Hallo,
Ganz wichtig, bevor Du selbst etwas unternimmst: Informiere die Dame
über die mögliche Zerstörung des Reglers durch die Reparaturversuche
und lass das absegnen. Weise Sie auch darauf hin, dass der Kessel der
Therme seine Konstruktions-Lebensdauer überschritten hat.
Der geneigte Leser merkt, dass ich mich wiederhole: 1. (in Worten:
Erstens) den Hersteller (hier Junkers) oder die Vertretung, eventuell
auch einen uralten Servicetechniker (nicht den Monteur) fragen. Mir
wurde so schon erstaunlich freundlich und gut geholfen. „Na klar, das
kennen wir bei dem Gerät, da muss man ...“ oder auch „Warten Sie mal,
ich gehe in den Keller, da war doch noch was...!“ Allerdings behandle
ich die Leute als fühlende Menschen und nicht als Arschlöcher, die an
meinen Problemen schuld sind, auch wenn ich über die Firma verärgert
bin.
On 19 Okt., 20:29, "Stefan Hundler" <
Stefan-New...@gmx.de> wrote:
> Moin!
>
> Nachbarin rief mich vorhin.
>
> Hat eine Junkers Gastherme mit 22kW BJ1983.
> Kein ATF, nur ein RTF und am Gerät einem Drehknopf für VL.
> Läuft wohl so schon einige Zeit ...
Nur so als Tipp: Für eine spezifische Antwort wäre der Typ auch von
Bedeutung gewesen (nicht für mich, leider)
> ... Wasserschaden drohe ...
Das hat was. Eine fast 30 Jahre alte Heizung ist DURCH und eine Therme
(Ultra-Leichtbau) schon grad gar. Bei unserer Junkers CL100 war das
nach 20 Jahren der Fall. Hier in der Schweiz hat mir ein befreundeter
Sanitär-Planer gesagt, dass auch ein Wasserleitungssystem nach 25
Jahren suspekt sei und man es deshalb vor teuren Renovationen der
umgebenden Wände auswechselt.
>
> Ich hab schon mal geschaut, auf der Platine mit sehr sehr viel Widerstanden
> und einiges an Farad (für was?) steht die Nummer 8748300017. Google liefert
> natürlich nichts.
Siehe zu oberst.
> Andererseits frage ich mich was an solch eine Regelung kompliziert sein
> soll. 1 oder 2 Temp-Fühler, Einstellung für Temp und Hysterese, Steuerausgang für
> Brenner, dann läuft das doch schon ...
Das kommt eben drauf an. Bei der Junkers CL100, hatte die Regelung
noch einige Aufgaben mehr und enthielt etliche Operationsverstärker.
Ich habe das Handtuch jedenfalls geworfen, kurz nachdem ich den
Schaltplan gesehen hatte, obwohl ich sogar schon Schaltungen mit
Operationsverstärkern entworfen hatte. Uih, wenn das erst
konventionell aufgebaut gewesen wäre! Grosses Lob an die Firma
Brennwald, die mir den Schaltplan zur Verfügung gestellt hatte.
Nun zum positiven Teil:
Ich habe mal ein noch wesentlich ältere Heizung aufgepäppelt, um die
Zeit zu überbrücken, bis die Besitzerin ins Altersheim gehen konnte.
Dabei kam Folgendes heraus:
- Kontakte, die nicht bewegt werden, können durch Korrosionsprodukte
isoliert werden.
- Auf wunderbare Weise können Kontakte nachgeben und den Anpressdruck
verlieren, auch wenn Sie nicht aus Zinn sind.
- Geschaltete Kontakte können abbrennen oder brechen.
Ich habe mit einem Papierstreifen gewisse Kontakte getestet, ob sie
noch satt anliegen. Bingo! Eine Ventillehre wäre noch schicker. Etwas
zusammen gebogen und mit Brennspiritus gereinigt.
Ein Schalter, der für die gewünschte Betriebsart nicht wichtig war,
war ausgestiegen und musste (RICHTIG, nicht irgendwie!) überbrückt
werden.
Die Schaltuhr war ausgeleiert und etwas wie ein Zufallsgenerator.
Musste ausgewechselt werden.
Danach tat's der Regler wieder und wir konnten uns dem Brenner zu
wenden.
Grüsse