werde demnächst ca. 100 qm Hobeldiele verlegen: nordische Kiefer,
30x200x4500 mm.
Müssen die vor dem Lackieren oder Ölen noch geschliffen werden? Ich
denke, dass glatter als durch Hobeln es ja nicht mehr geht.
Weiß auch noch nicht, ob ich Lack oder Öl nehme? Wer kann mir
Entscheidungshilfe geben?
Danke
Hardy
Also, es heißt immer, dass Schleifen noch feine Unebenheiten zwischen
den einzelnen Dielen ausgleicht. Ausserdem ist der Schliff eines
Tellerschleifers mit Körnung 180 immer noch feiner als jeder Hobel.
Ölen hat den Vorteil, daß man es ausbessern kann und praktisch kaum je
mehr schleifen muß. Also erheblich materialschonender. Versiegelung
ist irgendwann mal abgetreten, muss abgeschliffen und neugemacht
werden. Allerdings braucht das Öl 1 monat bis es voll ausgehärtet ist.
Und der Glanz des fertigen Produkts entsteht eben durch den feinen
Polierschliff, nicht durch den Lackfilm. Also mindestens 180 auf dem
Tellerschleifer, evtl sogar noch mit Pad polieren! Sonst habe ich
Supererfahrungen damit.
lg Ragnar
Ich habe Hartöl verwendet, da konnte man einen Tag später problemlos
drauf rumlaufen (okay, ich hab's die ersten Tage nur mit Socken gemacht).
> Und der Glanz des fertigen Produkts entsteht eben durch den feinen
> Polierschliff, nicht durch den Lackfilm. Also mindestens 180 auf dem
> Tellerschleifer, evtl sogar noch mit Pad polieren!
Einer der Vorteile vom Ölen gegenüber dem Lackieren ist imho, dass es
eine seidig schimmernde, eher matte Oberfläche ergibt - und nicht so
ätzend glänzt wie Lack. Wir haben den Boden nach dem Ölen deshalb nicht
weiter behandelt.
Gruß Matthias
Gruß, Wolfgang
--
"Holzbearbeitung mit Handwerkzeugen": http://www.holzwerken.de
Forum Handwerkzeuge:
http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl
Hardy Stadie schrieb:
<snip>
> Weiß auch noch nicht, ob ich Lack oder Öl nehme? Wer kann mir
> Entscheidungshilfe geben?
Oel dringt in das Holz ein. Werden nun Dellen, etwa durch Schuhe etc, in
das Holz eingedrueckt, ist das Holz durch das Oel immer noch geschuetzt.
Lack gibt eine harte Oberflaeche und reisst bei Belastung wie oben
angefuehrt - die Stelle ist nicht mehr ganz so geschuetzt. Hab selbst
mein Dielen mit Oel behandelt.
Lutz
Mit Wässern und Schleifen kriegt man eine Oberfläche glatt, die durch
sich aufrichtende Fasern rauh wird. Die Gefahr, daß das passiert, würde
ich bei einer geschliffenen Oberfläche mit ihren zerrissenen Fasern für
größer halten. Beim Hobeln werden die Fasern glatt abgeschnitten, sehr
scharfes Eisen und richtige Hobelrichtung vorausgesetzt. Die Oberflächen
japanischer Möbel werden traditionell nur gehobelt. Nicht geschliffen
und schon gar nicht geölt oder lackiert.
Offene Poren wie bei Eiche kann man einfach so lassen, schließlich
sieht das so schlecht auch nicht aus. Nur wenn man lackieren will,
braucht man einen Porenfüller, aber damit kenne ich mich nicht aus.
Übrigens ist ein gut geschärftes Hobeleisen schärfer als ein
Rasiermesser. Zum Laserschwert kann ich nichts sagen, aber ich werde mal
meinen Sohn fragen;-)
ich habe bei Buche Leimholz die Erfahrung gemacht, daß sich das Holz nicht
mehr ganz so gut ölen läßt, wenn man sehr glatt schleift. Die Oberfläche
wirkt dann fast wie lackiert und neigt dazu, stellenweise zu starken Glanz
zu entwickeln. Da Öl zieht auch nicht mehr so gut ein.
Ich weiß nicht, ob das bei weichen Hölzern auch gilt...
Ich habe diesen Effekt mit Hartöl erlebt. Bodenbeläge werden übrigens auch
leicht zu rutschig, wenn man sehr fein schleift.
Gruß
Alfred
Bei meinem Buchenparkett konnte ich sowas ned feststellen.
Gruß
Christoph
>Oel dringt in das Holz ein. Werden nun Dellen, etwa durch Schuhe etc, in
>das Holz eingedrueckt, ist das Holz durch das Oel immer noch geschuetzt.
>Lack gibt eine harte Oberflaeche und reisst bei Belastung wie oben
>angefuehrt - die Stelle ist nicht mehr ganz so geschuetzt. Hab selbst
>mein Dielen mit Oel behandelt.
Hallo,
wir haben uns gerade ein altes Haus gekauft und wollen dort auch den
alten Dielenboden restaurieren. Welches Öl nimmt man denn da ? Kann man
das auch selbst machen ? Eine Teller-Schleifmaschine könnte ich mir in
unserem Baumarkt ausleihen.
Grüsse, Markus
Markus Quintes schrieb:
><snip>
>
> wir haben uns gerade ein altes Haus gekauft und wollen dort auch den
> alten Dielenboden restaurieren. Welches Öl nimmt man denn da ? Kann man
> das auch selbst machen ? Eine Teller-Schleifmaschine könnte ich mir in
> unserem Baumarkt ausleihen.
Hi,
klar kann man das selbst machen. Wir haben uns damals die Maschinen in
einem Fachgeschäft geliehen und dort wurden wir auch gut beraten. Nur
wie das Oel heist, das weiss ich nun nicht mehr - ist ja auch schon ein
paar Jaehrchen her.
Ein Bandschleifer ist da glaub ich aber besser als ein Tellerschleifer.
Wir hatten drei unterschiedliche Maschinen. Bandschleifer fuer die
Flaeche, Tellerschleifer fuer die Raender und einen
Dreieckschleifer(glaub jedenfalls dass die Dinger so genannt werden)
fuer die Ecken.
Das Oel wurde mit einem Lappen aufgebracht und eingerieben.
Lutz
> Ein Bandschleifer ist da glaub ich aber besser
> als ein Tellerschleifer.
Ja, weil schneller. Aber nur, wenn man das kann, sonst fährt man sich
Streifen und Riefen in den Boden. Nimm einen Tellerschleifer.
Werbung: wenn Du in der Nähe des Ruhrgebiets wohnst, schreib es ( nicht
an diese mailadresse ). Ich habe einen.
viele Grüße
Werner
------------------------------------------------------------------------
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
>>Ein Bandschleifer ist da glaub ich aber besser
>>als ein Tellerschleifer.
>Ja, weil schneller. Aber nur, wenn man das kann, sonst fährt man sich
>Streifen und Riefen in den Boden. Nimm einen Tellerschleifer.
>Werbung: wenn Du in der Nähe des Ruhrgebiets wohnst, schreib es ( nicht
>an diese mailadresse ). Ich habe einen.
Da ich da total unerfgahren bin, wirds dann wohl wirklich ein
Tellerschleifer. Und Danke auch für das nette Angebot, aber leider
komme ich aus dem nördlichen Saarland.
Grüße, Markus
Der Bandschleifer nimmt viel weg und ist leicht zu handhaben. Der
große Tellerschleifer ist für das Ölen eigentlich besser weil er
keinerlei Riefen hinterlässt. Aber mit gröberem Schleifpapier ist er
fast nicht zu bändigen. Ich würde zunächst die groben Arbeiten mit dem
Bandschleifer machen, und nach dem 120er-Papier mit dem
Tellerschleifer in den Körnungen 80, 120 und 180 drüber, 80 solange
bis alle Riefen verschwunden sind. Nichts stört beim Ölen mehr wie die
Riefen des Bandschleifers, außerdem glänzt der geölte Boden IMHO nur
wenn er eben vorher poliert wurde.
lg Ragnar
Das mit dem Eindringen des Öls weiß ich nicht, haben wir machen
lassen. Aber der Glanz kann ja durchaus erwünscht sein. Wir haben vor
dem Ölen alles mit 180er Poliergitter poliert.
lg Ragnar
Ich dachte da auch eher an die Ergebnisse eines simplen Elektrohobels.
Stimmt schon, fertige Hobeldielen sind recht glatt. Trotzdem, die
Politurwirkung eines 180er Poliergitters haben zumindest
Baumarktdinger nie. Ich glaube kaum, daß sich die mit japanischer
Feinstarbeit vergleichen lassen. Aber anyway, nach dem Verlegen sind
unmöglich alle Bretter gleich hoch, d.h. es entstehen Kanten die man
tunlichst wegschleifen sollte.
lg Ragnar
Genau - den Effekt kenne ich auch.
Max. mit 120er Gitter polieren am Ende, ansonsten gibt das voll die Rutschbahn.
Ist natuerlich auch eine Geschmacksfrage - ich wollte es eben nicht so
superglatt und glaenzend wie bei Lackieren haben.
--
MfG Thorsten
Hardy
Hardy Stadie schrieb:
>
> Danke an alle für die Erfahrungsberichte. Kann es sein, dass man nach
> dem Ölen auch noch wachst?
>
> Hardy
Ja
Lutz
Noe. Wozu?
--
MfG Thorsten
Weil das Wachs eine Verschleißschicht a u f dem Holz bildet, diese kann
leicht durch Pflegen mit (Carnauba-)Wachsemulsion aufgefrischt werden
und ist härter als das Öl.
Gruß, Michael