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Tipp fuer verstopfte Abflussleitung mit 90 Grad Boegen

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Günter

unread,
Jun 27, 2004, 8:04:16 AM6/27/04
to
Bei uns ist haeufig die Abflussleitung der Toilette verstopft. Auch
die Reinigung durch Profis hilft immer nur ein paar Monate. Das Rohr
ist leider (unter Putz und Fliesen) über ca. 5,5 m horizontal mit
minimaler Neigung gefuehrt, ehe es senkrecht weiter nach unten geht.
Darueberhinaus befindet sich nach 1,5 m eine 90° Biegung und nach
weiteren 3 m wieder eine 90° Biegung.

Bis zur zweiten Biegung war alles frei. Mit der 5 m
Rohrreinungsspirale kam ich immer nur bis dahin, aber nicht mehr um
diese zweite Biegung. Das Problem ist aehnlich wie beschrieben unter
http://groups.google.de/groups?hl=de&lr=&ie=UTF-8&frame=right&th=727d5dea61631f15&seekm=aaocr8%24c7ubd%241%40ID-3467.news.dfncis.de#link1

Ich konnte die Spirale nicht voll hineinschieben, weil sie sich im
großen Abwasserrohr, schätze 100 mm Durchmesser, spiralfoermig
entfaltete.

Daher habe ich mir folgenden Trick ueberlegt:
Aus dem Baumarkt, Gartenabteilung, besorgte ich mir einen klaren 5 m
Wasserschlauch (nicht gewebeverstaerkt) mit 25 mm Innendurchmesser und
3,5 mm Wandstaerke. Die Spirale mit der spiralforrmigen "Kralle" von
23 mm Durchmesser an der Spitze schob ich komplett in den Schlauch,
dass nur die Kralle herausragte. Dann schob ich Spirale und Schlauch
in das Abwasserrohr und kam sogar um den ersten Bogen herum. Nach 4,5
m war wie zu erwarten Schluss. Nun entfernte ich von der
herausragenden Seite der Spirale mit Handgriff nacheinander 10 cm
lange Stuecke des Schlauches und schob die Spirale darin entsprechend
weiter hinein. Da der Schlauch wesentlich enger ist als das dicke
Abwasserrohr, wickelte sich die Spirale darin kaum spiralfoermig auf
und ich konnte den gesamten Druck dazu nutzen, die Kralle um die
zweite Biegung zu bekommen. Dann die Spirale drehen und die ganze
Anordnung herausholen und den Teilpfropfen entfernen. Dann wieder ein
10 cm Schlauchstueck entfernen und alles wieder hineingeschoben. Diese
Prozedur habe ich mehrfach wiederholt, bis die Spirale komplett
gestreckt im Rohr war. Wenn ich eine 10 m Spirale gehabt haette,
koennte man sich das Abschneiden des Schlauches in Etappen wohl
sparen. Ich wollte jedoch sichergehen, dass ich den Pfropfen auf
keinen Fall weiter vorschob und ich dann nur einen Teil herausbekomme.
Die ganze Prozedur hat tatsaechlich funktioniert :-)

Der Durchmesser und die Wandstaerke des Schlauches sind bestimmt nicht
unwichtig. Einerseits sollte der Innendurchmesser moeglichst gering
sein, damit sich die Spirale nicht spialfoermig entfaltet,
andererseits wollte ich den ca. 25 mm dicken Handgriff der Spirale
nicht absaegen. Die standardmaessig naechste Groesse von 32 mm
Innendurchmesser haette ich aber bestimmt schon nicht mehr um die
erste Biegung bekommen. Eine groessere Wandstaerke waere auch
problematisch wegen der Steifigkeit. Etwas duenner als meine 3,5 mm
waere bestimmt noch moeglich. Zu duenn durfte aber eine zu geringe
Steifigkeit zeigen.

Ich hoffe, mein Tipp hilft jemand bei einem aehnlichen Fall weiter!

Guenter

Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 27, 2004, 8:59:34 AM6/27/04
to
"Günter" <Radi...@gmx.de> schrieb

> Das Rohr ist leider (unter Putz und Fliesen) über ca. 5,5 m
> horizontal mit minimaler Neigung gefuehrt

> ...
> ... eine 90° ... und ... wieder eine 90° Biegung.

Wer hat das denn verbrochen?

Vielleicht hilft dir ja so ein Teil:
http://home.wtal.de/werkzeug/rohrfrei.htm

Dann musst du nicht jedes Mal einen neuen Schlauch kaufen
und in Stückchen schneiden.

Außerdem: Großer Spülkasten (> 9 Liter), ganz altmodisch ohne
'Spartaste', damit ordentlich Wasser durchläuft.

Gruß
Jochen

Günter

unread,
Jun 27, 2004, 1:16:01 PM6/27/04
to
On Sun, 27 Jun 2004 14:59:34 +0200, "Jochen Kriegerowski"
<kriege...@despammed.com> wrote:

>"Günter" <Radi...@gmx.de> schrieb
>
>> Das Rohr ist leider (unter Putz und Fliesen) über ca. 5,5 m
>> horizontal mit minimaler Neigung gefuehrt
>> ...
>> ... eine 90° ... und ... wieder eine 90° Biegung.
>
>Wer hat das denn verbrochen?

Das nennt sich Architekt ;-)


>
>Vielleicht hilft dir ja so ein Teil:
>http://home.wtal.de/werkzeug/rohrfrei.htm
>

Interessant, merke ich mir. Danke.
Ob das aber immer hilft ist die Frage. Ich habe mit meiner Kralle
einiges rausgeholt. Sogar ein Tampon war dabei ;-)

>Dann musst du nicht jedes Mal einen neuen Schlauch kaufen
>und in Stückchen schneiden.

War ja nur für das erste vortasten. Den Schlauch kann ich (und werde
wohl ihn wohl in ein paar Monaten :-) wieder verwenden.


>
>Außerdem: Großer Spülkasten (> 9 Liter), ganz altmodisch ohne
>'Spartaste', damit ordentlich Wasser durchläuft.

Da hast du bestimmt Recht; hier spart "jemand" mit dem Wasser ;-)

Gruß
Günter

Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 27, 2004, 1:28:41 PM6/27/04
to
"Günter" <Radi...@gmx.de> schrieb

> Das nennt sich Architekt ;-)

Offensichtlich ohne fachkundige Mitarbeiter, die ihn zur
Vernunft bringen - soll's leider geben ;-)

> Sogar ein Tampon war dabei ;-)

Dass nur dafür vorgesehene 'Gegenstände' im Klo landen,
zumal wenn es ohnehin zu Verstopfung neigt...

Gruß
Jochen

Volker Neurath

unread,
Jun 27, 2004, 6:26:59 PM6/27/04
to
Jochen Kriegerowski wrote:

>"Günter" <Radi...@gmx.de> schrieb
>
>> Das nennt sich Architekt ;-)
>
>Offensichtlich ohne fachkundige Mitarbeiter, die ihn zur
>Vernunft bringen - soll's leider geben ;-)

Wenn der Installateur das so erstellt, ist _er_ das Schuld (und Imo
hochgradig inkompetent..), nicht der *tekt.

Volker
--
Im uebrigen bin ich der Meinung, das TCPA verhindert werden muss.

Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 28, 2004, 1:27:03 AM6/28/04
to
"Volker Neurath" <nean...@gmx.de> schrieb

> Wenn der Installateur das so erstellt, ist _er_ das Schuld (und Imo
> hochgradig inkompetent..), nicht der *tekt.

Wer war zuerst? Der Bauplan oder der Installateur?

Wenn auf der Zeichnung das Klo hinten links statt vorne rechts
hingemalt ist wir auch ein mittelmäßig kompetenter Installateur
das da hin bauen - wenn's doch der Architekt so will ;-)

Was macht ein hochgradig kompetenter Installateur, wenn
vorne rechts kein Platz fürs Klo ist, weil dann die Tür nicht mehr
aufgeht, und die Hauptleitung nicht nach hinten links verglegt
werden kann, weil sie dann mitten durchs Wohnzimmer führt?

Im Ernst: Man merkt doch schon beim Zeichnen, wenn da mit
dem Klo was nicht funktioniert.

Gruß
Jochen

Günther Grund

unread,
Jun 28, 2004, 2:09:09 AM6/28/04
to
"Jochen Kriegerowski" schrieb im Newsbeitrag

> Im Ernst: Man merkt doch schon beim Zeichnen, wenn da mit
> dem Klo was nicht funktioniert.

Ist das so?
Die Zeichnungen, die ich gesehen habe, waren Draufsichten.
Das Klo wird schon funktionieren. Nur für die Abflussleitung ist der
Installateur zuständig. Der geniesst das Vertrauen seines Meisters, wenn er
nicht selbst einer ist.
Wenn der Architekt auch noch was von Installation verstehen würde, was
müsste der alles im Kopf haben.

Auch kann ich mir schwer vorstellen, dass ein Plan oder eine Zeichnug solche
Details wie Gefälle, Rohrverlegung und optimierte Rohrverlaufsgestaltung
beinhaltet. Dafür hat der Installateur gelernt. Der musste wissen, dass zwei
45°-Bögen die optimalere Lösung gewesen wäre.

Ist nicht zufällig ein Architekt unter uns?

Gruss
Günther

Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 28, 2004, 2:38:32 AM6/28/04
to
"Günther Grund" <g.g....@web.de> schrieb

> Die Zeichnungen, die ich gesehen habe, waren Draufsichten.

Der Bauherr bekommt ja auch nur einen Bruchteil der Zeichnungen
zu sehen, der Maurer bekommt andere Zeichnungen als der Elek-
triker, der Dachklempner wieder andere als der Bautischler usw.

> Wenn der Architekt auch noch was von Installation verstehen würde, was
> müsste der alles im Kopf haben.

Er sollte in der Tat einiges im Kopf haben.

> Auch kann ich mir schwer vorstellen, dass ein Plan oder eine Zeichnug solche
> Details wie Gefälle, Rohrverlegung und optimierte Rohrverlaufsgestaltung
> beinhaltet.

Das ist da u.U. durchaus drin. Es hängt ja unter Umständen sehr viel davon ab,
an welcher Stelle das andere Ende vom Rohr wieder rauskommt.

> Ist nicht zufällig ein Architekt unter uns?

<fingerheb> Bauzeichner, freiberuflich, für verschiedene Architekten tätig

Gruß
Jochen

Michael Brockhoff

unread,
Jun 28, 2004, 2:50:26 AM6/28/04
to
"Jochen Kriegerowski" <kriege...@despammed.com> schrieb im Newsbeitrag
news:cboa7k$id8$03$1...@news.t-online.com...

> Wenn auf der Zeichnung das Klo hinten links statt vorne rechts
> hingemalt ist wir auch ein mittelmäßig kompetenter Installateur
> das da hin bauen - wenn's doch der Architekt so will ;-)

Da nimmt man dann zwei 45 Grad bögen und nicht einen 90

Gruß

Mchael


Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 28, 2004, 4:38:32 AM6/28/04
to
"Michael Brockhoff" <nosp...@gmx.net> schrieb

> Da nimmt man dann zwei 45 Grad bögen und nicht einen 90

Wenn's denn in die Wand passt: Ja
Aber auch die 5,5 m Länge sind etwas viel (IIRC sagt die DIN
was von max. 5 Meter 'horizontal')

Planungsfehler.

Gruß
Jochen

Volker Neurath

unread,
Jun 28, 2004, 5:07:06 PM6/28/04
to
Jochen Kriegerowski wrote:

>Wenn auf der Zeichnung das Klo hinten links statt vorne rechts
>hingemalt ist wir auch ein mittelmäßig kompetenter Installateur
>das da hin bauen - wenn's doch der Architekt so will ;-)

Und die Leitung entsprechend verlegen - was durchaus bedeuten kann,
statt eines 90°-bogenss zwei 45° zu benutzen.

>Im Ernst: Man merkt doch schon beim Zeichnen, wenn da mit
>dem Klo was nicht funktioniert.

Das merkt der Installateru, nicht aber der *tekt - denn der hat vom
Installationsfach in der Regel Null Ahnung.

Jochen Kriegerowski

unread,
Jun 29, 2004, 1:18:36 AM6/29/04
to
"Volker Neurath" <nean...@gmx.de> schrieb

> Das merkt der Installateru, nicht aber der *tekt - denn der hat vom
> Installationsfach in der Regel Null Ahnung.

Ich kenne viele, die haben davon Ahnung - und ich selbst bin auch
kein Installateur. Es gibt einfach Dinge, die sind für normal denkende
Leute selbstverständlich. 'Gesunder Menschenverstand' eben. Der
ist bei der Planung unabdingbar weil man unmöglich alle Vorschriften
und Normen für ein derart komplexes Gebilde wie ein Haus gleich-
zeitig im Kopf haben kann, zusammen mit den Prinzipien von Persius
und Schinkel, sowie Goethes Farbenlehre und die RAL-Farbtabelle
samt der Preislisten von Caparol und STO.

Wenn der Architekt es nicht selbst kann, muss er sich Mitarbeiter
suchen die zumindest die gröbsten Schnitzer ausbügeln und heim-
lich Klos von einer Ecke in die andere schieben. Den Rest kann
man dem Bauherrn ja als 'Kunst' andrehen.
Ich gehe öfters durch die Straßen und sehe sehr viel 'Kunst am Bau'

Gruß
Jochen

Volker Neurath

unread,
Jun 29, 2004, 5:29:13 PM6/29/04
to
Jochen Kriegerowski wrote:

>Ich kenne viele, die haben davon Ahnung

die sind, das wird dir mein alter herr[1] bestätigen, eher die
Ausnahme.

>kein Installateur. Es gibt einfach Dinge, die sind für normal denkende
>Leute selbstverständlich. 'Gesunder Menschenverstand' eben. Der
>ist bei der Planung unabdingbar weil man unmöglich alle Vorschriften
>und Normen für ein derart komplexes Gebilde wie ein Haus gleich-
>zeitig im Kopf haben kann,

Deswegen wäre es sinnvoll, wenn sich der *tekt schon in der
Planungsphase mit Fachkundigen zusammensetzen würde. Passiert aber in
der Regel eher nicht.

Volker

[1] War bei den hiesigen Stadtwerken u.a. zuständig für die Abnahme
von Gas- und Wasserinstallationen. Mit den Schoten, die er erlebt hat,
könnte man Bücher füllen ....

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