Um die Frage etwas zu spezifizieren: ich will mir demnächst einen
Aquariumschrank bauen. Maße ca. 70 x 100 cm^2, Höhe im üblichen Rahmen
(ich hab' mich noch nicht entschieden, wird wohl irgendwo zwischen
60...100 cm zu liegen kommen).
Als tragende Tischplatte kommt wegen der Materialauswahl im örtlichen
Baumarkt eigentlich nur 21 mm Birke Multiplex (wasserbeständig
verleimt, wird aber eh' mit Epoxid beschichtet[1]) oder
Siebdruckplatte (Quizfrage: lieber die offenen Stellen selbst
beschichten oder die Klebestellen vorher abfräsen?) in Frage - die
verfügbaren Küchenarbeitsplatten gehen nur bis 60 cm Breite
(Maßanfertigung z.B. bei Ikea für eine Platte, die man später eh'
nicht mehr sieht, ist mir zu teuer). Die Optik außen sollte Eiche sein
(nötigenfalls verblendet oder furniert).
Die Frage ist jetzt: baue ich das Untergestell aus stabverleimter
Eiche (Küchenarbeitsplatte, 27 mm stark) oder auch aus Multiplex (21
mm stark)? Vom Gefühl her geben sich die beiden Platten nicht viel -
Eiche scheint etwas schwerer zu sein, bei ca. 300...400 kg Gesamtmasse
spielen 10 kg hin oder her aber auch keine große Rolle mehr. Beim
Aufbau dachte ich daran, an den beiden Schmalseiten jeweils eine
tragende senkrechte Platte einzusetzen sowie dazwischen Längs
ebenfalls eine tragende senkrechte Platte, allerdings mit (mindestens)
zwei größeren Ausschnitten, um die Stautiefe für zwei Kanister zu
kriegen, von oben gesehen also etwa so |--|. Die Tischplatte kriegt
außen rum noch einen umlaufenden Rahmen, sowohl für's Aussehen
(Kiesblende) als auch für die Stabilität.
Gruß
Markus
[1] Ja - mit einer Lage Glas zur Stabilität und natürlich nur von
innen bzw. da, wo mit größeren Mengen Wasser zu rechnen ist, außen
wird geölt. Unten im Schrank sollte auch nochmal eine Wanne rein,
damit zumindest in Grenzen die Brühe nicht gleich in's Wohnzimmer
läuft. Das ganze hat natürlich ein gewisses Verzugsrisiko, deswegen
Multiplex oder Eiche und der Versuch, die Kräfte auch konstruktiv in
den Griff zu kriegen.
....die verfügbaren Küchenarbeitsplatten gehen nur bis 60 cm Breite
(Maßanfertigung z.B. bei Ikea für eine Platte, die man später eh'
nicht mehr sieht, ist mir zu teuer)....
Jeder bessere Baumarkt oder Holzhandel sollte auch Küchenarbeitsplatten in
90cm Breite haben - und diese zählen noch nicht als Maßanfertigung.
Gruß Tilo
> Die Frage ist jetzt: baue ich das Untergestell aus
> stabverleimter Eiche (Küchenarbeitsplatte, 27 mm stark)
> oder auch aus Multiplex (21 mm stark)?
Stabverleimte Platten sind dazu gemacht, irgendwo aufzuliegen. Als
Konstruktionsmaterial taugen sie eher nicht, weil sie stark arbeiten und
sich leicht verformen. Multiplex dagegen ist durch die querverleimten
Schichten verzugsfrei und daher viel belastbarer.
Davon abgesehen würde ich aber einen Kasten aus Balken vorziehen, der dann
mit dem Material deiner Wahl verkleidet wird. Das ist günstiger und
stabiler. Wenn oben ausreichend dimensionierte Stützbalken verlaufen,
spielen Dicke und Material der Verkleidung keine Rolle mehr.
Grüße
Markus
>
> Jeder bessere Baumarkt oder Holzhandel sollte auch Küchenarbeitsplatten in
> 90cm Breite haben - und diese zählen noch nicht als Maßanfertigung.
>
Also von fünf (5) verschiedenen Baumärkten in und rund um Koblenz kann
ich z.B. sagen, dass dort nur 60 cm Platten angeboten werden, größere
Tiefen nur im Fachhandel und dort zu astronomischen Preisen.
Gruß und frohes neues Jahr,
Ruth
> Also von fünf (5) verschiedenen Baumärkten in und rund um Koblenz kann
> ich z.B. sagen, dass dort nur 60 cm Platten angeboten werden, größere
> Tiefen nur im Fachhandel und dort zu astronomischen Preisen.
[x] Baumärkte in und um Koblenz meiden
Mir ist noch kein Baumarkt untergekommen, der nicht zumindest Buche und
irgendwas wie Birke oder Ahorn stabverleimt in 90cm ab Lager hatte - das
gibt's sogar in den meisten Hobbymärkten.
Gruß Sevo
>"Markus Imhof" <markus...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
[Was ist stabiler - Multiplex oder Eiche?]
Bei gleicher Dimensionierung natuerlich Multiplex. Das ist zum einen
holzfaserverstaerkter Kunststoff und zum anderen laufen die Fasern
gekreuzt. Eine 25mm Multiplexplatte schlaegt man selbst mit einem Axt
nicht so leicht kaputt, waehrend ein gleichgrosses Brett aus Eiche
massiv schon beim ersten Schlag brechen duerfte.
jue
was wiegt ein bestimmtes Volumen Holz und das selbe Volumen OSB?
- die Differenz ist "Kunststoff"
um halbwegs vergleichbar zu bleiben kann man ja die gleiche Holzsorte
nehmen, z.B. Birke.
--
mit freundlichem Gruß
Robert
Den "Leim" natuerlich, was denn sonst :-)
jue
Hallo Hans
darf ich dir am Neujahrstag einen freundlich gemeinten Rat geben: lass
deinen Humordetektor justieren.
jue
aus willkürlichen Internetquellen:
Birke Multiplex: 440-500 kg/m³
Birke OSB: 630 kg/m³
Birkenholz: 650 kg/m³
Es kommt wohl noch auf die Holzfeuchtigkeit und den Pressdruck und die
Art des Leimes an ... und eventuell auf Weiteres, z.b. Risse oder
Astlöcher in den Mittellagen.
Ja, die Bodenplatte muß alleine schon deswegen dran, weil sonst der
ganze Kram im Unterschrank auf dem Boden stehen müßte :-)
Ich kann aber leider keine durchgehende Bodenplatte auf den Boden
stellen: wir haben hier eine Fußbodenheizung, und zudem läuft genau
da, wo das Aquarium hin soll, die eine Schleife, die nie abgeschaltet
wird. Wenn ich da Holz platt drauf stelle, wird das wohl nicht lange
platt bleiben. Ich werde unter der Bodenplatte wohl noch ein paar
Abstandshalter (2x 50x10 cm^2 ?) montieren müssen.
Die Verstärkung der Platte ist wohl eine gute Idee, Kiefer/Fichte
sollte aber zumindest nach außen nicht sichtbar sein.
Gruß
Markus
Jaein - bei der Axt würde ich Dir zustimmen. Aber leider ist Bruchlast
nicht unbedingt ein Indikator für das Biegeverhalten. Vergleiche mal
eine gleich große Stahlplatte mit einer Glasplatte (oder, um eine
vorherige Abschweifung aufzugreifen, nimm CFK).
>
> Laut einer Website gibt es Multiplexplatten auch in weiß,
> melaminharzbeschichtet, allerdings sei mit Harznestern zu rechnen und
> das Furnier scheine stellenweise durch. Das wäre ja dann Unsinn oder
> stimmt es nicht?
Es gibt Multiplexplatten auch in häßlich braun Melaminharzbeschichtet.
Nennt sich dann Siebdruckplatte (weiß der Geier, warum - ich sehe
diese Platten immer nur bei Transportanhängern). Vorteil wäre, daß die
Platte an sich zumindest auf der Fläche schon mal wasserfest ist.
Nachteil ist, daß sich auf der beschichteten Fläche nichts mehr kleben
läßt, an allen Klebe/Dichtungsstellen müßte ich dann erst mal die
Beschichtung abfräsen.
Gruß
Markus
> Die Verstärkung der Platte ist wohl eine gute Idee,
> Kiefer/Fichte sollte aber zumindest nach außen nicht
> sichtbar sein.
Es gibt Eichelasur für Innen, die auf Fichte aufgebracht sehr authentisch
aussieht.
Grüße
Markus
Die Temperatur beeinflusst aber auch massgeblich die relative Luftfeuchte.
Ciao, Michael.
Na ja - probiert hab' ich es noch nicht, aber zumindest dann, wenn ich
die Arbeitsplatten ohne Belastung auf dem Boden liege habe, wölben die
sich mit der Zeit ganz ordentlich (werden dann aber auch wieder
gerade, wenn ich sie ungeheizt liegen lasse). Holzfußboden (auch mit
Heizung) haben wir hier im OG auch. Aber zum Einen heizt da die
Heizung nicht so sehr, und zum Anderen ist der vollflächig auf dem
Estrich verklebt - das wollte ich bei dem Unterschrank eigentlich
vermeiden ;-)
Was Deine Hochkantplatten angeht: Wenn ich die so abzähle, ist Dein
Becken auch _etwas_ größer als mein geplantes - bei ~200 mm Abstand
hätte ich zwei Streben zusätzlich unten drin, geplant hatte ich bisher
eine in der Mitte.
Es wird wohl auf Multiplex und Furnier, eventuell ~2mm Dickfurnier
(das kann ich als Grobmotoriker auf der Fläche besser verarbeiten)
hinauslaufen. Kann sich aber auch noch ändern.
Gruß
Markus
Am Holz wird sich halt auf der Unterseite mehr oder weniger maximal
die Vorlauftemperatur einstellen (um die 30..35 Grad), an der
Oberseite die Raumtemperatur.
Grüße,
Andreas
"Markus Imhof" <markus...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag