gibt es hier in der Newsgroup einen Elektroinstallateur, der mir einen
Tip geben kann?
ich betreibe zwei Leuchstofflampen mit jeweils zwei Röhren a 56 W (65 W)
über einen gemeinsamen Schalter.
Nach einem Überspannungschaden (Blitz) wurde der alte FI mit 200 mA
gegen einen neuen mit 30 mA Ansprechschwelle ausgetauscht. Seitdem löst
der FI aus, wenn die Lampen ausgeschaltet werden. Beim Einschalten ist
alles ok. Andere Leuchtstoffleuchten, die ich einzeln schalte, bereiten
keine Probleme.
Das ganze klingt für mich nach einem Spannungsstoß durch Gegeninduktion.
Die Leuchten sind mit konventionellen Drosselspulen und großen Elkos
ausgestattet. Sind die Elkos zur Kompensation da? Kann ich vielleicht
den Kondensator einer Leuchte abklemmen, da anscheinend alle Leuchten
kapazitiv kompensiert sind und keine induktive Kompensation vorhanden
ist?
Danke für Eure Hinweise.
Gruß
Alfred
>Das ganze klingt für mich nach einem Spannungsstoß durch Gegeninduktion.
Kommt hin ...
>Die Leuchten sind mit konventionellen Drosselspulen und großen Elkos
>ausgestattet. Sind die Elkos zur Kompensation da? Kann ich vielleicht
... schmeiss die Elkos raus, offenbar ist einer weitgehend
durchgeschlagen.
Bei einem Spiegelschrank unseres Vermieters hatte ich das gleich
Phänomen, dort war ein Entstörkondensator aufgeplatzt und beim
Ausschalten gab es einen Spannungsüberschlag.
--
bye
Heiko
Hallo,
2 Sachen zur Erklärung :
1. bei den Kondensatoren handelt es sich nur um normale Kondensatoren
zur Blindstromkompensation und nicht um Elkos (da ja Wechselspannung)
die in
Reihe zum Vorschaltgerät liegen. In einer DUO Leuchte ist jeweils 1
Kondensator.
2. FI's lösen nur aus wenn ein Fehler vorliegt d.h. es fließt ein
Fehlerstrom über den Schutzleiter weg oder der FI ist durch
Ableitströme vorbelastet so dass ein minimaler Fehlerstrom reicht.
Lutz
danke für Eure Erklärungen!
Von der Bauform und Größe sehen die Kondensatoren aus wie Elkos und ich
dachte es sind vielleicht bipolare Elkos (wie im Lautsprecherbau
bisweilen gebräuchlich).
Wie Lutz schreibt, liegt der Kondensator in Reihe zur Drosselspule, also
bedeutet das, nicht nur Kondensator rauswerfen, sondern auch die
urspründlichen Anschlußleitungen miteinander verbinden? Sonst hätte ich
ja eine Unterbrechung, oder?
Ich werde es einmal probieren und sehen ob es starke Störungen im Radio
gibt. Das Ein-/Ausschalten ist bereits jetzt deutlich zu hören. Wenn es
sich nur um Kompensation handelt, dürften die Störungen eigentlich nicht
stärker werden.
Ich habe noch Drosselspulen und Kondensatoren (gebraucht) in Reserve.
Gibt es eigentlich eine Möglichkeit mit einem Multimeter (digital oder
analog) oder Oszi zu erkennen, ob diese einwandfrei sind? Gerade
Kondensatoren können sehr starke Abweichungen haben oder erst bei hoher
Spannung durchschlagen.
Gruß
Alfred
Lutz Illigen wrote:
> Heiko Polig schrieb in im Newsbeitrag:
>Wie Lutz schreibt, liegt der Kondensator in Reihe zur Drosselspule, also
>bedeutet das, nicht nur Kondensator rauswerfen, sondern auch die
>urspründlichen Anschlußleitungen miteinander verbinden? Sonst hätte ich
>ja eine Unterbrechung, oder?
Richtig
>Ich werde es einmal probieren und sehen ob es starke Störungen im Radio
Diese Kondensatoren dienen nicht der Entstörung sondern der
Kompensation, also der Verminderung des Blindstromes.
Entstörkondensatoren sind wesentlich kleiner und parallel zum
Netzanschluß der Leuchte geschaltet und eventuell bei dreipoliger
Ausführung auch mit der Erde verbunden.
>Ich habe noch Drosselspulen und Kondensatoren (gebraucht) in Reserve.
>Gibt es eigentlich eine Möglichkeit mit einem Multimeter (digital oder
>analog) oder Oszi zu erkennen, ob diese einwandfrei sind? Gerade
Nicht wirklich ;)
--
bye
Heiko
Du kannst ihn auch drin lassen. Bei der Spule gibt es eine
Phasenverschiebung, das heisst der Strom erreicht sein Maximum erst nach dem
Spannungsmaximum. Beim Kondensator ist es umgekehrt, während die Spannung
ansteigt, fliesst ein hoher Strom, im Spannungsmax. gar keiner. Wenn der
Strom durch die Lampe zu Null wird, wird das Licht dunkel. Wenn du 2 Lampen
nebeneinander betreibst, eine davon mit Kondensator und eine ohne, dann hebt
sich das flimmern der Lampen gegenseitig weitgehend auf, da die Helligkeit
dem Strom entspricht, nicht der Spannung. Während die eine Lampe dunkler
wird, wird die andere heller.
--
Wolfgang Horejsi, City-Computer
Berliner Strasse 65, 38226 Salzgitter
Tel: 05341 840140, Fax: 14083
Kto 3703725 bei Deutsche Bank 24,
BLZ 27072724
> Von der Bauform und Größe sehen die Kondensatoren aus wie Elkos und ich
> dachte es sind vielleicht bipolare Elkos (wie im Lautsprecherbau
> bisweilen gebräuchlich).
Ev. leitet einer der Kondensatoren Strom an sein Gehäuse ab. Da sollte es
helfen, ihn isoliert einzubauen. Ich weiss aber nicht, ob das zulässig ist,
und ich will auch nicht, dass du beim nächsten hineinfassen von der Leiter
fällst.
Also, wenn ein Elko mit metallischen Körper Strom auf diesen ableitet, würde
ich ihn schnellstens entsorgen und nicht noch Isoliermaßnahmen versuchen.
Aufgrund der Funkschutzverordnung ist es auch nicht mehr zulässig diese
Lampen ohne Kondensator zu betreiben.
--
MfG
Carsten Ihlo
Homepage: http://www.carsten-ihlo.de
danke für Eure Hinweise.
Ich habe den Kondensator in einer der beiden betroffenen Leuchten überbrückt
- und siehe da - der FI löst beim Abschalten nicht mehr aus. Entweder habe
ich den defekten Kondensator auf Anhieb erwischt, oder beide Kondensatoren
zusammen überfordern den FI. Falls ich ein Flimmern bei der nicht mehr
kompensierten Leuchte bemerke, werde ich einen neuen Kondensator einsetzen,
bis jetzt geht's auch ohne Kondensator.
Ich habe übrigens bemerkt, daß ich den (erst wenige Wochen alten) FI sogar
mit einem einfachen zweipoligen Spannungsprüfer (so ne Art "Duspol" mit
LED-Anzeige), wenn ich Phase gegen PE messe, auslöse. Der braucht wohl mehr
als 30 mA für seine beiden LED.
Gruß
Alfred
Hallo Alfred,
FIs lösen bei 50-100 % Nennfehlerstrom aus, d.h. bei 50 % dürfen sie
und bei 100 % müssen sie lt. VDE auslösen. In vorliegendem Fall
könnte es bei 15 mA der Fall sein. Der überbrückte Kondensator
ist mit Sicherheit defekt. Der Strom läuft nicht nur zwischen den
beiden Anschlüssen sondern auch über das Kondensatormetallgehäuse zum
Schutzleiter.
Lutz
> Ich habe übrigens bemerkt, daß ich den (erst wenige Wochen alten)
> FI sogar mit einem einfachen zweipoligen Spannungsprüfer (so ne
> Art "Duspol" mit LED-Anzeige), wenn ich Phase gegen PE messe,
> auslöse. Der braucht wohl mehr als 30 mA für seine beiden LED.
Ist normal und AFAIK auch Absicht, um z.B. von der Steckdose aus den
FI zu testen.
Thoma$
--
Windows?
I sage nur: "ILOVEYOU"