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Welcher Strom fließt durch eine Opferanode im 160 Liter Speicher?

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Andreas Bockelmann

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Mar 29, 2019, 9:28:02 AM3/29/19
to
Hallo liebe Zielgruppe,

ich wollte meiner Opferanode am Warmwasserspeicher ein Amperemeter
verpassen. Mit welchen Strömen kann ich da rechnen? Ich habe Werte von 300µA
bis 5mA gelesen. Eingebaut werden soll ein einfaches Drehspulmessgerät
billigster Bauart. Es geht mir nur um eine schnelle, qualitative Kontrolle
nach ok/ko.

Der Speicher ist aus emailliertem Stahl, ca. 10 Jahre alt. Vor rund zwei
Jahren habe ich auf verdacht mal die Opferanode getauscht, obwohl sie noch
gut aussah. Dabei habe ich diese isoliert eingebaut und mit einer dicken
Kupferlitze auf Masse gelegt. Ich könnte den Strom messen, aber die Anlage
ist gerade 60km von mir entfernt.


--
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Bockelmann

HC Ahlmann

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Mar 29, 2019, 10:27:21 AM3/29/19
to
Andreas Bockelmann <xot...@gmx.de> wrote:

> Vor rund zwei Jahren habe ich auf verdacht mal die Opferanode getauscht,
> obwohl sie noch gut aussah. Dabei habe ich diese isoliert eingebaut und
> mit einer dicken Kupferlitze auf Masse gelegt.

Das ist wider den Sinn einer Opferanode.

Auf ein schützenswertes, metallenes Bauteil soll eine Opferanode direkt
und leitend angebracht werden, sodass sie sich im umgebenden Elektrolyt
mit der Zeit auflöst, eben zugunsten des schützenswerten Bauteils
opfert.

Isoliert man die Opferanode, kann sie nicht wirken. Baut man deshalb ein
edleres Metall als leitende Verbindung ein, wird die Opferanode
schneller verzehrt, weil schützenswertes Bauteil und Verbindung an ihr
knabbern. Irgendwann wird sich das schützenswerte Bauteil für die edlere
Verbindung opfern.
--
Munterbleiben
HC

<http://hc-ahlmann.gmxhome.de/> Bordkassen, Kochen an Bord, Törnberichte

Roland Franzius

unread,
Mar 29, 2019, 12:58:38 PM3/29/19
to
Aus Gewicht ( Vaillnat zB 540g), Atomgewicht (Magnesium 24), Ladung
(-2e) und Lebensdauer (4a bei sehr weichem Wasser, hoher Mangangehalt)
ist der Ionentransport ins Wasser ca minimal 0.03 A.

Was genau abläuft, hängt ab von der Gesamtleitfähigkeit von den freien
Metalloberflächen über das Wasser als Elektrolyt.

Dabei sind die angeflanschten Kupferrohre und Messingarmaturen in der
Nähre des Behälters vermutlich die größte Kathodenfläche als
Elektronenquelle zur Neutralisierung der von der Anode in Lösung
gehenden Mg++-Ionen.

Der Sanitärlieferant empfiehlt übrigens einfach eine

https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdstromanode

Wikipedia gibt 2-4 W an, das wären dann bei 5 V als Schutzspannung dann
um 1A.


Der astronomische Preis dafür dürfte sich aus der Kombination von
Korrosions-, Druck- und Temperaturfestigkeit der isolierten Durchführung
ergeben.

https://www.loebbeshop.de/vaillant-fremdstromanode-0020052234



--

Roland Franzius





















Andreas Bockelmann

unread,
Mar 29, 2019, 1:18:02 PM3/29/19
to
HC Ahlmann schrieb:
> Andreas Bockelmann <xot...@gmx.de> wrote:
>
>> Vor rund zwei Jahren habe ich auf verdacht mal die Opferanode getauscht,
>> obwohl sie noch gut aussah. Dabei habe ich diese isoliert eingebaut und
>> mit einer dicken Kupferlitze auf Masse gelegt.
>
> Das ist wider den Sinn einer Opferanode.

> Isoliert man die Opferanode, kann sie nicht wirken. Baut man deshalb ein
> edleres Metall als leitende Verbindung ein, wird die Opferanode
> schneller verzehrt, weil schützenswertes Bauteil und Verbindung an ihr
> knabbern. Irgendwann wird sich das schützenswerte Bauteil für die edlere
> Verbindung opfern.
>

Ich hätte vielleicht explizit dazu schreiben sollen, dass die Kupferlitze
außerhalb des Wassers auf der trockenen Seite die Anode mit der
Behältermasse verbindet. Und genau den Strom, der durch diese Litze fließt
wolte ich per Drehspulinstrument sichtbar machen.

Andreas Bockelmann

unread,
Mar 29, 2019, 1:18:02 PM3/29/19
to
Ingrid fand unter
<https://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/141905/Anodenstrom-bei-Mg-Opferanode>
einen Hinweis aus einer Messanweisung von Buderus ">0,1mA" das Prüfgerät
habe wohl drei grüne LED >0,1mA, >10mA und >50mA, sowie eine rote bei <0,1mA

Werde mal sehen, ob ich einen kleinen Drehspuler mit 50mA bekomme.

Andreas Bockelmann

unread,
Mar 29, 2019, 1:28:02 PM3/29/19
to
Martin Gerdes schrieb:
> hc.ah...@gmx.de (HC Ahlmann) schrieb:
>
>>> Vor rund zwei Jahren habe ich auf verdacht mal die Opferanode getauscht,
>>> obwohl sie noch gut aussah. Dabei habe ich diese isoliert eingebaut und
>>> mit einer dicken Kupferlitze auf Masse gelegt.
>
>> Das ist wider den Sinn einer Opferanode.
>
> Ich traue Andreas das schon zu, daß er das richtig gemacht hat.
> Ich hätte an seiner Stelle aber halt bei neuer Opferanode gleich den
> Strom gemessen -- denn nur für diese Option macht er ja den Aufriß.

Ich habe die Idee mit dem Drehspulmessgerät gerade verworfen. Wenn ich Werte
von 0,1 bis >50mA lese, das bekomme ich auf einer Skala gar nicht
dargestellt. Also bleibt es wie es ist und ich werde hin und wieder das DMM
einschleifen und messen.


> Die Opferanode wird oft leitend eingebaut, aber das muß nicht so sein.
> Nicht umsonst gibt es welche für isolierten Einbau*, die dann natürlich
> leitend mit dem Warmwasserspeicher verbunden werden müssen -- aber in
> diesem Fall kann man halt zu Prüfzwecken ein Amperemeter
> dazwischenschalten. Dann kann man die Opferanode prüfen, ohne sie dafür
> ausbauen zu müssen.

Genau aus dem Grunde habe ich sie isoliert eingebaut. Den Strom hatte ich
nach Einbau auch gemessen, aber Alber Alzheim hat zugeschlagen. Bei
Überlegung leuchtet mir natürlich ein, dass, je nach Zustand des Behälters,
der Strom in einem weiten Bereich variiert. Somit ist ein Drehspulmessgerät
gar nicht sinnvoll skalierbar.

Bodo Mysliwietz

unread,
Mar 29, 2019, 4:53:42 PM3/29/19
to
Am 29.03.2019 um 18:13 schrieb Andreas Bockelmann:

> Genau aus dem Grunde habe ich sie isoliert eingebaut. Den Strom hatte
> ich nach Einbau auch gemessen, aber Alber Alzheim hat zugeschlagen. Bei
> Überlegung leuchtet mir natürlich ein, dass, je nach Zustand des
> Behälters, der Strom in einem weiten Bereich variiert. Somit ist ein
> Drehspulmessgerät gar nicht sinnvoll skalierbar.

Zumal der Strom sich noch mit der Wasserkontakfläche verändert. Damit
also auch von der Bauform anhängig ist. Dann dürfte das ganze noch mit
der Wasserkalität variieren ... sprich im jahresgang evtl. variierende
Ionengehalte.

Ich habe mich eh gefragt was Du messen willst? Anode (z.B.) 90%
Verbraucht oder "Anode weg" ... evtl. denkst Du über Spannungsmessung nach.

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
http://www.labortechniker.de/

Bodo Mysliwietz

unread,
Mar 29, 2019, 4:56:52 PM3/29/19
to
Am 29.03.2019 um 21:53 schrieb Bodo Mysliwietz:
... evtl. denkst Du über Spannungsmessung nach.
>

... hmm, dürfte noch schlechter sein.

Wolfgang Martens

unread,
Mar 29, 2019, 6:52:40 PM3/29/19
to

> ich wollte meiner Opferanode am Warmwasserspeicher ein Amperemeter
> verpassen. Mit welchen Strömen kann ich da rechnen? Ich habe Werte
> von 300µA bis 5mA gelesen. Eingebaut werden soll ein einfaches
> Drehspulmessgerät billigster Bauart. Es geht mir nur um eine
> schnelle, qualitative Kontrolle nach ok/ko.
>
> Der Speicher ist aus emailliertem Stahl
Je größer die Fehlstellen der Emailleschicht sind, desto größer der
Strom. Ist die Opferanode aufgebraucht, fließt nichts mehr. Wenn die
Elektrode nicht gerade erneuert wurde, wird der Strom vermutlich
halbwegs konstant bleiben.
Ich würde irgendein altes Drehspulinstrument nehmen und den Shunt oder
Vorwiderstand ausbauen. Unabhängig von der Skala ist meist sowas wie
ein 50µA Messwerk drin.
Dann mit neuem Shunt versehen, damit die Opferstromanzeige bei etwa
30% der Skala liegt.
Oder 1000 Ohm in die Leitung und gelegentlich zur Kontrolle mit 200mV
DVM den Spannungsabfall messen.

mfG W.Martens

Marcel Mueller

unread,
Mar 30, 2019, 1:54:31 AM3/30/19
to
Am 29.03.19 um 23:52 schrieb Wolfgang Martens:
> Ich würde irgendein altes Drehspulinstrument nehmen und den Shunt oder
> Vorwiderstand ausbauen. Unabhängig von der Skala ist meist sowas wie ein
> 50µA Messwerk drin.
> Dann mit neuem Shunt versehen, damit die Opferstromanzeige bei etwa 30%
> der Skala liegt.
> Oder 1000 Ohm in die Leitung und gelegentlich zur Kontrolle mit 200mV
> DVM den Spannungsabfall messen.

Die 200mV beeinflussen das elektrochemische Potential aber schon deutlich.

Dasselbe gilt natürlich für den Spannungsabfall an den alten
Drehspulinstrumenten, deren Innenwiderstand in ähnlicher Größenordnung
liegt.

Ich würde schon versuchen, eher in der Dimension 20mV zu bleiben, sonst
heißt es wie so oft wer misst, misst Mist.


Marcel

Wolfgang Martens

unread,
Mar 30, 2019, 4:08:08 AM3/30/19
to
Am 30.03.2019 um 06:54 schrieb Marcel Mueller:
> Am 29.03.19 um 23:52 schrieb Wolfgang Martens:
>> Ich würde irgendein altes Drehspulinstrument nehmen und den Shunt
>> oder Vorwiderstand ausbauen. Unabhängig von der Skala ist meist
>> sowas wie ein 50µA Messwerk drin. Dann mit neuem Shunt versehen,
>> damit die Opferstromanzeige bei etwa 30% der Skala liegt. Oder
>> 1000 Ohm in die Leitung und gelegentlich zur Kontrolle mit 200mV
>> DVM den Spannungsabfall messen.
>
> Die 200mV beeinflussen das elektrochemische Potential aber schon
> deutlich.
Mein Fehler, es sollte 1000 mOhm heißen. Bei 5mA fallen da 5mV ab.

> Dasselbe gilt natürlich für den Spannungsabfall an den alten
> Drehspulinstrumenten, deren Innenwiderstand in ähnlicher
> Größenordnung liegt.
Es darf nicht zu unempfindlich sein. Ein Conrad 103069
(100µA 280 Ohm) hat Vollauschlag bei 28mV. Wenn man den Shunt auf 30%
Ausschlag anpasst, bleibt es bei 8,6mV Spannungsabfall.

> Ich würde schon versuchen, eher in der Dimension 20mV zu bleiben,
> sonst heißt es wie so oft wer misst, misst Mist.
Ja, das ist sinnvoll.

mfG W. Martens

Thomas Prufer

unread,
Mar 30, 2019, 4:13:07 AM3/30/19
to
On Fri, 29 Mar 2019 18:13:53 +0100, Andreas Bockelmann <xot...@gmx.de> wrote:

>Ich habe die Idee mit dem Drehspulmessgerät gerade verworfen. Wenn ich Werte
>von 0,1 bis >50mA lese, das bekomme ich auf einer Skala gar nicht
>dargestellt. Also bleibt es wie es ist und ich werde hin und wieder das DMM
>einschleifen und messen.

So am Rande: Bei ISTR Stiebel-Eltron ist die Anzeige "Anode aufgebraucht" nicht
über den Anodenstrom gelöst, sondern die Anode hat innen ein Loch, das auf einen
Druckschalter geht. Wenn die Anode abgenagt ist bis das Loch frei ist, drückt
der Wasserdruck auf den Schalter und das Lamperl geht an.

Ob das ist weil Strommessung teurer ist, oder weniger einfach zu interpretieren
als "Licht brennt", oder sonstwas, sei dahingestellt -- auch ne Lösung, und dann
ist noch Anode da.


Thomas Prufer


Frank Müller

unread,
Mar 30, 2019, 5:07:16 AM3/30/19
to
Andreas Bockelmann schrieb:

> Ich hätte vielleicht explizit dazu schreiben sollen, dass die Kupferlitze
> außerhalb des Wassers auf der trockenen Seite die Anode mit der
> Behältermasse verbindet. Und genau den Strom, der durch diese Litze fließt
> wolte ich per Drehspulinstrument sichtbar machen.

Das ist sicher interessant zu sehen welche Ströme da fließen, nur
hat so ein Drehspulinstrument, bei den Strömen die du messen
willst, einen nicht unerheblichen Innenwiderstand, der sich dann
negativ auf die Wirkung so einer Opferanode auswirkt.

Frank

Martin K.

unread,
Mar 31, 2019, 4:30:09 PM3/31/19
to
Am Freitag, 29. März 2019 15:27:21 UTC+1 schrieb HC Ahlmann:
> Andreas Bockelmann <xot...@gmx.de> wrote:
>
> > Vor rund zwei Jahren habe ich auf verdacht mal die Opferanode getauscht,
> > obwohl sie noch gut aussah. Dabei habe ich diese isoliert eingebaut und
> > mit einer dicken Kupferlitze auf Masse gelegt.
>
> Das ist wider den Sinn einer Opferanode.
>
> Auf ein schützenswertes, metallenes Bauteil soll eine Opferanode direkt
> und leitend angebracht werden, sodass sie sich im umgebenden Elektrolyt
> mit der Zeit auflöst, eben zugunsten des schützenswerten Bauteils
> opfert.

Wenn man sie direkt leitend montieren würde, wie sollte man dann den
Strom messen um die Funktion zu prüfen? Deshalb ist die Opferanode
isoliert montiert und per aussteckbarer Kupferader mit dem Kessel
verbunden.

Marte Schwarz

unread,
Apr 1, 2019, 2:41:22 AM4/1/19
to
Hi Marcel,

> Die 200mV beeinflussen das elektrochemische Potential aber schon deutlich.

Genau deswegen würde ich kein DMM nehmen. Deren nötiger Spannungsabfall
liegt bei Vollausschlag gerne bei 200 mV

Marte

Marcel Mueller

unread,
Apr 1, 2019, 2:48:57 PM4/1/19
to
Am 01.04.19 um 08:41 schrieb Marte Schwarz:
Das kann man umgehen, wenn man einen Messbereich runter schaltet.
Wenn es natürlich so ein Mistding mit automatischer Messbereichswahl
ist, hat man verloren.


Marcel
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