Ich möchet eine Esstisch-Platte aus Massiv-Kiefer behandeln, so dass
nicht jede Kleinigkeit zur bleibenden Erinnerung wird. Ich ahbe im Forum
über alle möglichen Formen des Wachsen und / oder Ölen gelesen, aber
bislang keine Antwort auf meine Frage bekommen:
Ich würde gerne eine Behandlung aus Bienenwachs und Leinöl machen, aber
weiss nicht recht wie und in welcher Reihenfolge. Der Tisch ist bereits
geschliffen. Habe mal was von einer Kombimnation aus Leinöl und
Bienenwachs gehört, ich glaube vermischt und warm/heiss (???)
aufgetragen. Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht, bitte gute und
schlechte mitteilen!? Wäre für jede Antwort dankbar.
Ich werde meine Erfahrungen später auch hier veröffentlichen, damit
endlich mal Klarheit auf der Wachs/Öl-Front herrscht.:-)
Danke Euch schonmal!
chris
Zuerst das Öl (mindestens zwei Gänge; 15 minuten nach Aufbringen mit
einem Tuch abreiben - Überschuß gründlich entfernen), zum Abschluß das
Wachs.
Leinöl vergilbt übrigends mit der Zeit; es gibt auch andere Öle zur
Holzbehandlung (Holzhartöl, spezielle Mischungen ...).
Bienenwachs macht eine schöne Oberfläche, ist aber auch relativ weich.
Carnaubawachs ist wesentlich härter, macht aber eine glänzendere
Oberfläche, die eher wie Lackiert aussieht.
> Der Tisch ist bereits
> geschliffen. Habe mal was von einer Kombimnation aus Leinöl und
> Bienenwachs gehört, ich glaube vermischt und warm/heiss (???)
> aufgetragen. Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht, bitte gute und
> schlechte mitteilen!? Wäre für jede Antwort dankbar.
Kenn ich nicht.
Ciao
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Klaus Kamppeter klaus.k...@gmx.net
Naja, grundsätzlich ist die Anwendung von Öl und Wachs doch klar (wie
bei der Fußbodenbehandlung), wie Klaus auch schon schrub:
2-3 mal ölen, naß in naß (satt ölen, 30 Minuten warten, Überschuss
abwischen, direkt wieder ölen)
Trocknen lassen. Dann Wachsen.
Ich benutze Fußbodenhartöl und Hartwachs von Kreidezeit.
In dem Wachs ist Carnaubawachs und Bienenwachs, ist also strapazierfähig
und gibt einen schönen, leicht orange-gelben Schimmer. Dazu das Wachs
nach 5-6 Stunden Trockenzeit polieren (Schwabbelscheibe mit
Polieraufsatz), komplett austrocknen lassen und erneut wachsen,
polieren. Das Polieren erhöht auch die Festigkeit der Oberfläche.
Zweimal Wachsen ist Minimum, beim ersten Mal zieht das Wachs noch stark
ein, trotz Öl.
Gruß, Michael
> Ich möchet eine Esstisch-Platte aus Massiv-Kiefer behandeln, so dass
> nicht jede Kleinigkeit zur bleibenden Erinnerung wird. Ich ahbe im Forum
> über alle möglichen Formen des Wachsen und / oder Ölen gelesen, aber
> bislang keine Antwort auf meine Frage bekommen:
Hallo Christian,
ich habe mit Danish Oil von Rustin gute Erfahrungen gesammelt. Es ist
gut zu verarbeiten und ergibt eine strapazierfähige Oberfläche.
Verwendet habe ich es bei massivem Kiefernholz und bei Birkensperrholz.
Gruß
Jürgen
Also, Du wirst kam für Klarheit sorgen können ;-), denn dazu gibt's viel
zu viele Holzarten und Oberflächenbehandlungsmittel...
Aber Erfahrungen kannste haben:
Ich habe mit Leinölfirnis - trotz der Trockenstoffe - immer sehr gute
Erfahrungen gemacht, im Gegensatz zu reinem Leinöl. Einer der Hauptgründe
gegen Leinöl ist die ewig lange Trockenzeit, die unter Umständen Jahre
dauern kann (Beispiel: das Rot von van Gogh ist teilweise heute noch
nicht trocken...). Dafür spricht natürlich die Zuschlagsstofffreiheit, es
ist lein Lebensmittel, und unkomliziert zu verarbeiten.
Bei Leinölfirnis ergibt sich je nach Holzart und Auftragsart eine mehr
oder minder harte Oberfläche. bei Kiefer geh ich immer so vor:
1. gründlich schleifenbis mindestens 150er, wenn es harte Kiefer ist auch
240er
2. reichlich Firnis, nach 20-30 min. (je nach Umgebungsklima:
Feuchtigkeit, temperatur) Überschuss wegnehmen, das Holz praktisch
trocken reiben. Wenn du zu spät trocknest, ist die oberfläche schon zäh
geworden, gibt ein ewiges Gerubbel und sieht nachher nicht schön aus.
3. nach 3-4 tagen Trocknungszeit zwischenschleifen (möglichst
fein), dann das Einölen wiederholen, jetzt natürlich mit wesentlich
weniger Öl.
Damit ist es meistens getan, auf Tischen mache ich es aber immer 4 mal.
wichtig bei Firnis ist die zwischenzeitliche vollständige Trocknung. Wenn
Du das nicht einhältst, dann wird das Möbel sich für immer und ewig
klebrig anfühlen... Ich hab hier einen Tisch aus meiner Lehre stehen, den
ich zu eilig gefirnist habe, 4 mal in 4 Tagen: Wenn ich da mit ein wenig
Druck reibe, fühlt sich das an wie auf Gummi...
Aber es gibt da nach Hartharzöle, Wachse, und und und...
Nur eines muss Dir klar sein: Die oberfläche wird nie eisenhart, wenn das
Holz darunter weich ist. Daher sind extrem harte Lacke ungeeignet.
Gruß
Frank
> Zuerst das Öl (mindestens zwei Gänge; 15 minuten nach Aufbringen mit
> einem Tuch abreiben - Überschuß gründlich entfernen), zum Abschluß das
> Wachs.
> Leinöl vergilbt übrigends mit der Zeit; es gibt auch andere Öle zur
> Holzbehandlung (Holzhartöl, spezielle Mischungen ...).
> Bienenwachs macht eine schöne Oberfläche, ist aber auch relativ weich.
> Carnaubawachs ist wesentlich härter, macht aber eine glänzendere
> Oberfläche, die eher wie Lackiert aussieht.
Was man auch machen kann: Hab ne ca. 50mm starke Kiefernplatte
geflaemmt mit nem Gasbrenner und dann mehrfachlackiert.
Sieht doll aus, wie dann die Maserungen kontrastieren.
Peter
--
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Microsoft has been doing a really bad job on their OS.
Linus Torvalds
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Stopp, stopp. Vor jeder Ölung trocknen lassen, Frank schrieb es schon. Das
dauert ab dem zweiten Ölen schon einige Tage.
Die Grundierung als erstes nicht vergessen.
>Ich benutze Fußbodenhartöl und Hartwachs von Kreidezeit.
...
>Zweimal Wachsen ist Minimum, beim ersten Mal zieht das Wachs noch stark
>ein, trotz Öl.
Das entspricht weder den Verarbeitungshinweisen von Kreidezeit noch meinen
Erfahrungen. Wahrscheinlich liegt es daran, daß Du ölst und wieder abwischst
ohne das Öl eindringen und trocknen zu lassen.
Güße, Thomas
--
* Thomas Haedrich
* SIVUS gGmbH Institut fuer Verfahrens-, Umwelt- und Sensortechnik
* an der Technischen Universitaet Chemnitz
* Schulstr. 38, 09125 Chemnitz, Tel.: (0371) 5334020
>Ich würde gerne eine Behandlung aus Bienenwachs und Leinöl machen, aber
>weiss nicht recht wie und in welcher Reihenfolge. Der Tisch ist bereits
>geschliffen. Habe mal was von einer Kombimnation aus Leinöl und
>Bienenwachs gehört, ich glaube vermischt und warm/heiss (???)
>aufgetragen. Wer hat damit schon Erfahrungen gemacht, bitte gute und
>schlechte mitteilen!? Wäre für jede Antwort dankbar.
Für Möbel wird eine Mischung aus Leinölfirnis und Harzöl empfohlen. Letzteres
macht die Oberfläche dichter und fester. Ausnahme sind z.B.
Küchenarbeitsplatte, die mit reinem Leinölfirnis behandelt werden sollen, da
es so nicht zu Fleckenbildung kommt.
Firnis/Harzöl nach Grundierung ein- bis mehrfach (je nach gewünschten Glanz
und Dichtheit der Oberfläche) auftragen, Überstände nach einer halben Stunde
abwischen. Zwischen jedem Anstrich gut trocknen lassen.
Ein Möbelwachs kann man aus etwas Bienenwachs und reichlich Leinölfirnis
(Rezept kann ich nachliefern, stammt aus Ziesemann et al.: Natürliche Farben
selber herstellen, Ziesemann ist Inhaber der Fa. Kreidezeit) zusammenkochen.
Sehr dünn mit dem Lappen auftragen und nach ein paar Stunden polieren. Die
Oberfläche wird dadurch schmutzabweisender. Die Wachsschicht muß ab und zu
erneuert werden.
>Ich werde meine Erfahrungen später auch hier veröffentlichen, damit
>endlich mal Klarheit auf der Wachs/Öl-Front herrscht.:-)
Naja, dazu gibt es zu viele Geschmäcker, zu viele Hölzer und zu viele Rezepte.
Eine unangenehme Erfahrung machte ich mit dem Fußbodenhartwachs von
Kreidezeit: Es setzte sich auf dem geölten Eicheparkett in die Poren des
Holzes und bildete dort kleine weiße Pünktchen (weil zu dort dick). Dem
erfahrenen Parkettleger war dies völlig neu.
>Danke Euch schonmal!
Gern geschehen. Bin gespannt auf Deine Erfahrungen.
Grüße, Thomas
> Am Wed, 30 Oct 2002 20:14:15 +0100 schrieb Christian Otto ...
>
>
> Für Möbel wird eine Mischung aus Leinölfirnis und Harzöl empfohlen. Letzteres
> macht die Oberfläche dichter und fester. Ausnahme sind z.B.
> Küchenarbeitsplatte, die mit reinem Leinölfirnis behandelt werden sollen, da
> es so nicht zu Fleckenbildung kommt.
Das sind bestimmt die Flecken die bei mir immer auftreten in Verbindung mit
Weissblechdosen und Feuchtigkeit. Steht eine solche Dose auf der feuchten
Arbeitsplatte hinterlaesst sie schon nach kuerzester Zeit einen schwarzen Ring
der sich nur noch ausschleifen laesst. Hilft eventuell wachsen dagegen oder
sollte man die Platte besser gruendlich schleifen und dann neu oelen z.B. mit
reinem Leinoelfirnis.
Gruss, Helmut
>Das sind bestimmt die Flecken die bei mir immer auftreten in Verbindung mit
>Weissblechdosen und Feuchtigkeit. Steht eine solche Dose auf der feuchten
>Arbeitsplatte hinterlaesst sie schon nach kuerzester Zeit einen schwarzen
Ring
>der sich nur noch ausschleifen laesst. Hilft eventuell wachsen dagegen oder
>sollte man die Platte besser gruendlich schleifen und dann neu oelen z.B. mit
>reinem Leinoelfirnis.
Wachs hilft da kaum. Wachs dichtet zwar auch etwas ab, aber eben nur etwas.
Durch Wachs wird die Oberfläche schmutzabweisender, der Schmutz läßt sich
prima abwischen - aber unter Verlust an Wachs, das deshalb regelmäßig erneuert
werden muß.
Ich würde vor einem kompletten Leinölanstrich Dein Weissblechproblem auf einer
Versuchsfläche erst einmal testen. Verrückte Idee: Es kommen Metallionen in
das Holz - und was passiert dann? Das wäre so etwas wie beizen.
Vielleicht weiß jemand mehr.