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Haltbarkeit Zementmörtel bei Frost?

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Dennis Reinhardt

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Apr 21, 2011, 10:37:38 AM4/21/11
to
Moin,

ich habe eigentlich nur eine kurze Frage: verträgt Zementmörtel die
Lagerung bei Frost?

Im Garten, wasserdicht verpackt, lagen einige Säcke. Damit wurde nun
eine Mauer geflickt: Risse und großflächig abgespachtelte Flächen sind
weiss ausgehärtet und richtig fest. Andere Stellen aber sind wieder rum
eher bräunlich und lassen sich wie losen Sand abreiben. Kann das vom
Frost kommen oder wurde ggf. zu viel Wasser benutzt?

Eigentlich dachte ich, Fertigzement sei unkomplizierter anzurühren als
wenn man selbst mit Sand und Zement mixt? :)

Gruß, Dennis

Marcel Müller

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Apr 21, 2011, 11:06:34 AM4/21/11
to
Hallo,

Dennis Reinhardt wrote:
> ich habe eigentlich nur eine kurze Frage: verträgt Zementmörtel die
> Lagerung bei Frost?
>
> Im Garten, wasserdicht verpackt, lagen einige Säcke.

die spannende Frage dürfte eher sein, wie trocken es in der Tüte bei
Minusgraden wirklich war. Ein wenig Kondenswasser reicht dicke, um da
Schaden anzurichten.


Marcel

Dennis Reinhardt

unread,
Apr 21, 2011, 11:14:39 AM4/21/11
to
Am 21.04.2011 17:06, schrieb Marcel Müller:

> die spannende Frage dürfte eher sein, wie trocken es in der Tüte bei
> Minusgraden wirklich war. Ein wenig Kondenswasser reicht dicke, um da
> Schaden anzurichten.
>
>
> Marcel

Der erste Sack war oben rund 1cm fest, da war wohl Kondenswasser
durchgesickert. Ob das nun auch für die anderen trockenen Säcke gilt?

Gruß, Dennis

Marcel Müller

unread,
Apr 21, 2011, 11:26:15 AM4/21/11
to
Dennis Reinhardt wrote:
> Der erste Sack war oben rund 1cm fest, da war wohl Kondenswasser
> durchgesickert. Ob das nun auch für die anderen trockenen Säcke gilt?

Warum sollte es nicht so sein? Mutmaßen wir mal die gleiche Innenluft.
Dann wird das in der Luft gelöste Wasser bei ordentlich Minusgraden an
der kältesten Stelle ausfrieren. Wenn die Sonne dann draufbrezelt wird
es flüssiges Wasser. Der kälteste Punkt ist bei den unteren Säcken halt
eher am rand.

Und man weiß bei alle dem halt nie, welcher Teil des Zements bereits
unter akuter Wassernot versucht hat, so weit es halt geht abzubinden.


Marcel

Dennis Reinhardt

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Apr 21, 2011, 11:32:25 AM4/21/11
to
Am 21.04.2011 17:26, schrieb Marcel Müller:

> Und man weiß bei alle dem halt nie, welcher Teil des Zements bereits
> unter akuter Wassernot versucht hat, so weit es halt geht abzubinden.
>
>
> Marcel

Kann man das optisch irgendwie feststellen? Nach dem Trocknen färbt sich
der noch abbindende Zement hellgrau bis weiss, und da wo man es wie Sand
abreiben kann eher braun.

Wir haben hier mal Probeweise Kalksandsteinziegel aufeinander gemauert
und eine Woche aushärten lassen: an einem Ziegel haftet der Zement, am
anderen geht er ohne Probleme ab. Und das, obwohl die Ziegel im
Wasserbad lagen.

Klingt so als könnte man neuen Zement kaufen. :)

Marcel Müller

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Apr 21, 2011, 11:49:24 AM4/21/11
to
Hallo,

Dennis Reinhardt wrote:
> Kann man das optisch irgendwie feststellen?

keine Ahnung. Vmtl. eher haptisch, weil sich die Korngröße erhöht hat.
Aber bei Schnellzement ist das wegen dem Sand so eine Sache. Ob man es
wirklich gleich mit den Fingern merkt, weiß ich nicht.


> Klingt so als könnte man neuen Zement kaufen. :)

Vermutlich. So ewig kann man das Zeug AFAIK sowieso nicht lagern.


Marcel

Harald Klotz

unread,
Apr 21, 2011, 11:53:56 AM4/21/11
to
Marcel Müller schrieb:

> Warum sollte es nicht so sein? Mutmaßen wir mal die gleiche Innenluft.
> Dann wird das in der Luft gelöste Wasser bei ordentlich Minusgraden an
> der kältesten Stelle ausfrieren.

Kaum, aber kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit halten, das Wasser fällt
aus.
Kommt es mit dem Zement in Kontakt findet der Chemische Prozess statt,
der bei der normalen Verarbeitung gewollt ist, hier aber eben nut
begrenzt, weil die Wassermenge gering ist.
Der Zement verliert damit nach und nach seine Bindungsfähigkeit.

> Wenn die Sonne dann draufbrezelt wird es flüssiges Wasser.

Eher nicht, wenn du Luft erwärmst steigt die Aufnahmefähigkeit von
Wasser.

Ich schätze einmal, es wurde mit einer dichten Plane abgdeckt, damit hat
man sich eine Wasserpumpe gebaut.
Ist es Warm ist die Luft relativ feucht, kühlt es ab kann die Luft sich
wegen der Abdeckung nicht mit der Umgebungsluft austauschen und das
Wasser fällt aus.
Am Tag wird es wieder warm, ist nicht ganz dicht, Feuchtigkeit tauscht
sich mit der Umgebung aus, nachts kühlt es wieder ab, Wasser fällt
aus................

In der Wüste kann man mit dem Trick Trinkwasser gewinnen.
Mörtel muss man trocken, aber durchlüftet lagern und das geht nur
begrenzt, weil er immer Luftfeuchtigkeit abbekommt und damit langsam
zerstört ist.

Harald

Harald Klotz

unread,
Apr 21, 2011, 11:58:19 AM4/21/11
to
Dennis Reinhardt schrieb:

> Kann man das optisch irgendwie feststellen?

Ich wüsste nicht wie.

> Nach dem Trocknen

Trocknen sollte Zement auf keinen Fall, auch wenn er natürlich trocken
wird ist das kein Trocknen.

> färbt sich der noch abbindende Zement hellgrau bis weiss, und da wo
> man es
> wie Sand abreiben kann eher braun.

Hat sich das Zeug entmischt?
Hast du nicht ordentlich durchgerührt beim Ansetzen?
Braun klingt nach Sandfarbe, dort war nur nasser Sand ohne Zement, der
ist nun getrocknet.

> Wir haben hier mal Probeweise Kalksandsteinziegel aufeinander gemauert
> und eine Woche aushärten lassen: an einem Ziegel haftet der Zement, am
> anderen geht er ohne Probleme ab. Und das, obwohl die Ziegel im
> Wasserbad lagen.
>
> Klingt so als könnte man neuen Zement kaufen. :)

Für mich klingt es erst einmal danch, dass du entmischtes Material
verwendet hast, Sack in de Bütt wasser druff und verarbeitet.

Harald

Harald Klotz

unread,
Apr 21, 2011, 11:42:27 AM4/21/11
to
Dennis Reinhardt schrieb:

> Der erste Sack war oben rund 1cm fest, da war wohl Kondenswasser
> durchgesickert. Ob das nun auch für die anderen trockenen Säcke gilt?

Also ist Wasser eingedrungen.
Trocken bedeutet nicht, dass dennoch feuchtigkeit eingedrungen sein
kann.
Zement bindet ab indem Wasser chemisch gebunden wird.
Der Frost wird es nicht gewesen sein, sondern die feuchte Lagerung, die
dazu geführt hat, dass ein Teil des Zements mit Feuchtigkeit reagiert
hat und damit zerstört ist.
Mörtel, Zement etc. ist nur begrenzt lagerfähig. Ein Abbinden durch
Luftfeuchtigkeit beginnt bereits unmittelbat nach der Herstellung.

Harald

Marcel Müller

unread,
Apr 21, 2011, 12:19:41 PM4/21/11
to
Hallo,

Harald Klotz wrote:
>> Warum sollte es nicht so sein? Mutmaßen wir mal die gleiche Innenluft.
>> Dann wird das in der Luft gelöste Wasser bei ordentlich Minusgraden an
>> der kältesten Stelle ausfrieren.
>
> Kaum, aber kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit halten, das Wasser fällt
> aus.

Ach was, meine Rede.
Und bei tiefen Temperaturen und eher geringer absoluter Luftfeuchte kann
es sogar resublimieren. Nennt sich dann Raureif.


>> Wenn die Sonne dann draufbrezelt wird es flüssiges Wasser.
>
> Eher nicht, wenn du Luft erwärmst steigt die Aufnahmefähigkeit von Wasser.

Keiner erwärmt die Luft im Sack. Der Sack und der Reif daran wird
erwärmt, und dann kommt erst die Luft dran. Und die Tatsache dass gerade
der oberste Sack obenrum besonders fest war, spricht geradezu dafür.


> Ich schätze einmal, es wurde mit einer dichten Plane abgdeckt, damit hat
> man sich eine Wasserpumpe gebaut.

Wäre zu klären, was er mit Wasserdicht gemeint hat. Bei richtig
Wasserdicht darf auch keine Luft durch, und dann funktioniert das nicht
mehr.


> Mörtel muss man trocken, aber durchlüftet lagern und das geht nur
> begrenzt, weil er immer Luftfeuchtigkeit abbekommt und damit langsam
> zerstört ist.

Wenn man ihn wirklich dicht einschweißt, sollte es auch gehen. Er wird
die während des Vorgangs enthaltene Luft irgendwann getrocknet haben und
das war's dann. Die gängigen Säcke erfüllen dieses Kriterium allerdings
nicht, insofern hat mich das mit dem "wasserdicht" auch etwas gewundert.


Marcel

Harald Klotz

unread,
Apr 21, 2011, 3:08:10 PM4/21/11
to
Marcel Müller schrieb:

>> Eher nicht, wenn du Luft erwärmst steigt die Aufnahmefähigkeit von
>> Wasser.
>
> Keiner erwärmt die Luft im Sack.

Ach, die Säcke lagerst du in Klimakammer?

> Der Sack und der Reif daran wird erwärmt,

Das ist aussen und der Inhalt ist mit einer Wasserundurchlässigen Folie
geschützt.

> und dann kommt erst die Luft dran.

Wie?

> Und die Tatsache dass
> gerade der oberste Sack obenrum besonders fest war, spricht geradezu
> dafür.

Das spricht dafür, dass es oben am schnellsten abgekühlt ist.

>> Ich schätze einmal, es wurde mit einer dichten Plane abgdeckt, damit
>> hat man sich eine Wasserpumpe gebaut.
>
> Wäre zu klären, was er mit Wasserdicht gemeint hat.

Ich schätze einmal dicht gegen Wasser von oben, eingeschweisst wird er
es vermutlich nicht haben.

> Bei richtig Wasserdicht darf auch keine Luft durch, und dann
> funktioniert das
> nicht mehr.

Richtig Wasserdicht wird keiner Beton lagern, denn es müsste auch
Dampfdicht sein.

>> Mörtel muss man trocken, aber durchlüftet lagern und das geht nur
>> begrenzt, weil er immer Luftfeuchtigkeit abbekommt und damit langsam
>> zerstört ist.
>
> Wenn man ihn wirklich dicht einschweißt, sollte es auch gehen.

Das ist technisch nahezu unmöglich, zumindest unter halbwegs
wirtschaflichem Aspekt.

> Er wird
> die während des Vorgangs enthaltene Luft irgendwann getrocknet haben
> und das war's dann. Die gängigen Säcke erfüllen dieses Kriterium
> allerdings nicht, insofern hat mich das mit dem "wasserdicht" auch
> etwas gewundert.

Mich hat es nicht gewundert.
Ein Auto bezeichnet man auch als Wasserdicht, zumindest in Bezug auf den
normalen Betrieb.
So gesehen habe ich es so verstanden, dass er gegen Wasser von unten und
Regen geschützt hat.

Nicht bedacht hat er Luftfeuchtigkei und die Pumpfunktion die sich sich
durch die regelmässigen Temperaturschwankungen ergibt.
Es gibt die netten Hauben für Autos und Motorräder, da hat sich aber
schon herumgesprochen, dass es darunter sehr feucht werden kann und mehr
gammelt als wenn man es offen stehen hat.

Harald

Dennis Reinhardt

unread,
Apr 21, 2011, 4:36:19 PM4/21/11
to
Am 21.04.2011 17:49, schrieb Marcel Müller:

> keine Ahnung. Vmtl. eher haptisch, weil sich die Korngröße erhöht hat.
> Aber bei Schnellzement ist das wegen dem Sand so eine Sache. Ob man es
> wirklich gleich mit den Fingern merkt, weiß ich nicht.

Also es fühlte sich schon beim Anrühren "anders" an als sonst....

> Vermutlich. So ewig kann man das Zeug AFAIK sowieso nicht lagern.

Im Keller steht ein Plastikfass, da ist Zement von vor >5 Jahren drin.
Der ist noch immer gut. Daher meine Verwunderung. :)

Dennis Reinhardt

unread,
Apr 21, 2011, 4:47:22 PM4/21/11
to
Am 21.04.2011 17:58, schrieb Harald Klotz:

> Trocknen sollte Zement auf keinen Fall, auch wenn er natürlich trocken
> wird ist das kein Trocknen.

Sagen wir halt "fest". :)

> Hat sich das Zeug entmischt?
> Hast du nicht ordentlich durchgerührt beim Ansetzen?
> Braun klingt nach Sandfarbe, dort war nur nasser Sand ohne Zement, der
> ist nun getrocknet.

Ne, eben nicht. Der Zement im Eimer war eine homogene gleichfarbige
Masse, auch nicht zu viel Wasser oder so etwas. Als einzigen Unterschied
habe ich da noch mit einem nassen Pinsel etwas nach geglättet. Evtl.
hatte da das zusätzliche Wasser (auch wenn es nur wenig war) negativen
Einfluss auf das Abbinden.

> Für mich klingt es erst einmal danch, dass du entmischtes Material
> verwendet hast, Sack in de Bütt wasser druff und verarbeitet.
>
> Harald

War Quickmix Z01 im 40kG Sack. Hab den einen Sack in ein paar Eimer
gefüllt, das sieht alles grau und einfarbig aus... wie entmischt sich
das denn? Normalerweise muss man ja auch nur Wasser drauf geben und
umrühren. :)

Da steht leider auch nicht mehr zu dem Thema:
http://www.quick-mix.com/deutsch/Dateien/1585_qm_3Originale_2S_Jun2009.pdf

Gruß, Dennis

Dennis Reinhardt

unread,
Apr 21, 2011, 4:51:18 PM4/21/11
to
Am 21.04.2011 18:19, schrieb Marcel Müller:

> Wenn man ihn wirklich dicht einschweißt, sollte es auch gehen. Er wird
> die während des Vorgangs enthaltene Luft irgendwann getrocknet haben und
> das war's dann. Die gängigen Säcke erfüllen dieses Kriterium allerdings
> nicht, insofern hat mich das mit dem "wasserdicht" auch etwas gewundert.
>
>
> Marcel

Regenwasser/Schnee-dicht. :)

Harald Klotz

unread,
Apr 21, 2011, 5:53:09 PM4/21/11
to
Dennis Reinhardt schrieb:

>> Trocknen sollte Zement auf keinen Fall, auch wenn er natürlich
>> trocken wird ist das kein Trocknen.
>
> Sagen wir halt "fest". :)

Nenn es abbinden.

> Ne, eben nicht. Der Zement im Eimer war eine homogene gleichfarbige
> Masse, auch nicht zu viel Wasser oder so etwas.

Zu viel Wasser führt nur zum Reissen, das beeinflusst zwar auch die
Festigkeit, aber nicht so, dass er bröckelig wird.

> Als einzigen Unterschied habe ich da noch mit einem nassen Pinsel
> etwas nach
> geglättet. Evtl. hatte da das zusätzliche Wasser (auch wenn es nur
> wenig war) negativen Einfluss auf das Abbinden.

Kaum.
Stand die Sonne drauf?
Zu viel Wärme kann zum Tocken führen, das Wasser verdunstet, bevot der
Zement es schmisch binden kann.
Vielleicht hast du mit dem Pinsel den Rest Zement, der noch hätte binden
können, weggewaschen.
So wie du die Aussensäcke beschrieben hast, vermute ich, dass der Rest
auch mehr oder weniger klumpig war.
Ein Zeichen dafür, dass der Zement bereits zu einem Teil abgebunden ist.
Damit fehlt letztlich das, was mit dem Sand beim Abbinden eine feste
Verbindung eingehen soll.

> War Quickmix Z01 im 40kG Sack. Hab den einen Sack in ein paar Eimer
> gefüllt, das sieht alles grau und einfarbig aus... wie entmischt sich
> das denn?

Beim Transport zum Baustoffhändler, zur dir, beim Lagern durch leichte
Erschütterungen durch Vekehr in der Strasse.

> Normalerweise muss man ja auch nur Wasser drauf geben und
> umrühren. :)

Aber ordentlich umrühren und nicht zu viel Wasser.
Letztlich soll jedes nur Staubgroße Zementkörnchen komplett mir Wasser
umhüllt sein.
Wenn du nicht ordentlich rührst, sieht es zwar nass aus, es bleiben aber
trotzdem Zementteile trocken.

Wenn man Mörtelmischer verwendet lässt man einen Moment laufen um das
sicherzustellen, wenn man mit der Schaufel mischt ist man leivht zu faul
genügend zu rühren, eher gibt man zu viel Wasser zu, aber das führt nur
zu Rissen.

Ich vermute, dein Mörtel war einfach abgelagert die Staubgroßen
Zemenkörner durch Feuchtigkeit bereits teilweise abgebunden, damit fehlt
die nötige Verbindungskraft mit dem Sand.

Harald

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