On 03.09.15 19.48, Andeas Wenzel wrote:
> Ich hätte die Situation wohl genauer beschreiben sollen: Die Antenne
> wird auf der vom Satelliten abgewandten Seite des Hauses montiert, sie
> muss deshalb über das Garagendach hinausschauen.
Holla! Das wird unschön. Der lange Hebel wirkt wie ein Brechstange.
Entsprechend rohe Kräfte wirken auf die Befestigung.
Mache die beiden Halte auf jeden Fall weiter als einen Meter
auseinander, also lange Maststange verwenden. Das stabilisiert die Sache
erheblich. Und setze die Schüssel keinen Millimeter höher als unbedingt
erforderlich, und den oberen Halter so weit an die Dachkante, dass die
Dübel gerade noch gut halten. Pi mal Daumen mindestens eine
Schraubenlänge unter die obere Steinkante.
Am kritischsten sind die Kräfte, die senkrecht von der Wand weg wirken,
weil sie die oberen Dübel nur auf Zug belasten, und zwar in jedem Fall
stärker als die Windlast.
> Ich hatte gehofft es
> gäbe eine Formel für die Berechnung der Zugkräfte an den Schrauben oder
> eine Tabelle für sowas.
Gibt es, ... wenn Du die wirkenden Kräfte kennst. Ist im wesentlichen
das Hebelgesetzt. Mehr als + - * / braucht man dafür nicht. Beispiel:
/
F1 = <- 730kN ###| Schüssel
^ || \
x1 | ||
1m | || +------------------
v || |
F2 = ->1095kN ####| oberer Wandhalter
^ || |
| || |
x2 | || |
2m | || |
| || |
v || |
F3 = <- 365kN ####| unterer Wandhalter
|
gesamt Drehmoment = 0
F1 * x1 + F3 * x2 = 0
gesamt Impuls = 0
F1 + F2 + F3 = 0
alles vektoriell, versteht sich. Also Richtung beachten!
Die Angaben oben sind aus Sicht des Mastes, also die Schüssel drückt
nach links, der Dübel am oberen Halter zieht nach rechts.
Bei Querkräften gilt erst mal dasselbe, nur wird der Halter hier
seitlich belastet.
x1 <--->
_________________ Wand
\ / ^
F2 \ / F3 | y1
V v
F1 = 1095kN ###
F1 + F2 + F3 = 0
Diesmal reicht eine Gleichung, weil es zweidimensional ist und F2 und F3
nur in Richtung der Verbindungslinie wirken können.
Zerlegt in die Dimensionen:
F1x + F2x + F3x = 0
F2y + F3y = 0
F2x / F2y = -x1 / 2 / y1
F3x / F3y = x1 / 2 / y1
=>
F2y = -F3y = F1 / x1 * y1
F2x = F3x = -F1 / 2
Wenn also x1 = y1, dann wirkt exakt dieselbe Kraft wie auf die Halterung
auf einen Dübel auf Zug und auf den anderen auf Druck. Zusätzlich wirkt
immer eine halb so große Scherkraft, weil sich diese gleichmäßig auf die
beiden Dübel verteilt.
Bei der Zugkraft der Dübel bitte auch beachten, dass die Zugkraft der
angezogenen Schrauben noch on Top kommt. Donnerfest bringt also hier
klar keine Verbesserung, im Gegenteil. Natürlich darf es auch nicht wackeln.
> In Gasbeton muss man für sowas aber offenbar ein konisches Loch bohren
> für das man einen speziellen Fräser braucht, sowas wollte ich nicht
> extra anschaffen.
Es geht auch ohne mit einem langen Loch. Und mal im ernst, das Zeug ist
so weich, da nimmt man einen dünneren Bohren und eiert etwas mit der
Bohrmaschine herum, dann hat man auch einen Hinterschnitt. Nicht ganz so
hübsch, aber zum Ausspritzen reicht's.
> Es hat sich aber bei einem Besuch der Baustelle
> gestern etwas neues ergeben: Das Haus ist zwar aus Gasbeton gebaut, für
> die ungeheizte Garage hat man aber offenbar einen anderen Baustoff
> verwendet. Die Garage besteht aus Betonsteinen. Die sind natürlich
> fester als der Gasbeton, aber möglicherweise innen hohl...
Ja vermutlich. Da musst du nur lange Schrauben nehmen. Das hält dann
schon irgendwo. Sieh zu, dass Du wenigstens 10 cm in die Steine rein
kommst. Ggf. vorher noch etwas ins Loch spritzen.
Btw. hat die Garage einen Beton-Deckel? Wenn ja, weiß ich, wie Du die
oberen Schrauben bombensicher fest bekommst. ;-) Nur eine gute
Bohrmaschine ist angesagt.
Marcel