Bevor ich einen neuen Boden verlege, wüßte ich gerne, ob der alte
Belag Asbest enthält. Laut dieser Broschüre kommt für meinen Belag
nur der Typ "Cushion-Vinyl" in Frage, falls er Asbest enthält:
,----[ http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/prod/asbest_2004.pdf ]---
|
| Cushion-Vinyl-Beläge: geschäumte PVC-Bahnenware, die auf der
| Unterseite (Trägerschicht) mit weißer oder hellgrauer Asbestpappe
| beschichtet sind. Die meist nur einen Millimeter starke Asbest-
| Trägerpappe besteht zu ca. 90 % aus schwach gebundenem Asbest, meist
| gepresstem Weißasbest (Chrysotil). [...] 1982 wurde die Verwendung
| dieser Platten vom Gesetzgeber verboten.
| Nicht verwechseln darf man Cushion-Vinyl-Beläge mit PVC-
| Fußbodenbelägen aus den 60er Jahren, die als Rückseite einen ca. 5 mm
| starken hellbraunen Jutefilz aufweisen. Dieser ist asbestfrei.
|
`----
Die Trägerschicht meines Bodenbelags ist eigentlich dunkelgrau, die
Rißstellen und die Stelle, an der ich Trägerschicht und grüne
Nutzschicht etwas auseinandergezogen habe, sind jedoch grau bis
hellgrau, die auseinandergezogene Stelle glitzert darüber hinaus (auf
beiden Seiten).
Die dunkle Trägerschicht fühlt sich nicht mineralisch an (knistert auch
nicht beim Verbiegen), sondern eher wie sehr hart gewordenes Gummi (ein
bißchen Flexibilität ist noch vorhanden).
Asbestfaserbüschel konnte ich mit bloßem Auge nicht erkennen (außer an
zwei oder drei Stellen, aber die Asbestfasern sollten wohl nicht nur so
punktuell auftreten, oder?).
Hier noch ein paar Photos:
http://marc-jano.de/tmp/asbest-25385/
Kann man aus meiner Beschreibung und den Photos mit einer gewissen
Wahrscheinlichkeit auf Vorhandensein oder Fehlen von Asbest schließen?
Die Asbest-Analyse käme mich sicher teurer als der gesamte neue
Bodenbelag (ist nur ein kleiner Raum), daher möchte ich zunächst hier
fragen. Vielleicht erkennt ja jemand die verwendeten Materialien. Meine
Eltern haben zwar stets von Linoleum geredet, aber für mein Laienauge
könnte das auch PVC, Polyolefin oder sonstwas sein.
Daß ich bei Entfernen des Bodenbelags sicherheitshalber die Fenster weit
aufsperre, Einweg-Schutzkleidung und Partikelfiltermasken (weiß jemand,
welche Klasse ich für Asbest bräuchte?) trage und den Estrich nach
einigen Tagen "Ruhe" ein oder mehrere Male naß durchwische und hernach
den Feudel entsorge sowie die Tapete durchweiche und entferne (hatte
ich ohnehin vor), wäre bei meiner latenten Paranoia selbstverständlich.
Würden diese Sicherheitsmaßnahmen bei Asbest"befall" ausreichen? Oder
anders gefragt: Wie würden denn die "Profis" einen asbesthaltigen Belag
dieser Art entfernen?
Gruß
Marc-Jano
>
>Kann man aus meiner Beschreibung und den Photos mit einer gewissen
>Wahrscheinlichkeit auf Vorhandensein oder Fehlen von Asbest schließen?
>
Kann ich nicht.
>Die Asbest-Analyse käme mich sicher teurer als der gesamte neue
>Bodenbelag (ist nur ein kleiner Raum), daher möchte ich zunächst hier
>fragen. Vielleicht erkennt ja jemand die verwendeten Materialien. Meine
>Eltern haben zwar stets von Linoleum geredet, aber für mein Laienauge
>könnte das auch PVC, Polyolefin oder sonstwas sein.
>
Ich finde auch es sieht wie Linoleum aus.
>
>Würden diese Sicherheitsmaßnahmen bei Asbest"befall" ausreichen? Oder
>anders gefragt: Wie würden denn die "Profis" einen asbesthaltigen Belag
>dieser Art entfernen?
>
Soviel ich weiss darfst du das in D nicht selber machen, ich hätte nicht
gefragt.
Ernst
--
Was ist TOFU? Wieso finden die anderen meine Artikel schwer zu lesen?
TOFU steht für "Text Oben, Fullquote Unten". Das ist eine Unart, die einen
nicht nur in dieser Newsgroup, sondern im ganzen Netz unbeliebt macht.
Lies "Wie zitiere ich im Usenet?": http://www.afaik.de/usenet/faq/zitieren/.
Ah, dann wäre ja wenigstens die Nutzschicht gesundheitlich
unbedenklich. :-)
[...]
>>Würden diese Sicherheitsmaßnahmen bei Asbest"befall" ausreichen? Oder
>>anders gefragt: Wie würden denn die "Profis" einen asbesthaltigen Belag
>>dieser Art entfernen?
>>
> Soviel ich weiss darfst du das in D nicht selber machen, ich hätte nicht
> gefragt.
Wer hat gesagt, daß der Belag in Deutschland liegt? :-)
Gruß
Marc-Jano
> Bevor ich einen neuen Boden verlege, wüßte ich gerne, ob der alte
> Belag Asbest enthält. Laut dieser Broschüre kommt für meinen Belag
> nur der Typ "Cushion-Vinyl" in Frage, falls er Asbest enthält:
Wenn ich die Bilder richtig sehe, könnte es ein dünner PVC-Belag sein.
Der graue, dicke Unterbelag ist IMHO Spachtelmasse für Holzböden, daher
der Faseranteil. Diese Massen sind heute flexibel und mit Fasern
versehen. Für Lino fehlt die typische Jutebeschichtung auf der
Rückseite.
Wie dick sind die einzelnen Stücle denn? Ein hochwertiger Bodenbelag ist
fast nie höher als 6mm (Teppich ausgenommen)
HTH
Horst
>Marc-Jano Knopp wrote:
>
>> Bevor ich einen neuen Boden verlege, wüßte ich gerne, ob der alte
>> Belag Asbest enthält. Laut dieser Broschüre kommt für meinen Belag
>> nur der Typ "Cushion-Vinyl" in Frage, falls er Asbest enthält:
>
>Wenn ich die Bilder richtig sehe, könnte es ein dünner PVC-Belag sein.
>Der graue, dicke Unterbelag ist IMHO Spachtelmasse für Holzböden, daher
>der Faseranteil....
Würde auch ein Glitzern erklären, da solche Spachtelmassen mit
Füllmitteln wie feinem (Quarz-)sand versetzt sind,
meint
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn
Wird/wurde Linoleum denn nur mit Jute auf der Rückseite verlegt?
PVC-Beläge hatten jedenfalls ebenfalls Jute:
,----[ http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/prod/asbest_2004.pdf ]---
|
| Nicht verwechseln darf man Cushion-Vinyl-Beläge mit PVC-
| Fußbodenbelägen aus den 60er Jahren, die als Rückseite einen ca. 5 mm
| starken hellbraunen Jutefilz aufweisen. Dieser ist asbestfrei.
|
`----
> Wie dick sind die einzelnen Stücle denn? Ein hochwertiger Bodenbelag ist
> fast nie höher als 6mm (Teppich ausgenommen)
Dann haben wir einen *sehr* hochwertigen Belag. :-)
Nutzschicht : 0,35 mm
Trägerschicht: 1,15 mm
----------------------
Summe : 1,50 mm
Das Stück stammt aus einer quasi nicht belasteten Stelle, so daß
Kompression durch Belastung eigentlich auszuschließen ist. Wenn der
Belag vorher dicker war, dann haben sich evtl. irgendwelche Stoffe
verflüchtigt.
Ach ja: Der Belag ist wahrscheinlich zwischen 35 und 45 Jahre alt, also
zwischen 1960 und 1970 verlegt worden.
Gruß
Marc-Jano
> Wird/wurde Linoleum denn nur mit Jute auf der Rückseite verlegt?
> PVC-Beläge hatten jedenfalls ebenfalls Jute:
>
> ,----[ http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/prod/asbest_2004.pdf
> ]---
>>
>> Nicht verwechseln darf man Cushion-Vinyl-Beläge mit PVC-
>> Fußbodenbelägen aus den 60er Jahren, die als Rückseite einen ca. 5
>> mm starken hellbraunen Jutefilz aufweisen. Dieser ist asbestfrei.
Handelsname war/ist Strangula. Allerdings finde ich auf die Schnelle bei
google nix, wird evtl. auch anders geschrieben.
>> Wie dick sind die einzelnen Stücle denn? Ein hochwertiger
>> Bodenbelag ist fast nie höher als 6mm (Teppich ausgenommen)
>
> Dann haben wir einen *sehr* hochwertigen Belag. :-)
>
> Nutzschicht : 0,35 mm
> Trägerschicht: 1,15 mm
> ----------------------
> Summe : 1,50 mm
Auf den Fotos sieht es viel dicker aus. Gesamtschicht bei 1,5 mm? Da
fällt mir nur Quarz-Vinyl (z.B. Hovi) oder Karndean ein. Beides
heterogene Beläge und seeeehr dünn. Aber
> Der Belag ist wahrscheinlich zwischen 35 und 45 Jahre alt,
> also zwischen 1960 und 1970 verlegt worden.
paßt dann wieder nicht.
Deine lokale Umweltbehörde kann evtl. kostenlos eine Probe untersuchen,
dann hast Du aber schlafende Hunde geweckt;-))
Gruß
Horst
>Marc-Jano Knopp wrote:
>
>> Wird/wurde Linoleum denn nur mit Jute auf der Rückseite verlegt?
>> PVC-Beläge hatten jedenfalls ebenfalls Jute:
>>
>> ,----[ http://www.bayern.de/lfu/umwberat/data/prod/asbest_2004.pdf
>> ]---
>>>
>>> Nicht verwechseln darf man Cushion-Vinyl-Beläge mit PVC-
>>> Fußbodenbelägen aus den 60er Jahren, die als Rückseite einen ca. 5
>>> mm starken hellbraunen Jutefilz aufweisen. Dieser ist asbestfrei.
>
>Handelsname war/ist Strangula. Allerdings finde ich auf die Schnelle bei
>google nix, wird evtl. auch anders geschrieben.
Versuchs mal mit Stragula,
empfiehlt
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn
Marc-Jano Knopp schrieb:
> ...
> Kann man aus meiner Beschreibung und den Photos mit einer gewissen
> Wahrscheinlichkeit auf Vorhandensein oder Fehlen von Asbest schließen?
ich kann das nicht. aber eine Untersuchung mit einem
Rasterelektronenmikroskop ist so teuer nun auch wieder nicht. Und dann
hat man eine sichere Entscheidungsgrundlage.
>
> Die Asbest-Analyse käme mich sicher teurer als der gesamte neue
> Bodenbelag
das täuscht,
> ... Meine
> Eltern haben zwar stets von Linoleum geredet,
Lino ist das sicher nicht.
...
> Würden diese Sicherheitsmaßnahmen bei Asbest"befall" ausreichen?
nein, nicht wenn es Chrysotil ist.
> Oder
> anders gefragt: Wie würden denn die "Profis" einen asbesthaltigen Belag
> dieser Art entfernen?
Suchbegriff: "TRGS 519"
--
Mit freundlichen Grüßen
Robert
Mal schauen, vielleicht hole ich da doch einmal Erkundigungen ein. 'Ne
Preisanfrage kann mir ja nichts anhaben, wenn ich sitze. ;-)
[...]
>> Meine Eltern haben zwar stets von Linoleum geredet,
>
> Lino ist das sicher nicht.
Wie erkennst Du das? Für andere Poster sieht's nach Lino aus. :-} (Ich
weiß es auf keinen Fall)
> ...
>> Würden diese Sicherheitsmaßnahmen bei Asbest"befall" ausreichen?
>
> nein, nicht wenn es Chrysotil ist.
Oha.
>> Oder
>> anders gefragt: Wie würden denn die "Profis" einen asbesthaltigen Belag
>> dieser Art entfernen?
>
> Suchbegriff: "TRGS 519"
Danke!
Gruß
Marc-Jano
Marc-Jano Knopp schrieb:
> ...
> Wie erkennst Du das? Für andere Poster sieht's nach Lino aus. :-} (Ich
> weiß es auf keinen Fall)
Lino hat immer eine ebene Oberfläche, auf den Fotos erkennt man eine
Oberflächenstruktur.
Lino hat immer einen Juterücken.
Lino hat eine Nutzschichtdicke von mindest 2 mm, in "alter Zeit" waren
die Nutzschichten tendenziell dicker.
es gibt noch drei Hersteller von Linoleum. Wenn Du bei denen Lino
findest der Deinem Bodenbelag halbwegs entspricht ...
die drei Hersteller:
Forbo / Marmoleum
Armstrong (hat DLW aufgekauft)
Tarkett / Linosom
[Einiges, das gegen Linoleum spricht]
> es gibt noch drei Hersteller von Linoleum. Wenn Du bei denen Lino
> findest der Deinem Bodenbelag halbwegs entspricht ...
> die drei Hersteller:
> Forbo / Marmoleum
> Armstrong (hat DLW aufgekauft)
> Tarkett / Linosom
Keine Entsprechung gefunden. Und zumindest bei Armstrong konnte ich in
den Datenblättern lesen, daß diese auch heute noch ein Jutegewebe als
Untergrund haben. Abschließend kann man Linoleum wohl ausschließen.
Vielen Dank für Deine ausführlichen Informationen!
Gruß
Marc-Jano