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Acryllack von Kupfer entfernen

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Klaus Opel

unread,
Nov 17, 2001, 4:57:32 PM11/17/01
to
Hallo,

ein Vormieter von mir hat Heizungsrohre aus Kupfer mit (vermutlich)
Acryllack gestrichen.

Leider scheint er dabei etwas falsch gemacht zu haben, der Lack ist
mittlerweile teilweise vom Rohr abgeplatzt.

Versuche, den verbliebenen Lack vom Rohr abzukratzen, haben sich als
extrem arbeitsaufwendig erwiesen.

Hat irgendwer einen Tipp, wie ich das Rohr entweder komplett vom Lack
befreie (ohne das Rohr zu beschädigen oder die Wohnung so zu belasten,
dass sie unbewohnbar wird) oder so überlackiere, dass der Lack hinterher
gleichmäßig hält.

Klaus.

--

http://www.klaus-opel.de ~ 200 Bilder der Kanaren

Andreas Böttcher

unread,
Nov 17, 2001, 5:38:28 PM11/17/01
to
Klaus Opel wrote:

>Hallo,


>
>Hat irgendwer einen Tipp, wie ich das Rohr entweder komplett vom Lack
>befreie
>

Hallo Klaus,

wenn ich irgendwo Farbe ab haben will, nehme ich "Abbeizer mit der
Krähe". Das ist eine glibberige Paste in der Dose. Es handelt sich um
eine sehr starke Lauge, die ein bisschen streng riecht. Aber nicht
schlimm. Wichtig: Gummihandschuhe anziehen, sonst rollen sich die
Fingernägel auf.
Nach einiger Einwirkzeit kann man die abgelöste Farbe mit Wasser entfernen.

Gruß, Andreas

Klaus Opel

unread,
Nov 18, 2001, 5:08:14 AM11/18/01
to
Hallo Andreas,

>"Abbeizer mit der Krähe"

wie agressiv ist das Zeug?

Zum einen in Hinblick auf korrosion des Kupfers, zum anderen im Hinblick
auf Langzeitbelastung der Raumluft?

Andrea Glatthor

unread,
Nov 18, 2001, 8:27:11 AM11/18/01
to
Hallo Klaus,

Klaus Opel <Kl...@Klaus-Opel.de> schrieb:

["Abbeizer mit der Krähe"]


>
> wie agressiv ist das Zeug?

Für den Lack: Ziemlich wenig aggressiv. ;-)

Im Ernst: Acryllack läßt sich mit alkalischen Abbeizern nicht
beeindrucken.

Bist Du Dir denn sicher, dass es Acryllack ist? Naturharzlacke,
Celluloselacke, Ölfarben und Alkydharzlacke kann man nämlich durchaus
mittels alkalischen Abbeizern "ablaugen". Nur ausgerechnet die
Acryllacke nicht.

Ich habe mal nach dem Produkt gesucht, das Andreas meinte, habe aber nur
dieses gefunden:

box:
http://www.farben-voit.at/abbeizer.htm
-
CKW- und aromatenfreier, biologisch leicht abbaubarer Abbeizer; entfernt
schnell und restlos alte Farben und Lacke auf Öl-, Kunstharz- und
Nitrobasis sowie 2-K-Lacksysteme, Dispersions-, Acryl- und Latexfarben,
Kunstharzputze, Polituren, Mattierungen, Antifoulings, Klebstoff- und
PU-Schaumreste auf lösungsmittelbeständigen Untergründen.

Anwendungsgebiete: Zum Abbeizen von alten Lack- und Farbschichten auf
Holz, Metall, Mauerwerk und GFK.

#

Das ist das richtige für Deinen Acryllack. Inhaltstoffe sind organische
Löungsmittel, die nätürlich nicht gänzlich unbedenklich sind, aber etwas
anderes wirkt nicht. Außerdem sind die Abbeizer auf Lösemittelbasis
gegenüber dem Kupfer unbedenklich. Bei starken Laugen wäre ich
vorsichtig - die greifen das Kupfer u.U. (je nach Zusammensetzung) an
und man sollte nur das verwenden, wo in den Anwendungshinweisen explizit
Kupfer genannt ist.

Abbeizer, die den Spagat zwischen Wirksamkeit und ökologischer
Unbedenklichkeit auch ganz gut hinbekommen, gibt es bei
http://www.scheidel.com/ - ich weiß aber nicht, wo man die kaufen kann
(Fachhandel).


Andrea
--
Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen?
TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen
nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht.
Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.

Andreas Böttcher

unread,
Nov 18, 2001, 11:53:30 AM11/18/01
to
Hallo Klaus!


Klaus Opel wrote:
Hallo Andreas,
"Abbeizer mit der Krähe"

wie agressiv ist das Zeug?

Zum einen in Hinblick auf korrosion des Kupfers, zum anderen im Hinblick
auf Langzeitbelastung der Raumluft?

Klaus.

Ich kann Dir keinen sachkundigen Rat geben, dafür solltest Du Andrea fragen (A.Gl...@t-online.de). Aber meinen Erfahrungen nach kein Problem. Ich verwendete das Zeug mehrfach auf Holz, um alte Schränke von ihrer Farbe zu befreien. Das Kupfer dürfte so schnell nicht wirklich angreifbar sein, zumal es dann immer Passivierungsschichten (Patina) bildet. Aber, man wendet dieses Abbeizmittel ja nur für kurze Zeit (ca. 1 Stunde lang) an. Dann wird es mit Wasser abgewaschen und anschließend trocken gerieben.
Langzeitbelastungen der Raumluft kenne ich damit nicht. Es riecht zunächst etwas wie scharfes Putzmittel. Die monatliche Dröhnung Domestos im Duschsyphon, damit die langen Haare der Frauen darin nicht länger den Abfluss behindern, belastet wesentlich mehr.

Ich denke, eine GEFAHR geht bei Deiner Anwendung nicht davon aus. Es könnte evtl. nicht genügend stark wirksam sein. Probier's einfach mal aus, es ist nicht teuer.

Gruß, Andreas

Klaus Opel

unread,
Nov 18, 2001, 4:29:26 PM11/18/01
to
Hallo Andrea,

>Bist Du Dir denn sicher, dass es Acryllack ist?

kann man das irgendwie einfach testen?

Etwas abkratzen und z.B. mit Aceton, Waschbenzin oder ähnlichem zu lösen
versuchen?

Andrea Glatthor

unread,
Nov 19, 2001, 9:15:33 AM11/19/01
to
Hallo Klaus,

Klaus Opel <Kl...@Klaus-Opel.de> schrieb:

[Ich schrieb:]


>> Bist Du Dir denn sicher, dass es Acryllack ist?

> kann man das irgendwie einfach testen?

Das ist schwierig. Ein erfahrener Lacktechniker kann die gängigen
Bindemittel anhand des Geruchs des Rauches identifizieren (anzünden,
Flamme auspusten und die Schwaden auf ihren Geruch prüfen). Die
Zersetzungsprodukte der Acylate haben einen charakteristischen Geruch.

Du bräuchtest also auf jeden Fall eine Vergleichsprobe eines Acryllackes
dazu und selbst dann ist der Test ohne die entprechende Erfahrung nicht
unbedingt eindeutig interpretierbar. Hast Du einen Acryllack? Probier es
einfach aus.

> Etwas abkratzen und z.B. mit Aceton, Waschbenzin oder ähnlichem zu lösen
> versuchen?

Nee, das wäre alles nicht charakteristisch sondern trifft immer auch auf
eine ganze Reihe anderer Bindemittel zu. Einen anderen (einfachen) Test
als den Geruchstest beim 'kokeln' kenne ich nicht.

Das einzige as man machen könnte ist: Die Wirksamkeit eines Abbeizers an
solchen Lackschnitzeln testen. Wenn sich der Lack durch Behandlung mit
Natronlauge in eine weich-glibberige Masse verwandelt, dann ist er
verseifbar und alkalische Abbeizer sind einsetzbar (sofern sie das
Kupfer nicht angreifen).

Probieren geht über studieren. :-)
Abbeizen ist immer eine undankbare Sache. Rohre lassen sich aber auch
wirklich schlecht mechanisch oder thermisch entlacken (jedenfalls im
eingebauten Zustand). ;(

Thomas Haedrich

unread,
Nov 19, 2001, 5:59:15 AM11/19/01
to
Am Sun, 18 Nov 2001 14:27:11 +0100 schrieb Andrea Glatthor ...

>Abbeizer, die den Spagat zwischen Wirksamkeit und ökologischer
>Unbedenklichkeit auch ganz gut hinbekommen, gibt es bei
>http://www.scheidel.com/ - ich weiß aber nicht, wo man die kaufen kann
>(Fachhandel).

Einfach anrufen und schicken lassen.
Gut sind sie, müssen/können lange einwirken und haben eine lange Offenzeit.

Thomas

--
* Thomas Haedrich
* SIVUS gGmbH Institut fuer Verfahrens-, Umwelt- und Sensortechnik
* an der Technischen Universitaet Chemnitz
* Schulstr. 38, 09125 Chemnitz, Tel.: (0371) 5334020

Klaus Opel

unread,
Nov 26, 2001, 3:19:25 PM11/26/01
to
Hallo,

nur eine kurze Abschlussinformation:

ich habe mich doch für eine mechanische Lösung entschieden und die Rohre
durch abwechselnde Applikation von Teppichmesserklingen im spitzen
Winkel mit geringem Andruck, Sidol und feinen Edelstahlputzschwämmen
gereinigt.

Der Untergrund für den Lack war offensichtlich schlecht vorbereitet, der
Lack ist teilweise richtiggehend abgeplatzt.

Für schlecht erreichbare Stellen habe ich dann einen neu beschafften
Dremel mit Drahtbürste eingesetzt und auch dort mit Sidol nachgereinigt.

Martin Trautmann

unread,
Nov 27, 2001, 8:07:51 AM11/27/01
to
On Mon, 26 Nov 2001 21:19:25 +0100, Klaus Opel wrote:
> Für schlecht erreichbare Stellen habe ich dann einen neu beschafften
> Dremel mit Drahtbürste eingesetzt und auch dort mit Sidol nachgereinigt.

Sidol? Ist das nicht auch ein Schleif- und Polier-Putzmittel, das auch
einen Oxidations-Schutzfilm auf der Oberflaeche hinterlaesst? Wenn's
fuer Kupfer und Messing geeignet ist, wuerde ich das vermuten.

Dann geht der naechste Lack bald wieder ab, wenn du nicht mit
Verduennung o.ä. diese Versiegelung mit Wachs, Oel oder aehnlichem
entfernst.

Schoenen Gruss
Martin

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