich ist, wurde das verboten.
>> Heute enthält Essigessenz 25 % Essigsäure.
>
> Oder auch nicht... Essigessenz mag jetzt 25% haben, als Essigsäure ist sie noch
> erhältlich, als Lebensmittelzusatz, und in "hell" und "dunkel".
>
> "Reinste Genuss-Essig-Säure mit vielen Vorteilen:
> sehr sparsam
> geschmacksneutral
> trübungslos mischbar
> gleichbleibend hohe Spitzenqualität
> zum Einlegen von Obst, Gemüse, Gurken bestens geeignet"
>
> oder
>
> https://www.amazon.de/Surig-Essigs%C3%A4ure-Lebensmittelquailit%C3%A4t-E260-Flasche/dp/B00L0A3K92
>
> "Surig Essigsäure 80% Lebensmittelquailität E260 (1kg Flasche)"

Und es handelt sich dabei auch namentlich beworben NICHT um Essenz.
Schau auf die Herstellerseite von Surig und Du wirst da unter Essenz
auch nur Produkte <25% finden.

Aus konz. Schwefelsäure kann man auch batteriesäurehesrtellen, dennoch
wird sie unverdünnt NICHT als Batteriesäure bezeichnet.

Thomas Prufer

unread,
Dec 13, 2017, 12:34:46 PM12/13/17
to
On Wed, 13 Dec 2017 18:27:45 +0100, Bodo Mysliwietz <druidef...@gmx.de>
wrote:

>Am 13.12.2017 um 08:46 schrieb Thomas Prufer:

>> Oder auch nicht... Essigessenz mag jetzt 25% haben, als Essigsäure ist sie noch
>> erhältlich, als Lebensmittelzusatz, und in "hell" und "dunkel".

>Und es handelt sich dabei auch namentlich beworben NICHT um Essenz.
>Schau auf die Herstellerseite von Surig und Du wirst da unter Essenz
>auch nur Produkte <25% finden.

Schrieb ich doch? s.o.


Thomas Prufer

Bodo Mysliwietz

unread,
Dec 13, 2017, 12:42:58 PM12/13/17
to
Ok, dann anders: Als Essenz wurde noch nie Essigsäure >25% definiert.

Volker Borchert

unread,
Dec 13, 2017, 3:13:52 PM12/13/17
to
MaWin wrote:

> Wenn man wirklich Wert drauf legt, kann man *nahezu* zerstörungsfrei
> geringe Mengen verdampfen und im Massenspektrometer auf die Bestandteile
> analysieren
>
> Zum Nachweis benötigt man Röntgenfluoreszenzspektrometer
> https://www.911metallurgist.com/blog/portable-xrf-analyzer-price
> oder LIBS Laser induced breakdown spectroscopy analyser
> https://hha.hitachi-hightech.com/en/product-range/product-type?product-type=hand

Früher [TM] genügte ein Lichtbogen, ein Prisma und eine Photoplatte.

--

"I'm a doctor, not a mechanic." Dr Leonard McCoy <mc...@ncc1701.starfleet.fed>
"I'm a mechanic, not a doctor." Volker Borchert <v_bor...@despammed.com>

Thomas Prufer

unread,
Dec 14, 2017, 4:21:31 AM12/14/17
to
On Wed, 13 Dec 2017 18:42:48 +0100, Bodo Mysliwietz <druidef...@gmx.de>
wrote:

>Ok, dann anders: Als Essenz wurde noch nie Essigsäure >25% definiert.

Ah, ok. Als Grundstoff für "hellen" und "dunklen Essig" gibt's es jedenfalls
>25%, und auch in Qualitäten die man auf Gurken usw. schütten darf. Verboten
ist's also nicht.

Zum Entkalken gibts billigeres...

So am Rande und etwas OT: Womit entkalkt man einen verzinkten Topf?
(Ich hab im Netz die empfehlung "Soda" gefunden, aber wie soll das denn
gehen...)


Thomas Prufer

Dieter Wiedmann

unread,
Dec 14, 2017, 5:59:55 AM12/14/17
to
Am 14.12.2017 um 10:21 schrieb Thomas Prufer:

> So am Rande und etwas OT: Womit entkalkt man einen verzinkten Topf?

Mit ausreichend stark verdünnter Säure. Das geht weil Wasserstoff an
Zink eine hohe Überspannung hat.


> (Ich hab im Netz die empfehlung "Soda" gefunden, aber wie soll das denn
> gehen...)

Gar nicht.



Gruß Dieter

Ina Koys

unread,
Dec 14, 2017, 7:35:59 AM12/14/17
to
Am 13.12.2017 um 19:51 schrieb Ludger Averborg:

> Doch. "Früher"(TM) (mind. bis 1958) hatte "Essig-Essenz" in
> einer komisch/typisch geformten Glasflasche einen Gehalt von
> 80 % Esssigsäure. Ich bin mir da sehr sicher.
>
> Siehe z. B.
> https://www.picclickimg.com/00/s/NzY0WDEwMjQ=/z/GNMAAOSwIjJZWMSv/$/Ein-guter-Rat-esst-mehr-Salat-Essig-_57.jpg

Wer weiß, was da unter "Gebrauchsanweisung" steht. Damals war man mit
Deklarationen nicht unbedingt penibel. Seit 1972 darf Essigessenz
jedenfalls maximal 25% enthalten. Und der Gesetzgeber neigt eher nicht
dazu, eingeführte Gewohnheiten komplett über den Haufen zu werfen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Essig
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