Auf einer Gewerbeschau bin ich an den Stand von "isorast" geraten.
Mit dem System dieses Herstellers, soll auch der Nicht-Handwerker
sein eigenes Haus bauen koennen. Die "Steine" bestehen aus Styropor-
Formteilen, die wie die bekannten Spielzeugsteine von L*g* zusammen-
gesteckt und anschiessend mit Fertigbeton ausgegossen werden.
Selbst Haeuser mit 6-8 Geschossen sollen damit zu realisieren sein.
Habe die Infobroschuere des Herstellers (144 Seiten) mit vielen
technischen Daten und Gutachten gelesen. Die Broschuere hat mich
begeistert, das System scheint sehr gut durchdacht. Aber irgendwo
muss doch ein Haken sein, oder?
Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen mit diesem System und will
seine Erfahrungen mitteilen?
Wolfram
Wolfram Harth schrieb:
Ich kenn das von einem ähnlichen Produkt,ist halt nicht aus Styropor
sondern gepressten Holzschnipseln,der Effekt ist derselbe:
Isoliermaterial aussen, tragender Betonkern innen.
Die Sache hat einen Nachteil:Es sieht einfacher aus, als es ist.Auch
diese Steine stehen nicht von selbst gerade,müssen teilweise mit Keilen
eingerichtet werden,bevor sie ausgefüllt werden.Ausserdem können nur ca.
3 Reihen aufeinandergestellt werden,dann muss betoniert werden,da der
Styropormantel sonst durch den Druck platzen würde.
Und da liegt das Problem.Wie ausbetonieren?Händisch?Sehr
mühselig,speziell bei wachsender Gebäudehöhe.
Lieferbeton?Min.3 Pumpenanfahrten pro Geschoss,das wird teuer.
IMHO ist es einfacher mit Ziegel zu mauern,mit etwas Übung und Geschick
ist das kein Problem
A&D
Gruesse
Peter
> Wolfram Harth schrieb:
>
> > Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen mit diesem System und will
> > seine Erfahrungen mitteilen?
>
> Die Sache hat einen Nachteil:Es sieht einfacher aus, als es ist.Auch
> diese Steine stehen nicht von selbst gerade,müssen teilweise mit Keilen
> eingerichtet werden,bevor sie ausgefüllt werden.Ausserdem können nur ca.
> 3 Reihen aufeinandergestellt werden,dann muss betoniert werden,da der
> Styropormantel sonst durch den Druck platzen würde.
> Und da liegt das Problem.Wie ausbetonieren?Händisch?Sehr
> mühselig,speziell bei wachsender Gebäudehöhe.
> Lieferbeton?Min.3 Pumpenanfahrten pro Geschoss,das wird teuer.
Ich hatte mal in Erwägung gezogen, ein Passivhaus zu bauen. Soetwas geht
nach meinen Informationen am besten, wenn nicht sogar ausschließlich mit
Isorast. Der Haushersteller hat mir erzählt, dass ein Betonsilo
aufgestellt wird, an dem man sich immer bedienen kann, wenn die Drei
Schichten zu füllen sind.
Der Vorteil gegenüber konventioneller Bauweise liegt darin, dass man mit
Isorast leichter Kältebrücken vermeiden kann. Diese spielen offensichtlich
bei niedrigen k-Werten (Wände 0,1 , Fenster 0,5) für den Wärmebedarf eine
entscheidende Rolle.
Ein Passivhaus ist ein Haus, welches ohne Heizungsanlage auskommt. In so
einem Haus sorgt normalerweise die Energiezufuhr durch die Bewohner und
der normale Stromverbrauch für ausreichende Beheizung.
Wir haben inzwischen jedoch davon Abstand genommen, weil:
- das Haus über eine Wärmerückgewinnungsanlage gelüftet wird und wir
fürchten, dass dabei die Luft schon Qualität verliert
- wenn die Kinder im Winter vergessen die Tür zu schließen, muss an
frieren
- es ist teuerer und die Zuschüsse in Schleswig-Holstein und die gesparten
Heizkosten machen das nach meiner Einschätzung noch nicht Wirtschaftlich
(in Hamburg sähe das anders aus)
- damit es im Haus warm ist, muss das Haus in der Sonne stehen - was ist
wenn Nachbars Bäume höher wachsen?
- das von uns ausgesuchte Grundstück hat eine Baubindung, es gehört einem
Maurermeister und da kann nur etwas konventionelles gebaut werden
- ich habe Bewohner eines Passivhauses befragt: sie haben mir erzählt,
dass sie im Winter gelegentlich mit einem Gaskatalythofen nachheizen
müssen (dabei sollen aber wenige Betriebsminuten reichen)
- in einem Styroporhaus zu wohnen behagt mir nicht
- kein gemütlicher Ofen möglich und sinnvoll
So ein Haus hat allerdings auch Vorteile (auch in unserer Situation):
+ meine Frau ist Lüftungsmuffel, der Lüftung durch die Lüftungsanlage
könnte sie sich nicht entziehen
+ der Schornsteinfeger könnt mich mal ** ***** ******
+ kein Ärger mit der Wartung der Gastherme
+ bei Brennstoffknappheit (Energiekrise) hat man es trotzdem warm
Matthias
> werden.Ausserdem koennen nur ca. 3 Reihen aufeinandergestellt
> werden,dann muss betoniert werden,da der Styropormantel sonst
> durch den Druck platzen wuerde. Und da liegt das Problem.Wie
> ausbetonieren?Haendisch?Sehr muehselig,speziell bei wachsender
> Gebaeudehoehe. Lieferbeton?Min.3 Pumpenanfahrten pro Geschoss,das
> wird teuer. IMHO ist es einfacher mit Ziegel zu mauern,mit
> etwas Uebung und Geschick ist das kein Problem
>
> A&D
Vor ein paar Tagen habe ich das Befuellen eines Kellergeschosses,
beobachtet. Der Firmenvertreter gab mir die Adresse des Neubaues.
Das gesamte Kellergeschoss war fertig zusammengesteckt. Der Keller
ist wegen Grundwassers als Wanne ausgebildet. Alle Kellerwaende
wurden bis zur Kellerdecke so ca. 2,50m in einem "Gang" mit Beton
gefuellt. Der Beton kam aus einem Trockensilo, eine Mischkammer vermengte
den Trockenbeton mit Wasser und eine Pumpe befoerderte die Mischung
durch einen langen Schlauch direkt in den Zwischenraum der Bauelemente.
Das Silo mit dem Trockenbeton stellt den Beton jederzeit zur Verfuegung.
Die Waende wurden durch Richtstuetzen im Lot gehalten. Es sah alles sehr
einfach aus. Von Hektik keine Spur. Auf der Baustelle war es sauber und
aufgeraeumt. Der "Betonfueller" trug normale Strassenkleidung an.
Der Firmenvertreter sagte mir, dass fast alle Bauherrn nach Fertigstellung
des Hauses gern nochmal bauen
wuerden.
Wolfram
> Der Vorteil gegenueber konventioneller Bauweise liegt darin,
> dass man mit Isorast leichter Kaeltebruecken vermeiden kann.
> Diese spielen offensichtlich bei niedrigen k-Werten (Waende 0,1
> , Fenster 0,5) fuer den Waermebedarf eine entscheidende Rolle.
>
> Ein Passivhaus ist ein Haus, welches ohne Heizungsanlage
> auskommt. In so einem Haus sorgt normalerweise die
> Energiezufuhr durch die Bewohner und der normale Stromverbrauch
> fuer ausreichende Beheizung.
Einmal Mittagessen kochen und das Haus ist fuer 3 Tage aufgeheizt,
so sagte es mir jemand. Da das Prinzip des Passivhauses nur bei sehr
hoher Dichheit des Hauses funktioniert, wuerde mich das Raumklima
interessieren. Wie wird die wahrscheinlich hohe Luftfeuchte reduziert?
Ist das Passivhaus vielleicht anfaellig fuer Schimmelbefall?
> einem Styroporhaus zu wohnen behagt mir nicht - kein
> gemuetlicher Ofen moeglich und sinnvoll
moeglich schon, es gibt in der Broschuere zum System auch ein Kapitel
ueber den Bau eines Schornsteins und entsprechende Sicherheitsabstaende.
Noetig ist ein Ofen vom Prinzip her nicht.
Wolfram
Betr.Rentabilitaet: M.E. rentiert es sich. Wir haben ca. 2300.- DM pro
Quadratmeter Wohnfläche ohne Grundstück. siehe auch www.passivehouse.com
Luftqualität: Luft ist m.E. sogar besser, da durch ein Filtersystem Pollen-
und Staubpartikel aufgehalten werden. Filterreinigung alle 2-6 Monate,
Filterwechsel 1-2 mal im Jahr, je nach Allergie. Aussagen von
Passivhausbewohner in Wiesbaden besagen, daß die Luft wesentlich staubfreier
ist, es nie muffig wird und direkt nach dem Essen kein Essengeruch mehr in
der Wohnung ist.
Wir haben uns für ein Passivhaus von einem Bautraeger entschieden.
Michael
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
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> Einmal Mittagessen kochen und das Haus ist fuer 3 Tage aufgeheizt,
> so sagte es mir jemand. Da das Prinzip des Passivhauses nur bei sehr
> hoher Dichheit des Hauses funktioniert, wuerde mich das Raumklima
> interessieren. Wie wird die wahrscheinlich hohe Luftfeuchte reduziert?
> Ist das Passivhaus vielleicht anfaellig fuer Schimmelbefall?
In ein Passivhaus gehoert eine Lueftungsanlage mit Waermerueckgewinnung,
da sonst zu viele Lueftungsverluste auftreten und das Ganze nicht
funktieren wuerde.
Das Klima in einem Passivhaus ist bestens. Ich wohne seit ca. einem Jahr
in einem und habe nur gute Erfahrungen gemacht (Ist kein Isorast).
Gruss
Andreas
Hallo Wolfram,
diese Bauweise hat mich interessiert und ich konnte den Bauablauf von
einem EFH und einem zweistöckigen Mehrfamilienhaus verfolgen.
Interessant war auch der Kontakt zu dem Architekten.
In einer Woche ist eine Etage eines Hauses vom Bauherren selbst
aufgebaut. Das Betoneinfüllen erfolgte danach bei dem EFH durch einen
Vertreter der Herstellerfirma mittels Fertigbeton, Pumpe und
Spezialeinfüllstutzen. Dabei können Abflußrohre, Leerrohre für Leitungen
vorher in die Wände eingebracht und mit eingegossen werden.
Abzuraten ist von 12er Wänden, da es dort Probleme gab mit der
Aussteifung und dem Betoneinfüllen in den verbleibenden relativ schmalen
Raum.
Interessant ist die Deckenlösung mit den Blechprofilträgern, und den
Styroporteilen vor dem Betongießen.(Falls es nicht schon neuere Lösungen
gibt)
Die angebotene technische Lösung für die Fußbodenheizung finde ich gut
und vom Laien einbaubar.
Problematisch die Innenverkleidung der Wände mittels Gipskarton und das
Anbringen z.B. von
Hängeschränken und Regalen, denn Du mußt da ja eigentlich bis in den
Betonkern.
Die Außenfassade kann z.B. mittels Glasfasergewebe, Kleber, Streich- und
Reibeputz auch vom Bauherren selbst versiegelt werden.
Insgesamt ergibt es ein sehr gut isoliertes Haus.
Zum Klima in einem solchen Haus wurde hier bereits viel geschrieben.
Fazit:
Für Selbstbauer bietet dieses System eine Möglichkeit, die eigene
Arbeitskraft effektiv in klingende Münze zu verwandeln.
Tip:
Lasse Dir die Bodenplatte von einer Firma anfertigen, da Maßabweichungen
sich schwer beheben lassen.
MfG
Klaus Scheffel
http://home.t-online.de/~KScheffel
MfG
Werner