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Wasseraufbereitung zurch zugabe von Minerallösung?

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Robert Pflüger

unread,
Jul 21, 2008, 3:21:06 PM7/21/08
to
Hallo,

kann man bei hartem Leitungswasser die Kalkablagerungen reduzieren wenn
man "Minerallösung" dazu gibt?
Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
Korrosion schützen?

der Hersteller macht leider keine Angaben zu den Inhaltsstoffen der
Minerallösung und der Funktionsweise.
http://www.judo-online.de/judo/DE/Produktinfos/Produktuebersicht/Dosierung/JULiA/JULiA-Dosierpumpen.php

gibt es hierzu fachlich begründete Meinungen?

--
mit freundlichem Gruß


Robert

Sevo Stille

unread,
Jul 21, 2008, 3:49:04 PM7/21/08
to
Robert Pflüger wrote:

> kann man bei hartem Leitungswasser die Kalkablagerungen reduzieren wenn
> man "Minerallösung" dazu gibt?

Mit ausreichenden Mengen der richtigen "Minerallösung" - sprich
Salpetersäure - kann man sogar zentimeterdichte Kalkablagerungen von den
Rohrwänden ätzen, und Badegäste binnen weniger Minuten in eine Leiche
und selbige in wenigen zusätzlichen Stunden zu Pampe verwandeln.

> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
> Korrosion schützen?

Ja. Ob man es soll, ist eine gaanz andere Frage - selbst eine Beigabe
des harmlosesten für den Zweck geeigneten "Minerals", Kochsalz, ist
zumindest für Teile der Bevölkerung ungesund.

> gibt es hierzu fachlich begründete Meinungen?

Es gibt jedenfalls keinen Grund, erst Kalk aus dem Wasser zu entfernen
und ihn sich dann auf der anderen Seite teuer in Form irgendwelcher
Wellness-Tabletten zuzuführen. Und es gibt erst Recht keinen Grund, sein
Trinkwasser mit irgendwas zu verunreinigen, damit es weniger kalkig
werde - schon garnicht mit irgendeinem Geheimmittel, wo man garnicht
weiß, ob man da nur seine NaCl-Zufuhr um ein paar Gramm steigert,
phosphatbelastetes Waschwasser trinkt oder sich gar ein eigenes
hydrazinverseuchtes Brünnlein angeschafft hat...

Gruß Sevo

Alfred Gemsa

unread,
Jul 21, 2008, 4:30:04 PM7/21/08
to
Robert Pflüger schrieb:

> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
> Korrosion schützen?

Guckst du hier:

http://www.wasserladen.de/pdf/Info_Kalkfibel.pdf

Gruß.

Robert Pflüger

unread,
Jul 21, 2008, 5:44:00 PM7/21/08
to
Alfred Gemsa schrieb:
>...
> http://www.wasserladen.de/pdf/Info_Kalkfibel.pdf
>
> Gruß.

demnach wär das Gerät in Ordnung.

Was jedoch "stört" sit die Geheimniskrämerei um die Inhaltsstoffe der
Minerallösung. Aktuell wirkt das so wie bei den Billigdruckern bei denen
man mit jeweils nur drei Ersatzpatronen nochmal den Gerätepreis zu
berappen hat.

Sven Hofmann

unread,
Jul 21, 2008, 6:41:30 PM7/21/08
to
Robert Pflüger schrieb:

Oder es hilft gar nicht, und Du bezahlst unnötig Geld.
Und der Verdacht drängt sich mir immer dann auf, wenn Inhalt und
Wirkungsweise "geheim" sind oder verschleiert werden.

--
Suche heimwerkertaugliche Bauanleitung für eine sinnvolle Signatur.
Oder einen Shop, wo man eine solche billig kaufen kann.

Martin Kienass

unread,
Jul 22, 2008, 1:55:28 AM7/22/08
to
Am 2008-07-21 schrieb Robert Pflüger <in...@robertpflueger.com>:
> Hallo,
>
> kann man bei hartem Leitungswasser die Kalkablagerungen reduzieren wenn
> man "Minerallösung" dazu gibt?

Begrenzt.

> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
> Korrosion schützen?

Ja. Hauptsächlich, wenn man über Ionentauscher enthärtetes Wasser mit
freier Kohlensäure "weniger agressiv" machen will.

> der Hersteller macht leider keine Angaben zu den Inhaltsstoffen der
> Minerallösung und der Funktionsweise.

Andere Hersteller sind da nicht so zugeknöpft:
http://www.bwt.de/DE/Privathaushalt/Produkte/Dosierung/Wirkstoffe++Dosiermittel/Privat_Dosierung_Wirkstoffe_Dosiermittel.htm?GUID=B4F4167A-8323-485D-920E-75FD6BD20B9A

Für den Normalhaushalt ist sowas nicht erforderlich.

Die "Verschwörungstheorien" die hier in einigen Folgepostings
aufgemacht wurden, sind übrigens unbegründet. Die
Dosierungsverfahren, die sinnvollen Einsatzgebiete, die
verwendeten Inhaltsstoffe und die zu erwartenden Ergebnisse sind
bekannt (siehe auch link zu BWT oben).
Judo rührt ganz sicher keine eigene "Wunderlösung" mit hochgeheimen
Inhaltsstoffen zusammen.

--
____________
/schüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)

Jens Schumacher

unread,
Jul 22, 2008, 1:53:28 AM7/22/08
to
On Mon, 21 Jul 2008 23:44:00 +0200, Robert Pflüger <in...@robertpflueger.com>
wrote:

>Alfred Gemsa schrieb:
>>...
>> http://www.wasserladen.de/pdf/Info_Kalkfibel.pdf
>>
>> Gruß.
>
>demnach wär das Gerät in Ordnung.

Na, wenn derjenige, welcher vom Verkauf solcher Produkte lebt, sagt daß das
Dingen gut ist...

Jens

PS: Habe keine Erfahrung mit o.a. Laden oder entsprechenden Produkten. Nur eine
generelle Aussage.

Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 6:33:10 AM7/22/08
to
Robert Pflüger wrote:
> Hallo,
>
> kann man bei hartem Leitungswasser die Kalkablagerungen reduzieren
> wenn man "Minerallösung" dazu gibt?

Ja, und bedingt im Trinkwasserbereich. Das Dosiermitteln sind
Härtstabilisatoren unbd verhindert u.a. ein Ausfällen von
Kalziumverbindungen. Ob und welche Dosierchemikalie eingesetzt werden
kann, hängt vom Einsatzzweck und der Wasseranalyse ab.
Als Härtestabilisatoren werden meist anorganische Polyphosphate,
Phosphonsäuren, Aminomethylenphosphonsäuren, Phosphorsäureester,
Phosphonocarbonsäuren sowie Polycarbonsäuren der verschiedenen Typen
eingesetzt. Die wichtigste Anwendung ist hierbei der Kessel- und
Kühlwasserbereich oder unmittelbar vor Osmoseanlage etc.
Im Trinkwasserbereich verwendet man hierzu meist
Phospate/Orthophosphate, die eine gewisse Stabilisierung unter
bestimmten Umständen erreichen können.
Ohne Wasseranalyse lässt sich wenig dazu sagen, ob und welches
Dosiermittel in welcher Konzentration zur Härtestabilisierung das
richtige ist.
Generell kann man sagen, dass eine Enthärtungsanlage regelmäßig der
bessere, zuverlässigere und oftmals günstigere Weg im
Trinkwasserbereich ist.

> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
> Korrosion schützen?

Ja, selbstverständlich. Das ist nun aber eine andere Baustelle. Solche
Inhibitoren sollen vor allem in Heizungs-/Kessel- oder Kühlkreisläufen
verwendet werden, um eine Schutzschicht aufzubauen und ggf. um
zusätzlich noch Sauerstoff binden zu können. Vor allem durch Korrosion
betroffen sind z.B größere geschweißte Pufferspeicher bei Solaranlagen,
die oftmals gerne vor sich hinrosten.
Auch im Trinkwasserbereich bei verzinkten Rohrleitungen _und_ beim
gleichzeitigen Einsatz einer Enthärtung sind solcher Dosiermittel zum
Korrosionsschutz dringend anzuraten. Ebenso beim Einsatz von
Kupferleitungen in Verbindung niedriger pH-Werte, wie es z.B bei
privaten Brunnen der Fall sein kann, sind solche Dosierungen eine
Möglichkeit. Im letzten Fall verwendet man zur pH-Anhebung allerdings
meist eine Natronlaugedosierung etc bzw. einen Kalziumkarbonatfilter.

Im Trinkwasserbereich dienen als Korrosionsschutz meist Lösungen aus
Phosphat und Orthophosphat. Dieses Stoffe hören sich zwar fürchterlich
chemisch an, sind jedoch auch in Schokolade enthalten. Es gibt
keinerlei Hinweise (nicht einmal die geringsten), dass diese
irgendwelche Auswirkungen auf den Organismus haben, zumindest nicht in
den Dosiermengen, die vorgegeben sind. Natürlich, zuviel ist immer
ungesund, selbst Wasser!

> der Hersteller macht leider keine Angaben zu den Inhaltsstoffen der
> Minerallösung und der Funktionsweise.

Einfach Sicherheitsdatenblatt anfordern, dort steht alles drinnen. Zu
den Inhaltsstoffen habe ich bereits was gesagt. Zu der Funktionsweise
ist zu sagen, dass sich eine sehr dünne Schutzschicht am Rohr ablagert
und damit der direkte Kontakt zwischen Wasser und den darin enthaltenen
Salzen und Gasen vermieden wird.

--
Grüße
Harald

Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 6:52:10 AM7/22/08
to
Sven Hofmann wrote:

>> Was jedoch "stört" sit die Geheimniskrämerei um die Inhaltsstoffe der
>> Minerallösung.

> Oder es hilft gar nicht, und Du bezahlst unnötig Geld.
> Und der Verdacht drängt sich mir immer dann auf, wenn Inhalt und
> Wirkungsweise "geheim" sind oder verschleiert werden.

Dosiermittel sind erklärungsbedürftige Produkte. Wenn du zum ersten mal
Schokoladenfondue machst, dann schaust du ja auch erst ins Rezeptbuch.
Die Inhaltsstoffe sind auch nicht geheim oder werden verschleiert,
sondern sie stehen auf jeder Packung und auf dem Sicherheitsdatenblatt.
Und wenn man beim Fachhändler/Wasseraufbereiter nachfragt, dann wird
man in der Regel schon kompetente Auskunft bekommen. Nein klar,
schwarze Schafe gibt es wohl überall. Auch wer bei Ibäh auf
Schnäppchenjagd geht, muss nicht unbedingt erwarten, dass er auf
geballte Kompetenz trifft.

--
Grüße
Harald

Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 6:43:45 AM7/22/08
to
Sevo Stille wrote:
> Robert Pflüger wrote:
>
>> kann man bei hartem Leitungswasser die Kalkablagerungen reduzieren
>> wenn man "Minerallösung" dazu gibt?
> Mit ausreichenden Mengen der richtigen "Minerallösung" - sprich
> Salpetersäure - kann man sogar zentimeterdichte Kalkablagerungen von
> den Rohrwänden ätzen.

Nur darum ging es nicht. Es ging darum, Kalkausfällungen, vor allem bei
Erwärmung, zu verringern bzw. verhindern.

>> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
>> Korrosion schützen?
> Ja. Ob man es soll, ist eine gaanz andere Frage - selbst eine Beigabe
> des harmlosesten für den Zweck geeigneten "Minerals", Kochsalz, ist
> zumindest für Teile der Bevölkerung ungesund.

Es wird kein Kochsalz hinzugegeben. Wie kommst du darauf?

--
Grüße
Harald

Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 6:54:28 AM7/22/08
to
Jens Schumacher wrote:
> Robert Pflüger wrote:

>> demnach wär das Gerät in Ordnung.
> Na, wenn derjenige, welcher vom Verkauf solcher Produkte lebt, sagt
> daß das Dingen gut ist...

> PS: Habe keine Erfahrung mit o.a. Laden oder entsprechenden
> Produkten. Nur eine generelle Aussage.

Nur weil man weiß, dass Wasser naß ist, sollte man sich dann mit
solchen Pauschalurteilen bezüglich Wasseraufereitung vielleicht ein
wenig zurückhalten.

--
Grüße
Harald

Robert Pflüger

unread,
Jul 22, 2008, 7:49:24 AM7/22/08
to
Hallo,

Harald Maedl schrieb:
> ...


> Ohne Wasseranalyse lässt sich wenig dazu sagen, ob und welches
> Dosiermittel in welcher Konzentration zur Härtestabilisierung das
> richtige ist.

Zusammensetzung "des" Trinkwassers.
http://www.in-kb.de/media/custom/1271_86_1.PDF

> Generell kann man sagen, dass eine Enthärtungsanlage regelmäßig der
> bessere, zuverlässigere und oftmals günstigere Weg im
> Trinkwasserbereich ist.

wenn ich das Bisherige richtig verstanden habe, dann wird mit einer
Enthärtungsanlage der Einsatz von korrosionshemmenden Dosiermitteln
sinnvoll.

>
>> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
>> Korrosion schützen?
>
> Ja, selbstverständlich. Das ist nun aber eine andere Baustelle.

es geht um Trinkwasser und das Dosiermittel erledigt entsprechend
Werbung sowohl die Härtestabilisierung als auch den Korrosionsschutz.

Wenn aber alles so sehr von der Wasseranalyse abhängig ist und eine
individuelle Fachberatung, dann frage ich mich schon wie es die
Hersteller schaffen ganz Deutschland mit nur 4 unterschiedlichen
Dosiermitteln abzudecken.
http://www.judo-online.de/judo/DE/Produktinfos/Produktuebersicht/JUL_MineralL_Tabl/index_JULMineral_Tab.php


Aber erst mal Danke für die bisherigen Hinweise (auch der anderen
Schreiber).
Sobald ich die Inhaltsstoffe des hier im Einsatz befindlichen
Dosiermittels in Erfahrung gebracht habe ... mach ich mir über die
nächsten Fragen Gedanken.

Jens Schumacher

unread,
Jul 22, 2008, 9:01:53 AM7/22/08
to

Lesen, verstehen und dann erst posten.
Das war eine generelle Anmerkungen über eigene Produktbewertungen seitens des
Herstellers/Händlers, durch die Blume.
Im Klartext: der OP sollte sich lieber unabhängige Quellen zur Meinungssuche
heranziehen, bevor er 'ne Menge Geld läßt.

Gruß
Jens

Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 9:16:39 AM7/22/08
to
Robert Pflüger wrote:
> Hallo,
>
> Harald Maedl schrieb:
>> ...
>> Ohne Wasseranalyse lässt sich wenig dazu sagen, ob und welches
>> Dosiermittel in welcher Konzentration zur Härtestabilisierung das
>> richtige ist.
> Zusammensetzung "des" Trinkwassers.
> http://www.in-kb.de/media/custom/1271_86_1.PDF

Also etwas über 18°dH Karbonathärte. Damit dürfte der Einsatz von
Stabilisatoren machbar sein. Die genaue Dosierung hängt von der
Zusammensetzung des Dosiermittels ab.

>> Generell kann man sagen, dass eine Enthärtungsanlage regelmäßig der
>> bessere, zuverlässigere und oftmals günstigere Weg im
>> Trinkwasserbereich ist.
> wenn ich das Bisherige richtig verstanden habe, dann wird mit einer
> Enthärtungsanlage der Einsatz von korrosionshemmenden Dosiermitteln
> sinnvoll.

Nur wenn du verzinkte und blanke Rohrleitungen verbaut hast.

>>> Kann man durch Zugabe von "Minerallösung" Wasserrohre aus Metall vor
>>> Korrosion schützen?
>> Ja, selbstverständlich. Das ist nun aber eine andere Baustelle.
> es geht um Trinkwasser und das Dosiermittel erledigt entsprechend
> Werbung sowohl die Härtestabilisierung als auch den Korrosionsschutz.

Wenn man Wasser mit entsprechender Karbonathärte hat, dann braucht man
keinen Korrosionsschutz mehr, weil ohnehin genügend zur
Deckschichtbildung ausfällt, d.h. der Stabilisator braucht dann nicht
mehr unbedingt eine Silikatkomponente. Außer du verwendest eine
Enthärtungsanlage...

> Wenn aber alles so sehr von der Wasseranalyse abhängig ist und eine
> individuelle Fachberatung, dann frage ich mich schon wie es die
> Hersteller schaffen ganz Deutschland mit nur 4 unterschiedlichen
> Dosiermitteln abzudecken.

Die einfache Erklärung hierfür ist, dass es eine Unmenge an
Dosiermitteln gibt, die jedoch in keinem Prospekt auftauchen. In erster
linie betrifft das den industriellen Bereicht. Dort werden nicht selten
solche Produkte genau für den jeweiligen Einsatzzweck konzipiert.
Manche Hersteller haben hier jedoch bis zu 400 Produkte.

Für den Trinkwasserbereich sind weit weniger notwendig, weil die
Einsatzgebiete sehr viel einfacher sind. Die wesentlichen Einsatzzwecke
im Trinkwasserbereich für Dosiermittel sind doch:
- Sanierung von Rohrleitung, z.B nach Rohrspülungen zum schnellen
Aufbau einer Deckschicht
- Korrosionsschutz
- Härtestabilisierung

Für alle drei Bereiche enthalten die Dosiermitteln mehr oder weniger
die gleiche Suppe. Sie unterscheiden sich lediglich und im wesentlichen
durch ein unterschiedliches Verhältnis der Stoffbestandteile.

Z.B. sind in Dosiermitteln für die Sanierung von Rohrleitung ein
höherer Anteil an Silikaten enthalten. Nach der Sanierung wird das
Dosiermittel umgestellt, so dass z.B nur noch die aufgebaute
Schutzschicht erhalten bleibt, d.h der Silikatanteil wird weniger oder
ist nicht mehr enthalten.

Bei der Härtestabilisierung sind dann meist hauptsächlich diverse
Phosphate enthalten, die Einstellung erfolgt dann über die eindosierte
Menge.

Zum Korrosionschutz genügen meist zwei Produkte: Eines als
Kombiprodukt, welches eine Komponente zum Aufbau/Erhalt der
Schutzschicht enthält und eine Komponente, die die Ausfällung
stabilisiert und weiterhin mindestens ein Produkt, welches in erster
Linie den Korrosionsschutz berücksichtigt.
Dazwischen hat der ein oder andere Hersteller halt noch Produkte, die
eine feinere Abstufung ermöglichen, so dass man möglichst nicht
jedesmal mühsam die Dosiereinstellung neu berechnen muss, sondern mit
Standardeinstellungen arbeiten kann.

Wie du siehst, kommen da nicht viel Produkte zusammen. Die meisten
Hersteller führen zwischen 5 und 8 Produkte, womit man wunderbar
klarkommt.

--
Grüße
Harald

Robert Pflüger

unread,
Jul 22, 2008, 10:26:56 AM7/22/08
to
Hallo,

Harald Maedl schrieb:
> ...


> Also etwas über 18°dH Karbonathärte. Damit dürfte der Einsatz von
> Stabilisatoren machbar sein. Die genaue Dosierung hängt von der
> Zusammensetzung des Dosiermittels ab.

der spezielle Hersyteller schreibt auf seiner internetseite:
"Ab ca 17 °dH (Härtebereich 3 + 4) sollte eine xxx-Enthärtungsanlage zur
Teilenthärtung eingesetzt werden, um das Wasser auf eine Resthärte von
ca. 8 °dH zu verschneiden."

die Gesamthärte gibt der hiesige Wasserversorger mit (ca.) 21°dH an.
Somit wäre diese Dosierungsanlage zur Stsabilisierung suboptimal.

Beim der vorhandnen Wasserzusammensetzung ist eine Dosierung aus
Korrosionsschutzgründen ebenfalls unnötig.

> ...


> Z.B. sind in Dosiermitteln für die Sanierung von Rohrleitung ein
> höherer Anteil an Silikaten enthalten.

dast Du einen Link wie so eine Innensanierung von Trinkwasserleitungen
(Kalt und Warm) abläuft. Arbeitsschritte, Dauer, ...

genügt es nach dem Hausanschluss das geeignetes Dosiergerät einzubauen
und entsprechend zu betreiben oder müssen die Absperreinrichtungen in
der weiteren Veretilung ausegbaut werden, ein Kreislauf hergestellt ...
kann das Wasser aus den Zapfstellen während der Sanierung bedenkenlos
verzehrt werden ... usw.

MaWin

unread,
Jul 22, 2008, 11:46:51 AM7/22/08
to
"Harald Maedl" <harald...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:g64d78$5lb$02$1...@news.t-online.com...

>
> Ja, und bedingt im Trinkwasserbereich.

Mich wundert, dass solche Geraetschaften, die Chikalien
ins Wasser spritzen, mit demnach hoeheren Druck als das
Leitungswasser selbst hat, ueberhaupt im Trinkwasssernetz
installiert werden duerfen.

Es besteht doch die Gefahr des Reuckflusses in das
oeffentliche Netz, und wenn man bedenkt, welches Geschrei
die um Wasserhaehne, Heizungswassereinspeisung,
private Brunnen und Zisternen machen,

kann ich mir kaum vorstellen, dass solche Geraete ohne
zusaetzliche mssive Reuckflussverhinderungstechnik
zulaessig sind.

--
Manfred Winterhoff


Harald Maedl

unread,
Jul 22, 2008, 1:00:30 PM7/22/08
to
Robert Pflüger wrote:
> Harald Maedl schrieb:
>> ...
>> Also etwas über 18°dH Karbonathärte. Damit dürfte der Einsatz von
>> Stabilisatoren machbar sein. Die genaue Dosierung hängt von der
>> Zusammensetzung des Dosiermittels ab.
> der spezielle Hersyteller schreibt auf seiner internetseite:
> "Ab ca 17 °dH (Härtebereich 3 + 4) sollte eine xxx-Enthärtungsanlage
> zur Teilenthärtung eingesetzt werden, um das Wasser auf eine
> Resthärte von ca. 8 °dH zu verschneiden."

Ja, hat er ja recht und das schrieb ich ja auch. Das Problem mit der
Stabilisierung ist doch, dass die Karbonathärte, also das was ausfällen
kann, deswegen ja nicht verschwindet und je nach Temperaturerhöhung
beim Brauchwasserkessel dennoch ausfällen kann. Und wenn entsprechend
viel ausfällen kann, dann muss natürlich entsprechend viel eindosiert
werden, wodurch das Verfahren unwirtschaftlich werden kann.

> die Gesamthärte gibt der hiesige Wasserversorger mit (ca.) 21°dH an.
> Somit wäre diese Dosierungsanlage zur Stsabilisierung suboptimal.
> Beim der vorhandnen Wasserzusammensetzung ist eine Dosierung aus
> Korrosionsschutzgründen ebenfalls unnötig.

Du möchtest dich doch, wie ich dich verstanden habe, zwischen einer
Enthärtungsanlage oder einer Dosieranlage entscheiden?
Wenn dem so ist, dann rate ich zu eine Enthärtung. Wenn du allerdings
verzinkte Rohrsysteme hast, musst du dennoch eine Dosieranlage zum
Schutz der Rohre vorsehen.

>> Z.B. sind in Dosiermitteln für die Sanierung von Rohrleitung ein
>> höherer Anteil an Silikaten enthalten.
> dast Du einen Link wie so eine Innensanierung von Trinkwasserleitungen
> (Kalt und Warm) abläuft. Arbeitsschritte, Dauer, ...

Es gibt hierzu verschiedene Verfahren. Ein gängiges Verfahren ist wie
folgt:

- Spülen der Rohrleitungen
- Aufbau einer neuen Schutzschicht
- Erhalt der Schutzschicht

Rohrleitungsspülung
===================

Dieses Verfahren wird immer dann angewendet, wenn sich der
Rohrquerschnitt durch Ablagerungen aller Art stark verengt hat oder
sich bereits Korrosion auf den Rohren gebildet hat. Hierbei wird
mittels eines speziellen Spülkompressors gepulste Druckluft in das
Leitungssystem gegeben. Durch die Pulsung und durch die Luftblasen
werden lose und lockere Ablagerungen entfernt und verengte Rohre wieder
durchgängig gemacht. Je nach Dauer gelingt es, die Ablagerungen fast
vollständig zu entfernen.
Einfachste Variante: Hierzu wird ein Spülkompressor irgendwo nach der
Wasseruhr angeschlossen. Wenn möglich soll man den Wasserkessel umgehen
und diesen getrennt spülen. An allen Wasserauslässen werden die
Perlatorensiebe entfernt. Danach umwickelt man den am Kompressor
nächstliegenden Wasserhahn mit einem Putzlappen als Spritzschutz und
lässt das Ende ins Becken hängen. Alternativ schraubt man
entsprechenden Schläuche an und lässt diese in den Ausfluss hängen. Das
Teil muss i.d.R. von einem Mann gehalten werden. Nun schaltet man den
Kompressor an und lässt 10 Minuten das Wasser laufen. Wenn das Wasser
dann klar kommt, wiederholt man die Prozedur am nächsten Wasserhahn. So
arbeitet man sich von Wasserauslass zu Wasserauslass immer weiter vom
Kompressor weg. Üblicherweise spült man zuerst den Warmwasserbereich,
weil der am versifftesten ist.

Aufpassen muss man bei den Eckventilen, da sich diese gerne dabei
zulegen können. Entweder man baut sie vor dem Spülen aus und legt eine
Direktverbindung zum Abfluss oder man riskiert es, dass sich dass ein
oder andere Ventil zulegt und dann ggf ausgebaut werden muss. Wenn,
dann sind es die Eckventile von den WC-Spülkästen.
Als Zeitbedarf für ein Einfamilienhaus sollte man mit einem Tag
rechnen, also 3 Mann á 10 Std, allerdings kann es locker auch mal sehr
viel mehr sein.
Das Problem bei alten Einbauten ist bisweilen, dass man sie zwar
aufbekommt, es aber hinterher bisweilen ein ewiges Gemurkse wird, bis
die alten Anschlüsse wieder dicht sind. Auch wenn man ältere Kessel
ausräumt, dann machen bisweilen die Flanschdeckel Probleme, weil es
keine Dichtungen mehr dafür gibt und man sich welche schnitzen muss.
Der Kostenrahmen beträgt bei uns rund 1000-1500 netto.

Weiterhin wird nach der Spülung eine Dosierpumpe eingebaut. Mittels
eines Dosiermittels, das einen recht hohen Silikatanteil enthält, wird
ein schneller Aufbau einer glatten Rohrwandungsschicht erzielt.
Eventuelle Korrosionsstellen werden zugekleistert. Dieses Dosiermittel
wird für etwa ein halbes Jahr eingesetzt. Während dieser Zeit, kann es
zur Bildung von Flecken in Duschen und Wannen kommen. Diese sollten
möglichst sofort, d.h. ohne sie antrocknen zu lassen, entfernt werden,
weil sie ansonsten recht hartnäckig anhaften.
Nach dieser Zeit wird das Dosiermittel gewechselt, weil es nur mehr
darum geht, einen Abbau der neuen Schicht zu verhindern. Es ist eine
Erhaltungsdosierung ggf. mit Stabilisierung gegen Härteausfällungen.

Das Dosier-Komplettpaket inkl Dosiermittel für 1 Jahr und Wechsel der
Dosierung für ein 1-Familienhaus kommt inkl Einbau auf rund 1400-1500
EUR, netto

Wird eine Enthärtungsanlage eingebaut, dann hat die Dosierlösung eine
etwas andere Konzentration und Zusammensetzung. Hierfür gibt es
spezielle Dosierlösungen.

Eine Enthärtung gibt es ab ca 800 EUR, wenn diese was taugen soll.
DVGW-geprüfte ab um die 1800 EUR. Für ein Komplettpaket Spülung,
Dosierung, Enthärtung, muss man halt ein wenig handeln. Ein bisschen
wird schon gehen.

> genügt es nach dem Hausanschluss das geeignetes Dosiergerät einzubauen
> und entsprechend zu betreiben oder müssen die Absperreinrichtungen in
> der weiteren Veretilung ausegbaut werden, ein Kreislauf hergestellt

Normalerweise muss in einem Einfamilienhaus nichts ausgebaut werden
(außer wie oben beschrieben), außer du hast noch irgendwelche
Wasserzähler und sehr empfindliche Armaturen z.B im Duschbereich nach
der Kompressoreinspeisung.

> ... kann das Wasser aus den Zapfstellen während der Sanierung
> bedenkenlos verzehrt werden ... usw.

Ja, die Dosiermittel sind lebensmittelgeeignet.

--
Grüße
Harald

Sven Hofmann

unread,
Jul 22, 2008, 2:21:14 PM7/22/08
to
Harald Maedl schrieb:

Naja, das weiß ich schon, mir ging es hier ja auch um den speziellen
Fall, dass beim, vom OP erwähnten Gerät, nicht genau beschrieben ist,
was ins Wasser gegeben wird, wie es wirkt, und was es eventuell für
Nebenwirkungen gibt.
Zu den Geräten des Anbieters gibt es zum Teil Datenblätter und
Anleitungen, aber nicht zu den Chemikalien.
Da wäre ich dann schon vorsichtiger.

Sven Hofmann

unread,
Jul 22, 2008, 2:39:29 PM7/22/08
to
MaWin schrieb:

Na, ich denke mal, dass hier einfach die geringe Menge der eventuell
eingespülten Chemikalien, und deren trinkwassertauglichkeit dazu führt,
dass diese ohne Rückflußverhinderer eingebaut werden können.
Es sind ja maximal 10l Chemikalienvorrat, die bei einem EFH eingespült
werden könnten, und die verdünnen sich im öffentlichen Leitungsnetz
recht schnell.
Bei den, von Dir angesprochenen Verunreinigungen bei Zisternen, Brunnen,
usw. sind es hauptsächlich die Keime, die da wohl ein Problem
darstellen. Die vermehren sich unter Umständen rasant, da ist nichts
mehr mit Verdünnen.

Robert Pflüger

unread,
Jul 22, 2008, 3:10:39 PM7/22/08
to
Harald Maedl schrieb:
> ... sehr viel.

Danke für die umfassende Auskunft. Du hast was gut bei mir.

Hans Beiger

unread,
Jul 22, 2008, 3:28:25 PM7/22/08
to
MaWin schrieb:

> Mich wundert, dass solche Geraetschaften, die Chikalien
> ins Wasser spritzen, mit demnach hoeheren Druck als das
> Leitungswasser selbst hat, ueberhaupt im Trinkwasssernetz
> installiert werden duerfen.

Diese Dosieranlagen spritzen nichts ins Wasser, das ist ein Injektor der
nur bei Wasserentnahme in Fließrichtung etwas zugibt. Die Gefahr des
Rückflusses besteht demnach niemals.

Hans

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