Reinhard Zaskar schrieb am 03.06.2016 um 12:43:
> Die 450e Serie hat keinen manuellen Joker,
das Ding heißt "Choke".
> Gebe ich etwas Bezin direkt in die Brennkammer springt er an, geht
> aber gleich wieder aus.
Demnach funktioniert die Zündung (zumindest erst mal), aber nachdem das
Benzin aus der Kammer verbraucht ist kommt wohl keins mehr.
BTW: meinst Du wirklich die "Brennkammer" (also Zündkerze 'raus, etwas
Benzin in den Zylinder geträufelt, Zündkerze 'rein, Startversuch)? Oder
die Schwimmerkammer am Vergaser?
Hat der einen automatischen (unterdruckgesteuerten) Benzinhahn, der
evtl. nicht mehr öffnet? - Nein; Du schriebst ja:
> Benzinleitung vom Tank zum Vergaser geprüft und für OK befunden.
> (wenn ich die beim Vergaser abklemme läuft ordentlich Benzin heraus)
Hm. Das kann's also schon mal nicht sein.
> Vergasergestänge, Schwimmer ok.
Ich empfehle ein systematisches Vorgehen:
- nach ausgiebigen Startversuchen Zündkerze ausbauen, ansehen:
- trocken? Problem liegt am Vergaser
- feucht: entweder keine Zündung oder zu fettes Gemisch
- jetzt die Kerze (nach ggfs. Reinigung / Trocknung) in den
Kerzenstecker stecken und mit einer isolierten Zange masseseitig an den
Zylinder drücken (damit das Kerzenäußere "Masse" hat und überhaupt ein
Funke überspringen kann), jetzt den Starterzug / E-Starter betätigen
(evtl. mit Helfer). Springt ein sichtbarer kräftiger Funke über? Wenn da
nix funkt, hast Du auf jeden Fall ein Problem mit der Zündung. Aber wenn
es funkt, dann beweist das leider noch nicht, dass mit der Zündung alles
in Ordnung ist.
- ach, und: E-Starter? Evtl. Batterie schwach / Startdrehzahl
unzureichend? Würde natürlich nur das aktuelle nicht-Anspringen
erklären, nicht die anderen, zuvor schon aufgetretenen Probleme mit
"unrundem Lauf".
- mal bei offenem Kerzenloch den Motor durchdrehen und die Nase in die
Nähe des Kerzenlochs halten: riecht's kräftig nach Benzin? Wenn nicht,
kommt nix an.
- und überhaupt die Kerze selber mal checken:
- Elektrodenabstand korrekt? (Soll: meist 0,7 mm; bei zu viel
Abstand: funkt vielleicht noch beim Test "im Freien" (s.o.), aber nicht
mehr im komprimierten Gemisch. Zu wenig Abstand: es bilden sich evtl.
Rußfäden oder kegelförmige Ablagerungen zwischen den Elektroden aus, die
einen Kurzschluss verursachen) - Farbe des Isolators (ideal:
"rehbraun", wenn verrußt: zu fettes Gemisch, wenn hellgrau / weiß: zu
mageres Gemisch), könnte noch eine Aussage über die Situation erlauben
als der Motor zuletzt noch lief (Gemisch über die Zeit immer magerer /
fetter geworden?).
> Wo verdammt nochmal kann hier noch der Hund begraben sein?
Schwimmerträger verbogen (dieses Blech, mit dem der Schwimmer an seiner
Achse befestigt ist)? Je nach dem in welche Richtung das verbogen wird
schließt die Nadel (das Schwimmerventil) zu früh => Benzinstand in der
Schwimmerkammer zu niedrig, Motor läuft zu mager oder zu spät =>
Benzinstand in der Schwimmerkammer zu hoch, Motor läuft zu fett, im
Extremfall läuft die Schwimmerkammer über.
Schwimmernadel klemmt (im geschlossenen Zustand)? Wenn Du die
Schwimmerkammer am eingebauten Vergaser demontieren kannst: mach das
mal. Der Schwimmer hängt jetzt frei herunter und kann nicht nach oben.
In diesem Zustand müsste Benzin aus dem Tank durch das Schwimmerventil
aus dem Vergaser nach unten herauslaufen. Wenn Du den Schwimmer jetzt
sacht(!) nach oben drückst bis Du Widerstand spürst muss das Ventil
geschlossen werden, der Benzinfluss aufhören. Mehrmals langsam
durchbewegen um zu prüfen, ob das zuverlässig und mit sehr geringer
Kraft reproduzierbar funktioniert (der Auftrieb des Schwimmers im Benzin
übt ja auch nur eine geringe Kraft aus). Falls das nicht im eingebauten
Zustand geht: Vergaser ausbauen, Schwimmerkammer ab, Vergaser
provisorisch einbauen (auf den Ansaugstutzen stecken, nur den
Benzinschlauch anschließen), testen wie oben beschrieben.
Mehr fällt mir jetzt spontan nicht ein, aber das sind vielleicht schon
mal ein paar Ansätze.
Gruß
Werner