Ein Bekannter schwärmt mir regelmäßig von seinem Anbauprojekt vor, daß er mit
Ytong Steinen durchführen will. Anscheinden hat das Material ja nur Vorteile -
leicht zu transportieren, zu bearbeiten, zu verbauen...
Wenn ich allerdings so durch unsere Neubausiedlungen fahre, setzen fast alle
auf traditionelle Baustoffe von Hohlblock bis Kalksandstein. Da frage ich mich
doch: Wenn das Material so toll ist, warum verwendet das keiner ?
Wo also ist der Haken ?
Ciao, ..Joachim
>Ein Bekannter schwärmt mir regelmäßig von seinem Anbauprojekt vor, daß
er mit
>Ytong Steinen durchführen will.
...... schnipp.....
>doch: Wenn das Material so toll ist, warum verwendet das keiner ?
>Wo also ist der Haken ?
Hallo Joachim,
"keiner" ist ja wohl auch nicht ganz richtig!
Gegen Gasbeton (Ytong, Hebel usw.) sprechen vor allem zwei Dinge:
Ein ziemlich hoher Preis und eine schlechtere Schalldämmung gegenüber
dichteren Baustoffen .
Grüße
Thorwald Brandwein
www.biotekt.de
--
"Bei der Stapelung der Wohnungen nach oben geht zuerst der
Mensch zugrunde und dann die Natur. Bei der Stapelung in die
Breite läuft es umgekehrt." (Friedensreich Hundertwasser)
Biotektur => Bauen (auch) mit Pflanzen
Matthias
Hallo Joachim,
ein weiterer Haken an Ytong ist das befestigen von Gegenständen. Nageln
geht wenn überhaupt nur für leichte Gegenstände und bohren funktioniert
ebenfalls nur mit Spezialdübeln.
Ciao
Michael
>> Wenn das Material so toll ist, warum verwendet das keiner ?
>>
>> Wo also ist der Haken ?
>>
>ein weiterer Haken an Ytong ist das befestigen von Gegenständen.
>Nageln geht wenn überhaupt nur für leichte Gegenstände und bohren
>funktioniert ebenfalls nur mit Spezialdübeln.
Guten Tag Michael und geehrte Mitleser,
ich sehe mehrere Gründe:
Handwerksfirmen sind oftmals eingeschworen auf die traditionellen
Baustoffe,
Porenbeton selbst ist gut zu verarbeiten. Seine Vorzüge zu nutzen
erfordert aber ein recht genaues Arbeiten. Durch das Dünnbett des
Klebers anstelle des dick aufgetragenen Mörtels kann man Winkel sehr
gut durch Zurechtsägen von Steinen ausfüllen. Allerdings sind die
großen Steinformate schon recht unhandlich.
Rohbauten aus traditionellen baustoffen kann man über den Winter
ausfrieren lassen. Porenbeton ist dazu nicht geeignet. Durch
feuchtigkeitsaufnahme sinkt die Tragkraft erheblich. SOmit müsen Bauten
aus Porenbeton immer vor dem Winter fertig werden.
Als NAchteil empfinde ich die geringe Schalldämpfung des Porenbetons.
In gegenden mit erhöhtem Lärmaufkommen sollten andere Materialien
hinzugezogen werden.
MfG
Hubertus
--
"Erfahrung der Fachausdruck für bewährte Fehler älterer Mitarbeiter."
(Michael Schiff)
hier einige subjektive Vor- und Nachteile von Porenbeton (ohne Anspruch auf
Vollständigkeit):
Nachteile von Porenbeton:
- sehr teuer (3x gebenüber Hochlochziegel, 2x gegenüber KS) --> K.O.-Kriterium
für Firmen
- relativ geringe Schalldämmung (daher z.B. nur in Verbindung mit Vorsatzschale
(Klinker...))
- evt. Befestigungsprobleme schwerer Gegenstände (ist allerdings bei HLZiegel
auch nicht besser)
- starker Saugeffekt (in der Bauphase)
Vorteile von Porenbeton:
- leicht und schnell zu verarbeiten und geringes Gewicht (gut für Nicht-Maurer)
- gute Wärmedämmung
- geringe Wärmespeicherkapazität (d.h. Stein fühlt sich warm an, nicht eiskalt!)
- keinen Kamineffekt wie bei HLZiegel (es zieht z.B. nicht aus Steckdosen!)
- geringerer Putzauftrag möglich
- gute homogene Optik (sieht man natürlich nur im Rohbauzustand!)
Haken halten natürlich auch mit den passenden Dübeln:-))
Bye
Frank
--
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NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de
Meine Hebelsteine waren nur ca. 20% teuerer als Ziegel.
> - relativ geringe Schalldämmung (daher z.B. nur in Verbindung mit Vorsatzschale
> (Klinker...))
Der Schall sucht sich immer die schwaechsten Stellen, und dass sind
Fenster und Rollaedenkaesten.
> - evt. Befestigungsprobleme schwerer Gegenstände (ist allerdings bei HLZiegel
> auch nicht besser)
In Porenbeton sollte nicht mit Bohrhammer gebohrt werden. Um ein exates
massgenaues Loch herzustellen, ist es am besten mit Spezialwerkzeug vom
Hersteller ein Loch zu schlagen (sieht aus wie ein Durchschlag). In
diesem verdichteten passgenauen Loch heben normale Duebel ausgezeichnet.
> - starker Saugeffekt (in der Bauphase)
Der "SAUGEFFEKT" eines Materiales wird von dessen Kapillarwirkung
bestimmt, uns dieser ist bei Porenbeton deutlich geringer als z.B. bei
Ziegel.
Servus,
---
Anton Fasching PST Informatik
Tel :. 089/2178-2178
http://www.pst.informatik.uni-muenchen.de/~afaschin/
> In Porenbeton sollte nicht mit Bohrhammer gebohrt werden. Um ein exates
> massgenaues Loch herzustellen, ist es am besten mit Spezialwerkzeug vom
> Hersteller ein Loch zu schlagen (sieht aus wie ein Durchschlag). In
> diesem verdichteten passgenauen Loch heben normale Duebel ausgezeichnet.
Ich mache das seit 16 Jahren in meinem "Hebelstein"-Haus mit ganz
normalen M6, M8, M10, M12 * 120 Sechskantschrauben und 08/15 Dübeln.
MfG Klaus
Hallo Frank,
wieso ist die geringe Wärmekapazität ein Vorteil ?
Das Gegenteil ist doch richtig: Eine hohe Wärmekapazität kann
Außentemperaturschwankungen doch viel besser abfangen und vom Innenraum
fernhalten. Egal ob das klirrend-frostige Winternächte oder heiße
Sommertage sind.
Richtig dicke Außenmauern aus Ziegelsteinen sammeln hier echte
Pluspunkte.
Viele Grüße,
Ralf.
Noch ein Nachteil von Porenbeton: er saugt ganz gut Wasser auf, gib es
aber schlecht wieder ab - eine Folge des "haufwerksporigen" inneren
Aufbaus.
>
> wieso ist die geringe Wärmekapazität ein Vorteil ?
> Das Gegenteil ist doch richtig: Eine hohe Wärmekapazität kann
> Außentemperaturschwankungen doch viel besser abfangen und vom
Innenraum
> fernhalten. Egal ob das klirrend-frostige Winternächte oder heiße
> Sommertage sind.
> Richtig dicke Außenmauern aus Ziegelsteinen sammeln hier echte
> Pluspunkte.
>
Sind aber nicht die einzigen, die das können. Zum einen nehmen nur die
ersten 11 cm am Temperaturausgleich teil, also nix mit "je dicker,
desto besser". Demnach sollen die Speichermassen innen liegen, da kann
man dann 24erWände nutzen. Holz hat fast dieselbe Speicherfähigkeit wie
Stein, auch wenn es erstaunlich klingt. Optimal ist übrigens Lehm. KS
ist zu kalt, Ziegel sind hohl und damit zu leicht.
Ein gut gedämmtes Haus braucht weniger Speichermasse, weil auch weniger
Wärme reinkommt.
Viele Grüße
Werner Reimann
Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.
Porenbeton saugt auf Grund seiner schlechten Kapillarwirkung kein Wasser
auf.
Sollte der Stein dennoch mit Wasser, Regen der beim bauen von oben in
den Stein eindringt, durchsetzt sein, so gibt er es nur sehr langsam an
seine Umluft wieder ab.
Dafür nimmt er Wasser auf, weil er Poren hat, in denen er es speichern
kann. Das führt dazu, daß der Stein frostempfindlich ist.
Ich will damit nicht sagen, daß Porenbeton ein ungeeignetes Material
mit hohem "eingebautem" Risiko ist, aber er _muß_ vor dem Winter
verputzt sein - und im Keller würde ich ihn keinesfalls einbauen.
Vor 10 Jahren YTONG im Keller verbaut, bisher keine Veränderung.
--
M.D.B.
WDR Studio Münster
Also ich sehe eine große Wärmekapazität eher als Nachteil an, aber so ganz
allein werde ich mit meiner Meinung sicherlich nicht sein...
Eine große Wärmekapazität bedeutet auch einen großen Verzögerungseffekt beim
Temperaturausgleich. Du heizt also das Wohnzimmer tagsüber, damit die Wand
nachts, wenn Du im Schlafzimmer bist, eine angenehme Oberflächentemperatur hat :-
)) Es wird sich natürlich ein bestimmter Temperatur-Mittelwert einstellen, der
aber mehr oder weniger von der aktuelle Raumlufttemperatur abweicht.
Der Einfluß der Außentemperatur sollte auf die Wand eigentlich minimal sein, da
man davor eine entsprechende Dämmschicht genau für diesen Zweck hat. Natürlich
wirkt eine Wärmekapazität integrierend, aber für die Außentemperatur nur sekundär.
Anders sieht das natürlich aus, wenn man (wie im Mittelalter) keine Dämmung hat..
..
Ich betrachte es heute als Vorteil, die Raumtemperatur spontan verändern zu
können, wenn die Situation es erfordert. Ohne erst lange die Wand heizen/kühlen
zu müssen! Denn sonst landen wir wieder bei den guten (?) alten
Nachtspeicherheizungen, wo man gestern schon wissen mußte, wie warm/kalt es
morgen wird....
bye
frank
"Ralf Schmidt" <Ralf.S...@t-online.de> wrote:
>Hallo Frank,
>
>wieso ist die geringe Wärmekapazität ein Vorteil ?
>Das Gegenteil ist doch richtig: Eine hohe Wärmekapazität kann
>Außentemperaturschwankungen doch viel besser abfangen und vom Innenraum
>fernhalten. Egal ob das klirrend-frostige Winternächte oder heiße
>Sommertage sind.
>Richtig dicke Außenmauern aus Ziegelsteinen sammeln hier echte
>Pluspunkte.
>
>Viele Grüße,
>Ralf.
> Ich betrachte es heute als Vorteil, die Raumtemperatur spontan verändern zu
> können, wenn die Situation es erfordert. Ohne erst lange die Wand heizen/kühlen
> zu müssen! Denn sonst landen wir wieder bei den guten (?) alten
> Nachtspeicherheizungen, wo man gestern schon wissen mußte, wie warm/kalt es
> morgen wird....
So eine schnelle Reaktion auf die Heizung ist in meinen Augen nachteilig.
Bestes Beispiel war die Wohnung, in der meine Verlobte bis vor kurzem gewohnt
hat: Beton-Waende (Souterrain), innen 10cm Styropor, bisschen Gips. Klar, die
wurde ratzfatz warm, wenn man die Heizung aufdrehte. Leider wurde die auch
wieder ratzfatz kalt (und zwar merklich und unangenehm), wenn mal drei Leute
im Haus hintereinander geduscht haben und der Kessel fuer eine Stunde
nur noch Warmwasser produziert... Klar, Zeitkonstanten von etlichen Stunden
sind Scheiss, aber ein klein wenig Waermekapazitaet ist schon nett.
Martin