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Ochsenblut: Abbeizen oder Abschleifen?

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Peter Baute

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Mar 16, 2006, 3:55:09 PM3/16/06
to
Hallo,

ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.

Welches Verfahren ist besser geeignet, den Anstrich runterzukriegen:
Abschleifen oder Abbeizen? Und wenn ich mir die giftigen Dämpfe des
Abbeizens spare, habe ich durch den Staub beim Abschleifen irgendwelche
anderen Gifte zu erwarten? Prinzipiell tendiere ich eher zum Abbeizen,
weil ich nicht glaube, auf den engen verwinkelten Stufen mit
Schleifgeräten nennenswert voranzukommen. - Hat jemand von Euch
Erfahrung mit sowas?

Viele Grüsse,
Peter

Siggi Jedath

unread,
Mar 16, 2006, 5:18:09 PM3/16/06
to
On Thu, 16 Mar 2006 21:55:09 +0100, Peter Baute <pba...@web.de> wrote:

>Hallo,
>
>ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
>Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.

Hi,
was du da als 'Ochsenblut' bezeichnest, ist kein 'Ochsenblut'.
Das ist eigentlich eine simple Leinöl-Standöllackmischung.
Da kommen dann entsprechende Pigmente und Reste rein.....
Ähnliches bekam man bei jedem regionalem Farbhersteller zu kaufen.
Auch jetzt noch.


>Welches Verfahren ist besser geeignet, den Anstrich runterzukriegen:
>Abschleifen oder Abbeizen? Und wenn ich mir die giftigen Dämpfe des
>Abbeizens spare, habe ich durch den Staub beim Abschleifen irgendwelche
>anderen Gifte zu erwarten? Prinzipiell tendiere ich eher zum Abbeizen,
>weil ich nicht glaube, auf den engen verwinkelten Stufen mit
>Schleifgeräten nennenswert voranzukommen. - Hat jemand von Euch
>Erfahrung mit sowas?
>

Geh zum örtlichen Malermeister, schilder ihm dein Problem, und er wird
dir den Abbeizer besorgen, den Du nicht mehr bekommst.
Das Abschleifen bei so kleinen Flächenund so vielen Ecken einer Treppe
bringt nix.
Ausserdem wird die Farbe durch Wärme so heiss und weich, der Verbrauch
an Schleifmittel wäre enorm/teuer.
Besorge dir Ziehklingen, Farbschaber, Stahlwolle.
Je nach Art des Abbeizers: Nitroverdünnung, Terpentin.
Anlauger wäre auch gut. Zum Nachwaschen.

Noch Fragen?

Gruss Siggi

Horst Kalevar

unread,
Mar 17, 2006, 1:43:12 AM3/17/06
to
Siggi Jedath tüpste:

>> ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
>> Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.
>
> Hi,
> was du da als 'Ochsenblut' bezeichnest, ist kein 'Ochsenblut'.
> Das ist eigentlich eine simple Leinöl-Standöllackmischung.

> Das Abschleifen bei so kleinen Flächenund so vielen Ecken einer Treppe


> bringt nix.
> Ausserdem wird die Farbe durch Wärme so heiss und weich, der Verbrauch
> an Schleifmittel wäre enorm/teuer.

Hier würd ich einen Heisluftfön ansetzen und die ersten Schichten Farbe
runterholen. Den Rest kann er ja schleifen.

Gruß
Horst


Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 3:35:26 AM3/17/06
to

Hi, Horst,
ich dachte da an die Seitenwangen z.B., die man dann ja leider mit
'abföhnt'.......
Aber natürlich hast du Recht, dass wäre eine Arbeitserleichterung.

Mit kollegialem Gruss ;-)
Siggi

Steffen H.

unread,
Mar 17, 2006, 3:41:43 AM3/17/06
to
Peter Baute schrieb:

> Hallo,
>
> ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
> Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.
>
> Welches Verfahren ist besser geeignet, den Anstrich runterzukriegen:
> Abschleifen oder Abbeizen?

abbeizen ist zum einen nicht ungiftig, zu anderen kann es ein problem
mit dem neutraisieren geben! das zeugs kann ins holz einziehen und die
nächste farbe wieder angreifen.

wenn abschleifen geht versuchs damit.

es gäbe auch noch die möglichkeit der wärmebehandlung mit einen
heißluftgerät.

steffen
--
Gruß aus der Eifel
(EMail: Nichts rauskürzen)

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 4:18:21 AM3/17/06
to
On Fri, 17 Mar 2006 09:41:43 +0100, "Steffen H."
<NoSpam_a...@cityweb.de> wrote:

>Peter Baute schrieb:
>> Hallo,
>>
>> ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
>> Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.
>>
>> Welches Verfahren ist besser geeignet, den Anstrich runterzukriegen:
>> Abschleifen oder Abbeizen?
>
>abbeizen ist zum einen nicht ungiftig, zu anderen kann es ein problem
>mit dem neutraisieren geben! das zeugs kann ins holz einziehen und die
>nächste farbe wieder angreifen.
>

Hi,
du kratzt die Farbe ab, lässt die Reste eintrocknen, und arbeitest
dann weiter????

Ich hatte Terpentin, Nitro, Ablauger erwähnt.
Bei manchen Abbeizern reicht auch lauwarmes Wasser.
Damit wäscht man die Reste des Abbeizers ab.
Das ist die übliche Vorgehensweise.

Gruss Siggi

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 17, 2006, 6:08:25 AM3/17/06
to

> Hier würd ich einen Heisluftfön ansetzen und die ersten Schichten Farbe
> runterholen. Den Rest kann er ja schleifen.
>

Diese alten Farben setzten bei der Fönmethode leider oft Dioxine frei,
nicht so gesund.

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 17, 2006, 6:10:26 AM3/17/06
to

> abbeizen ist zum einen nicht ungiftig, zu anderen kann es ein problem
> mit dem neutraisieren geben! das zeugs kann ins holz einziehen und die
> nächste farbe wieder angreifen.

Abbeizer verdunstet, du meinst wahrscheinlich Ablauger. Den kann man
aber neutralisieren. Muss man sogar.

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 6:44:11 AM3/17/06
to

Ich lebe noch

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 17, 2006, 7:41:18 AM3/17/06
to

> >Diese alten Farben setzten bei der Fönmethode leider oft Dioxine frei,
> >nicht so gesund.
>
> Ich lebe noch

Haste schon mal deine Leberwerte testen lassen ?

Steffen H.

unread,
Mar 17, 2006, 8:08:48 AM3/17/06
to
Siggi Jedath schrieb:

>> abbeizen ist zum einen nicht ungiftig, zu anderen kann es ein problem
>> mit dem neutraisieren geben! das zeugs kann ins holz einziehen und die
>> nächste farbe wieder angreifen.
>>
> Hi,
> du kratzt die Farbe ab, lässt die Reste eintrocknen, und arbeitest
> dann weiter????
>
> Ich hatte Terpentin, Nitro, Ablauger erwähnt.
> Bei manchen Abbeizern reicht auch lauwarmes Wasser.
> Damit wäscht man die Reste des Abbeizers ab.
> Das ist die übliche Vorgehensweise.

wenn ich nicht genau wüßte.... es kann sehr schief gehen!
der abbeizer läuft in die fugen / risse rein, das holz nimmt ihn auf.
professionelle neutralisieren den mit "gegenchemie" aber auch das hilft
nicht immer.

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 9:25:41 AM3/17/06
to

Hi Steffen.
Ich will das jetzt nicht herauskehren, versteh mich bitte nicht
falsch, aber:
Ich habe schon unendlich viele Haustüren auf die Art aufgearbeitet.
Die Treppen und Treppenstufen, besonders letzteres, möchte ich nicht
zählen. ;-))
Also, auf dem Weg zur Arbeit bin ich dann jahrelang an etlichen dieser
Haustüren vorbei gekommen. Viele habe ich auch nach Jahren wieder mal
gestrichen.......
Mir ist nie aufgefallen, dass die Türen oder die späteren Anstriche
durch frühere Abbeizarbeiten gelitten haben.
Eher war es so, dass der Kunde, noch nach Jahren, mir auf die Schulter
klopfte und meinte: 'Und wir wollten das schöne Stück durch eine
Plastiktür ersetzen'.
Glaubst du mir das?

Gruss Siggi

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 9:28:55 AM3/17/06
to

Hmmmpf....., doch doch. ;-))

Sage mal, kennst du kein 'Hallo','hi', 'tschüss', 'cu' oder, oder?
Nicht sehr höflich.

Gruss Siggi

Harald Maedl

unread,
Mar 17, 2006, 10:21:46 AM3/17/06
to
Siggi Jedath wrote:

> Peter Baute wrote:
>>
>> ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
>> Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.
> was du da als 'Ochsenblut' bezeichnest, ist kein 'Ochsenblut'.

Woher weißt du das? Gerade in den 50'er Jahren wurde noch einiges mit
Ochsenblut bepinselt. Ochsenblut ist hierbei als Mischung von
Eisenvitriol, Roggenmehl und Kieselsäure zu verstehen, auch unter dem
Namen "Falunrot" bekannt.
Diese Mischung wird in nordischen Ländern selbst heute noch verwendet,
auch weil sie unglaublich günstig in Eigenarbeit herzustellen ist.


> Das ist eigentlich eine simple Leinöl-Standöllackmischung.

Kann sein, muß aber nicht, s.o.

Grüße
Harald

Johannes Dressel

unread,
Mar 17, 2006, 11:10:36 AM3/17/06
to
Siggi Jedath schrieb:

>>wenn ich nicht genau wüßte.... es kann sehr schief gehen!
>>der abbeizer läuft in die fugen / risse rein, das holz nimmt ihn auf.
>>professionelle neutralisieren den mit "gegenchemie" aber auch das hilft
>>nicht immer.
>>
>>steffen
>
>
> Hi Steffen.
> Ich will das jetzt nicht herauskehren, versteh mich bitte nicht
> falsch, aber:
> Ich habe schon unendlich viele Haustüren auf die Art aufgearbeitet.
> Die Treppen und Treppenstufen, besonders letzteres, möchte ich nicht
> zählen. ;-))
> Also, auf dem Weg zur Arbeit bin ich dann jahrelang an etlichen dieser
> Haustüren vorbei gekommen. Viele habe ich auch nach Jahren wieder mal
> gestrichen.......
> Mir ist nie aufgefallen, dass die Türen oder die späteren Anstriche
> durch frühere Abbeizarbeiten gelitten haben.
> Eher war es so, dass der Kunde, noch nach Jahren, mir auf die Schulter
> klopfte und meinte: 'Und wir wollten das schöne Stück durch eine
> Plastiktür ersetzen'.
> Glaubst du mir das?
>
> Gruss Siggi

Hi ihr zwei,

man kann es drehen und wenden, wie man will.
Alte Türen oder auch Treppen aufarbeiten ist immer eine Sauerei und eine
Schw....arbeit.
Türen habe ich lieber gemocht, da man sie ausbauen und im freien
bearbeiten kann. Einmal habe ich eine Treppe zum bearbeiten ausgebaut.

Ich muss gestehen, ich habe es nie mit Chemie gemacht, sondern immer mit
Heißluft. Aber das ist sicherlich auch eine Frage des Geschmackes ;-)

Das Ergebnis ist es in jedem Falle Wert, gerade, wenn ich an die vielen
Gummihaustüren denke, eingebaut in alte Fachwerkhäuser (grusel)

--
Gruß aus Hessen
Johannes
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur auf der Rückseite
dieser Nachricht!

Peter Baute

unread,
Mar 17, 2006, 11:22:28 AM3/17/06
to
Siggi Jedath schrieb:

> Geh zum örtlichen Malermeister, schilder ihm dein Problem, und er wird
> dir den Abbeizer besorgen, den Du nicht mehr bekommst.

> ...
> Noch Fragen?
>

Ja! - Wieso bekommt man den Abbeizer nicht mehr?


> Gruss Siggi

Peter Baute

unread,
Mar 17, 2006, 11:32:13 AM3/17/06
to
andreas...@lycos.de schrieb:
Hi Andreas,

was ist denn der Unterschied zwischen Abbeizen und Ablaugen? Die
Fönmethode kannte ich noch gar nicht. Hört sich allerdings von allen
Varianten als die grösste Sauerei an. - Ich hab' nur so 'nen 10-Euro
Reisefön mit zwei Stufen. Sowas ist da wohl nicht gemeint :) - Gibt es
da Profigeräte speziell fürs Abbeizen?


Schöne Grüsse,
Peter

Juergen Hannappel

unread,
Mar 17, 2006, 11:50:47 AM3/17/06
to
"Harald Maedl" <Harald...@gmx.de> writes:

> Siggi Jedath wrote:
>> Peter Baute wrote:
>>>
>>> ich möchte gerne eine alte Holztreppe (50-er Jahre) renovieren, deren
>>> Buchenholzplanken mit Ochsenblut angestrichen sind.
>> was du da als 'Ochsenblut' bezeichnest, ist kein 'Ochsenblut'.
>
> Woher weißt du das? Gerade in den 50'er Jahren wurde noch einiges mit
> Ochsenblut bepinselt. Ochsenblut ist hierbei als Mischung von
> Eisenvitriol, Roggenmehl und Kieselsäure zu verstehen, auch unter dem

Also eben nicht eine Koerperfluessigkeit kastrierter Stiere.

--
Dr. Juergen Hannappel http://lisa2.physik.uni-bonn.de/~hannappe
mailto:hann...@physik.uni-bonn.de Phone: +49 228 73 2447 FAX ... 7869
Physikalisches Institut der Uni Bonn Nussallee 12, D-53115 Bonn, Germany
CERN: Phone: +412276 76461 Fax: ..77930 Bat. 892-R-A13 CH-1211 Geneve 23

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 12:12:03 PM3/17/06
to

Hi,
ist bekannt.
Kann sein, aber ich musste die, in der Lehre, immer mit dem von mir
erwähnten Zeugs streichen. Wenn keine fertige Fussbodenfarbe da war,
habe ich sie mir auf der Werkstatt selbst angerührt.
Ich habe da garantiert kein Roggenmehl rein getan. ;-)
Vielleicht hat der Chef die Brühe ja dann als Ochenblut
verkauft....;-)

Gruss Siggi

Siggi Jedath

unread,
Mar 17, 2006, 12:16:13 PM3/17/06
to

Hi,
es gibt da seit einiger eine neue Verordnung.
Die 'harten' Sachen dürfen nur an Fachleute verkauft werden.

Mein geliebtes Grüneck ist auch deutlich entschärft worden, so mein
Eindruck.

Gruss Siggi

Peter Baute

unread,
Mar 18, 2006, 2:03:57 PM3/18/06
to
Siggi Jedath schrieb:

Hallo Siggi,
Danke für den Hinweis! Ich werd' mich erkundigen.
Schöne Grüsse,
Peter

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 20, 2006, 4:35:15 AM3/20/06
to

> >> Ich lebe noch
> >
> >Haste schon mal deine Leberwerte testen lassen ?
>
> Hmmmpf....., doch doch. ;-))
>
>
>
> Sage mal, kennst du kein 'Hallo','hi', 'tschüss', 'cu' oder, oder?
> Nicht sehr höflich.

Tschulligung, hab ich in der Eile glatt vergessen. Die Begrüßung lass
ich aber bei schon laufenden Threads oft weg, das wird dann irgendwie
flüssiger und nicht so förmlich.

Grüße Andreas

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 20, 2006, 4:35:18 AM3/20/06
to

> >> Ich lebe noch
> >
> >Haste schon mal deine Leberwerte testen lassen ?
>
> Hmmmpf....., doch doch. ;-))
>
>
>
> Sage mal, kennst du kein 'Hallo','hi', 'tschüss', 'cu' oder, oder?
> Nicht sehr höflich.

Tschulligung, hab ich in der Eile glatt vergessen. Die Begrüßung lass

andreas...@lycos.de

unread,
Mar 20, 2006, 4:43:58 AM3/20/06
to

> Hi Andreas,
>
> was ist denn der Unterschied zwischen Abbeizen und Ablaugen?

Abbeizer sind Lösemittel, die lassen die Farbe aufquellen, das
verdunstet aber wieder. Der einzige brauchbare Abbeizer ist
Dichlormethan, leider recht giftig, deswegen braucht man schweren
Atemschutz.
Ablauger sind ätzende Laugen, die muss man neutralisierenn mit Säure,
was nicht immer einfach ist.


Die
> Fönmethode kannte ich noch gar nicht. Hört sich allerdings von allen
> Varianten als die grösste Sauerei an. - Ich hab' nur so 'nen 10-Euro
> Reisefön mit zwei Stufen. Sowas ist da wohl nicht gemeint :) - Gibt es
> da Profigeräte speziell fürs Abbeizen?


Für die Fönerei brauchst du auch den schweren Atemschutz und in
Innenräumen gibts halt Kontaminationen, d.h. du machst deine Behausung
evt. unbewohnbar. Die alten Farben enthalten sehr oft grosse Mengen
PCB, die bei Temperaturen ab 300 Grad in Dioxine umgewandelt werden.
Daher kann ich vor dieser Methode nur Warnen.

Grüße Andreas

>
>
> Schöne Grüsse,
> Peter

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