ich hab recht oft Messing mit Silberlot hartzulöten. Danach ist an den
meisten Stellen an denen Flußmittel war ein rötlicher (Cu, metallisch)
Belag der sich nur sehr schwer entfernen lässt, selbst mit Schleifflies.
Natürlich praktisch überhaupt nicht in irgendwelchen Ecken und Ritzen.
Jetzt hab ich es mal mit einer Beize versucht mit der man das Flußmittel
besser entfernen kann (aus den Goldschmiedebedarf, Name entfallen), hat
aber nix gebracht.
Woran liegt's?
- Am Flußmittel?
- Temperaturen?
- Sonstigem?
Danke für Tips,
Nick
--
Description forthcoming.
> ich hab recht oft Messing mit Silberlot hartzulöten. Danach ist an den
> meisten Stellen an denen Flußmittel war ein rötlicher (Cu, metallisch)
> Belag der sich nur sehr schwer entfernen lässt, selbst mit Schleifflies.
> Natürlich praktisch überhaupt nicht in irgendwelchen Ecken und Ritzen.
Ist normal, Flußmittel reduziert halt das Kupferoxyd zu Kupfer.
> Jetzt hab ich es mal mit einer Beize versucht mit der man das Flußmittel
> besser entfernen kann (aus den Goldschmiedebedarf, Name entfallen), hat
> aber nix gebracht.
1. Schwefelsäure (kannst Du ev. über Apotheken oder Chemikalienhandel
kriegen), muß nicht hochrein sein, (aber du mußt es selbst verdünnen)
beizt besser als die fertigen Pulver. Verdünne die Säure auf 10%- NIE
das Wasser in die Säure...
2. Wenn Du nach dem Beizen nochmal durchglühst, ohne Flußmittel, bis
alles schwarz wird, und dann nochmal beizt, wird das Ergebnis besser.
CuO = schwarzes Kupferoxyd löst sich in der Beize besser als rotes
Cu2O. Die Teile nicht anfassen vorher, der entstehende Fettfilm
verschlechtert auch das Ergebnis.
3. Wenn das auch nichts bringt hilft Salzsäure, ist aber wegen den
entstehenden Dämpfen mit Vorsicht zu genießen.
HTH Martin
> Ist normal, Flußmittel reduziert halt das Kupferoxyd zu Kupfer.
D.h. ich soll das Zeugs vorher (besser) sauber machen!
> 1. Schwefelsäure (kannst Du ev. über Apotheken oder Chemikalienhandel
> kriegen), muß nicht hochrein sein, ...
Batteriesäure tut's dann also auch.
Ja, Danke für den Hinweis mit der Verdünnung. <Eselsbrücke> "Kommt das
Wasser in die Säure, kommt das Ungeheure. Kommt die Säure in das Wasser,
das ist basser" </Eselsbrücke>
> 2. Wenn Du nach dem Beizen nochmal durchglühst, ohne Flußmittel, bis ...
Damit meinst Du das Beizen mit Schwefelsäure. Soll ich die
Anti-Flußmittel-Beize vergessen? Oder damit zunächst das Flußmittel
damit entfernen?
> 3. Wenn das auch nichts bringt hilft Salzsäure, ...
Ich will keine Rostbeschleuniger in meiner Werkstatt! :-)
Danke für die Tips!
Gruß,
Nick
--
Description forthcoming.
> > Ist normal, Flußmittel reduziert halt das Kupferoxyd zu Kupfer.
> D.h. ich soll das Zeugs vorher (besser) sauber machen!
Das sowieso, die Lötstellen sollten immer metallisch blank sein, die
Lötung ist dann besser. Ganz wirst Du den "Verkupferungseffekt" dennoch
nicht abstellen können. Das Flußmittel verhindert die Oxidation eben
nicht vollständig, bzw. funktioniert eben auch aufgrund der Reduktion.
> Batteriesäure tut's dann also auch.
Ja.
> Damit meinst Du das Beizen mit Schwefelsäure. Soll ich die
> Anti-Flußmittel-Beize vergessen? Oder damit zunächst das Flußmittel
> damit entfernen?
Ich löte auch wo immer es geht mit der Fertigbeize (Vitrex, nicht
Neacid), weil das Zeug keine Löcher in die Klamotten frisst, bei
Schwefelsäure reichen leider schon kleinste Spritzer, die machen Löcher,
oft erst nach einer nachfolgenden Wäsche. Einfach ausprobieren, ob das
schwarzglühen was bringt, und zum Flußmittel entfernen kannst Du es
sicher weiter verwenden.
Man sollte die Säure auch heiß machen, so ca. 60° C.
> Ich will keine Rostbeschleuniger in meiner Werkstatt! :-)
Ich habe mal Salpetersäure benutzt, um Unedelmetalle wegzuätzen, meine
Werkstatt war *etwas* überholungsbedürftig :-)
Gruss Martin
>Batteriesäure tut's dann also auch.
Sogar Haushaltsessig tut es, dauert nur eine Weile. Wenn man über
Nacht einwirken lässt, verschwinden Flussmittelreste auch damit
Gruß
Eva
> Sogar Haushaltsessig tut es, dauert nur eine Weile.
Oder Zitronensaft. Es ging mir aber um die Cu-farbenen Flecken.
Ich werde das diese WoE ausprobieren ...
> Ich löte auch wo immer es geht mit der Fertigbeize (Vitrex, nicht
> Neacid), weil das Zeug keine Löcher in die Klamotten frisst,
So, ich hab jetzt noch ein bissl experimentiert. Noch nicht mit
Schwefelsäure, sondern mit Vitrex.
Ein Fehler war, das Werkstück _heiß_ in die Beize zu tauchen. Die
Oxydschicht hält so (leider) besser und ist schwerer abzuschmirgeln. An
der Luft abkühlen lassen, dann beizen hilft schon deutlich. Versuche mit
Schwefelsäure folgen ...
> Ein Fehler war, das Werkstück _heiß_ in die Beize zu tauchen. Die
> Oxydschicht hält so (leider) besser und ist schwerer abzuschmirgeln...
Mag sein, ist aber vor allem schlecht, weil sich die Beize in den Poren
des Werkstückes festsetzt. Das sind dann die Teile, wo nach Jahren noch
so grüne Ausblühungen zu sehen sind...
Ich habe auch noch ein bißchen experimentiert, und festgestellt, daß das
rote, unlösliche Cu2O vor allem entsteht, wenn man das Werkstück beim
löten zu heiß macht. Wie gesagt, nach dem abbeizen vorsichtig glühen,
bis alles schwarz ist, hilft. Ansonsten gibts zum versäubern an recht
unzugänglichen Stellen Glasfaserbürsten, wird dann allerdings matt. (Die
muß man unbedingt unter fließendem Wasser anwenden, sonst hat man
hinterher die Hände voll mit kleinsten Glasfasern)
Rezepte für Matt und Gelbbrennen hätte ich auch noch, ist dann
allerdings Schweinkram (Unter Abzug oder draußen anwenden), und ich habs
selber nie probiert.
Gruss Martin