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Stollen in Naturton graben

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Georg Wieser

unread,
Sep 16, 2011, 3:40:21 PM9/16/11
to
Erst mal danke für alle Tips und Links.

Meine Hoffnung auf einen Stollenkeller schwindet leider nach der Lektüre der
diversen Bücher etwas ;-(

Hat jemand von Euch schon mal in einem Naturton- (Abbaugebiet für Ziegel)
Boden einen Erdkeller gegraben?
Allerdings nicht in ca 1 m Tiefe sondern ca 6 m unter dem Mutterboden. Der
Ton ist auf den ersten Blick extrem
trocken und hart. Jedoch schreiben alle Bergbaubücher diesem Boden schlechte
"Buddeleigenschaften" zu.
Dass ich das ausmauern muss weil es nicht wie Stein von alleine stehen
bleibt ist mir klar, aber ob man überhaupt
einen wenigstens mal 50cm eigenstabilen Vortrieb hinbekommt würde mich schon
mal interessieren. Schließlich
braucht man ja zum vermauern erst mal ein paar Stunden ein "Loch". Wenn man
das schon vor dem Vermauern
stützen muss, wird die Aktion vermutlich sinnlos ;-(

Vorstellen würde ich mir einen Stollen als Zugang ca. 1m breit und 2,20
hoch, evtl oben rund wegen dem Gesteinsdruck.
Davon abzweigend Lagerstollen bzw. Räume mit ca. 2m Breite und etwas höher.
Ausgeführt in echter Handarbeit,
Tunnelfräsen sind mir etwas zu teuer ;-)

Also, wer hat schon mal in Naturton einen Stollen gegraben und kann mir Tips
geben?

mfg

Schorsch

Dirk Lucas

unread,
Sep 17, 2011, 6:51:20 AM9/17/11
to
Am 16.09.2011 21:40, schrieb Georg Wieser:

> Dass ich das ausmauern muss weil es nicht wie Stein von alleine stehen
> bleibt ist mir klar, aber ob man überhaupt
> einen wenigstens mal 50cm eigenstabilen Vortrieb hinbekommt würde mich
> schon mal interessieren. Schließlich
> braucht man ja zum vermauern erst mal ein paar Stunden ein "Loch". Wenn
> man das schon vor dem Vermauern
> stützen muss, wird die Aktion vermutlich sinnlos ;-(

Vermutlich hab ich einfach zu wenig Ahnung, aber wäre es nicht
vorstellbar, dass man sich aus Holz oder Metall eine Art mobilen
Abbauschild konstruiert der den Tunnel stützt und den man vor dem
Vermauern herausnimmt?

Grüße
Dirk

Ernst-Peter Nawothnig

unread,
Sep 17, 2011, 12:21:13 PM9/17/11
to
Am 16.09.2011 21:40, schrieb Georg Wieser:
>
> Also, wer hat schon mal in Naturton einen Stollen gegraben und kann mir
> Tips geben?

Ich habe mal ein Tonbergwerk von innen/unten gegehen. War ca. 40m unter
Tage. Unten im Stollen stand Wasser, die Wände waren trocken und nur
ganz spärlich abgestützt.
Aussage des Betriebsleiters: Der Ton steht wie ne Eins! Aber er drückt
ganz allmählich durch seine plastischen Eigenschaften die Hohlräume zu.
Tatsächlich musste man sich durch Engstellen bücken um nach vorne zum
Abbauort zu gelangen, war ein Scheißgefühl.
Fazit: Was im Sand lebensgefährlich wäre (einfach in die Böschung
graben, dabei kommen immer wieder Kinder um) lässt sich im Ton locker
probieren. Aber nur wenn er homogen und "fett" = bindig genug ist.
Ernst-Peter

ed wolf

unread,
Sep 17, 2011, 12:29:51 PM9/17/11
to
Kann leider keine Hilfe beisteuern, nur eine
Anektdote vom Bau: Der Keller eines Hauses in
Potsdam sollte als Verkaufsfläche mitgenutzt
werden und wurde ausgeschachtet auf Deckenhöhe
Verkauf +Haustechnik, etwa 1,8m unter Bestand.
Der schwere Lehmboden war eine Plage für die
Bauleute, musste auch alles zur Eingangstür
rausgeschafft werden. Etwas tiefer war der Boden
feuchter, da gings ganz gut.Bei -1m war Wochenende.
Montag früh stand das Wasser etwa einen Meter
über dem alten Kellerboden.Um den Keller trocken
zu kriegen, wurde eine armierte Wanne UW-Beton
in den Keller gebracht, ein undichter Flansch der
Grundwasserpumpe wurde mit Hilfe eines Tauchers
abgedichtet. Immerhin gewann man so ca 100m²
Souterrain in der Potsdamer Altstadt.

Gruß
ed

Dieter Schultheis

unread,
Sep 17, 2011, 3:22:15 PM9/17/11
to
Staubtrockener Lehm bzw. Ton?

Dann würde ich einen Presslufthammer empfehlen, da das Material
fast die Härte von schlechten Beton hat. Also normales Graben ist
nicht möglich. Aber dann ist es mit einem heimlichen Einbruch in
die Kellerräume der benachbarten Bank nicht mehr weit her.

--
MfG Dieter

Ragnar Bartuska

unread,
Sep 24, 2011, 7:25:56 AM9/24/11
to
On 16 Sep., 21:40, "Georg Wieser" <Georg.Wie...@arcor.de> wrote:
> Erst mal danke für alle Tips und Links.
>
> Meine Hoffnung auf einen Stollenkeller schwindet leider nach der Lektüre der
> diversen Bücher etwas ;-(
>
> Hat jemand von  Euch schon mal in einem Naturton- (Abbaugebiet für Ziegel)
> Boden einen Erdkeller gegraben?
> Allerdings nicht in ca 1 m Tiefe sondern ca 6 m unter dem Mutterboden. Der
> Ton ist auf den ersten Blick extrem
> trocken und hart. Jedoch schreiben alle Bergbaubücher diesem Boden schlechte
> "Buddeleigenschaften" zu.
> Dass ich das ausmauern muss weil es nicht wie Stein von alleine stehen
> bleibt ist mir klar, aber ob man überhaupt
> einen wenigstens mal 50cm eigenstabilen Vortrieb hinbekommt würde mich schon
> mal interessieren. Schließlich
> braucht man ja zum vermauern erst mal ein paar Stunden ein "Loch". Wenn man
> das schon vor dem Vermauern
> stützen muss, wird die Aktion vermutlich sinnlos ;-(
>
Selbst gegraben nicht, aber ich habe ein Wochenendhaus in einer
Weinbaugegend mit Lehmböden. Dort sind gegrabene Keller au dem frühen
20. Jahrhundert (ohne Gewölbe) gang und gäbe, bei starken Regenfällen
stürzen sie allerdings mitunter ein. Es ist auch absolut üblich,
Kellergewölbe zunächst zu graben und dann zu mauern, allerdings gibt
es nur mehr einen Maurer in der ganzen Gegend (in Ehren ergraut) der
das kann und auch mit einem Helfer die Grabarbeiten macht. Selber weiß
ich nicht, ob ich das freiwillig probieren würde.

sg Ragnar

Steffen H1

unread,
Sep 24, 2011, 7:54:19 AM9/24/11
to
Am 24.09.2011 13:25, schrieb Ragnar Bartuska:

>>
> Selbst gegraben nicht, aber ich habe ein Wochenendhaus in einer
> Weinbaugegend mit Lehmböden.

nicht zufällig Löß? (http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6%C3%9F )

kenn aus dem Kaiserstuhl


Grüße aus der Eifel
Steffen

Ragnar Bartuska

unread,
Sep 25, 2011, 11:56:32 AM9/25/11
to
On 24 Sep., 13:54, Steffen H1 <nospam-an-m...@cityweb.de> wrote:
> Am 24.09.2011 13:25, schrieb Ragnar Bartuska:
>
>
>
> > Selbst gegraben nicht, aber ich habe ein Wochenendhaus in einer
> > Weinbaugegend mit Lehmböden.
>
> nicht zufällig Löß? (http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6%C3%9F)
>
> kenn aus dem Kaiserstuhl
>
Hast natürlich recht!
sg Ragnar

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