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Risse in Bodenfliesen

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Theo Nacke

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Mar 27, 1999, 3:00:00 AM3/27/99
to
Hallo,

hat jemand Erfahrungen in der Behandlung von Rissen in Bodenfliesen.

Bei mir treten jetzt nach 10 Jahren im Wohnzimmer mehrere Rissen in
den Fliesen auf (meist vom Rand kommend). Ich habe auch den Eindruck, dass
der
Estrich insgesamt am Rand abgesackt ist.

Meine Frage ist - ob es ggf. Sinn machen könnte - am Ende des Risses ein
Loch zu bohren um die Spannung herauszunehmen ???, oder gibt es bessere
Lösungen ???

Hinweise:

- keine Fußbodenheizung
- schwimmender Estrich
- alter 10 Jahre
- Dehnungsfugen vorhanden


Gruß

Theo

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 28, 1999, 3:00:00 AM3/28/99
to

Theo Nacke schrieb in Nachricht <36fd2...@news.uni-bielefeld.de>...

>hat jemand Erfahrungen in der Behandlung von Rissen in Bodenfliesen.
>
>Bei mir treten jetzt nach 10 Jahren im Wohnzimmer mehrere Rissen in
> den Fliesen auf (meist vom Rand kommend). Ich habe auch den Eindruck,
dass
>der
>Estrich insgesamt am Rand abgesackt ist.
>
>Meine Frage ist - ob es ggf. Sinn machen könnte - am Ende des Risses
ein
>Loch zu bohren um die Spannung herauszunehmen ???, oder gibt es bessere
>Lösungen ???


Hallo Theo,

uups, das sieht nicht gut aus. Ob einzelne Loecher ausreichen, die
Spannung nachhaltig zu reduzieren, halte ich fuer fraglich. Ausserdem
sieht das m.E. auch nicht sonderlich gut aus.

Du hast wohl nur zwei Moeglichkeiten:

1. Fliesen abschlagen und ueberpruefen bzw. ueberpruefen lassen, woher
die Spannung kommt. Falls Du Pech hast, liegt es wirklich am Estrich und
dieser muss auch noch erneuert werden.

2. Teppich, Parkett oder Laminat darueberlegen, falls die zusaetzliche
Hoehe keine Probleme macht.

Was mich stutzig macht ist, dass sich Estrich normalerweise nicht von
alleine nach 10 Jahren setzt. Also wurde entweder beim Verlegen der
Fliesen etwas falsch gemacht, die Isolierung unter dem Estrich verrottet
aus irgend einem Grund oder das ganze Haus arbeitet (setzt sich). Hast
Du evtl. Setzrisse in den Waenden?

Gruss
Thomas
--
'Die duemmsten Kartoffeln erntet der dickste Bauer... oder so aehnlich'


Theo Nacke

unread,
Mar 28, 1999, 3:00:00 AM3/28/99
to
Hallo Thomas,

vielen Dank für die kurzfristige Info.
Folgenden Hinweise noch zu Deinen Ausführungen:

- die Löcher könnte ich Problemlos abdecken (Teppich)
- Setzrisse in den Waenden habe ich noch keine festgestellt

Gruss

Theo


Thomas Erstfeld <TErs...@tricus.com> schrieb in Nachricht
7djpi9$8ol$2...@fu-berlin.de...///

Thomas Erstfeld

unread,
Mar 29, 1999, 3:00:00 AM3/29/99
to

Theo Nacke schrieb in Nachricht <36fe2...@news.uni-bielefeld.de>...

>Folgenden Hinweise noch zu Deinen Ausführungen:
>
>- die Löcher könnte ich Problemlos abdecken (Teppich)
>- Setzrisse in den Waenden habe ich noch keine festgestellt


Hallo Theo,

das Du die Loecher z.Zt. gut mit Teppich abdecken kannst hilft zwar im
Moment, aber wenn die Risse sich in anderen Fliesen fortsetzen (was zu
erwarten ist, wenn es sich um Spannungsrisse handelt), hast Du
irgendwann Auslegeware im ganzen Zimmer.

Da Du keine Setzrisse in den Waenden hast, liegt es wohl eher am
Estrich. Falsch verlegte Fliesen haetten sich wohl schon frueher
geoutet. Da das Problem erst nach 10 Jahren aufgetaucht ist, tippe ich
mal darauf, das die Spannungen im Estrich schon immer da waren, aber
guter Fliesenkleber, ein guter Fliesenleger sowie wiederstandfaehige
Fliesen dies bisher kaschiert haben. Da hilft wohl nur ein Fachmann
(Tschuldigung, kann natuerlich auch eine Fachfrau sein).

Gruss
Thomas


Gerd Krug

unread,
Mar 30, 1999, 3:00:00 AM3/30/99
to
Hallo Thomas,

> > Eindruck, dass der Estrich insgesamt am Rand abgesackt ist.

> 1. Fliesen abschlagen und ueberpruefen bzw. ueberpruefen lassen, woher


> die Spannung kommt. Falls Du Pech hast, liegt es wirklich am Estrich
> und dieser muss auch noch erneuert werden.

Bei meinem 92er Bau sieht man das Fliesensacken an den Dehnungsrissen im
Badezimmer; nach Aussage Bauunternehmer verdichtet sich Styropor-
Isolierung unter dem Estrich in den ersten Jahren.

-> Gruesse aus meinem kleinen Gartenhaeuschen, Gerd


Thomas Erstfeld

unread,
Mar 31, 1999, 3:00:00 AM3/31/99
to

Gerd Krug schrieb in Nachricht ...

>Bei meinem 92er Bau sieht man das Fliesensacken an den Dehnungsrissen
im
>Badezimmer; nach Aussage Bauunternehmer verdichtet sich Styropor-
>Isolierung unter dem Estrich in den ersten Jahren.


Hallo Gerd,

Du hast in deinem kleinen Gartenhaeuschen schwimmenden Estrich und
Fliesen ;-))?

Nobel, nobel, muss ich sagen.

Nein Scherz bei Seite, ich schau mir beruflich viele Haeuser an. Nach
der Aussage von Deinem Bauunternehmer muessten ja dann in allen Haeusern
mit schwimmendem Estrich auf Styropor nach 8 bis 10 Jahren Setzrisse
auftreten. Da ich in den letzten Jahren einige dutzend Haeuser dieses
Baujahrs besichtigt habe, kann ich nur sagen, ich gaub es nicht. Mir
sind erst in einem Haus Setzrisse aufgefallen und die lagen an einem
Baufehler.

Das ganze klingt mir eher nach einer Schutzbehauptung.

Wo sind den hier die ganzen Estrichleger, Bauuntenehmer und Architekten?
Nehmt bitte Stellung.

Matthias Bohn

unread,
Apr 1, 1999, 3:00:00 AM4/1/99
to

"Thomas Erstfeld" <TErs...@tricus.com> wrote:
>
>Gerd Krug schrieb in Nachricht ...
>>Bei meinem 92er Bau sieht man das Fliesensacken an den Dehnungsrissen
>im
>>Badezimmer; nach Aussage Bauunternehmer verdichtet sich Styropor-
>>Isolierung unter dem Estrich in den ersten Jahren.
>
>
Hallo Gerd,

quatsch, was der Bauunternehmer dir da einreden will!
Ich bin Estrichleger und krieg jedesmal die Kriese, wenn mir einer erzählt, daß
sich die Dämmung setzt.
Der Effekt von abreißenden Randfugen, entsteht durch die zu frühe Belegung von
schwimmenden- oder Trennschichtenestrichen mit Fliesen.
Stell dir die frische Estrichplatte als eine Scheibe Brot vor, die du über Nacht
auf die Küchenarbeitsplatte legst.
Was passiert? Das Brot fängt an zu "schüsseln", weil die Oberfläche schneller
austrocknet (und sich dadurch zusammenzieht) als die Unterseite.
Das Gleiche passiert auch mit dem Estrich, nur daß dieser Effekt beim Estrich,
mit dem Austrocknen der Unterseite, nach einiger Zeit wieder zurückgeht.
Wenn der Estrich allerdings zu früh belegt wird, kann das Schüsseln nicht
zurückgehen, weil die Feuchtigkeit an der Unterseite gefangen wird. Diese
Feuchtigkeit tritt dann im Laufe der Jahre durch die Randfugen aus und die
Estrichplatte "glättet" sich wieder. Die Folge davon ist das allseits bekannte
und beliebte Abreißen der Randfugen an der Leiste.
Die Leiste steht jetzt einfach zu hoch.
Gruß Matthias
http://pages.vossnet.de/bohn

_____________________________________________________________
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Peter Gautschi

unread,
Apr 1, 1999, 3:00:00 AM4/1/99
to
On 1 Apr 1999 05:21:31 +0100, "Matthias Bohn" <bo...@vossnet.de> wrote:

>Ich bin Estrichleger und krieg jedesmal die Kriese, wenn mir einer erzählt, daß
>sich die Dämmung setzt.

>Der Effekt von abreißenden Randfugen, entsteht durch die zu frühe Belegung von
>schwimmenden- oder Trennschichtenestrichen mit Fliesen.

>Stell dir die frische Estrichplatte als eine Scheibe Brot vor, die du über Nacht
>auf die Küchenarbeitsplatte legst.
>Was passiert? Das Brot fängt an zu "schüsseln",

>Wenn der Estrich allerdings zu früh belegt wird, kann das Schüsseln nicht

>zurückgehen, weil die Feuchtigkeit an der Unterseite gefangen wird. Diese
>Feuchtigkeit tritt dann im Laufe der Jahre durch die Randfugen aus und die
>Estrichplatte "glättet" sich wieder. Die Folge davon ist das allseits bekannte
>und beliebte Abreißen der Randfugen an der Leiste.

Eigentlich hast Du fast recht, aber nicht ganz.

- Dieses Zurückschüsseln hat wie Du richtig sagst nichts mit der
"Erschlaffung der Dämmung" zu tun. Vorausgesetzt natürlich, man hat
die richtige Dämmplatte ausgewählt ("Estrichträger-Geeignet")

- Das Zurückschüsseln des schwimmenden Zementestriches wird verursacht
durch das sog. Schwinden des Zementestrichs. Dieser Vorgang ist nach
ca. 3 Jahren abgeschlossen.

- Das Zurückschüsseln von schwimmenden Zementestrichen (Schwinden) ist
ein bekanntes Phänomen. Es tritt _selbst dann_ auf, wenn die Fliesen
bei normgerechter Belegereife (Austrocknung) des Estrichs verlegt
werden.

- Deshalb ist das Abreissen der in der Regel mit elastischen
Dichtstoffen geschlossenen Randfugen in aller Regel kein Mangel, und
muss in Kauf genommen werden

Quelle der bisherigen Aussagen: Leitfaden über hinzunehmende
Unregelmäßigkeiten bei Neubauten, Bauforschungsbericht des
Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, Fraunhofer
IRB Verlag, 1995
http://www.irb.fhg.de/

Ich glaube, über das oben beschriebene Abreissen der Randfugen nach
2-3 Jahren infolge Schwinden sind wir uns einig. Aber dem Proponenten
ging es vieleicht um etwas anderes:

- Es reissen nicht die Randfugen sondern es reissen die Fliesen.
- Das Ganze geschieht erst nach 10 Jahren.

Ich kann grübeln wie ich will, ich komme immer wieder zu dem selben
Schluss:

- Die Gewährleistungsfrist ist abgelaufen
- Löcher bohren ist noch viel hässlicher als Risse in den Fliesen und
bringt IMHO auch keine weiteren Punkte.
- Irgendwo ein grosses Loch Bohren (schlagen), 20 x 20 cm, und
schauen, ob irgendwie Nässe vorhanden ist. (Ist jetzt aber sehr sehr
theoretisch und unwahrscheinlich, das hätte sich nämlich längst
anderweitig bemerkbar gemacht.)
- Fliesen abschlagen und sich was hübsches neues kaufen und verlegen
oder:
- Augen zu und Teppich drüber kleben.

Schwacher Trost, aber im Moment fällt mir nix besseres ein.

Gruß Peter Gautschi

--
"Wer für alle offen ist, der ist nicht mehr ganz dicht."
Edmund Stoiber , Bayerischer Ministerpräsident, über den Umgang mit
der PDS

Theo Nacke

unread,
Apr 2, 1999, 3:00:00 AM4/2/99
to

Theo Nacke <Na...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
36fd2...@news.uni-bielefeld.de...
> Hallo,

>
> hat jemand Erfahrungen in der Behandlung von Rissen in Bodenfliesen.
>
> Bei mir treten jetzt nach 10 Jahren im Wohnzimmer mehrere Rissen in
> den Fliesen auf (meist vom Rand kommend). Ich habe auch den Eindruck,

dass
> der
> Estrich insgesamt am Rand abgesackt ist.
>
> Meine Frage ist - ob es ggf. Sinn machen könnte - am Ende des Risses ein
> Loch zu bohren um die Spannung herauszunehmen ???, oder gibt es bessere
> Lösungen ???
>

Gerd Krug

unread,
Apr 2, 1999, 3:00:00 AM4/2/99
to
Hallo Thomas,

> Nobel, nobel, muss ich sagen.

(;-))=

> Setzrisse auftreten. Da ich in den letzten Jahren einige dutzend
> Haeuser dieses Baujahrs besichtigt habe, kann ich nur sagen, ich gaub
> es nicht. Mir sind erst in einem Haus Setzrisse aufgefallen und die
> lagen an einem Baufehler.

Das habe ich wohl nicht gut beschrieben; darum nochmal in anderen Worten:

Es gibt keine Setzrisse, der Boden sackt im ganzen ab, wenn sich das PS20-
Styropor durch die Belastung etwas verdichtet. Erkennen tut man es da, wo
Boden und Wand "fest" verbunden sind. In Wohnraeumen verdeckt das gewollt
die Teppichleiste. Im Badezimmer sind Wand- + Bodenfliesen nur durch
duennen silikongefuellten Spalt getrennt. Da sieht man sowas am ehesten.

Gerd Krug

unread,
Apr 2, 1999, 3:00:00 AM4/2/99
to
Hallo Matthias,

> Wenn der Estrich allerdings zu frueh belegt
> wird, kann das Schuesseln nicht zurueckgehen, weil die Feuchtigkeit an


> der Unterseite gefangen wird. Diese Feuchtigkeit tritt dann im Laufe

> der Jahre durch die Randfugen aus und die Estrichplatte "glaettet" sich


> wieder. Die Folge davon ist das allseits bekannte und beliebte

> Abreissen der Randfugen an der Leiste. Die Leiste steht jetzt einfach
> zu hoch.

Danke Matthias, das erklaert tatsaechlich so manchen "Setz"riss ):-(

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