Markus
eher nach 150 jahren ...
15 jahre sind kein alter für dachziegel ( ich meine wirkliche ZIEGEL, aus
gebranntem ton...) was soll auch damit passieren?
unter ungünstigen bedingungen können sich n paar algen ansiedeln sonst
nichts. die ziegel auf unserm haus sind zwischen 50 und 70 jahre alt und
kaum von neuen zu unterscheiden (ab und an geht mal eine kaputt und dann
kommt ne neue rein.
engobe ist nichts weiter als ein andersfarbiger ton der auf den normalen
aufgetragen wird. die engobe ist dementsprechend dünn aber von gleichem
material. wenn also an der oberfläche was absplittert kommmt die
darunterliegender tonfarbe durch.
dürfte in einem gang gebrannt werden
eine glasur ist ein überzug aus einem anderen material (sagen wir mal
einfach glasähnlich )- denke das die einbrenntempratur nicht allzuhoch über
der normalen brenntempratur ist. sollte nicht so haltbar sein wie dei
glasur an tongefäßen für den täglichen bedarf.
dürfte in 2 gängen gebrannt werden.
gegen das denkmalschutzamt kommst du nicht an. wie schon geschrieben besteht
in der haltbarkeit kein unterschid zwischen engobierten und nicht
engobierten ziegeln.
steffen
> wie ist es mit der Haltbarkeit von engobierten , nicht engobierten oder
> glasierten Biberschwanzziegeln im Gegensatz zu normalen Ziegeln.
> Ich soll laut Denkmalschutzamt " rote nicht engobierte
> Biberschwanzziegel benutzen.
> Sehen diese nicht schon nach 15 Jahren ziemlich schaebig aus?
Nein, wenn Du Dich mal umschaust, wirst Du feststellen, dass haeufig
noch Eindeckungen mit alten handgestrichenen Biberschwaenzen
existieren, oft ueber 100 Jahre alt. Die gaengigen bzw. traditionellen
sog. Doppelfalz- und Herzziegel sind auch nicht engobiert/glasiert.
Das Denkmalamt fordert dies i.d.R. wegen der Originaltreue, der
Bewahrung (bzw. Rueckfuehrung zu) einer einheitlichen Dachlandschaft
und auch - ganz im Gegenteil zu Deiner Annahme - weil Ziegel in
naturrot mit der Zeit einfach am schoensten altern/ patinieren.
Eingefaerbte bzw. glasierte Ziegel bekommen mit der Zeit oft unschoene
Abplatzungen und/oder glaenzen wie Speckschwarten.
Die Biberschwanzeindeckung gilt ausserdem als die am laengsten
haltbare (und besonders bei Doppeleindeckung auch zu der dichtesten)
Ziegeleindeckung, man gibt ihr i.d.R. mindestens 50 Jahre, meist tut
sie es - mit einigen kleinen Reparaturen - wesentlich laenger. Und
wenn man ihnen das Alter ansieht, ist das nicht "schaebig" sondern
eher wuerdevoll... (hm, memento mori...)
Einbussen hat man eher durch die absolut glatte Oberflaeche und
einheitliche Beschaffenheit der neuen, fliessbandgefertigten
Biberschwaenze, die bei weitem nicht an die Schoenheit der
handgefertigten Z. herankommen.
Die Flachziegel wie Biberschwaenze gehoeren ausserdem zu den aeltesten
hier beheimateten Ziegelformen und waren bereits im Mittelalter
bekannt (u.a. sog. Gotenschnitten, 13. -14. Jh.). Aelter sind
natuerlich die roemischen Flach- und Hohlziegel (Tegula und Imbrex),
die auch bei roemerzeitl. Gebaeuden in Gallien eingesetzt wurden. Aber
so alt ist Dein Haus vermutlich nicht...
MfG, Jan.
in der Regel sind auch bei über 200 jahre alten Biberschwänzen ca. 60%
der Ziegel wiederverwendbar.
ein älteres biberdach hat zudem eine besondere attraktivität.
versuch doch über den antik baustoffhandel ältere und im zustand gute
biberschwänze auzutreiben.
nicht zu vergessen: pro qm² werden bei doppeldeckung ca 35Stk. und bei der
kronendeckung ca 37 biberziegel benötigt. das dachgewicht beträgt dann ca. 80
kg/m².
sollte jemand im raum berlin/ brandenburg/ meck-pom biberschwänze abzugeben
haben. ich suche auch......
grüße,
knut
Markus Burgert schrieb:
> Hallo Heimwerker,
> wie ist es mit der Haltbarkeit von engobierten , nicht engobierten oder
> glasierten Biberschwanzziegeln im Gegensatz zu normalen Ziegeln.
> Ich soll laut Denkmalschutzamt " rote nicht engobierte Biberschwanzziegel
> benutzen.
> Sehen diese nicht schon nach 15 Jahren ziemlich schäbig aus?
>
> Markus