Martin Kienass wrote:
> Dafür brauchst Du einen Zugang zum Fachpartner-Net.
Damit steht und fällt solch eine Anlage mit der Qualität und dem
betriebswirtschaftlichen Denken des Schraubers.
> Ganz ehrlich: Es ist nicht sinnvoll, an einem fast 30 Jahre alten
> Heizkessel noch "herumzubasteln".
Wenn's zur Überbrückung von ein paar Wochen/Monaten ist ...
Der angestammte, vertrauenswürdige Installateur (ein kleiner Laden um
die Ecke) hat gerade seine Auftragsbücher mit zugesagten Installationen
auf Neubauten voll, der kann in frühestens 2 Monaten antreten, der
nächste Installateur will auf die Schnelle zwei neue Anlagen verkaufen
wissend, daß Zeitdruck herrscht, der dritte ...
> Neben der Überwachungselektrode
> könnten auch die Zündelektroden, die Zündkabel, der Zündtrafo, der
> Feuerungsautomat oder das Gasventil eine Macke haben oder in näherer
> Zukunft eine bekommen.
Klar, das übliche Risiko. Andrerseits kostet so eine bestehende Heizung
jährlich 130EUR zzgl. Reparaturen, die neue laut Angebot und
angenommener Lebenserwartung von 15 Jahren stolze 710EUR/Jahr bei 2
Jahren Sachmängelhaftung. Das wiegt noch nicht mal die versprochene
Gaseinsparung auf.
> Wenns denn finanziell so arg knapp ist, dürfte man bis zum Sommer auch
> noch einen normalen Niedertemperaturkessel einbauen und könnte sich so
> die Investition in die zweite Anlage voresrt sparen.
> VKS 114-E bis VKS 214-E, je nach benötigter Leistung.
Das wesentliche Problem ist, daß es einen Kamin für zwei Heizungen gibt.
Der läuft entweder wie die vergangenen paar hundert Jahre traditionell
oder wird auf Brennwert umgebaut. Mischbetrieb geht nicht, ein externes
Blechrohr noch viel weniger. Sollte nach dem Herbst eine der beiden
Heizungen ausgetauscht werden müssen, muß spätestens dann die komplette
Installation auf Brennwert im Kamin umgebaut werden. D.h. den
Niedertemperaturkessel, den man momentan noch einbauen darf, müßte man
dann ebenfalls rausschmeißen.
Erwähnte ich schon mal, daß mich die deutsche Vorschrifteritis ziemlich
ank&/%? Der Betrieb der alten Kessel ist betriebswirtschaftlich der
sinnvolle Weg, solange kein großer Schaden eintritt. Diese Kessel
brauchen zwar den alljährlichen Schornsteinfeger, also die Abgasmessung,
aber keine jährliche Wartung. Daß Wartung und Unterhalt (insbesondere
von modernen Anlagen) deutlich teurer ist als die Abgasprüfung, ist auch
klar. Soll heißen, daß ich diese Angelegenheit gerne emotionslos durch
einen Blick auf das Tabellenkalkulationsdokument abhandeln würde, was
aber hierzulande nicht (mehr) geht.
Wenn ich jetzt in der Betrachtung neuer Heizkessel noch den anderen
Irrsinn aufzähle, weswegen man wann welche Technik einbauen darf und
gleichzeitig an anderer Stelle Geld ausgeben muß oder irgendwas nicht
darf, was aber bei einem Haus, das erstens durch eine Altstadtsatzung
von jeglicher äußeren Änderung "verschont" wird, und zweitens der
Denkmalschutz sowieso mitredet. D.h. da gehen nicht mal Kollektoren oder
Photovoltaik auf dem Dach, BTW nicht mal eine Satellitenschüssel oder
ohne Genehmigung eine minimale Farbänderung der Fensterrahmen bei
Neuanstrich, dann weiß man, daß man eigentlich lieber in ein freies Land
umsiedeln möchte. Bevor jemand nachfragt: Baden-Württemberg. Der Irrsinn
stammt sogar aus der Zeit von schwarz-geld, wurde in den vergangenen
Jahren natürlich keinen Deut besser.
Gruß, Ralf