unser Haus von 1959 hat im Keller eine feuchte Ecke. Es sind in einer
Ecke genau die unteren Bimssteine, aus denen der Keller gebaut wurde.
Wahrscheinlich liegt die Horizontalsperre auf der untersten Steinreihe.
Es ist eine Waschkücke. Wenn das "nur" feucht bleibt und nicht
schimmelt kann ich damit leben. Wie es aussieht, war diese Stelle immer
feucht. Früher mit Kalkputz überzogen und mit Kalk gestrichen war das
wohl auch für Jahre kein Problem.
Der Vorbesitzer des Hauses hat die Wand an den Stelle, wo der Putz
durch Salzzersetzung abbröselte, mit Rotband beigeputzt und das ganz
mit Disperionsfarbe gerollt. Natürlich schimmelt dieses jetzt. Habe
den Pfusch gestern erstmal entfernt.
Was tun? Den Keller von außen freilegen ist fast unmöglich. Wie
gesagt, wenn die Ecke nur feucht ist, kann man damit leben. Ist "nur"
Waschküche. Aber es soll was haltbares sein.
-) Sanierputz? Bringt das was?
-) Kalkputz wird sich wohl wieder auflösen durch die Salze?
-) Injektionsverfahren? Selber machen (wird hier im Baustoffhandel
angeboten)?
-) ...
Bin für jeden Rat dankbar
Dirk
>Hallo,
>
>unser Haus von 1959 hat im Keller eine feuchte Ecke. Es sind in einer
>Ecke genau die unteren Bimssteine, aus denen der Keller gebaut wurde.
>Wahrscheinlich liegt die Horizontalsperre auf der untersten Steinreihe.
Für mich ist die erste Frage bei solchen Problemen immer: wo kommt die
Feuchtigkeit her und kann man die Quelle eventuell beseitigen?
Kann es vielleicht sein - da Hausecke - dass hier Regenwasser zu nahe
am Haus versickert,
grübelt
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn
> Kann es vielleicht sein - da Hausecke - dass hier Regenwasser zu nahe
> am Haus versickert,
An dieser Hausecke ist eine Terrasse (Pflastersteine). Diese Eckstelle
hat kein Gefälle auf ca. 2qm und Regenwasser könnte vielleicht bei
Platzregen (immer 1-2 Tage danach ist die Stelle sehr feucht) zwischen
Haus und den Pflastersteinen an der Kellerwand heruntersickern.
Zwischen Haus und den ersten Pflastersteinen ist ein Spalt von ca. 3cm.
Wenn man da hineinschaut, kann man sogar die Kunststoffnoppenbahn
sehen, die da schätzungsweise Ende der 80er eingebracht wurde. Und
wenn das Regenwasser hinter die Noppenbahn läuft, dann ist es gut
möglich.
Grundsätzlich habe ich die Frage: Bringt eine gepflasterte Fläche mit
korrektem Gefälle etwas oder sind gepflasterte Terrassen als
"wasserdurchlässig" anzusehen?
Guter Tip.
Dirk
Dirk Janssen schrieb:
> Peter Popp schrieb:
>
> > Kann es vielleicht sein - da Hausecke - dass hier Regenwasser zu nahe
> > am Haus versickert,
>
> An dieser Hausecke ist eine Terrasse (Pflastersteine).
Wenn Du da schon 'ne Terrasse hast, verstehe ich momentan nicht,
warum Du dann nicht von außen an den Bereich herankommst?
>Diese Eckstelle
> hat kein Gefälle auf ca. 2qm und Regenwasser könnte vielleicht bei
> Platzregen (immer 1-2 Tage danach ist die Stelle sehr feucht) zwischen
> Haus und den Pflastersteinen an der Kellerwand heruntersickern.
> Zwischen Haus und den ersten Pflastersteinen ist ein Spalt von ca. 3cm.
> Wenn man da hineinschaut, kann man sogar die Kunststoffnoppenbahn
> sehen, die da schätzungsweise Ende der 80er eingebracht wurde. Und
> wenn das Regenwasser hinter die Noppenbahn läuft, dann ist es gut
> möglich.
Hört sich alles etwas suspekt an - nochmals: warum nicht freilegen?
> Grundsätzlich habe ich die Frage: Bringt eine gepflasterte Fläche mit
> korrektem Gefälle etwas oder sind gepflasterte Terrassen als
> "wasserdurchlässig" anzusehen?
>
Klar bringt das 'was' - allerdings kann man schwer sagen 'was genau'.
Konkret: Ob Terrasse oder nicht - Oberkante Gelände sollte zunächst
nach Möglichkeit mit 2% vom Haus wegführen. Trotzdem die ist das
grundlegende Problem: Du hast eine defekte Abdichtung in dem
Eckbereich und dagegen solltest Du was machen - am besten von
außen. Bei dem Baujahr ist zu vermuten, dass der Bitumenanstrich
von anno '59 jetzt so langsam rott ist.
Gruß
Klaus
> Wahrscheinlich liegt die Horizontalsperre auf der untersten Steinreihe.
Das war durchaus üblich.
> Es ist eine Waschkücke. Wenn das "nur" feucht bleibt und nicht
> schimmelt kann ich damit leben.
Damit leben Menschen seit es Keller gibt.
> Wie es aussieht, war diese Stelle immer feucht.
Das ist in Altbaukellern zwar unschön, aber eben typisch, und man
kann das in untergeordneten Räumen wie Waschküchen tolerieren.
Als Wohnraum ist so ein Keller natürlich nicht zu gebrauchen (und
ist dazu auch nicht gedacht!)
> Habe den Pfusch gestern erstmal entfernt.
Sehr gut.
> Was tun?
Nichts. Nicht verputzen, sondern höchstens mit Kalkfarbe streichen.
> -) Sanierputz? Bringt das was?
Nein
> -) Kalkputz wird sich wohl wieder auflösen durch die Salze?
Vermutlich
> -) Injektionsverfahren?
In der Regel nicht erforderlich. Alte Mauerwerkssockel sind bis
zur Horizontalsperre feucht und bleiben unbehandelt.
Du solltest allerdings auch prüfen, ob da in der Nähe ein undichtes
Regenfallrohr oder ähnliches ist, was die normale Bodenfeuchtigkeit
erhöht.
Gruß
Jochen
> Trotzdem die ist das grundlegende Problem: Du hast eine defekte
> Abdichtung in dem Eckbereich
Wie kommst du denn darauf? Über der Abdichtung ist die Wand ja
anscheinend trocken.
Der beste Bitumenanstrich, die beste vertikale Abdichtung der
Welt hilft nicht gegen von unten aufsteigende Feuchtigkeit. Die
wird in dieser Wand durch die offenbar völlig intakte Horizontal-
sperre aufgehalten.
Dass diese Sperre nicht so ausgeführt ist, wie man sie heutzutage
für bewohnte Kellerräume ausführen sollte ist kein Mangel, sondern
liegt einfach am Baujahr und der damals vorgesehenen Nutzung
des Kellers. Und die ist wohl unverändert 'Waschküche'.
Gruß
Jochen
> Wenn Du da schon 'ne Terrasse hast, verstehe ich momentan nicht,
> warum Du dann nicht von außen an den Bereich herankommst?
Ganz einfach. Ca. 50cm um die Ecke beginnt eine gegossene Betonplatte,
auf der ein Anbau steht. Ich müßte beim Freigraben der feuchten Ecke
quasi diesen Anbau unterhöhlen, was ich ganz sicher nicht tue.
> außen. Bei dem Baujahr ist zu vermuten, dass der Bitumenanstrich
> von anno '59 jetzt so langsam rott ist.
Wird wohl so sein. Es wird nicht immer feucht gewesen sein, Ich
schätze mal ganz grob die letzten 15-20 Jahre.
Ich werde jetzt erstmal schauen, dass ich oberflächlich das
Gefälleproblem löse. Habe gerade nochmal geschaut. Es sieht aus, als
wenn die Pflastersteine an der besagten feuchten Ecke wirklich etwas
abgesackt sind und dort das Wasser Richtung Haus läuft.
Dirk
> Wie kommst du denn darauf? Über der Abdichtung ist die Wand ja
> anscheinend trocken.
Ja, das stimmt. Man kann genau an dem aus der Wand
heraustransportierten Salzen und dem abbröselnden Kalputz sehen, wo
die untere Steinreihe aufhört.
> Der beste Bitumenanstrich, die beste vertikale Abdichtung der
> Welt hilft nicht gegen von unten aufsteigende Feuchtigkeit. Die
Könntest Du Recht haben, das die Feuchtigkeit von unten her hochzieht.
> Dass diese Sperre nicht so ausgeführt ist, wie man sie heutzutage
> für bewohnte Kellerräume ausführen sollte ist kein Mangel, sondern
> liegt einfach am Baujahr und der damals vorgesehenen Nutzung
> des Kellers. Und die ist wohl unverändert 'Waschküche'.
Sehe ich auch so. Nur schade, dass der Kalkputz darauf durch die Salze
so beschädigt ist, dass er nur noch aus Sand besteht und mit der Hand
so abzureiben ist.
Gibt es keinen vernünftigen (Kalk-)Putz, der unter den gegebenen
Bedingungen überlebt?
Klar, man hätte anno 59 besser die Wand gar nicht verputzt. Aber ist
nun mal so und im Moment sieht die betroffene Stelle nicht mehr schön
aus. Putz fällt ab. Farbe löst sich ab. Will es ja nur etwas
beireparieren. Ist ja kein Wohnraum. Irgendwie glatt und weiß.
Dirk
Jochen Kriegerowski schrieb:
> <klaus_h...@web.de> schrieb
>
> > Trotzdem die ist das grundlegende Problem: Du hast eine defekte
> > Abdichtung in dem Eckbereich
>
> Wie kommst du denn darauf?
Vielleicht durch Erfahrung?
> Über der Abdichtung ist die Wand ja
> anscheinend trocken.
Toll, es ist eine Horizontalsperre vorhanden und auch intakt :-)
> Der beste Bitumenanstrich, die beste vertikale Abdichtung der
> Welt hilft nicht gegen von unten aufsteigende Feuchtigkeit.
Wo kommt die her? Bitte gaaaanz, ganz genau: WO kommt
die her, von unten durch die Fundamente, oder was?
> Die
> wird in dieser Wand durch die offenbar völlig intakte Horizontal-
> sperre aufgehalten.
Ja toll, nachdem die "erste Verteidigungslinie" gnadenlos versagt
hat, tut wenigstens die zweite noch ihren Dienst und verhindert
schlimmeres....nicht gut!
> Dass diese Sperre nicht so ausgeführt ist, wie man sie heutzutage
> für bewohnte Kellerräume ausführen sollte ist kein Mangel, sondern
> liegt einfach am Baujahr und der damals vorgesehenen Nutzung
> des Kellers.
Entschuldige, aber das ist tatsächlich Unfug. Ausgeführt war
sie vermutlich gut und richtig und wäre sie neu, so würde sie
heute vermutlich anständig funktionieren. Mein dringender
Verdacht: wie damals üblich wurde ein rein bituminöser
Anstrich verwendet - die dichten toll, werden aber mit der
Zeit sehr hart und verspröden. Häuser und das Mauerwerk
bewegen sich aber - das führt irgendwann zu Rissen in der
Abdichtung. Da diese zudem organisch ist, zersetzt sie sich
zudem mit der Zeit - irgendwann ist sie halt fällig.
Die Horizontalsperre ist im überigen in der Tat eine
sekundäre Absicherung - primär muss die äußere
Vertikalsperre abdichten - korrekt ausgeführt, bis
auf die Außenflanke des Fundaments. Ist das
Fundament vorhanden und korrekt, so steigt da mit
Sicherheit kein Wasser durch.
Ob das nun tatsächlich alles so ist kann man mit
abschließender Sicherheit aber selbstverständlich
nur sagen, wenn man sich die betroffene Stelle an-
schaut - derzeit würde ich dem geschilderten Schadens-
verlauf aber 80-90% geben.
> Und die ist wohl unverändert 'Waschküche'.
>
Das dürfte egal sein.
Gruß
Klaus
> Gibt es keinen vernünftigen (Kalk-)Putz, der unter den gegebenen
> Bedingungen überlebt?
Jein - das Problem ist, dass du im Putz auf Höhe der Horizontalsperre
eine Lücke lassen müsstest. Sonst zieht die Feuchtigkeit über den
Putz die Wand hoch.
> Klar, man hätte anno 59 besser die Wand gar nicht verputzt.
Vermutlich hat man das auch nicht, sondern der Putz wurde später
aufgebracht. Oder man hat schon 1959 gepfuscht, denn solche
Wände *werden* nicht verputzt. Jedenfalls nicht der Sockel.
> Putz fällt ab. Farbe löst sich ab. Will es ja nur etwas
> beireparieren. Ist ja kein Wohnraum. Irgendwie glatt und weiß.
Mach unten eine saubere glatte Putzante auf Höhe der zweiten
Steinreihe, und streich dann alles mit Kalkfarbe.
Gruß
Jochen
Dirk Janssen schrieb:
> Ganz einfach. Ca. 50cm um die Ecke beginnt eine gegossene Betonplatte,
> auf der ein Anbau steht. Ich müßte beim Freigraben der feuchten Ecke
> quasi diesen Anbau unterhöhlen, was ich ganz sicher nicht tue.
o.k. verstanden - heißt aber auch, dass von der Seite auch kein
Regenwasser kommt :-)
> Ich werde jetzt erstmal schauen, dass ich oberflächlich das
> Gefälleproblem löse. Habe gerade nochmal geschaut. Es sieht aus, als
> wenn die Pflastersteine an der besagten feuchten Ecke wirklich etwas
> abgesackt sind und dort das Wasser Richtung Haus läuft.
>
Das ist sicher die erste und wichtigste Maßnahme - führe das Wasser
vom Haus weg, ggf. wäre zu überlegen die Terrasse durch anderen
Belag stärker zu versiegeln - aber ein anständiges Gefälle sollte
schon sehr hilfreich sein. Ich weiß ja nicht, wie es vor Ort ausschaut
und ob das evtl. auch die Wetterseite ist - eine Überlegung wäre aber
noch, ggf den Anschluß aufgehende Wand / Terrasse mit 'ner
Profilleiste o.ä zu überbrücken. Damit würdest Du Wasser, welches
an der Wand herunterkommt auf die versiegelte Terrassenfläche leiten
und nicht in die Fuge spülen.
Gruß
Klaus
Mark Henning schrieb:
> Würde das Wasser von oben her an der ganzen Hausmauer herunterlaufen,
> würde es auch auf dem ganzen Weg dort einsickern; ergo dürfte die
> Feuchtigkeit innen nicht ausgerechnet an der Horizontalsperre enden.
Nicht korrekt - die Fuge zwischen Fundament und aufgehendem
Mauerwerk ist die Achilles-Ferse der Konstruktion und hier
treten die meisten Schäden der Abdichtung auf - in der Fläche
ist sie meist in Ordnung -> Deshalb tritt das Problem beim OP
dort auf und zieht bis zur Horizontalsperre hoch.
> Es ist mir auch nicht erklärlich, wieso das Problem erst nach ein paar
> Tagen Verzögerung auftritt.
Ganz normale Zeit für das Wasser den Weg nach innen zu suchen.
> Und das ist ein ganz gravierendes Problem.
Full ACK.
Bei 'nem Häuschen aus dem Baujahr aber auch nicht wirklich
verwunderlich :-)
Gruß
Klaus
> Kannst Du "solche Wände" mal etwas genauer definieren?
> Welche Art von Wänden werden nicht verputzt?
Gemauerte Kellerwände, die eine Horizontalsperre nur über der
1. Steinlage haben (die liegt deshalb so hoch, weil in Kellern,
insbesondere in Waschküchen, mit Wasser auf dem Boden
gerechnet werden muss, das nicht in die Wand hochsteigen
soll)
Gruß
Jochen
> Wo kommt die her? Bitte gaaaanz, ganz genau: WO kommt
> die her, von unten durch die Fundamente, oder was?
Zum Beispiel von unten durch die Bodenplatte.
> Ja toll, nachdem die "erste Verteidigungslinie" gnadenlos versagt
> hat, tut wenigstens die zweite noch ihren Dienst und verhindert
> schlimmeres....nicht gut!
Eine 'erste Verteidigunglinie' wäre eine Abdichtung unter der
Bodenplatte. Nötig bei Aufenthaltsräumen der Nutzungsklasse A.
> Entschuldige, aber das ist tatsächlich Unfug. Ausgeführt war
> sie vermutlich gut und richtig
Nein, sie wurde vermutlich überhaupt nicht ausgeführt. Eine
vertikale Sperre ist keine Horizontalsperre.
> korrekt ausgeführt, bis auf die Außenflanke des Fundaments.
...und mit der außenliegenden Dampfsperre unter der Sohle
verschweißt oder verklebt.
Zudem brauchst du dann eine zusätzliche innen liegende
Sperre auf der Bodenplatte.
> Ist das Fundament vorhanden und korrekt, so steigt da mit
> Sicherheit kein Wasser durch.
Beton, auch WU-Beton ist nicht wasserdicht im Sinne von
diffusionsdicht. Es ist auch völlig gleichgültig *wie viel* Wasser
durch Fundament oder Bodenplatte diffundiert. Entscheidend
ist, dass Wasser dort hindurch diffundieren *könnte*.
>> Und die ist wohl unverändert 'Waschküche'.
>>
> Das dürfte egal sein.
Das dürfte nicht egal sein: Andere Nutzungsklasse (B)
(vgl. z.B. 'Architektur der Bauschäden', Schulz, Wiesbaden 2006,
und nachzulesen auch in der alten DIN 18 195 von 1983: "...so wird
eine gewisse Durchfeuchtung der Wände unterhalb der waagerechten
Abdichtung sowie des Fußbodens in Kauf genommen.")
Altbauten *sind* so.
Gruß
Jochen
"Dirk Janssen" schrieb
> Bin für jeden Rat dankbar
Nur so eine Idee... evtl. hat das Haus eine Drainage
und die ist im Laufe der Zeit einfach versandet und
damit wirkungslos geworden?
Gruß
Stefan
Jochen Kriegerowski schrieb:
> <klaus_h...@web.de> schrieb
>
> > Wo kommt die her? Bitte gaaaanz, ganz genau: WO kommt
> > die her, von unten durch die Fundamente, oder was?
>
> Zum Beispiel von unten durch die Bodenplatte.
Dann hast Du aber ein gaaaanz anderes Problem: drückendes
Wasser!
> > Ja toll, nachdem die "erste Verteidigungslinie" gnadenlos versagt
> > hat, tut wenigstens die zweite noch ihren Dienst und verhindert
> > schlimmeres....nicht gut!
>
> Eine 'erste Verteidigunglinie' wäre eine Abdichtung unter der
> Bodenplatte. Nötig bei Aufenthaltsräumen der Nutzungsklasse A.
Unter der Bodenplatte? Woher hast denn Du das so schön
rausgelesen? :-) Gehen wir von 'normalen' Boden- und Wasser-
verhältnissen aus, also KEIN drückendes Wasser und kein
binder Boden -> *was willst Du mit 'ner Abdichtung dort?!*
da kommt 'ne kapillarbrechende Schicht drunter und gut.
>
> > Entschuldige, aber das ist tatsächlich Unfug. Ausgeführt war
> > sie vermutlich gut und richtig
>
> Nein, sie wurde vermutlich überhaupt nicht ausgeführt. Eine
> vertikale Sperre ist keine Horizontalsperre....
...wie der Name schon sagt - ja nee, is' klar. Was willst Du
uns jetzt damit sagen?
Erfahrungsgemäß wurde in den 50er Jahren bei EFHs ein
Schwarzanstrich mit Bitumen bei Kelleraußenmauerwerk
ausgeführt (das war damals 'anerkannte Regel der Technik')
Ausnahmen gab's damals wie heute natürlich, aber das ist
spekulativ.
> > korrekt ausgeführt, bis auf die Außenflanke des Fundaments.
>
> ...und mit der außenliegenden Dampfsperre unter der Sohle
> verschweißt oder verklebt.
Verschweißt wird da nix - die Sperrfolie wird überlappend
nach außen geführt und mit dern Vertikalsperre an der
Außenkante Fundament fixiert.
> Beton, auch WU-Beton ist nicht wasserdicht im Sinne von
> diffusionsdicht. Es ist auch völlig gleichgültig *wie viel* Wasser
> durch Fundament oder Bodenplatte diffundiert. Entscheidend
> ist, dass Wasser dort hindurch diffundieren *könnte*.
Falsch, wichtig ist nur, dass man wissen sollte, das Wasser
immer den Weg des geringsten Widerstandes geht - das
Fundament stellt in dem Bereich mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit den höchsten Widerstand dar....
> Das dürfte nicht egal sein: Andere Nutzungsklasse (B)
Nein! Pfeiff doch mal auf deine Nutzungen - unabhängig von
der Nutzung darf Feuchtigkeit nicht ins Gebäude, ob ich
da nun mein Schlafzimmer habe oder alten Plunder lagere -
für den Wärmeschutz ist das relevant, für den Feuchteschutz
nicht.
Den Hinweis auf veraltete Regeln hab' ich mal gesnippt, da
das den OP wenig interessieren dürfte - der hat eine Durch-
feuchtung und das nervt ihn scheinbar, was ich durchaus
verstehen kann.
> Altbauten *sind* so.
>
[X] von Dir kaufe oder miete ich kein Haus :-)
Gruß
Klaus
Mark Henning schrieb:
> Wenn diese Stelle korrekt ausgeführt ist (mit Hohlkehle), fließt das
> Wasser schlicht daran ab in die Dränage, und gut ist.
Ja klar, aber:
1. ich zweifele an der korrekten Ausführung. Begründung: in den
50ern wurde diese kritische Fuge gerne 'Flaschenfuge' genannt,
weil man einfach Mörtel draufgeschmissen hat und mit 'ner
Astra-Flasche (o.ä.) drüberzog. Problem ist, dass keine ausreichende
Verdichtung dabei stattfindet. Macht man das heute auf kann man
den Fugenmörtel vermutlich in großen Stücken einfach rausnehmen.
2. an der Stelle Steht eine Mauerwerkswand auf einem Betonbauteil.
Die Materialien Mauerwerk und Beton haben unterschiedliche
Temperaturausdehnungen, d.h. übers Jahr bewegen sie sich unter-
schiedlich. Dadurch treten genau in der Fuge hohe Scherkräfte auf,
die voll auf die Abdichtung gehen - ein Versagen mit der Zeit der
Abdichtungsschicht ist vorprogrammiert.
> Mir scheint
> aber, dass der Bereich zwischen Noppenbahn und Mauer in Richtung Mauer
> wasserdurchlässiger ist, als in Richung Erdreich; und da ist dann
> grundlegend etwas falsch.
>
Das müsste man sich vor Ort anschauen - o.a. Problematik bleibt davon
unbenommen aber stehen.
Gruß
Klaus
> Warum?
Das kann Knochenarbeit sein.
Mein Ex-Schwiegervater hatte den Beton rund ums Haus 'gut' gemischt, das
heisst alle noch übrigen Zementsäcke dafür verbraucht - in der Meinung,
für Ewigkeiten Ruhe zu haben.
Zwanzig Jahre später wurde die Gegend kanalisiert und das Abwasserrohr
musste genau unter den schmalen Betonstreifen zwischen Haus und Garage.
Zu dritt haben wir mehere Tage an den wenigen Metern gearbeitet. Ein
Stück untergraben, dann mit schweren Hämmern aus der Dorfschmiede _oft_
draufhauen, bis der Klang einen Haarriss signalisiert, dann Rundmeissel
ansetzen, noch einige Male draufhauen, und endlich wieder ein
handgrosses Stück usw. Ein Meissel ging dabei sogar zu Bruch.
Helmut Wollmersdorfer
> Dann hast Du aber ein gaaaanz anderes Problem: drückendes
> Wasser!
Vielleicht ist da ja drückendes Wasser. Weiß man's?
> Gehen wir von 'normalen' Boden- und Wasser-
> verhältnissen aus, also KEIN drückendes Wasser und kein
> binder Boden ->
Ja, *kannst* du denn davon ausgehen, ohne genaueres zu
wissen? Das 'gehen wir mal davon aus das nichts passiert'
dürfte im übrigen die Ursache für viele Schäden sein.
> Den Hinweis auf veraltete Regeln hab' ich mal gesnippt, da
> das den OP wenig interessieren dürfte
Solche vermeintlichen 'Mängel' an Häusern sollte man aber mit
den zur Bauzeit geltenden Regeln der Technik bewerten. Und
da werden Durchfeuchtungen in diesem Bereich 'in Kauf genommen'.
Wenn du das damals völlig norm- und regelgerecht gebautes Haus
nach heutigen Normen umbauen willst: Ich wünsche viel Vergnügen
und ein dickes Bankkonto.
> - der hat eine Durch-
> feuchtung und das nervt ihn scheinbar
|Wenn das "nur" feucht bleibt und nicht
|schimmelt kann ich damit leben
> [X] von Dir kaufe oder miete ich kein Haus :-)
Ich würde dir vermutlich auch keins vermieten wollen, wenn
du jeden zweiten Tag ankommst und irgend welche Mängel
rügst die keine sind, und womöglich noch die Miete mindern
willst ;-)
Gruß
Jochen
> *was willst Du mit 'ner Abdichtung dort?!*
> da kommt 'ne kapillarbrechende Schicht drunter und gut.
Das ist übrigens ein interessantes Argument;
Wenn wir uns in 25 Jahren hier wieder treffen sollten und
es um Feuchtigkeit im Keller geht - wirst du dann mein
"Aber damals war das so doch Stand der Technik" gelten
lassen, oder wirst du du auf Nachrüstung mit einer ent-
sprechenden Abdichtung beharren und Hinweise auf alte
Normen 'snippen'? ;-)
Gruß
Jochen
> >Den Keller von außen freilegen ist fast unmöglich.
>
> Warum?
Ganz einfach. Ca. 50cm um die Ecke beginnt eine gegossene Betonplatte,
Jochen Kriegerowski schrieb:
> <klaus_h...@web.de> schrieb
>
> > Dann hast Du aber ein gaaaanz anderes Problem: drückendes
> > Wasser!
>
> Vielleicht ist da ja drückendes Wasser. Weiß man's?
Wissen sicher nicht, aber nach dem was der OP geschildert
hat darf man das getrost als 'sehr, sehr unwahrscheinlich'
bewerten. Wenn Du an dieser Stelle nicht konstruktiv
diskutieren möchtest, sondern lieber auf 'Grundsatzopposition'
machst, sag's bitte gleich, dann muss ich nicht mehr soviel
schreiben :-) Ansonsten finde ich, ist's ein interessantes Thema.
> > Gehen wir von 'normalen' Boden- und Wasser-
> > verhältnissen aus, also KEIN drückendes Wasser und kein
> > binder Boden ->
>
> Ja, *kannst* du denn davon ausgehen, ohne genaueres zu
> wissen? Das 'gehen wir mal davon aus das nichts passiert'
> dürfte im übrigen die Ursache für viele Schäden sein.
Grund habe ich Dir oben genannt, Erfahrung genug mit
solcherlei Dingen dürfte ich haben, um diese Annahme für
die weitere Diskussion als Grundlage zu nehmen - der
sehr, sehr unwahrscheinliche Fall von drückendem
Wasser (temporäres Schichtenwasser wäre natürlich
auch noch 'ne andere Möglichkeit) könnte noch immer
diskutiert werden, sobald sich dafür wirkliche Anhaltspunkte
ergeben - solange die nicht da sind, lassen wir das lieber
mal.
> Solche vermeintlichen 'Mängel' an Häusern sollte man aber mit
> den zur Bauzeit geltenden Regeln der Technik bewerten.
Nein, denn hier geht's nicht darum, jemandem Mängel
nachzuweisen oder von irgendwem irgendwas zu fordern,
sondern schlicht und ergreifend darum, dass der OP
'nen Haus hat und diese im Keller 'ne Durchfeuchtung
aufweist, die den OP verständlicherweise nervt. Diese
zu beseitigen, sollte man dann schon mit den Mitteln
und Kenntnissen unserer heutigen Zeit machen.
>Und
> da werden Durchfeuchtungen in diesem Bereich 'in Kauf genommen'.
> Wenn du das damals völlig norm- und regelgerecht gebautes Haus
> nach heutigen Normen umbauen willst: Ich wünsche viel Vergnügen
> und ein dickes Bankkonto.
Nee, würde ich nicht - nur: Wenn irgendwo ein Schaden auftaucht,
würde ich nicht versuchen zu flicken, oder dieses zu empfehlen,
sondern lieber Ursachen bekämpfen und langfristigen Werterhalt
betreiben.
Was Du (wie auch viele andere) scheinbar nicht verstehst, ist die
Tatsache, dass falsches Sparen am Haus furchtbar viel Geld
kostet - richtiges Investieren hingegen sichert den Wert. Das
wird leider oft vergessen und deswegen sind viele Bauten
heute auch so Sch**ße wie sie eben sind.
Der richtige und werthaltige Umgang mit der Investition "Haus" ist
leider nicht überall üblich und bekannt, wie deine obige
Unterstellung
deutlich zeigt.
Gruß
Klaus
Ein Kanal oder Wasserleitung ist an der besagten Ecke von außen nicht.
Früher war dort mal ein Fallrohr (graues HT-Rohr, wohl in den 80ern
dort installiert), schaut noch ca. 20 cm aus dem Boden, ist aber von
oben verschlossen.
Das scheint zudem aber noch in Ordnung zu sein und dürfte nichts mit
dem Problem zu tun haben, da ja inzwischen totgelegt. Das Ende dieses
Fallrohrs läuft in eine ca. 20m entfernte Entwässerungsgrube. Die
liegt etwas tiefer als das Haus (Hanglage).
Ich habe schon überlegt, da das Gefälle der Terrasse nicht OK ist,
zwischen Haus und Pflastersteinen eine Entwässerungsrinne zu setzen.
Diese könnte ich an das alte Fallrohr anschließen (wenn dieses 100%
OK ist).
Dirk
>Zur Info:
>
>Ein Kanal oder Wasserleitung ist an der besagten Ecke von außen nicht.
>....
>
>Ich habe schon überlegt, da das Gefälle der Terrasse nicht OK ist,
>zwischen Haus und Pflastersteinen eine Entwässerungsrinne zu setzen.
>Diese könnte ich an das alte Fallrohr anschließen (wenn dieses 100%
>OK ist).
Hallo Dirk,
Also ich könnte mir aufgrund Deiner früheren Postings (3cm Spalt,
Noppenfolie sichtbar) vorstellen, dass schon eine provisiorische
Abdichtung dieses Spaltes, die das direkte Reinlaufen von Regenwasser
verhindert, eine Besserung des Problems eintreten sollte (eventuell
passende Streifen Styrodur in den Spalt drücken).
Grundsätzlich würde ich bei den Wetterverhältnissen der neueren Zeit
(Starkregenfälle) empfehlen, Pflasterflächen in unmittelbarer
Hauswandnähe mit einem stärkeren Gefälle anzubringen - ich merke
z.B., dass bei uns an manchen Stellen das Wasser in die Lichtschächte
der Keller läuft, da es gar nicht so schnell auf der Terasse weglaufen
kann wie es von oben nachkommt,
meint ergänzend
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn
Jochen Kriegerowski schrieb:
Nochmal: Geht doch nicht darum, ob Mangel oder nicht,
oder hat jemand Mist gebaut oder nicht - wenn das die
Fragestellung wäre hättest Du da selbstverständlich Recht.
Hier aber will der OP 'ne Durchfeuchtung loswerden, da
hilft der Hinweis auf ehemals gültige Regelungen nicht, sondern
nur ein Ratschlag nach heutigen Gesichtspunkten - ich
glaube zu wissen, dass der OP den Wert seines Hauses
gerne erhalten möchte :-)
Gruß
Klaus
> Wenn Du an dieser Stelle nicht konstruktiv diskutieren
> möchtest
Nein nein, keineswegs.
> sondern schlicht und ergreifend darum, dass der OP
> 'nen Haus hat und diese im Keller 'ne Durchfeuchtung
> aufweist, die den OP verständlicherweise nervt. Diese
> zu beseitigen, sollte man dann schon mit den Mitteln
> und Kenntnissen unserer heutigen Zeit machen.
Ich bezweifle nur die dauerhafte Wirksamkeit dieser sehr
aufwändigen Maßnahme bei einem Haus, das in diesem
Bereich völlig anders konstruiert und konzipiert wurde.
> Nee, würde ich nicht - nur: Wenn irgendwo ein Schaden
> auftaucht, würde ich nicht versuchen zu flicken, oder dieses
> zu empfehlen
Nichts läge mir ferner. Ich empfehle ja ausdrücklich, bis auf
Kosmetik in diesem Fall *gar nichts* zu tun.
Selbstverständlich kann und sollte man ggf. die Vertikalsperre
untersuchen und fachgerecht neu aufbauen falls sie wirklich
schadhaft ist (nicht flicken!), aber man wird damit u.U. die
feuchte Ecke nicht beseitigen. Dass kann passieren, muss
aber nicht, weil Feuchtigkeit dort eben *Norm*al ist (war).
Also sollte man sich auch hüten, den Bereich fugenlos zu
verputzen, denn es *kann* feucht bleiben, und dann führt der
Putz zu Folgeschäden weil das Wasser eben über die Hori-
zontalsperre steigt.
Konstruktiv genug?
> Was Du (wie auch viele andere) scheinbar nicht verstehst, ist
> die Tatsache, dass falsches Sparen am Haus furchtbar viel
> Geld kostet
Nein, das ist mir im Gegenteil sehr wohl bewusst. Genau so
bewusst wie die Tatsache, das falsch verstandene 'Sanierungen'
eben so viel Geld kosten, weil man meint, aus einem alten
Haus ein neues machen zu müssen, oder aus einem Neben-
raum einen Aufenthaltsraum oder aus einem Kartoffelkeller
ein Büro. Vieles wünschenwerte geht schlicht und ergrei-
fend in einem alten Haus nicht - zumindest nicht ohne sehr
gravierende Eingriffe und die Gefahr von späteren Bauschäden.
> deswegen sind viele Bauten heute auch so Sch**ße wie sie
> eben sind.
Siehe etliche 'Sanierungen' (nach dem jeweilen Stand der Tech-
nik selbstverständlich!) aus den letzten Jahrzehnten.
Gruß
Jochen
Jochen Kriegerowski schrieb:
> <klaus_h...@web.de> schrieb
>
> > Wenn Du an dieser Stelle nicht konstruktiv diskutieren
> > möchtest
>
> Nein nein, keineswegs.
Das ist gut :-)
> Ich bezweifle nur die dauerhafte Wirksamkeit dieser sehr
> aufwändigen Maßnahme bei einem Haus, das in diesem
> Bereich völlig anders konstruiert und konzipiert wurde.
Na ja, ganz so ist's ja nicht. Erstens ist JEDE Maßnahme am
Bau nicht 'dauerhaft' - es kommt also auf das Kosten- Nutzen-
Verhältnis an. Fakt ist, dass der OP was machen will, würde
ich an seiner Stelle auch. Zweitens stimmt das mit der
Konzeption so nicht. Konstruktiv unterscheidet sich so ein
Bau wenig von heutigen Häusern: Streifenfundament, darauf
Kellermauerwerk etc. Moderne Dickbeschichtungen sind
hervorragend für die Abdichtung solcher Bauteile geeignet und
man hat danach viele Jahre Ruhe mit dem Thema. Aber man
darf sich nix vormachen, auch moderne Häuser werden irgendwann
in dem Bereich Defekte aufweisen. Das Häusle vom OP steht
ja nun schon 60 Jahre - ist doch voll in Ordnung. Nun muss
halt mal neu abgedichtet werden - so what?
> Nichts läge mir ferner. Ich empfehle ja ausdrücklich, bis auf
> Kosmetik in diesem Fall *gar nichts* zu tun.
Na ja, der OP hat das ja eher als suboptimal angesehen - er
möchte 'ne Lösung dafür und die gibt's ja auch. Es so lassen
heisst, dass es immer weiter rottet - sieh's als Geld: jeden
Tag verschwindet was - ist unschön. Das vernünftig in den
Griff bekommen heißt dagegen, den Wert des Objektes
sichern, in guten Lagen: eine weitere Wertsteigerung sichern.
Kosmitik sorgt dafür, dass dem Eigentümer irgendwann, wegen
Investitionsstau die finanzielle Puste ausgeht.
> Selbstverständlich kann und sollte man ggf. die Vertikalsperre
> untersuchen und fachgerecht neu aufbauen falls sie wirklich
> schadhaft ist (nicht flicken!), aber man wird damit u.U. die
> feuchte Ecke nicht beseitigen. Dass kann passieren, muss
> aber nicht, weil Feuchtigkeit dort eben *Norm*al ist (war).
Nein, wenn man ein solches Haus sein eigen nennt, sollte man
das nicht als 'normal' ansehen. Das lässt sich beseitigen,
sogar recht gut und ist eigentlich kein Problem.
> Also sollte man sich auch hüten, den Bereich fugenlos zu
> verputzen, denn es *kann* feucht bleiben, und dann führt der
> Putz zu Folgeschäden weil das Wasser eben über die Hori-
> zontalsperre steigt.
Den Innenbereich würde ich überhaupt nicht verputzen,
wozu auch?
> Konstruktiv genug?
Ja klar :-)
> > Was Du (wie auch viele andere) scheinbar nicht verstehst, ist
> > die Tatsache, dass falsches Sparen am Haus furchtbar viel
> > Geld kostet
>
> Nein, das ist mir im Gegenteil sehr wohl bewusst. Genau so
> bewusst wie die Tatsache, das falsch verstandene 'Sanierungen'
> eben so viel Geld kosten, weil man meint, aus einem alten
> Haus ein neues machen zu müssen, oder aus einem Neben-
> raum einen Aufenthaltsraum oder aus einem Kartoffelkeller
> ein Büro.
Das ist ja auch in Ordnung, nur solltest Du mir solch ein
Ansinnen nicht gleich unterstellen. Glaub mir, ich weiß,
wo man Geld sinnlos versenkt am Haus und auch, was
die wirklich wichtigen Reparaturen sind - der Keller ist
SEHR wichtig. Es geht auch überhaupt nicht um eine
'Überrenovierung' sondern schlicht und ergreifend um
Werterhalt.
> Vieles wünschenwerte geht schlicht und ergrei-
> fend in einem alten Haus nicht - zumindest nicht ohne sehr
> gravierende Eingriffe und die Gefahr von späteren Bauschäden.
Ja, aber auch das muss sehr differenziert betrachtet werden -
der Schutz gegen Feuchtigkeit gehört zu den wirklich
essentiellen Dingen, die am Haus möglichst optimal funktionieren
sollte, sonst kommt wieder das Beispiel mit dem Geld :-)
Gruß
Klaus
> Na ja, ganz so ist's ja nicht. Erstens ist JEDE Maßnahme am
> Bau nicht 'dauerhaft'
Logisch. 'Dauerhaft' heißt in diesem Fall: Länger haltbar als bis
zum Juni 2007 - Man gräbt auf, kratzt die alte Bitumenschicht
ab und lässt den Übergang Fundament/Wand erst mal trocknen.
Natürlich ist es dann erst mal auch innen ein paar Monate trocken.
> Konstruktiv unterscheidet sich so ein Bau wenig von heutigen
> Häusern
Auch prinzipiell richtig. Nur hat man damals [tm] wohl gerade
mit diesem kritischen Fundament/Wand-Übergang Probleme
gehabt, und sicher auch deshalb weitere Dichtungsmaßnahmen
an dieser Stelle (Fugenband bei Betonwänden z.B.) unterlassen.
So kam es dann zum 'geht nicht besser, muss man mit leben'
in der alten Norm.
Wenn man jetzt *nur* mit der Verwendung anderer Materialien,
aber prinzipiell gleichem Aufbau der Abdichtung bessere Ergeb-
nisse erzielt - wunderbar, aber ich würde mich nicht darauf
verlassen wollen.
> Aber man darf sich nix vormachen, auch moderne Häuser
> werden irgendwann in dem Bereich Defekte aufweisen.
Nicht nur in diesem Bereich ;-)
> Das Häusle vom OP steht ja nun schon 60 Jahre - ist doch
> voll in Ordnung. Nun muss halt mal neu abgedichtet werden
> - so what?
Richtig. Ist kein Beinbruch - aber offenbar wurde ja schon
mal was an der Stelle getan. Ich ging jetzt einfach mal davon
aus dass nicht gepfuscht wurde, und es trotzdem feucht ist.
Kurz: Für eine defekte Abdichtung sehe ich aus den Angaben
des OP keine Anzeichen (Feuchtigkeit oberhalb der Sperre
im Mauerwerk zum Beispiel)
> Es so lassen heisst, dass es immer weiter rottet
Ein bisschen feucht an einer Stelle, an der Häuser seit
Jahrhunderten ein bisschen feucht sind oder waren heißt
ja nicht, dass es dort rottet.
Die alten Bautechniker waren ja nicht blöd. Die wussten,
dass sie das nicht richtig dicht bekommen und benutzten
entsprechende Baustoffe.
> Den Innenbereich würde ich überhaupt nicht verputzen,
> wozu auch?
Der OP fragte nach Putz.
> der Schutz gegen Feuchtigkeit gehört zu den wirklich
> essentiellen Dingen, die am Haus möglichst optimal
> funktionieren sollte, sonst kommt wieder das Beispiel
> mit dem Geld :-)
Auch da kein grundsätzlicher Widerspruch. Aber Schutz
gegen Feuchtigkeit ist nur da essentiell, wo Feuchtigkeit
Schaden anrichten kann. Und an einer Stelle eines Bauteils
das früher erfahrungsgemäß unvermeidlich feucht wurde
wird kaum Schaden entstehen. Die waren doch nicht blöd,
damals (ich glaube ich erwähnte es schon <g>), und Lang-
lebigkeit von Häusern war früher noch eher ein Ziel beim
Bau als heute.
Gruß
Jochen
Jochen Kriegerowski schrieb:
> <klaus_h...@web.de> schrieb
> Logisch. 'Dauerhaft' heißt in diesem Fall: Länger haltbar als bis
> zum Juni 2007 - Man gräbt auf, kratzt die alte Bitumenschicht
> ab und lässt den Übergang Fundament/Wand erst mal trocknen.
> Natürlich ist es dann erst mal auch innen ein paar Monate trocken.
Tausche 'Monate' gegen 'viele Jahre' und dann geht's in Ordnung :-)
Im Ernst: das vernünftig machen heisst erstmal 20 Jahre Ruhe damit.
> > Konstruktiv unterscheidet sich so ein Bau wenig von heutigen
> > Häusern
>
> Wenn man jetzt *nur* mit der Verwendung anderer Materialien,
> aber prinzipiell gleichem Aufbau der Abdichtung bessere Ergeb-
> nisse erzielt - wunderbar, aber ich würde mich nicht darauf
> verlassen wollen.
Mit diesen modernen Materialien und sauber ausgeführt verlasse
ich mich gern darauf, wenn nicht hab' ich 'nen Problem mit
meinen Bauherren ;-)
> > Aber man darf sich nix vormachen, auch moderne Häuser
> > werden irgendwann in dem Bereich Defekte aufweisen.
>
> Nicht nur in diesem Bereich ;-)
Jepp! :-)
> > Das Häusle vom OP steht ja nun schon 60 Jahre - ist doch
> > voll in Ordnung. Nun muss halt mal neu abgedichtet werden
> > - so what?
>
> Richtig. Ist kein Beinbruch - aber offenbar wurde ja schon
> mal was an der Stelle getan. Ich ging jetzt einfach mal davon
> aus dass nicht gepfuscht wurde, und es trotzdem feucht ist.
> Kurz: Für eine defekte Abdichtung sehe ich aus den Angaben
> des OP keine Anzeichen (Feuchtigkeit oberhalb der Sperre
> im Mauerwerk zum Beispiel)
Ich würde definitiv von mangelhafter Ausführung ausgehen -
wie der OP schrieb, ist das Häusle aus den 50ern und
die Qualität aus dieser Zeit ist mehr als bescheiden.
> > Es so lassen heisst, dass es immer weiter rottet
>
> Ein bisschen feucht an einer Stelle, an der Häuser seit
> Jahrhunderten ein bisschen feucht sind oder waren heißt
> ja nicht, dass es dort rottet.
Doch, Feuchtigkeit heisst auch rotten. Es ist ganz klar
ein langsamer aber stetiger Verfallsprozesse - das
muss nicht sein.
> Die alten Bautechniker waren ja nicht blöd. Die wussten,
> dass sie das nicht richtig dicht bekommen und benutzten
> entsprechende Baustoffe.
Eben nicht - wie schon gesagt, gerade Bauten aus den 50ern
weisen vielerlei Qualitätsmängel auf - da gibt's Kloper, die
lassen jedem Gutachter das Blut in den Adern gefrieren :-)
> > Den Innenbereich würde ich überhaupt nicht verputzen,
> > wozu auch?
>
> Der OP fragte nach Putz.
Rate ich ihm von ab - ein Sperrputz kann eine temporäre
Lösung sein um die korrekte Sanierung noch etwas
hinauszuzögern - mehr nicht.
> > der Schutz gegen Feuchtigkeit gehört zu den wirklich
> > essentiellen Dingen, die am Haus möglichst optimal
> > funktionieren sollte, sonst kommt wieder das Beispiel
> > mit dem Geld :-)
>
> Auch da kein grundsätzlicher Widerspruch. Aber Schutz
> gegen Feuchtigkeit ist nur da essentiell, wo Feuchtigkeit
> Schaden anrichten kann. Und an einer Stelle eines Bauteils
> das früher erfahrungsgemäß unvermeidlich feucht wurde
> wird kaum Schaden entstehen. Die waren doch nicht blöd,
> damals (ich glaube ich erwähnte es schon <g>), und Lang-
> lebigkeit von Häusern war früher noch eher ein Ziel beim
> Bau als heute.
Genau das stimmt bei den meisten Gebäuden aus gerade
der Zeit nicht - das war kurz nach dem Krieg, Material
gab's kaum Wohnraum war unvorstellbar knapp und die
Hütten wurden hochgeklozt dass einem schwindelig würde.
Es gibt genügend Beispiele von Betonbauten, bei denen
mal eben die Bewehrung weggelassen wurde (fast) etc.
Von Qualität und Langlebigkeit würde ich bei Häusern
aus der Zeit nicht so einfach sprechen. Es ist aber
durchaus gut machbar, diese Gebäude heute vernünftig
zu erhalten - aber Feuchtigkeit, die muss raus, unbedingt.
Gruß
Klaus
> Mit diesen modernen Materialien und sauber ausgeführt verlasse
> ich mich gern darauf, wenn nicht hab' ich 'nen Problem mit
> meinen Bauherren ;-)
Ok - Ich würde im Keller bei Materialauswahl und Nutzung trotzdem
so handeln, als wäre mit Feuchtigkeit jederzeit zu rechnen.
> Eben nicht - wie schon gesagt, gerade Bauten aus den 50ern
> weisen vielerlei Qualitätsmängel auf - da gibt's Kloper, die
> lassen jedem Gutachter das Blut in den Adern gefrieren :-)
Ja, ok - 50er, 60er Jahre... Da grausts einem tatsächlich oft.
Ich dachte eher an Häuser die weit über 100 Jahre auf dem
Buckel haben und seit 100 Jahren mit feuchten Kellerwänden
stabil in der Gegend rumstehen, ohne zu verrotten. Wenn man
dann später gerade in diesem kritischen Bereich nicht auf die
Erfahrung frührer Baumeister-Traditionen hörte... hast Recht.
Gruß
Jochen
> im unterirdischen Bereich wird die Außenwand komplett neu
> abgedichtet.
Wenn man den Postings von Klaus glauben kann, kriegt man
das absolut dicht. Ich bleibe skeptisch und sage "Vorsicht ist
die Mutter... usw" und würde daher den Sockelbereich nicht
verputzen.
Wenn, dann Kalkzementputz.
Sobald du aber über die Horizontalsperre fugenlos drüberputzt,
überbrückst du diese Sperre und durch Kapillarwirkung kann
Feuchtigkeit im Putz hochsteigen. Risiko!
Gruß
Jochen
Jochen Kriegerowski schrieb:
> Ok - Ich würde im Keller bei Materialauswahl und Nutzung trotzdem
> so handeln, als wäre mit Feuchtigkeit jederzeit zu rechnen.
Das macht ja auch Sinn - die rel. Luftfeuchte ist ja oftmals auch
deutlich höher als in den oberen Räume.
> Ja, ok - 50er, 60er Jahre... Da grausts einem tatsächlich oft.
> Ich dachte eher an Häuser die weit über 100 Jahre auf dem
> Buckel haben und seit 100 Jahren mit feuchten Kellerwänden
> stabil in der Gegend rumstehen, ohne zu verrotten. Wenn man
> dann später gerade in diesem kritischen Bereich nicht auf die
> Erfahrung frührer Baumeister-Traditionen hörte... hast Recht.
>
Die Leutchen in den 50ern hatten ja leider auch keine andere
Chance - der Druck ohne gescheites Material wahnsinnig
viel Wohnraum in kürzester Zeit zu schaffen war enorm -
Hauptsache Dach über'm Kopf. Vor dem geschichtlichen
Hintergrund verständlich. Wer sich heutzutage aber ein
Häuschen aus der Zeit zulegen will, sollte auch darum wissen.
Es ist kein Problem, man muss die Umstände halt kennen.
Ich wohne überigens auch in solch einem Teil, Bj. 54 :-)
Für Zeiten vor 50 gelten sicher andere Maßstäbe, da hast Du
vollkommen Recht - man muss das eben wirklich individuell
betrachten.
Gruß
Klaus
Ob das wirklich gut ist, wenn der Anbau auf der durchfeuchteten Erde steht?
--
Wolfgang Horejsi
Blos nicht (abgraben( und das Terrain trockenlegen, sonst geht es Euch
wie einen den ich in meiner Gegend, wegen was anderem beriet: Sein
Vorgänger - einer vom Fach - hat auch nicht ganz fachgerecht gebaut,
als der Nachbar baute haben die abgepumpt, später aufgeschüttet,
damit verdichtet und bei Ihm sank das Wohnhaus ab und steht heute
schräg.
Und das Wissen um das beheben feuchter Keller, oder Teilen davon ist,
draussen bei weitem nicht auf dem neuesten Stand. Normen sind
meineserachtens immer der kleinste gemieinsame Nenner von dem was
machbar wäre ... aber wer will heute noch sparen ;-)
Meist wird halt von draussen rumgemurkst und zugeschmiert und innen -
na danke, das kenn ich zur Genüge.
Ups, an den Fragesteller vom Anfang: Ich fag immer was kam als letzte
Veränderung? Gerade Wasser braucht unter umständen Jahre um
durchzuschlagen und dann braucht es lange Energie im Material um es
wieder raus zu bekommen.
Gruss Chris
> Sein Vorgänger - einer vom Fach - hat auch nicht ganz fachgerecht
> gebaut, als der Nachbar baute haben die abgepumpt, später
> aufgeschüttet, damit verdichtet und bei Ihm sank das Wohnhaus ab
Dann hat vielleicht der Nachbar nicht fachgerecht gebaut?
Wenn man abpumpt (oder auch nicht) sollte man wissen, was man
tut. Auch ein Abriss (später mal) kann problematisch für die benach-
barten Häuser sein und diese absacken lassen.
> Normen sind meineserachtens immer der kleinste gemieinsame
> Nenner von dem was machbar wäre ... aber wer will heute noch
> sparen ;-)
Du meinst hoffentlich: Lange genug sparen für eine wasserdichte
Lösung (Notfalls einen WU-Senkkasten einspülen und dann erst
anfangen, den Keller zu bauen - teuer aber garantiert trocken, weil
man den Keller von außen immer einer Sichtkontrolle unterziehen
kann)
Bei großem Grundstück würde ich allerdings immer ohne Keller
bauen - die gleiche Nutzfläche ist oberirdisch viel preiswerter zu
erstellen, und Feuchtigkeitsprobleme sind so gut wie ausgeschlos-
sen. Vom eingesparten Geld kann man das größere Grundstück
dann auch bezahlen ;-)
Gruß
Jochen