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Schleifen von Holzprofilen

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D. Puetz

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May 11, 2004, 7:03:42 AM5/11/04
to
Hallo,

ich stehe davor, 10 schöne alte Holz-Zimmertüren aus den 20er Jahren
aufzuarbeiten. Die Türen sind jeweils mit 4 Holzkassetten untergliedert.
Diese Kassetten sind von Profilen umgeben (klingt kompliziert, Ihr wisst
aber wahrscheinlich genau, was ich meine). Die Türen sollen geschliffen
und dann wieder lackiert werden. Wie schleife ich dabei die Profile am
besten, so dass einerseits die Profilkanten nicht rundgeschliffen
werden, andererseits aber die Farbe aus den Ecken herauskommt, so dass
die Profile wieder markanter werden oder bleiben? Lohnt es sich bei 10
Türen, sich eine Ziehklinge mit demselben Profil zu basten? Oder ist das
ganz falsch?

Das gleiche Problem habe ich bei der Holztreppe bzw. bei der Vorderkante
der Trittstufen. Hier möchte ich das Profil auch möglichst genau
nachschleifen.

Langeweile kommt jedenfalls nicht auf :-)

Danke schon im Voraus!
Dunja.

Michael Morban

unread,
May 11, 2004, 8:57:21 AM5/11/04
to
Hallo Dunja,

also ich habe das ganze zum Glueck schon hinter mir. Waren auch so an die 10
Tueren.
Zuerst hab ich die alte Farbe "abgebrannt" mit dem Heissluftfoehn, dann noch
geschliffen, entweder von Hand, oder mit dem Fein Multimaster und dem
Profil-Schleif-Set (anschaffung lohnt sich) und den Rest natuerlich mit
einem "guten" Exzenterschleifer (Festo Rotex, Makita BO6040).
Es ist aber wirklich eine Schweinearbeit, ich wuerde die heute nicht nochmal
machen, sondern dei Tueren zum Abbeizen weggeben :) Aber es ist Deine
Entscheidung.

Gruss aus Berlin
Maiko

Reiner

unread,
May 12, 2004, 3:32:06 AM5/12/04
to
Hallo,

also meine Erfahrung ist daß das mit Schleifen (Band bzw.
Exzenterschleifer) nie so geworden ist wie ichs mir vorgestellt
hätte... Meistens war der Lack so dick und beständig daß man mehr am
Schleifpapier wechseln war als am wirklichen schleifen.. Und wenn Du
schleifst dann wirds (fast) immer rund an den Kanten...

1) Abbeizen bzw. -laugen. Bringt die besten Ergebnisse. Is aber nur
praktikabel wenn die Türen nicht eingebaut sind. Abbeizung im Haus
sind die größte Sauerei die's gibt ;-)
2) Entfernung des Lacks mit Schleifaufsatz für Flex oder Bohrmaschine.
Funktioniert am besten zur Lackentfernung. Leider aber nicht bei
weichem Holz. Ansonsten mußt Du genau drauf achten mit welcher
Geschwindigkeit sich der Aufsatz dreht und in welcher Drehrichtung Du
die Kanten angehst. Wenn du längs zu den Holzfasten arbeitest kommt
die Struktur des Holzes so richtig raus - aber keine Ahnung ob Du das
willst.

Grüsse

Reiner

Heinz Fermum

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May 12, 2004, 3:33:41 AM5/12/04
to

"Michael Morban" <mic...@morban.de> schrieb im Newsbeitrag
news:c7qidh$ouf$02$1...@news.t-online.com...

...ja..... Multimaster lohnt sich bestimmt. Ich glaube so ein ähnliches
Werkzeug gibs auch von Dremel (auch nicht billig).
Hinterher sagt man doch oft: würde ich nicht noch mal machen!! Also ran

H1


Thomas Haedrich

unread,
May 12, 2004, 4:26:05 AM5/12/04
to
D. Puetz schrieb:

> ich stehe davor, 10 schöne alte Holz-Zimmertüren aus den 20er Jahren
> aufzuarbeiten. Die Türen sind jeweils mit 4 Holzkassetten untergliedert.
> Diese Kassetten sind von Profilen umgeben (klingt kompliziert, Ihr wisst
> aber wahrscheinlich genau, was ich meine). Die Türen sollen geschliffen
> und dann wieder lackiert werden. Wie schleife ich dabei die Profile am
> besten, so dass einerseits die Profilkanten nicht rundgeschliffen
> werden, andererseits aber die Farbe aus den Ecken herauskommt, so dass
> die Profile wieder markanter werden oder bleiben? Lohnt es sich bei 10
> Türen, sich eine Ziehklinge mit demselben Profil zu basten? Oder ist das
> ganz falsch?

Wir sind "mehrstufig" vorgegangen: Die alten Farbschichten mit einem
Heißluftföhn erwämt und abgestoßen. Spachtel mit gut gerundeten Kanten
sind dabei wichtig. Es waren mehrere Farbschichten, zum Glück war die
unterste eine Ölfarbe, die läßt sich gut entfernen. Dort, wo sie schon
mal jemand abgefummelt hatte und Acrylfarbe auf dem Holz war, ging es
viel schlechter.
Danach mit Abbeizer die Farbreste entfernt. Die Fa. Scheidel Innovative
Chemie hat Abbeizer, die sogar im Innenraum verwendbar sind und das Holz
nicht schädigen.
Schlußbehandlung mit Schleifpapier. Dazu habe ich mir für jedes
Profilteil ein Stück Holz passend geformt, um keine Kanten zu runden.

Anschließend haben wir nur geölt. Darum auch der Aufwand.
Die Füllungen sind inzwischen geschrumpft und geben schmale Farbränder
frei, da muß ich nochmals nachfummeln.

Grüße, Thomas

Horst Kalevar

unread,
May 12, 2004, 6:06:27 AM5/12/04
to
"D. Puetz" <dunja_pue...@web.de> schrieb

> ich stehe davor, 10 schöne alte Holz-Zimmertüren aus den 20er Jahren
> aufzuarbeiten.

Mit Heißluftfön die Farbe entfernen, an den Profilen mit einer Messing-
oder weichen Drahtbürste arbeiten, aber immer in Maserrichtung.

Es ist u.U. schneller die Profilleiste rauszuschlagen und nach dem
säubern von Blatt und Füllungen eine neue Leiste einzusetzen.

HTH
Horst


Gernot Samhammer

unread,
May 12, 2004, 8:19:02 AM5/12/04
to
Hallo Dunja,

wenn man es denn schon so machen will, wie von Dir beabsichtigt (was
ja durchaus richtig ist, nur eben einigermaßen anstrengend), ist der
von Maiko schon erwähnte FEIN Multimaster (wird auch als "PRACTUS"
angeboten, auch mal bei ebay nachsehen) mit dem Profilschleifset
wirklich einer sehr gute Wahl! Und wenn man ihn erst einmal hat,
finden sich noch unzählige andere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten.
Ich möchte meinen jedenfalls nicht mehr missen.

Gruß und viel Erfolg!

Gernot
(auch Fan alter Füllungstüren)

M. Díegmann

unread,
May 12, 2004, 3:08:45 PM5/12/04
to
"D. Puetz" schrieb

> Lohnt es sich bei 10 Türen, sich eine Ziehklinge
> mit demselben Profil zu basten? Oder ist das
> ganz falsch?


Es lohnt sich, die Profile vorher abzumachen. Das ist nicht immer einfach,
sie sind sicher genagelt und kleben außerdem mit allen Lackschichten fest.
Aber nach einer einleitenden Heissluftbehandlung sollten sie sich mit dem
Beitel abhebeln lassen. Wenn du eine ab hast, hebst du die anderen an der
dann freiliegenden Stirnseite an - dann sieht man nachher keine Spuren. Sie
sind in der Regel aus härterem Holz als die Flächen und brechen bei
vorsichtiger Vorgehensweise nicht ab. Immer soweit anheben, dass man den
nächsten Nagel so eben sieht und dann direkt dort neu ansetzen. Wenn noch
Leim dazwischen ist, eben in noch kleineren Schritte vorgehen.

Sind sie einmal ab, lassen sie sich (wieder einleitende Heissluft
vorausgesetzt) wunderbar mit einem Zieheisen abziehen. Und die verbliebenen
Flächen gehen dann auch ruckzuck, die Kassetten fallen raus und der Rahmen
ist eben. Du musst nur darauf achten, dass jede Leiste wieder an ihren Platz
kommt, denn nur da findet sie die Löcher der alten Nägel wieder.

Leichter ist es natürlich, sie nach dem Abmachen zu entsorgen und zu
ersetzen. Ich würde aber eher das alte Stück komplett erhalten wollen.
Vielleicht hast du da nach den ersten 3 Türen aber eine neue Meinung zu :-)

Grüße
Markus

Thomas Haedrich

unread,
May 13, 2004, 4:08:00 AM5/13/04
to
Horst Kalevar schrieb:

> Es ist u.U. schneller die Profilleiste rauszuschlagen und nach dem
> säubern von Blatt und Füllungen eine neue Leiste einzusetzen.

Vorsicht, Vorsicht. Sind es echte Kassettentüren, so sind die Profile in
die Rahmenhölzer eingearbeitet. Nix mit "Profile rausschlagen".

Thomas

D. Puetz

unread,
May 13, 2004, 2:50:26 AM5/13/04
to
Hi,

vielen Dank für die zahlreichen guten Tipps! Ich denke, dass ich
versuchen werde, die Profilleistchen herauszunehmen. Wahrscheinlich
reicht jedoch ein Schleifen der Türen aus (also kein Abbrennen oder
Heißluftfön), da die Lackschicht nicht sonderlich dick ist (auf die
Türen waren glücklicherweise vor einigen Jahrzehnten Resopalplatten
genagelt worden) und die Türen höchstwahrscheinlich nicht holzsichtig
sein sollen.

Zum Glück habe ich reichlich Zeit, da ich die Türen parallel zur
Haussanierung bearbeiten kann ;-)

Viele Grüße aus Berlin
Dunja.

Heiko Schuknecht

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May 15, 2004, 8:55:24 PM5/15/04
to
Wenn die Türen ohnehin neu lackiert werden sollen würde ich mir die ganze
Quälerei mit dem Schleifen sparen und sie zu einem vernünftigen
Abbeizbetrieb bringen. Sollte bei 10 Türen eigentlich nicht mehr als 30-40
Euro pro Tür kosten.
Für die Rahmen würde ich dann einen guten, zähhaftenden Abbeizer verwenden
oder die Heissluftpistole.
Danach bleibt noch genug Handarbeit übrig ;)

Gruss, Heiko

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