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Wie Masthalter an Gasbetonwand befestigen?

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Andeas Wenzel

unread,
Sep 2, 2015, 9:11:43 AM9/2/15
to
An der Giebelwand einer aus Gasbeton gemauerten Garage soll eine
Satellitenschüssel montiert werden. Die Schüssel wird eine Kathrein
CAS90, die mit dem Mauerhalter Kathrein ZTH01 und einem 60mm Mast (ZAS
03) befestigt werden soll.

Die Frage ist jetzt, wie verschraubt man die Masthalter am besten an der
Wand? Von Fischer gibt es den Gasbetondübel GB14, der verträgt je nach
Festigkeitsklasse des Porenbeton im ungünstigsten Fall 400N pro Stück.

https://assets.loadbee.com/catalogue/f6a827e6ert66ab2//cbfiles/Fischer/Lastentabelle/LT_01_GB-01_F_%23SDE_%23AIP_%23V1.pdf

Die Antenne wiegt 12kg, der Mast 9kg und als Windlast der Antenne gibt
Kathrein 730N an.

Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug
belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
das, genügt das für die Konstruktion?

Und falls nicht, was dann? Durchbohren, Maschinenschraube/Gewindestange
durchschieben und von innen die Last mit großen Unterlegscheiben abfangen?

Gruß,
Andreas

Thomas Krenzel .

unread,
Sep 2, 2015, 9:45:41 AM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:11 schrieb Andeas Wenzel:
> Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug
> belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
> das, genügt das für die Konstruktion?


Wenn es dir nicht genug Sicherheit bietet, dann verwende mehr als die
drei Schrauben um z.B. ein Kantholz an der Gasbetonwand zu befestigen
oder eine Metallplatte - darauf kannst Du dann den Masthalter schrauben.


Was könnte denn passieren wenn die drei Schrauben nicht ausreichen?

Ist dann mit großen Schäden zu rechnen?


Grüße
Thomas

Wolfgang Kynast

unread,
Sep 2, 2015, 10:15:09 AM9/2/15
to
On Wed, 2 Sep 2015 15:11:40 +0200, "Andeas Wenzel" posted:

...
>Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug
>belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
>das, genügt das für die Konstruktion?
>
>Und falls nicht, was dann? Durchbohren, Maschinenschraube/Gewindestange
>durchschieben und von innen die Last mit großen Unterlegscheiben abfangen?

Ich habe letzteres vorgezogen.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Andeas Wenzel

unread,
Sep 2, 2015, 10:40:51 AM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:45 schrieb Thomas Krenzel .:
> [...]
> Was könnte denn passieren wenn die drei Schrauben nicht ausreichen?
>
> Ist dann mit großen Schäden zu rechnen?
> [...]

Dann liegt der Kram im Garten und schlimmstenfalls jemand im
Krankenhaus. Die Schüssel ist dann in jedem Fall kaputt und wenn es blöd
läuft gehen die Kabel mit drauf oder es reisst die Buchen aus dem LNB.
Würde ich alles lieber vermeiden...


Jo Warner

unread,
Sep 2, 2015, 11:23:20 AM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:11 schrieb Andeas Wenzel:
> An der Giebelwand einer aus Gasbeton gemauerten Garage soll eine
> Satellitenschüssel montiert werden. Die Schüssel wird eine Kathrein
> CAS90, die mit dem Mauerhalter Kathrein ZTH01 und einem 60mm Mast (ZAS
> 03) befestigt werden soll.

> Die Antenne wiegt 12kg, der Mast 9kg und als Windlast der Antenne gibt
> Kathrein 730N an.

Das Gewicht ist nebensächlich, die angegebene Windlast rechne mal hoch
auf Windlast + Hebelarm des Mastes als Parallelogramm. Du wirst dann
ganz bestimmt durchs Mauerwerk durchbolzen statt dübeln wollen.

Hans-Jürgen Meyer

unread,
Sep 2, 2015, 1:36:26 PM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:45 schrieb Thomas Krenzel .:
> Am 02.09.2015 um 15:11 schrieb Andeas Wenzel:
>> Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug
>> belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
>> das, genügt das für die Konstruktion?
>
>
> Wenn es dir nicht genug Sicherheit bietet, dann verwende mehr als die
> drei Schrauben um z.B. ein Kantholz an der Gasbetonwand zu befestigen
> oder eine Metallplatte - darauf kannst Du dann den Masthalter schrauben.
>
Das Kantholz am besten an der Innenseite anbringen. Alternativ ein
Flacheisen... ;)

So machen es die Klempner auch mit den Toiletten wenn es keine
Vorwandinstallationen sind...

Hans-Jürgen


Georg Wieser

unread,
Sep 2, 2015, 2:09:22 PM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:11 schrieb Andeas Wenzel:

> Und falls nicht, was dann? Durchbohren, Maschinenschraube/Gewindestange
> durchschieben und von innen die Last mit großen Unterlegscheiben abfangen?


Ja. Unterschätz niemals die Kräfte der Natur. Windböen sind krass.

Georg Wieser

unread,
Sep 2, 2015, 2:10:24 PM9/2/15
to
Liegt aber am Gasbeton nicht am Prinzip Dübel.

Tobias Schuster

unread,
Sep 2, 2015, 3:06:28 PM9/2/15
to

> An der Giebelwand einer aus Gasbeton gemauerten Garage soll eine
> Satellitenschüssel montiert werden. Die Schüssel wird eine Kathrein
> CAS90, die mit dem Mauerhalter Kathrein ZTH01 und einem 60mm Mast (ZAS
> 03) befestigt werden soll.

Der Mast muss wohl nicht auch von Kathrein sein?!

In Sat-Geschäften/ Baumarkt etc. gibt es günstige Fertigteile verscheißt
mit Mastrohr + horizontales kleines Rohr + Wandflansch mit 4
Verschraubungen.

Gewindestangen durch die Wand und auf die Innenseite gehört ein
Metallplatte für die 4 Muttern.

2


Marcel Mueller

unread,
Sep 2, 2015, 3:34:40 PM9/2/15
to
On 02.09.15 15.11, Andeas Wenzel wrote:
> An der Giebelwand einer aus Gasbeton gemauerten Garage soll eine
> Satellitenschüssel montiert werden. Die Schüssel wird eine Kathrein
> CAS90, die mit dem Mauerhalter Kathrein ZTH01 und einem 60mm Mast (ZAS
> 03) befestigt werden soll.

Spannend ist eher wie lang der Ausleger ist und wie hoch die an der
Stelle zu erwartende Windlast.

> Die Frage ist jetzt, wie verschraubt man die Masthalter am besten an der
> Wand? Von Fischer gibt es den Gasbetondübel GB14, der verträgt je nach
> Festigkeitsklasse des Porenbeton im ungünstigsten Fall 400N pro Stück.

Sowas ähnliches habe ich für Wandhalterungen für Lautsprecher. Ca. 20 kg
Dauerlast auf den oberen Dübeln auf Zug. Habe mich testhalber mal kurz
eine eine Halterung drang gehängt (ca. 70 kg pro Dübel). Aber natürlich
fehlt dieser Variante die dynamische Last des Windes, die mit der Zeit
so einigen losrütteln kann.

> Die Antenne wiegt 12kg, der Mast 9kg und als Windlast der Antenne gibt
> Kathrein 730N an.
>
> Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug

Immer maximal 2. Die oben in der Mitte halt gar nichts, und bei den
anderen kommt es darauf an, von wo der Wind gerade kommt.

> belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
> das, genügt das für die Konstruktion?

Nein, so einfach ist das nicht. Wenn der Wandabstand kleiner als die
Basisbreite der Schrauben ist, reduziert sich die Last, umgekehrt erhöht
sie sich. Drehmomentberechnung halt.
Des weiteren kommt es noch auf die Richtung der Schüssel an. Steht sie
genau längs zur Mauer, ist die Windlast geringer und vorwiegend auf
Druck. Steht sie hingegen orthogonal zur Wand, dann reißt es seitlich
und damit in der Richtung der geringeren Basisbreite, Worst Case.
Allerdings geht letzteres schon aus geometrischen Gründen mit einer
CAS90 nicht. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
Ach und die Schüssel schön brav in die Mitte der Stange montieren.

> Und falls nicht, was dann? Durchbohren, Maschinenschraube/Gewindestange
> durchschieben und von innen die Last mit großen Unterlegscheiben abfangen?

Das würde 100% funktionieren, ist aber nicht eben hübsch.

Plan B: es gibt auch Dübel auf Basis von Gewindestangen. Letztere werden
mit irgend so einem Zwei-Komponenten Zeug in größere Löscher eingeklebt.
Das hält auch Bombenfest und ist weniger hässlich.

Plan C: Basisbreite vergrößern. Wenn Du eine große, feste Basisplatte
unter die Halterung bekommst und damit den Abstand der Dübel wesentlich
vergrößerst, reduziert sich die Last erheblich. Wenn die linken und
rechten Schraube ca. 1m auseinander liegen, bleiben von 790N nur mehr
180N übrig. Ist halt auch eine ästhetische Frage und ggf. eine des Platzes.


Marcel

Alfred Gemsa

unread,
Sep 2, 2015, 4:53:34 PM9/2/15
to
Am 02.09.2015 um 15:11 schrieb Andeas Wenzel:
> An der Giebelwand einer aus Gasbeton gemauerten Garage soll eine
> Satellitenschüssel montiert werden. Die Schüssel wird eine Kathrein
> CAS90, die mit dem Mauerhalter Kathrein ZTH01 und einem 60mm Mast (ZAS
> 03) befestigt werden soll.
>
> Die Frage ist jetzt, wie verschraubt man die Masthalter am besten an der
> Wand? Von Fischer gibt es den Gasbetondübel GB14, der verträgt je nach
> Festigkeitsklasse des Porenbeton im ungünstigsten Fall 400N pro Stück.
>
> https://assets.loadbee.com/catalogue/f6a827e6ert66ab2//cbfiles/Fischer/Lastentabelle/LT_01_GB-01_F_%23SDE_%23AIP_%23V1.pdf
>
>
> Die Antenne wiegt 12kg, der Mast 9kg und als Windlast der Antenne gibt
> Kathrein 730N an.
>
> Wenn ich das richtig sehe werden beim ZTH01 drei Schrauben auf Zug
> belastet, das wären dann mindestens 1,2kN Belastbarkeit. Wie seht Ihr
> das, genügt das für die Konstruktion?

Also, ein Oberschrank unserer Einbauküche hängt seit Jahrzehnten an zwei
GB12, das Gesamtgewicht mit der Geschirr-Bestückung dürfte locker bei
50kg liegen. Natürlich werden die Dübel hier im Wesentlichen nur
senkrecht zur Montagerichtung belastet, die Zugbelastung ist gering.

Allerdings ist GB14 schon eine richtige Ansage, und da deine Schüssel ja
nahe zur Hauswand montiert ist, wird sie die volle Windlast niemals
erreichen. Kathreins Angaben dürfen für Montage im freien Wind zutreffen.

Fazit: Mach dir nicht zu viele Gedanken, das geht alles gut!

Gruß, Alfred.

Wolfgang Kynast

unread,
Sep 2, 2015, 5:02:59 PM9/2/15
to
On Wed, 02 Sep 2015 22:53:33 +0200, "Alfred Gemsa" posted:

...
>Fazit: Mach dir nicht zu viele Gedanken, das geht alles gut!

Oh schön, ein Freiwilliger, der im Bedarfsfall haftet.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Marcel Mueller

unread,
Sep 3, 2015, 3:00:59 AM9/3/15
to
On 02.09.15 22.53, Alfred Gemsa wrote:
> Also, ein Oberschrank unserer Einbauküche hängt seit Jahrzehnten an zwei
> GB12, das Gesamtgewicht mit der Geschirr-Bestückung dürfte locker bei
> 50kg liegen. Natürlich werden die Dübel hier im Wesentlichen nur
> senkrecht zur Montagerichtung belastet, die Zugbelastung ist gering.

Dass das einen Faktor 10 Unterschied macht, weißt Du schon?
Auf Scherung bekommst Du einen Dübel mit hinreichend langer Schraube
nahezu nicht aus der Wand. Und ein auf Scherung belasteter Dübel hält
auch um ein vielfaches mehr auf Zug.

> Allerdings ist GB14 schon eine richtige Ansage, und da deine Schüssel ja
> nahe zur Hauswand montiert ist, wird sie die volle Windlast niemals
> erreichen. Kathreins Angaben dürfen für Montage im freien Wind zutreffen.

Das hängt stark von der Lage ab. An weit oben gelegenen Hausecken kann
es zuweilen übelst um die Ecken pfeifen. Die Windgeschwindigkeiten sind
da sogar noch höher als im Freifeld, da der Wind dem Haus ausweichen muss.
Klar, meistens, ist es weniger. Aber über die Lage hat er nicht
verraten. Es bleibt Glaskugel.


> Fazit: Mach dir nicht zu viele Gedanken, das geht alles gut!

Gasbeton ist wirklich Dreckszeug. Das drückt sich mit der Zeit und beim
Rütteln immer weiter zusammen und bröselt, bis nichts mehr hält.


Marcel

Jo Warner

unread,
Sep 3, 2015, 3:15:53 AM9/3/15
to
Am 02.09.2015 um 21:34 schrieb Marcel Mueller:

> Spannend ist eher wie lang der Ausleger ist und wie hoch die an der
> Stelle zu erwartende Windlast.

Stürme nehmen zu und werden stärker. Eine Sat-Schüssel kannst du nicht
in eine windgeschützte Nische bauen, dann empfängt sie nichts. Also
Befestigung auslegen für 120 km/h.

> Plan B: es gibt auch Dübel auf Basis von Gewindestangen. Letztere werden
> mit irgend so einem Zwei-Komponenten Zeug in größere Löscher eingeklebt.
> Das hält auch Bombenfest und ist weniger hässlich.

Gibt es, hält bombenfest in stabilen Werkstoffen, nicht in Gasbeton.

Marcel Mueller

unread,
Sep 3, 2015, 3:35:16 AM9/3/15
to
On 03.09.15 09.15, Jo Warner wrote:
> Stürme nehmen zu und werden stärker. Eine Sat-Schüssel kannst du nicht
> in eine windgeschützte Nische bauen, dann empfängt sie nichts.

??? BTDT

Meine Schüssel (85-er) hängt genau neben dem (weitgehend geschlossenen)
Balkongeländer. Leicht schräg, 2cm zum Geländer und vllt. 5cm zur Wand.
Da beides weiß ist, hat der Nachbar jahrelang nicht einmal bemerkt, das
wir SAT haben.

> Also
> Befestigung auslegen für 120 km/h.

Das reicht nicht lange, wenn die Schüssel in exponierter Lage ist.

>> Plan B: es gibt auch Dübel auf Basis von Gewindestangen. Letztere werden
>> mit irgend so einem Zwei-Komponenten Zeug in größere Löscher eingeklebt.
>> Das hält auch Bombenfest und ist weniger hässlich.
>
> Gibt es, hält bombenfest in stabilen Werkstoffen, nicht in Gasbeton.

AFAIR werden die genau dafür auch angeboten. Ich habe mich damals nur
dagegen entschieden, weil man die Dinger nie wieder raus bekommt.
Fischer FIS V guckt mich z.B. da gerade an.


Marcel

Jo Warner

unread,
Sep 3, 2015, 5:41:13 AM9/3/15
to
Am 03.09.2015 um 10:13 schrieb Karl Davis:
> Jo Warner <jo_in_...@yahoo.com> wrote:
>> Stürme nehmen zu und werden stärker. Eine Sat-Schüssel kannst du nicht
>> in eine windgeschützte Nische bauen, dann empfängt sie nichts. Also
>
> Aha. In welcher Gegend von Deutschland kommt denn der Wind aus Süden?

Unsere Schüssel ist an der Ostseite des Hauses montiert, 6 m entfernt
steht das Nachbarhaus, und bei Sturm aus Südost oder Südwest ist das
eine Windschneise mit sehr beachtlichen Windgeschwindigkeiten aus
ziemlich exakt Süd. Ich hatte auf dem Standrohr mal einen Windmesser
montiert, den hats zerlegt, letzter übertragener Wert war 132 km/h aus
Richtung 170 Grad. Solche Windgeschwindigkeiten hauen selbst robuste
Menschen vom Deich.

Jürgen Exner

unread,
Sep 3, 2015, 6:22:06 AM9/3/15
to
Jo Warner <jo_in_...@yahoo.com> wrote:
>Eine Sat-Schüssel kannst du nicht
>in eine windgeschützte Nische bauen, dann empfängt sie nichts.

Eine Sat-Schuessel kannst du in ein schraeges Loch im Boden einbauen und
sie wird einen voellig normalen Empfang haben solange sie freie Sicht
auf den Satelliten hat. Die zusaetzlichen 10m spielen bei eine
Entfernung von rund 36000 km wirklich keine Rolle mehr.

Von daher ist es egal, ob die Antenne hoch an der Haus-/Garagenwand, auf
einem Mast, oder in der windgeschuetzten Nische haengt. Sie muss nur
freie Sicht auf den Satelliten haben.

jue

Jupp Schmitz

unread,
Sep 3, 2015, 6:28:41 AM9/3/15
to
Karl Davis wrote:

> Jo Warner <jo_in_...@yahoo.com> wrote:
>> Stürme nehmen zu und werden stärker. Eine Sat-Schüssel kannst du nicht
>> in eine windgeschützte Nische bauen, dann empfängt sie nichts. Also
>
> Aha. In welcher Gegend von Deutschland kommt denn der Wind aus Süden?

In ganz D (und umzu) kommt der Wind vorwiegend aus SüdWest.


--
Gruß -J.-



Manuel Reimer

unread,
Sep 3, 2015, 6:43:52 AM9/3/15
to
On 09/02/2015 03:11 PM, Andeas Wenzel wrote:
> Und falls nicht, was dann? Durchbohren, Maschinenschraube/Gewindestange
> durchschieben und von innen die Last mit großen Unterlegscheiben abfangen?

Das wäre die 100%-Lösung. Hat mein Vater mal bei einem Waschbecken
gemacht, das auch nach dem X-ten Versuch immer wieder locker wurde. Zum
Wohnzimmer gegenüber durchgebohrt, das Rigips ausgeschnitten. Dort ein
Flachstahl reingesetzt und dann das Becken durch die Wand durch verschraubt.

Gruß

Manuel

Bodo Mysliwietz

unread,
Sep 3, 2015, 12:47:30 PM9/3/15
to
Am 03.09.2015 um 09:00 schrieb Marcel Mueller:

>> Fazit: Mach dir nicht zu viele Gedanken, das geht alles gut!
>
> Gasbeton ist wirklich Dreckszeug. Das drückt sich mit der Zeit und beim
> Rütteln immer weiter zusammen und bröselt, bis nichts mehr hält.

Dicke Gummifolie/-matte zw. Wand und Halter/Gegenplatte

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Andeas Wenzel

unread,
Sep 3, 2015, 1:48:32 PM9/3/15
to

Hallo Marcel,

erstmal Dir und allen anderen vielen Dank für Eure Antworten! Ich
antworte mal auf Dein Posting weil es am nächsten an dem ist was ich
wissen wollte.

Am 02.09.2015 um 21:34 schrieb Marcel Mueller:
> [...]
> Des weiteren kommt es noch auf die Richtung der Schüssel an. Steht sie
> genau längs zur Mauer, ist die Windlast geringer und vorwiegend auf
> Druck. Steht sie hingegen orthogonal zur Wand, dann reißt es seitlich
> und damit in der Richtung der geringeren Basisbreite, Worst Case.
> [...]

Ich hätte die Situation wohl genauer beschreiben sollen: Die Antenne
wird auf der vom Satelliten abgewandten Seite des Hauses montiert, sie
muss deshalb über das Garagendach hinausschauen. Ich hatte gehofft es
gäbe eine Formel für die Berechnung der Zugkräfte an den Schrauben oder
eine Tabelle für sowas.



> [...]
> Plan B: es gibt auch Dübel auf Basis von Gewindestangen. Letztere werden
> mit irgend so einem Zwei-Komponenten Zeug in größere Löscher eingeklebt.
> Das hält auch Bombenfest und ist weniger hässlich.

In Gasbeton muss man für sowas aber offenbar ein konisches Loch bohren
für das man einen speziellen Fräser braucht, sowas wollte ich nicht
extra anschaffen. Es hat sich aber bei einem Besuch der Baustelle
gestern etwas neues ergeben: Das Haus ist zwar aus Gasbeton gebaut, für
die ungeheizte Garage hat man aber offenbar einen anderen Baustoff
verwendet. Die Garage besteht aus Betonsteinen. Die sind natürlich
fester als der Gasbeton, aber möglicherweise innen hohl...



Marcel Mueller

unread,
Sep 4, 2015, 1:53:32 PM9/4/15
to
On 03.09.15 19.48, Andeas Wenzel wrote:
> Ich hätte die Situation wohl genauer beschreiben sollen: Die Antenne
> wird auf der vom Satelliten abgewandten Seite des Hauses montiert, sie
> muss deshalb über das Garagendach hinausschauen.

Holla! Das wird unschön. Der lange Hebel wirkt wie ein Brechstange.
Entsprechend rohe Kräfte wirken auf die Befestigung.

Mache die beiden Halte auf jeden Fall weiter als einen Meter
auseinander, also lange Maststange verwenden. Das stabilisiert die Sache
erheblich. Und setze die Schüssel keinen Millimeter höher als unbedingt
erforderlich, und den oberen Halter so weit an die Dachkante, dass die
Dübel gerade noch gut halten. Pi mal Daumen mindestens eine
Schraubenlänge unter die obere Steinkante.

Am kritischsten sind die Kräfte, die senkrecht von der Wand weg wirken,
weil sie die oberen Dübel nur auf Zug belasten, und zwar in jedem Fall
stärker als die Windlast.

> Ich hatte gehofft es
> gäbe eine Formel für die Berechnung der Zugkräfte an den Schrauben oder
> eine Tabelle für sowas.

Gibt es, ... wenn Du die wirkenden Kräfte kennst. Ist im wesentlichen
das Hebelgesetzt. Mehr als + - * / braucht man dafür nicht. Beispiel:

/
F1 = <- 730kN ###| Schüssel
^ || \
x1 | ||
1m | || +------------------
v || |
F2 = ->1095kN ####| oberer Wandhalter
^ || |
| || |
x2 | || |
2m | || |
| || |
v || |
F3 = <- 365kN ####| unterer Wandhalter
|

gesamt Drehmoment = 0
F1 * x1 + F3 * x2 = 0
gesamt Impuls = 0
F1 + F2 + F3 = 0
alles vektoriell, versteht sich. Also Richtung beachten!
Die Angaben oben sind aus Sicht des Mastes, also die Schüssel drückt
nach links, der Dübel am oberen Halter zieht nach rechts.

Bei Querkräften gilt erst mal dasselbe, nur wird der Halter hier
seitlich belastet.

x1 <--->
_________________ Wand
\ / ^
F2 \ / F3 | y1
V v
F1 = 1095kN ###

F1 + F2 + F3 = 0

Diesmal reicht eine Gleichung, weil es zweidimensional ist und F2 und F3
nur in Richtung der Verbindungslinie wirken können.

Zerlegt in die Dimensionen:
F1x + F2x + F3x = 0
F2y + F3y = 0

F2x / F2y = -x1 / 2 / y1
F3x / F3y = x1 / 2 / y1
=>
F2y = -F3y = F1 / x1 * y1
F2x = F3x = -F1 / 2

Wenn also x1 = y1, dann wirkt exakt dieselbe Kraft wie auf die Halterung
auf einen Dübel auf Zug und auf den anderen auf Druck. Zusätzlich wirkt
immer eine halb so große Scherkraft, weil sich diese gleichmäßig auf die
beiden Dübel verteilt.

Bei der Zugkraft der Dübel bitte auch beachten, dass die Zugkraft der
angezogenen Schrauben noch on Top kommt. Donnerfest bringt also hier
klar keine Verbesserung, im Gegenteil. Natürlich darf es auch nicht wackeln.


> In Gasbeton muss man für sowas aber offenbar ein konisches Loch bohren
> für das man einen speziellen Fräser braucht, sowas wollte ich nicht
> extra anschaffen.

Es geht auch ohne mit einem langen Loch. Und mal im ernst, das Zeug ist
so weich, da nimmt man einen dünneren Bohren und eiert etwas mit der
Bohrmaschine herum, dann hat man auch einen Hinterschnitt. Nicht ganz so
hübsch, aber zum Ausspritzen reicht's.

> Es hat sich aber bei einem Besuch der Baustelle
> gestern etwas neues ergeben: Das Haus ist zwar aus Gasbeton gebaut, für
> die ungeheizte Garage hat man aber offenbar einen anderen Baustoff
> verwendet. Die Garage besteht aus Betonsteinen. Die sind natürlich
> fester als der Gasbeton, aber möglicherweise innen hohl...

Ja vermutlich. Da musst du nur lange Schrauben nehmen. Das hält dann
schon irgendwo. Sieh zu, dass Du wenigstens 10 cm in die Steine rein
kommst. Ggf. vorher noch etwas ins Loch spritzen.

Btw. hat die Garage einen Beton-Deckel? Wenn ja, weiß ich, wie Du die
oberen Schrauben bombensicher fest bekommst. ;-) Nur eine gute
Bohrmaschine ist angesagt.


Marcel

Andeas Wenzel

unread,
Sep 4, 2015, 6:19:55 PM9/4/15
to
Am 02.09.2015 um 21:06 schrieb Tobias Schuster:
>[...]
> In Sat-Geschäften/ Baumarkt etc. gibt es günstige Fertigteile verscheißt
> mit Mastrohr + horizontales kleines Rohr + Wandflansch mit 4
> Verschraubungen. [...]

Die kenne ich, aber der Mast muss die Antenne über das Dach hinaus
heben, da haben diese Wandhalterungen verschissen (SCNR) weil das
vertikale Stück zu kurz ist.

Andeas Wenzel

unread,
Sep 4, 2015, 7:02:31 PM9/4/15
to
Am 04.09.2015 um 19:53 schrieb Marcel Mueller:
> [...]
> Mache die beiden Halte auf jeden Fall weiter als einen Meter
> auseinander, also lange Maststange verwenden. Das stabilisiert die Sache
> erheblich. Und setze die Schüssel keinen Millimeter höher als unbedingt
> erforderlich, und den oberen Halter so weit an die Dachkante, dass die
> Dübel gerade noch gut halten. Pi mal Daumen mindestens eine
> Schraubenlänge unter die obere Steinkante.

Das sollte machbar sein. Das bestellte Mastrohr ist 2m lang. Mehr als
60cm über dem oberen Halter werden nicht benötigt, bleiben 1,4m für den
unteren Hebelarm.

>
> Am kritischsten sind die Kräfte, die senkrecht von der Wand weg wirken,
> weil sie die oberen Dübel nur auf Zug belasten, und zwar in jedem Fall
> stärker als die Windlast.

Nach der Formel unten wird das klar, bei unendlich langem unteren
Hebelarm bliebe nurnoch die Windlast übrig. Bei dem Verhältnis von grob
1:2 muss ich also etwa 500N pro Dübel anpeilen. Fischer FIS V scheint
das zu können, ist aber aufwendig mit dem Klebemörtel. Es gibt hier eine
Würth-Filiale, da werde ich mich mal beraten lassen.

> [...]
> Bei Querkräften gilt erst mal dasselbe, nur wird der Halter hier
> seitlich belastet.
>
> x1 <--->
> _________________ Wand
> \ / ^
> F2 \ / F3 | y1
> V v
> F1 = 1095kN ###
>
> F1 + F2 + F3 = 0



> [...]
> F2y = -F3y = F1 / x1 * y1

Bei dem Kathrein ZTH01 ist X1=30cm und X2=23cm, wenn ich Dich richtig
verstehe sind hier die Kräfte in jedem Fall kleiner als im senkrechten Fall.

> [...]
> Ja vermutlich. Da musst du nur lange Schrauben nehmen. Das hält dann
> schon irgendwo. Sieh zu, dass Du wenigstens 10 cm in die Steine rein
> kommst. Ggf. vorher noch etwas ins Loch spritzen.

10cm sollte kein Problem sein...

> Btw. hat die Garage einen Beton-Deckel? Wenn ja, weiß ich, wie Du die
> oberen Schrauben bombensicher fest bekommst. ;-) Nur eine gute
> Bohrmaschine ist angesagt.

Ein passender Bohrhammer ist vorhanden aber die Betonplatte leider
nicht. Das Dach ist die Verlängerung des Daches vom Wohnhaus, sowas
nennt man wohl "Schleppdach".

Andeas Wenzel

unread,
Sep 4, 2015, 7:14:59 PM9/4/15
to
Am 03.09.2015 um 09:00 schrieb Marcel Mueller:
> [...] Aber über die Lage hat er nicht
> verraten. Es bleibt Glaskugel. [...]

Die Lage ist ca. 70m ü.NN. im Siegtal, extreme Winde gibt es da nicht
öfter als anderswo auch.

Robert Pflüger

unread,
Sep 5, 2015, 9:44:36 AM9/5/15
to
ich weiß zwar nicht wo Siegtal liegt, aber such mal nach
"Windlastzonen", dann werden zumindest die Unterschiede der Lastannahmen
aus Wind in Deuschland grob dargestellt.

Robert


Andeas Wenzel

unread,
Sep 5, 2015, 9:57:02 AM9/5/15
to
Am 05.09.2015 um 15:44 schrieb Robert Pflüger:
> [...] such mal nach
> "Windlastzonen", dann werden zumindest die Unterschiede der Lastannahmen
> aus Wind in Deuschland grob dargestellt.

Interessant, danke! Habe das hier gefunden:

http://nrw-baurecht.de/viewtopic.php?t=369

Demnach sind wir Windzone 1, rechtsrheinisch in NRW.

Robert Pflüger

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Sep 5, 2015, 6:20:18 PM9/5/15
to
Maximal 10 m über Gelände, dann würden 0,54 kN je m² angesetzt werden.
Dazu müsstest du aber noch die Fläche der Sat-Schüssel wissen. ... die
0,73 kN, die Kathrein angibt sind wohl auf der sicheren Seite.

dann den Hebelarm von Schüssel-Mitte bis zur oberen Masthalterung z.B. 1,5 m

0,73 kN * 1,5 m = 1,10 kNm

Dann der Abstand der beiden Masthaltebügel z.B. 30 cm
1,1 kNm / 0,3 m = 3,7 kN, das müssen die jeweils auf Zug belasteten
Dübel im Beispiel also halten.
angenommen das sind 2 Dübel dann also je 1,9 kN.

Die untere Masthalterung hat 2 Schrauben die auf Zug belastet werden
wenn die obere Masthalterung auf Druck belastet wird.

Du musst natürlich mit "deinen Zahlen" (Abmessungen, Abständen ect.)
rechnen.

Robert
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