Ich verfüge über eine Kapp- und Gehrungssäge und über eine
Handkreissäge. Typische Heimwerkermittelklasse-Geräte. Bisher kam ich
mit denen immer hervorragend hin, weil ich zum Zuschneiden von Platten
auf die Tischkreissäge eines Nachbarn ausweichen konnte. Jetzt muss ich
aber eine größere Menge Latten zuschneiden. Die sollen mit senkrechten
Schnitten im 30 Grad Winkel versehen werden. Die Tischkreissäge des
Nachbarn hat keine Vorrichtung für schräge Schnitte und die Kappsäge
liefert soweit ich sie verstehe nur 90 bis 45 Grad. Ich könnte die
Latten jetzt jeweils auf der Arbeitsplatte einspannen und die Kappsäge
losschrauben und entsprechen drehen oder Freihand mit der Handkreissäge
schneiden. Beides ist mir ohne irgendeine Vorrichtung zum exakten
Anlegen der Latten eigentlich zu langwierig und wird mir Freihand
einfach zu ungenau.
Gibt es dafür eigentlich eine geschicktere Lösung - auf die ich einfach
nicht komme?
Gruß
Bernhard
--
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Ich hatte für diese Problematik den Anschlag der Kappsäge keilförmig
aufgefuttert. Also beide Seiten links und rechts des Sägeblattes mit
Schraubzwingen befestigten Holzkeilen aufgefuttert.
Ist so ähnlich wie deine Idee mit den Latten welche du mit den
Schraubzwingen fixierst, nur hast du bei meiner Methode wieder ein
richtigen Ansachlag und mußt nicht jedesmal das Werkstück neu
ausrichten.
> Schnitte und die Kappsäge liefert soweit ich sie verstehe nur 90 bis
> 45 Grad. Ich könnte die Latten jetzt jeweils auf der Arbeitsplatte
60 Grad einstellen und Latte umdrehen zum Sägen oder habe ich deine
Frage falsch verstanden?
--
Gruß Thomas
> Gibt es dafür eigentlich eine geschicktere Lösung
Ich würde ein rechteckiges Stück Holz auf 15° zuschneiden und am Anschlag
der Kappsäge befestigen. Die gerade Kante des Stückes liegt an der Kappsäge
an, die abgeschrägte Kante ist der neue Anschlag und du sägst mit 45°.
Grüße
Markus
Wenn du 60 Grad einstellst, dann bekommst du auch 60 Grad. Egal ob du
die Latte um 180 Grad drehst oder nicht. Man müsste die Latte um 90
Grad drehen, damit dein Vorschlag funktionieren würde, aber das geht
bei einer Kappsäge und so langen Werkstücken wie einer Latte
schlichtweg nicht.
> 60 Grad einstellen und Latte umdrehen zum Sägen oder habe ich deine
> Frage falsch verstanden?
Die meisten Kappsägen horen bei 47° auf.
Gruß,
Nick
--
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> Ich würde ein rechteckiges Stück Holz auf 15° zuschneiden
Auf der Kappsäge? :-)
Ni-SCNR-ck
Was hältst du von einem Geodreieck, anzeichnen, auf die Säge, festhalten
und sägen?
mfg
Ernst-August
> Was hältst du von einem Geodreieck, anzeichnen, auf die Säge,
> festhalten und sägen?
Garnichts - das wird nach Augenmaß aufgelegt niemals genau!
> Garnichts - das wird nach Augenmaß aufgelegt niemals genau!
Du wirst um einen Zwischenkeil (wie es Andere schon schruben) nicht
rumkommen. Ein 45° Keil lässt sich ja in der Kappsäge schneiden. Den
beispannen und dann noch 15° einstellen.
Falls ich dein Problem richtig verstanden habe.
Gruß,
Nick
> Wenn du 60 Grad einstellst, dann bekommst du auch 60 Grad. Egal ob du
Das hatte mir ein Mitarbeiter auch mal erzählt, als ich auf der
Fertigungszeichnung 30 Grad angegeben hatte. Er hatte ja auch recht, die
Säge besaß nur eine Skala mit 45-90-45 Grad!;) Einen Komplementärwinkel
kannte er nicht. Ich hatte dann alle Zeichnungen mit beiden
Winkelangaben versehen, falls wir neue Maschinen mit 45-0-45 Einteilung
gekauft hätten.
> die Latte um 180 Grad drehst oder nicht. Man müsste die Latte um 90
> Grad drehen, damit dein Vorschlag funktionieren würde, aber das geht
> bei einer Kappsäge und so langen Werkstücken wie einer Latte
> schlichtweg nicht.
Ja, diesen Fall hatte ich außer acht gelassen. Dann kann der OP einen 45
Grad Anschlag bauen und die Säge auf 15 Grad stellen. Oder eben
umgekehrt.
--
Gruß Thomas
>> Ich würde ein rechteckiges Stück Holz auf 15° zuschneiden
> Auf der Kappsäge? :-)
Gut :) Nein, für sowas braucht man eine CNC-Fräse. Das Geodreieck haben
inzwischen die Kinder geerbt und da die noch keine Geometrie durchnehmen,
müsste ich warten, bis sie mir die Funktion wieder erklären können. Kommt
also drauf an, wie dringend es ist.
Grüße
Markus
> Du wirst um einen Zwischenkeil (wie es Andere schon schruben) nicht
> rumkommen. Ein 45° Keil lässt sich ja in der Kappsäge schneiden. Den
> beispannen und dann noch 15° einstellen.
Das klingt logisch - nach einer logisch nachvollziehbaren und möglichst
genauen Lösung habe ich gesucht. Das werde ich mal versuchen.
Ziemlich gagelig wird es wegen der Länge zwar dennoch sein, schon weil
ich sie irgendwie eben auflegen muss, aber vielleicht bekomme ich die
45° auch auf der Kreissäge vom Nachbarn irgendwie hin, dann ist
wenigstens die Anlagefläche vernünftig realisiert. Bei Serienproduktion
ist das sicher angenehmer.
Ich hoffe mal, dass das in der Praxis auch funktioniert und dass sich
nicht noch irgendein Denk- oder Konstruktionsfehler im Detail verbirgt.
Erstmal herzlichen Dank!
> Gut :) Nein, für sowas braucht man eine CNC-Fräse. Das Geodreieck
> haben inzwischen die Kinder geerbt und da die noch keine Geometrie
> durchnehmen, müsste ich warten, bis sie mir die Funktion wieder
> erklären können. Kommt also drauf an, wie dringend es ist.
Verärmeln kann ich mich selbst! Mir kommt es schon drauf an, dass nicht
Freihand zu machen, damit es möglichst genau wird.
Ich weiß nicht, ob dir schon klar ist, daß du einen Keil brauchst,
welcher aus zwei Teilen besteht. Der Keil darf nämlich nicht am
Kreissägenblatt aufhören, sondern muß (durchtrennt beim Sägeblatt)
auf der anderen Seite weitergehen. Sonst steht die Latte am alten
Anschlag an - zumindestens wenn du nicht nur die Enden einer Latte mit
deinem 30 Grad Winkel versehen willst, sondern eine Latte z.B. auch in
der Mitte durchtrennen willst.
> Ziemlich gagelig wird es wegen der Länge zwar dennoch sein, schon weil
> ich sie irgendwie eben auflegen muss, aber vielleicht bekomme ich die
> 45° auch auf der Kreissäge vom Nachbarn irgendwie hin, dann ist
> wenigstens die Anlagefläche vernünftig realisiert. Bei Serienproduktion
> ist das sicher angenehmer.
Jetzt wirds kompliziert(er)!
Du machst eine Hilfskeit mit 45°. Der geht ja problemlos auf der Kappsäge.
Mit dem Hilfskeil schneidest Du dir einen 15° Keil.
Den Hilfskeil wirfst du weg und verwendest den 15° Keil (beispannen) und der
45°-Einstellung der Säge um die 30° zu schneiden. Dann hast du eine bessere
Auflage für deine langen Leisten auf der Kappsäge.
HTH,
> Der Keil darf nämlich nicht am
> Kreissägenblatt aufhören, sondern muß (durchtrennt beim Sägeblatt)
> auf der anderen Seite weitergehen. Sonst steht die Latte am alten
> Anschlag an - zumindestens wenn du nicht nur die Enden einer Latte mit
> deinem 30 Grad Winkel versehen willst, sondern eine Latte z.B. auch in
> der Mitte durchtrennen willst.
Man kann auch 2* sägen. Aber dabei nicht erwischen lassen!
> Verärmeln kann ich mich selbst! Mir kommt es schon drauf an, dass nicht
> Freihand zu machen, damit es möglichst genau wird.
Na nun mach dich mal locker - erstmal warst du gar nicht angesprochen und
dann hatte ich ja doch wohl auch geschrieben, wie man's machen kann, oder?
Ich halte den 15° Anschlag für die bessere Wahl, eben weil er als sehr
spitzer Winkel noch Auflagefläche für die Latten lässt. Und den *einmal*
sauber aufzuzeichnen und abzusägen, ggf. noch zu korrigieren falls zu
ungenau, ist ja machbar.
Grüße
Markus
> Na nun mach dich mal locker -
Bin ich doch - oder schon zu sehr?
Hast Du den Vorschlag von Nick gelesen, mit den Hilfskeil? Der liest
sich sehr gut.
Warum bauen die eigentlich keine Kappsägen mit weiteren Winkeln?
Technisch machbar sollte das doch allemal sein.
> Hast Du den Vorschlag von Nick gelesen, mit den Hilfskeil? Der liest sich
> sehr gut.
Yep, so geht's auch. Es ist halt bei vielen Sägen so, dass es aufgemalte
Zahlen und Raster gibt, die aber nicht unbedingt den dann gesägten Winkeln
entsprechen. Wenn ich eine Schablone brauche, messe ich es daher lieber
selber aus. Aber wie auch immer geschnitzt: der Keil ist die Lösung.
> Warum bauen die eigentlich keine Kappsägen mit
> weiteren Winkeln? Technisch machbar sollte das doch allemal sein.
Technisch ist das sicher machbar. Je weiter man aber das Sägeblatt zur Seite
dreht, desto dichter kommt es an die Hand heran, die das Werkstück festhält.
Ausserdem wird die maximal sägbare Breite des Werkstückes durch den immer
spitzeren Winkel immer kleiner. Wenn die Hypotenuse des entstehenden
Dreiecks an der Werkstückspitze länger wird als der Radius des Sägeblattes,
dann geht es nicht mehr durch. Bei Zugsägen wäre da mehr Spiel, aber bei
Kappsägen liegt die tiefste Stelle des Blattes auf der Tiefe des Anschlags.
Oder anders gesagt: Wenn du eine Latte mit 10cm Breite und 100cm Länge hast,
brauchst du bei einem 90° Kappwinkel ein Sägeblatt mit 10cm Radius. Bei
einem 0° Winkel brauchst du ein Sägeblatt mit einem Durchmesser von 2
Metern - viele Kappsägen bieten das nicht. Für jeden Winkel dazwischen eben
ein mehr oder weniger großes, jede Kappsägeblatt hat damit seine definierte
maximale Werkstücktiefe für jeden Winkel.
Bei Winkeln kleiner 45 Grad ist es daher einfacher, das Werkstück am
passenden Anschlag durch die (Tischkreis)Säge zu schieben. Größere Winkel
sind dann einfacher zu kappen.
Grüße
Markus
Jungs, nehmts mir nicht übel, aber wer so unfähig ist sowas hinzukriegen
(Geodreieck war nur'n Beispiel, gibt ja auch Winkellehren).... In der
Zeit wo ihr hier diskutiert hätt' ich schon längst den Hänger hinter,
die Latten aufgeladen und in die nächste Tischlerei 'n Fünfer in die
Kaffeekasse und gut ist's!
mfg
Ernst-August
P.S. Und genauer wird's nie gehen!
> .... In der
> Zeit wo ihr hier diskutiert hätt' ich schon längst den Hänger hinter,
> die Latten aufgeladen und in die nächste Tischlerei 'n Fünfer in die
> Kaffeekasse und gut ist's!
Hier ist aber nun mal de.rec.heimwerken und nicht www.gelbeseiten.de
> Jungs, nehmts mir nicht übel, aber wer so unfähig ist sowas
> hinzukriegen (Geodreieck war nur'n Beispiel, gibt ja auch
> Winkellehren).... In der Zeit wo ihr hier diskutiert hätt' ich schon
> längst den Hänger hinter, die Latten aufgeladen und in die nächste
> Tischlerei 'n Fünfer in die Kaffeekasse und gut ist's!
Recht hast Du! >;-))
Aber den Hänger, krieg ich den bei dem Fünfer gleich mitgeliefert?
Die Erfahrungen mit den letzten beiden Frankfurter Tischlereien - da
brauchte ich einen Zuschnitt in oval: Aufträge werden erst ab einem
Mindestauftragswert von 100 bzs. 150 Euro bearbeitet, wenn das Material
auch von uns kommt. Das Material hatte ich aber schon, weil ich einen
alten Tisch anpassen wollte. Kaffeekasse wurde nicht akzeptiert - von
wegen: wenn das der Chef sieht. In der dritten Tischlerei hat mir das
für 60 Euro + MwSt dann endlich in unter 15 Minuten der Lehrling
zugesägt.
Wenn Du vom Land kommst, mag das bei Euch noch anders aussehen.
Ich konnte es mir halt mangels Erfahrung nicht vorstellen - jetzt aber
bekomme ich es sicher hin. Winkellehre fände ich im übrigens schöner
als das 30 Jahre alte Plastikgelumps von Geodreieck mit kaum mehr
sichtbaren Markierungen. Aber sicher kann ich meiner Schmiege auch
einen 60° Winkel beibringen.
Also die braucht man hier nicht, bei uns im Ort gibt's eine und in der
nächsten Stadt gibt's Minimum 10 und wenn man da höflich nachfragt ist
vieles machbar.
mfg
Ernst-August
Nee, den hab ich persönlich mal schrottreif geschenkt bekommen und
wieder aufgebaut, 'n alter Eicher Bj.69, den geb ich nicht freiwillig
her. ;-)
> Die Erfahrungen mit den letzten beiden Frankfurter Tischlereien - da
> brauchte ich einen Zuschnitt in oval: Aufträge werden erst ab einem
> Mindestauftragswert von 100 bzs. 150 Euro bearbeitet, wenn das
> Material auch von uns kommt. Das Material hatte ich aber schon, weil
> ich einen alten Tisch anpassen wollte. Kaffeekasse wurde nicht
> akzeptiert - von wegen: wenn das der Chef sieht. In der dritten
> Tischlerei hat mir das für 60 Euro + MwSt dann endlich in unter 15
> Minuten der Lehrling zugesägt.
Was habt ihr denn für Handwerker? Das nenne ich unverschämt! Dann hätte
ich komplett verzichtet! Irgendwann findet sich eine Lösung...
> Wenn Du vom Land kommst, mag das bei Euch noch anders aussehen.
Nuja, so ca. 20 Km ab von Hannover....
> Ich konnte es mir halt mangels Erfahrung nicht vorstellen - jetzt aber
> bekomme ich es sicher hin. Winkellehre fände ich im übrigens schöner
> als das 30 Jahre alte Plastikgelumps von Geodreieck mit kaum mehr
> sichtbaren Markierungen. Aber sicher kann ich meiner Schmiege auch
> einen 60° Winkel beibringen.
Es muss ja nicht 30 Jahre alt sein...... lol aber funktionieren tut's
auch damit, je nachdem wie klein die Schnittfläche ist fallen minimale
Ungenauigkeiten nicht auf. Was nicht passt wird passend gemacht! rotfl
mfg
Ernst-August