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Korrosion verzinkt / Kupfer auch ohne Sauerstoff (Heizung)?

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Martin Eckel

unread,
Sep 11, 2007, 10:53:16 AM9/11/07
to
Hallo,

treten die bekannten Korrosionsprobleme mit verzinktem Stahlrohr und
Kupferrohr auch unter Sauerstoffabschluß auf?

Hab nämlich neulich Kupfer vermischt mit verzinkten Teilen in einer
Heizungsinstallation gesehen.

Gruß,
Martin

Maik Koenig

unread,
Sep 11, 2007, 11:36:58 AM9/11/07
to

In Heizungsanlagen wird sogar geschweisstes Rohr verwendet und direkt
danach mit Kupfer weiter geführt. Soll sagen: Nein. Da gibt es diese
Probleme nicht.

Greetz,
MK
--
“Speaking to animals, especially snakes, has long been considered a
demonic power, one gained by swearing fealty to the devil.”
“So is raising people from the dead, I understand that someone who once
did that was nailed to a bit of wood a while ago.”

Martin Eckel

unread,
Sep 11, 2007, 12:20:46 PM9/11/07
to
Maik Koenig schrieb:

> In Heizungsanlagen wird sogar geschweisstes Rohr verwendet und direkt
> danach mit Kupfer weiter geführt. Soll sagen: Nein. Da gibt es diese
> Probleme nicht.

Okay, ums noch genauer zu verstehen - wird das Zink unter
Sauerstoffabschluß nicht angegriffen, oder löst sich die Zinkschicht
unter dem Kupfereinfluß auf (ab), das ist aber egal, da ja kein
Sauerstoff im Wasser ist und somit keine weitere Korrosion stattfindet?

Will meinen, könnte man zB. verzinktes Rohr aus einer
Heizungsinstallation für eine Trinkwasserinstallation wiederverwenden,
oder ist dann die innere Zinkschicht hinüber?

NEIN, ich habe das nicht vor ;-) Nur zum vollständigen Verständnis der
Vorgänge.

Gruß,
Martin

Maik Koenig

unread,
Sep 11, 2007, 9:32:10 PM9/11/07
to
Martin Eckel wrote:
> Maik Koenig schrieb:
>> In Heizungsanlagen wird sogar geschweisstes Rohr verwendet und direkt
>> danach mit Kupfer weiter geführt. Soll sagen: Nein. Da gibt es diese
>> Probleme nicht.
>
> Okay, ums noch genauer zu verstehen - wird das Zink unter
> Sauerstoffabschluß nicht angegriffen, oder löst sich die Zinkschicht
> unter dem Kupfereinfluß auf (ab), das ist aber egal, da ja kein
> Sauerstoff im Wasser ist und somit keine weitere Korrosion stattfindet?
>
> Will meinen, könnte man zB. verzinktes Rohr aus einer
> Heizungsinstallation für eine Trinkwasserinstallation wiederverwenden,
> oder ist dann die innere Zinkschicht hinüber?

Das würde ich unabhängig vom Zustand der Zinkschicht eh nicht machen.
Aber nach meinem Verständnis sollte das, geht man nur von der
Zinkschicht aus, durchaus machen können.

Dieter Wiedmann

unread,
Sep 12, 2007, 4:38:58 AM9/12/07
to
Martin Eckel schrieb:

> Okay, ums noch genauer zu verstehen - wird das Zink unter
> Sauerstoffabschluß nicht angegriffen,

Genau das.


Gruß Dieter

Wilm Erning

unread,
Sep 19, 2007, 8:18:08 AM9/19/07
to
Mahlzeit!

On Tue, 11 Sep 2007 16:53:16 +0200, Martin Eckel
<martin...@t-online.de> wrote:
>treten die bekannten Korrosionsprobleme mit verzinktem Stahlrohr und
>Kupferrohr auch unter Sauerstoffabschluß auf?

Nein, wie das die anderen im Thread schon geschrieben haben.
Aber:

>Hab nämlich neulich Kupfer vermischt mit verzinkten Teilen in einer
>Heizungsinstallation gesehen.

Das nun ist dennoch nicht gut. Bei den Wassertemperaturen in der
Heizungsanlage kann es zur Potentialumkehr mit darauffolgender
Wasserstoffbildung an der Grenzfläche Stahl/Zink kommen. Das führt zu
Blasen, die aufplatzen. Diese Partikel können Störungen an
Thermostatventilen oder anderen Bauteilen verursachen.

Das bedeutet: In der Heizung haben verzinkte Stahlrohre oder Fittinge
nichts verloren. Man braucht sie auch dort nicht (Siehe Mikes
Antwort).

Wilm

Steffen H1

unread,
Sep 19, 2007, 9:24:22 AM9/19/07
to
Wilm Erning wrote:

>
> Das bedeutet: In der Heizung haben verzinkte Stahlrohre oder Fittinge
> nichts verloren. Man braucht sie auch dort nicht (Siehe Mikes
> Antwort).

ömmmm
und was ist mit heizkörpern?
zumindest sind die aus stahlblech...

steffen


--
Gruß aus der Eifel
(EMail: Nichts rauskürzen)

Uwe St?ckel

unread,
Sep 19, 2007, 11:40:42 AM9/19/07
to
Martin Eckel <martin...@t-online.de> wrote:

>treten die bekannten Korrosionsprobleme mit verzinktem Stahlrohr und
>Kupferrohr auch unter Sauerstoffabschluß auf?

Moin Martin,

sie treten auf.
Allerdings so langsam, daß man es erst sehr spät merkt....

spee...@jubii.de

unread,
Sep 20, 2007, 8:38:25 AM9/20/07
to

zumindest bei Trinkwasser ist es so, dass Korrosion auftritt wenn man
die "Fliessregel" nicht beachtet. In Flussrichtung muss das
Rohrmaterial von unedel nach edel wechseln. Oder wars umgekehrt? Ein
Klempner sollte das wissen.

R.R.K0PP

unread,
Sep 20, 2007, 2:58:04 PM9/20/07
to
spee...@jubii.de meinte:

>Martin Eckel wrote:
>>
>> treten die bekannten Korrosionsprobleme mit verzinktem Stahlrohr und
>> Kupferrohr auch unter Sauerstoffabschluß auf?
>>
>> Hab nämlich neulich Kupfer vermischt mit verzinkten Teilen in einer
>> Heizungsinstallation gesehen.
>>
>zumindest bei Trinkwasser ist es so, dass Korrosion auftritt wenn man
>die "Fliessregel" nicht beachtet. In Flussrichtung muss das
>Rohrmaterial von unedel nach edel wechseln. Oder wars umgekehrt? Ein
>Klempner sollte das wissen.
>

Es geht in diesem Zusammenhang immer um Trinkwasser. Auch ist immer
die Rede von Kupfer einerseits und feuerverzinktem Stahlrohr
andererseits, und nicht etwa von "edel - unedel". Da mich das Thema
interessiert, habe ich mal ein bisschen gegurgelt:

| - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
|
| DIN 1988 Teil 7 Ziff.3.3.2 ("Kupferinduzierter Lochfraß, Fließregel"):
|
| Bauteile und Apparate mit wasserberührten Flächen aus
| Kupferwerkstoffen dürfen in Fließrichtung nicht vor solchen
| aus verzinkten Eisenwerkstoffen in die Trinkwasseranlage
| eingeordnet werden (siehe DIN 50930 Teil 3). Ausgenommen sind
| verzinnte und vernickelte
| Bauteile aus Kupferwerkstoffen. Die nach DIN 1988 Teil 2 und 4
| notwendigen Armaturen aus Kupferwerkstoffen in Verbindung mit
| nachgeschalteten Bauteilen aus verzinkten Eisenwerkstoffen sind
| erfahrungsgemäß nicht schädlich. Erst bei einer Häufung von
| Bauteilen aus Kupferwerkstoffen ist ein erhöhtes Risiko für
| kupferinduzierten Lochfraß anzunehmen (siehe DIN 50930 Teil 3)."
|
| - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
|
| DIN 50930 Teil 3 Ziff. 6.4.2 ("Kupfer-Zink-Mischinstallation"):
|
| Kupfer und Kupferlegierungen können Kupfer-Ionen an das Wasser
| abgeben, die schon in geringen Konzentrationen die
| Korrosionswahrscheinlichkeit für Lochkorrosion feuerverzinkter
| Eisenwerkstoffe sehr stark erhöhen. Die Korrosionswahrscheinlichkeit
| für Lochkorrosion ist groß, wenn die Konzentration der Kupfer-Ionen
| c (Cu2+) > 1 mmol m-3 ist.
|
| Aus diesem Grunde müssen nach DIN 1988 Teil 7 die
| Installationskomponenten so angeordnet sein, daß Bauteile aus Kupfer
| und Kupferlegierungen nicht in der Fließrichtung des Wassers vor
| Bauteilen aus feuerverzinkten Eisenwerkstoffen eingebaut sind."

--
Rolf

Wilm Erning

unread,
Sep 24, 2007, 6:54:08 AM9/24/07
to
Moin

On Wed, 19 Sep 2007 15:24:22 +0200, Steffen H1
<nospam_an...@cityweb.de> wrote:
>Wilm Erning wrote:
>> Das bedeutet: In der Heizung haben verzinkte Stahlrohre oder Fittinge
>> nichts verloren. Man braucht sie auch dort nicht (Siehe Mikes
>> Antwort).
>
>ömmmm
>und was ist mit heizkörpern?

Da gibt es meist keine Probleme. Wenm der Sauerstoff draußen bleibt.

>zumindest sind die aus stahlblech...

Ja. Aber nicht aus verzinktem Stahlblech.

Wilm

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